Artmix 11 -peripher- in der Saarländischen Galerie

Artmix-peripher-Schleuse 2019, Teilansicht Installation, (c) S. Ecker, K. Fritz, S. Niecke

Artmix 11 – peripher -: Bereits zum dritten Mal ist das „Artmix”-Projekt in der Saarländischen Galerie in Berlin zu Gast.

“peripher” zeigt noch bis 2. November 2019 Arbeiten des Luxemburger Künstlers Serge Ecker und den Saarbrücker Künstlern Karen Fritz und Sarah Niecke. Artmix ist ein interkulturelles Kunstprojekt des Ministère de la Culture Luxemburg und des Kulturdezernats der Landeshauptstadt Saarbrücken, das Künstler*innen aus Saarbrücken und Luxemburg eine Plattform bieten möchte, um in Residenzen gemeinsam zu arbeiten und die Ergebnisse in Ausstellungen zu präsentieren.

Entstanden ist dieses Mal eine kollektive künstlerische Arbeit mit dem Titel – peripher -: Who is afraid of the periphery?

Die ländliche und zu großen Teilen postindustriell geprägte Großregion bietet die Kulisse für die Zusammenarbeit. Die Künster*innen, Serge Ecker (Luxemburg), Karen Fritz (Saarbrücken) und Sarah Niecke (Saarbrücken) haben sich entschieden, die auf den ersten Blick trivial wirkenden Parameter dieser Umgebungen zu erforschen: Was passiert im Zentrum der eigenen Peripherie?

Um der Antwort näher zu kommen entwickelten die Künstler*innen eine Art nomadisches „Werkzeug“. Basierend auf Beobachtungen von geologischen / historischen Ablagerungen und buchstäblich damit verbundenen Schutthaufen (das Saarland und Luxemburg zeigen überall Überreste des Bergbaus in Form von Halden), konstruierten sie eine mobile Box mit einer Fläche von einem Quadratmeter, ohne Boden. Mittels einer speziellen Schichtung aus anorganischem und organischem Material an den Innenwänden der Box kommt es im Inneren zu einer Art Diffusion, einer andersartigen Erfahrung. Die Optik der Box entspricht der der Umgebung, sie ist unspektakulär, banal, fade.

Artmix:

Die Künstler*innen haben unterschiedliche Orte entdeckt, darunter auch viele verlassene, vergessene und zerstörte, Zustände passiert und in Vergessenheit Geratenes wieder aufgewühlt.

Die Box fungiert dabei als eine Art Akkumulationsmaschine: es kann jederzeit zu plötzlicher und intensiver Entladung kommen.

Karen Fritz (geb. 1988 in Saarbrücken) hat 2018 ihr Masterstudium der Freien Kunst an der HBKsaar abgeschlossen. Ihre Installationen und kinetischen Skulpturen behandeln Zeit und Raum als unmittelbar erfahrbare, dynamische Prozesse. Natürliche Materialien wie Gestein, Sand und Wasser setzt sie Reaktionen aus, die zuletzt auch durch Gerüche und Geräusche wahrnehmbar werden. Verborgene Transformationen, unsichtbare Kreisläufe wie Gegensätze werden auf diese Weise visuell erfahrbar. Zuletzt waren ihre Installationen im Deutsch-Französischen Garten, Saarbrücken zu sehen.

Sarah Niecke (geb. 1984 in Saarbrücken) studiert seit 2015 Freie Kunst an der HBKsaar. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit gesellschaftlichen, affektiven wie intellektuellen Abläufen, die sie in ihrer alltäglichen Selbstverständlichkeit und Unumstößlichkeit zu entkoppeln sucht. In ihren Installationen, Fotografien und Videos spielt sie mit der Instabilität verschiedener Realitäten. Sie konfrontiert die Betrachter und Betrachterinnen mit Erfahrungen von Andersartigkeit, die nicht bloße Anhängsel der einen Realität sind, sondern vielmehr das Unverfügbare des Realen erahnen lassen. 2017 wurde sie mit ihren Arbeiten beim Peter und Luise Hager – Preis und dem Opus Fotopreis in Trier prämiert.

Serge Ecker (geb. 1982 in Esch-sur-Alzette/Luxemburg) studierte Filmwissenschaft mit Schwerpunkt 3D-Animation und Special Effects in Nizza. Seit 2005 arbeitet er im Bereich der 3D-Graphik und Computeranimation und ist seit 2010 als freier Künstler tätig. In seinen digitalen sowie analogen Fotografien, 3D-Drucken und Scans beschäftigt er sich thematisch mit Grenzräumen, dem „Dazwischen” und der Sicherung fragiler Spuren. Was bleibt von einem Objekt nach seiner digitalen Transformation zurück in die Realität?

Eine Kooperation der Saarländische Galerie, der Vertretung des Saarlandes beim Bund, des Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes, der Stadt Saarbrücken, des Kulturministerium und der Botschaft des Großherzogtums Luxemburg.
Saarländische Galerie – Europäisches Kunstforum e.V., Charlottenstr. 3, Eingang im Durchgang zwischen Charlotten- und Markgrafenstraße.

Bildhinweis: <peripher>, 2019, Teilansicht Installation (c) S.Ecker, K. Fritz, S. Niecke

Datum: 12.09.2019 – 3.11.2019

Saarländische Galerie

Veröffentlicht am: 30.10.2019 | Kategorie: Ausstellungen,

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