Ernst Haeckel bei TASCHEN: Die Schönheit des Lebens in 450 Tafeln

Ernst Haeckel TASCHEN: Buchcover mit farbigen Quallen- und Radiolarien-Tafeln aus Kunstformen der Natur

Quallen, die wie Kronleuchter schweben, Radiolarien fein wie Schneekristalle: Ernst Haeckel sah im 19. Jahrhundert Kunst, wo andere nur Plankton vermuteten. Der XXL-Band von TASCHEN versammelt über 450 seiner Naturtafeln und macht aus Wissenschaft ein Fest für die Augen, das an die Zerbrechlichkeit der Vielfalt erinnert.

Manche Forscher hinterlassen Formeln, Ernst Haeckel hinterließ Bilder. Strahlentierchen, Schwämme, Medusen und Korallen verwandelte er in symmetrische Wunderwerke, die irgendwo zwischen Labor und Atelier entstanden. Genau diese Spannung zwischen exakter Beobachtung und gestalterischer Leidenschaft macht den großformatigen Band von TASCHEN so reizvoll.

Ernst Haeckel TASCHEN: Forscher und Bildermacher

Ernst Haeckel, 1834 im damals preußischen Potsdam geboren und 1919 in Jena gestorben, war Biologe, Naturforscher, Künstler, Philosoph und Arzt in einer Person. Als überzeugter Anhänger Darwins entwickelte er dessen Theorien weiter und prägte wissenschaftliche Begriffe, die bis heute zur Alltagssprache gehören, etwa Ökologie und Stammzelle. Wie Alexander von Humboldt wollte er nicht nur entdecken, sondern auch erklären, und dafür griff er zum Zeichenstift. Taschen

Von den Radiolarien zu den Kunstformen der Natur

Sein zeichnerisches Werk verteilt sich über mehrere Bände: die meeresbiologischen Atlanten Die Radiolarien, Monographie der Medusen und Die Kalkschwämme sowie das berühmte Kunstformen der Natur, das als Summe seines Schaffens gilt. Die Drucke blieben dabei nicht der Naturforschung vorbehalten, sondern beeinflussten Generationen von Künstlern und Architekten des 20. Jahrhunderts, allen voran die Vertreter des Jugendstils.

Der XXL-Band: Naturformen zum Blättern

Die TASCHEN-Ausgabe versammelt über 450 von Ernst Haeckels schönsten Tafeln auf rund 688 Seiten, gebunden im Schuber. Der Band ist dreisprachig verfasst, in Deutsch, Englisch und Französisch, und spricht damit auch ein internationales Publikum an. Herausgegeben haben ihn der Göttinger Zoologe Rainer Willmann und die Wissenschaftshistorikerin Julia Voss. Wer Haeckels Tafeln einmal in diesem Format gesehen hat, versteht, warum seine Formenwelt bis in Gestaltung und Architektur nachwirkt. Weitere Angaben zu Ausgabe, Format und Gewicht finden sich auf der Verlagsseite.

Warum Haeckels Bilder heute zählen

Haeckel zeichnete die Natur in voller Pracht, lange bevor von Artensterben die Rede war. Heute liest sich seine Sammlung anders: als Inventar einer Vielfalt, die in einer Zeit, in der die Artenvielfalt zunehmend durch menschliches Handeln bedroht wird, immer stärker unter Druck gerät. Die Tafeln erinnern daran, wie viel Formenreichtum auf dem Spiel steht, und das ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

TASCHEN

The Art and Science of Ernst Haeckel

Julia Voss, Rainer Willmann

Hardcover im Schuber, 24.3 x 30.4 cm, 2.62 kg, 688 Seiten

Blick ins Buch: Taschen

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