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Kristina Talking Pictures (1976) von Yvonne Rainer. Screening

9. November 2023

Yvonne Rainer (*1934 in San Francisco) ist Tänzerin, Choreografin und Filmemacherin sowie eine der wichtigsten Vertreter*innen des postmodernen Tanzes. Sie studierte Ende der 1950er Jahre in New York bei Martha Graham und Merce Cunningham und begann kurz darauf, eigene Werke zu choreografieren. 1962 gründete sie zusammen mit Trisha Brown, Elaine Summers, Meredith Monk und anderen das Kollektiv Judson Dance Theater. Am 6. Juli 1962 fand die erste Aufführung in der Judson Memorial Church im Greenwich Village in Manhattan statt, die heute als Geburtsstunde des postmodernen Tanzes gilt.

Ab 1966 begann Rainer damit, Dias, Filmsequenzen und Textfragmente in ihre Tanzchoreografien einzubinden – umgekehrt bilden Tanz und Performance die Schwerpunkte ihrer späteren Experimentalfilme. 1972 produzierte Rainer ihren ersten Langfilm, Lives of Performers, der als Fortführung ihrer Mixed-Media-Performances gilt. Die frühen Filme Rainers unterliefen gängige Regiekonventionen und tragen eine klare feministische und politische Handschrift: In Kombinationen aus Autobiografie und Fiktion widmet sich die Künstlerin dem Blick auf den weiblichen Körper und seiner Objektifizierung, Beziehungsproblemen, politischer Radikalität und weiblicher Sexualität.

Ende 1976 kam Rainer als Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD (BKP) in der Sparte Film nach West-Berlin. Im September 1976 war Yvonne Rainer in der Ausstellung SoHo – Downtown Manhattan der Berliner Festwochen in der Akademie der Künste (West), vertreten; im Mai 1977 zeigte das Kino Arsenal in Kooperation mit dem BKP ihre drei ersten Feature-Filme, darunter Kristina Talking Pictures (1976, 90 min). Diesen beschreibt die Künstlerin folgendermaßen:

„[Es] ist insofern ein narrativer Film, als er eine Reihe von Ereignissen enthält, die sich zu einer Geschichte zusammenfügen lassen, wenn man dazu bereit ist. (Eine europäische Löwenbändigerin kommt nach Amerika und wird Choreografin.) Der Film lässt sich auch dadurch charakterisieren, dass er von einer strikten narrativen Linie abweicht, indem er Reflexionen über Kunst, Liebe und Katastrophen anstellt, die von den Stimmen der Heldin und Erzählerin, und ihrem Liebhaber, getragen werden. In seiner Form der wechselnden Beziehungen zwischen Wort und Bild, Persona und Darsteller*in, Inszenierung und Illustration, Erklärung und Zweideutigkeit kreist Kristina Talking Pictures in einer sich verengenden Spirale um sein Hauptanliegen: die ungewisse Beziehung zwischen öffentlichem Handeln und persönlichem Schicksal, die allgegenwärtige Möglichkeit der Diskrepanz zwischen öffentlichem Gewissen und privatem Willen.“

Der Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.) zeigt Kristina Talking Pictures im Rahmen des Kooperationsprojekts If the Berlin Wind Blows My Flag. Dieses nimmt anhand der Geschichte des Berliner Künstlerprogramms des DAAD die künstlerischen Szenen in West-Berlin vor dem Mauerfall in den Blick und beleuchtet die Rolle, die das Programm für die Herausbildung und Vernetzung künstlerischer Praktiken während des Kalten Krieges hatte.

Eintritt frei

Details

Datum:
9. November 2023
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
Eintritt: -

Veranstaltungsort

Neuer Berliner Kunstverein (n.b.k.)
Chausseestrasse 128 / 129
Berlin, 10115 Deutschland
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Veröffentlicht am: 06.11.2023 | | Tag: intern,

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