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SUMMARY:ma__n–if——est: Kate Albrecht Fulton und Noé Sendas
DESCRIPTION:Die Duo-Ausstellung ma__n—if—est ist Teil der Ausstellungsreihe In The Present Now\, welche rund um Italo Calvinos Buch „Sechs Vorschläge für das nächste Jahrtausend“ fortlaufend weiter entwickelt wird. Die aktuelle Ausgabe ma__n—if—est hinterfragt dieses Mal unser kollektives Konzept von „Sichtbarkeit“\, welches der italienische Autor als grundlegendes Element für das Verständnis des 21. Jahrhunderts postuliert hat. Diese Ausstellungsreihe – In The Present Now – basiert auf einer Idee von KINDRED SPIRIT\, einem gemeinnützigen\, von Kuratierenden betriebenen Raum in Lissabon\, und wird in Zusammenarbeit mit anderen international ausgerichteten Institutionen vorangetrieben. \nma__n—if—est vereint nun die Werke von Kate Albrecht Fulton (Warrnambool\, 1974) und Noé Sendas (Brüssel\, 1972)\, kuratiert wird die Schau von Sérgio Fazenda Rodrigues und Stephan Klee als Zusammenarbeit zwischen KINDRED SPIRIT und dem Kollektiv frontviews im HAUNT Berlin. Die Ausstellung gliedert sich in zwei Teile: Der erste Teil wird von März bis April 2026 in Berlin präsentiert\, der zweite von Mai bis Juli 2026 in Lissabon. \nOhne die Wahrnehmung auf die Grenzen des visuell direkt Sichtbaren zu beschränken\, sucht die Ausstellung nach Bildern und Situationen\, die in der Erinnerung verankert sind und deren sinnliches und mentales Erfassen durch eine umfassende sensorische Beteiligung unterstützt werden. Anstatt Calvinos Ideen direkt zu illustrieren\, hinterfragt ma__n—if—est seine Anliegen eher durch etwas\, das auf subtile\, aber expansive Weise aus eigenem Antrieb entsteht oder erscheint\, wobei die Subjektivität der Erinnerung die Strenge und Gewissheit der Realität mildert – dies ist es\, was die Werke beider Künstler verbindet. \nNoé Sendas greift auf die Idee des Déjà-vu zurück\, um die Präsenz seiner Werke zu verdoppeln und Verbindungen zwischen den beiden Etagen des Ausstellungsraums herzustellen. Dies ergibt sich aus der Zusammenführung zweier verschiedener Bibliotheken in seinem Atelier\, wodurch eine Reihe von Zwillingsbüchern und deren Implikationen sichtbar werden. Die Werke nehmen ähnliche Positionen ein\, lassen jedoch subtile Variationen erkennen\, so dass eine entrückte Form von verdoppelter Realität in den Räumen etabliert wird. Die Objekte und Material-Assemblagen ziehen die Aufmerksamkeit und das Erinnerungsvermögen der Betrachtenden auf sich\, indem sie sich aus den Bildströmen einer vergangenen Ära bedienen\, mit den Quellen irgendwo zwischen klassischer Antike und der Mitte des 20. Jahrhunderts. Dementsprechend haben die Werke einen nostalgischen\, kontemplativen Charakter und untersuchen die Beziehung zwischen Körper\, Ort\, Verschwinden und Erinnerung\, indem sie ungesicherte Eindrücke aus einem weitläufigen Terrain westlicher Kulturgeschichte hervorrufen. Durch die Kombination von schwarz-weißen Foto-Collagen aus den Bereichen klassische Skulptur und Landschaft\, die gepaart sind mit Materialien und Objekten\, welche eindeutig eine lange Geschichte des Gebrauches aufweisen\, tariert der Künstler in seinen Medien geschickt an der Ambivalenz von Erkennen\, Bekannt-Vorkommen und Rätselhaftigkeit immer wieder neu. \nKate Albrecht Fulton präsentiert eine Reihe von Arbeiten\, die sich direkt mit der Idee der physischen Abwesenheit eines vermeintlich da gewesenen Objektes beschäftigen. Bei aufmerksamer Observation finden sich im Ausstellungsraum letzte Relikte\, also z.B. Halterungen\, Aufhängungen\, kleine Brüche in der Raumarchitektur und Nutzspuren in den Oberflächen\, die erstmal vermitteln\, dass hier mal „etwas gewesen sein muss“\, etwas „genutzt“ wurde. Die Abwesenheit wird sowohl durch das umfassende Fehlen von Elementen\, die unserer Meinung nach vorhanden sein sollten\, als auch durch die veränderten oder verlorenen Funktionen\, die diese Elemente einst gehabt haben könnten\, vermittelt. Es entsteht der Eindruck\, dass die verlorenen Dinge ursächlich zum Ausstellungsraum gehört haben müssten. Doch das ist so nicht der Fall\, denn Albrecht Fulton arbeitet hauptsächlich mit Fundstücken aus Lissabon und Berlin\, die als Vorbild und Basis ihrer eigenen Kopie-Plastiken werden. Das heißt\, die Künstlerin implementiert Kopien von Fundobjekten aus dem Außenraum in den Galerieraum\, wo sie ihrer natürlichen Abstammung beraubt eine „dis-lokale“ Präsenz aufzeigen. So liegen die Verfremdungsstrategien der Künstlerin nicht nur in der extremen Reduktion der Dinge\, sondern auch in der „Dis-Lokalisierung“ der Dinge. Ähnlich wie bei Sendas findet also auch hier eine objektbasierte Verdopplung der Realität statt\, allerdings nicht innerhalb des Ausstellungsraumes\, sondern zwischen Ausstellungsraum und sozial-architektonischem Stadtraum. Durch diese Arbeitsweise schafft die Künstlerin Objekte\, die zwischen reduktiver Rätselhaftigkeit und Obsoleszenz eine Atmosphäre gesteigerter Aufmerksamkeit in den Räumen etablieren. Albrecht Fulton untersucht Ideen von Abnutzung\, Echo und Abwesenheit\, um einen poetischen Zugang zur Vergänglichkeit unseres sozialen Zusammenhalts zu schaffen. \nBeide Kunstschaffende bewegen sich zwischen Entdeckung\, Intuition und Gestaltungswillen und eröffnen einen Dialog zwischen den Werken\, dem Raum und dem Betrachter rund um die Themen Verschwinden\, Verbrauchen und Erinnern. Dabei reanimieren sie auf subtile\, neue Weise das\, welches aus dem aktuellen gesellschaftlichen Vollzug gefallen\, mittlerweile ungelesen ward und mittelfristig unlesbar geworden ist. \nma__n–if——est: Kate Albrecht Fulton und Noé Sendas\n18. März 2026 – 11. April 2026 \nfrontviews \n
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