Tina Winkhaus beschäftigt sich in HM4T 4 EVR mit Heimat, kultureller Erinnerung und vertrauten Bildwelten. Fußball, Wald, Jagd, Rehe, Schrebergärten und Tauben bezeichnet sie selbst als „deutsche Attribute“. In ihren Arbeiten werden diese Motive zu Sinnbildern, Klischees und Trägern persönlicher wie kollektiver Erfahrung.
Ein zentrales Werk der Ausstellung ist Fußball von 2026. Der stark beschädigte Ball ist kaum noch bespielbar und dennoch sofort erkennbar. Für Winkhaus verbinden sich darin Gemeinschaft, Spiel, Gebrauch und Vergänglichkeit. Ihre knappe Formulierung dafür lautet: „gelebt, geliebt“.
Auch der Wald und Tiere wie Hirsch und Taube gehören zu den wiederkehrenden Motiven ihres Werks. Besonders die Taube interessiert Winkhaus als Beispiel für gesellschaftlich wandelnde Wahrnehmung: Einst wertvolles Zucht und Statustier, gehört sie heute vielerorts zu den am stärksten abgewerteten urbanen Tieren.
Winkhaus konstruiert ihre Bildwelten aus unzähligen einzelnen Aufnahmen. Jedes Detail wird separat abgelichtet und anschließend digital zu einem Werk zusammengesetzt. Mit einem Augenzwinkern bezeichnet sie diese Arbeitsweise als „Analog AI“.
HM4T 4 EVR fragt danach, wie Heimat als persönliche und kulturelle Erfahrung besprechbar bleiben kann, ohne unmittelbar politisch vereinnahmt zu werden.
Ergänzung der Kunstleben Berlin Redaktion:
Zur Vernissage von Tina Winkhaus lädt die janinebeangallery am Mittwoch, den 21. Oktober 2026. Die Ausstellung HM4T 4 EVR läuft anschließend vom 23. Oktober 2026 bis 6. Februar 2027. Die 2004 gegründete Galerie für zeitgenössische Kunst liegt in der Torstraße 154 in Berlin-Mitte.
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