150 Jahre Verein der Berliner Künstlerinnen e. V.

Jubiläumsausstellung in der Kommunalen Galerie Berlin: Zusammenschlüsse sind in der Kunst schon seit langem erfolgreich, wenn es darum geht, künstlerische Interessen zu vertreten und gemeinsame Ziele zu verfolgen. Dies gilt ganz besonders für den VdBK 1867 e.V., dem ältesten Berufsverband bildender Künstlerinnen, der sein 150-jähriges Jubiläum mit einer vierteiligen Ausstellungsreihe feiert.

Die Ausstellung in der Kommunalen Galerie Berlin zeigt Arbeiten von acht Künstlerinnen. Murshida Arzu Alpana, Franziska Klotz und Angela Hampel verfolgen im Rahmen der Malerei höchst unterschiedliche Wege. Verbindet die aus Bangladesh kommende Alpana bengalische (Schrift-) Zeichen und kulturelle Topoi mit einer sensiblen Beobachtung ihrer Berliner Umgebung, so reibt sich Franziska Klotz expressiv und gestisch an künstlerischen Traditionen und an medial vermittelten Bildern von Katastrophen. Angela Hampel, die im Dresden der 1980er Jahre an der Aufbruchbewegung als politische Akteurin und Künstlerin wesentlich beteiligt war, greift symbolisch auf mythologische Themen zurück, um existentielle Erfahrungen und nicht zuletzt das Verhältnis der Geschlechter ekstatisch zu thematisieren.

Die Berliner Konzeptkünstlerin Silvia Klara Breitwieser nutzt in ihrer Arbeit der Ausstellung Mythologie hingegen als Folie, vor der sich mediale Reflexionen sowie Fragen nach Technologiekritik und Utopie entspannen. Wie sie ist auch Gisela Weimann in der Ausstellung mit einer auf Fotografie basierenden Installation vertreten. Bei Weimann allerdings hat die Fotografie eher tagebuchähnlichen Charakter. In ständiger Bewegung über den Bosporus zeichnet die Künstlerin die Verbindung zwischen den beiden Teilen Istanbuls aus alternierenden Blickwinkeln fotografisch nach – eine in das Jahr 1991 zurückreichende Arbeit von großer Aktualität. Karla Woisnitzas in der Ausstellung gezeigten Arbeiten loten mit Linie, Schnitt und malerischer Geste die Möglichkeiten von Zeichnung, Malerei und Collage aus. Dabei oszillieren Woisnitzas Blätter zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion.

Als Gastkünstlerin ist Irma Markulin zur Ausstellung des VdBK eingeladen. Mit ihrer Serie überlebensgroßer Frauenportraits wirft Markulin Fragen nach Überhöhung, Vergessen und Erinnerung in den wechselvollen politischen Kontexten der vergangenen 70 Jahre auf – eine Arbeit, die identitäre Probleme und ethnische Konflikte im Kern berührt.

Ricoh Gerbl, seit langem Grenzgängerin zwischen Text und Bild, ist in der Ausstellung wie auch in den beiden Folgeausstellungen mit eigens erarbeiteten Interventionen vertreten. Ihre Textpfropfungen greifen in das künstlerisch disparate Feld der Ausstellung ein. An einem Verfahren der Botanik orientiert, fügen sie dem Vorhandenen Fremdes hinzu und schaffen so eine zusätzliche und unerwartete Ebene zwischen Veredelung und Übergriff. Zugleich aber verbinden Gerbls Pfropfungen die drei Ausstellungen zur Gegenwart des VdBK zu einem facettenreichen gemeinsamen Ganzen.

150 Jahre Verein der Berliner Künstlerinnen e. V.

19. Februar bis 30. April 2017

Kommunale Galerie Berlin

Hohenzollerndamm 176
10713 Berlin

Veröffentlicht am: 06.03.2017 | Kategorie: Ausstellungen, Kunst, | Tag: Kommunale Galerie Berlin, Verein der Berliner Künstlerinnen,

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