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SUMMARY:Malerei von Enrico Freitag in der Galerie Eigenheim
DESCRIPTION:Enrico Freitags Bildwelten entführen uns in die zeitgleichen Wirklichkeiten innerer Zustände und globaler Ereignisse – in sich gekehrte\, schweigsame\, Porträts wechseln sich ab mit Bildern der Nachrichten und Medienwelt wie Vulkanausbrüchen\, Explosionen oder Waldbränden. Gerade in Zeiten der Pandemie wurden die inneren und äußeren Konditionen\, das Verständnis von der Koexistenz von Individuum und Welt\, von neuen digitalen Vorstellungsräumen und Wahrheiten geprägt und irritiert. \nWir sitzen zu Hause\, betrachten die globalen Geschehnisse durch die endlosen Newsfeeds digitaler Medienlandschaften und entwickeln so ein von der Realität abgekoppeltes\, abstraktes Bild der Wirklichkeit. Davon wird auch das Wesen des einzelnen Menschen verunsichert. \nEnrico Freitag entwickelt universelle Bilder für diese verunsicherten inneren Zustände und die Verabstrahierung der Wirklichkeit. Die farbgewaltigen expressiven Bilder sind dicht an Farbmasse\, changieren zwischen Abstraktion und Figuration und werden zu autosuggestiven sich im mentalen Raum weiterentwickelnden Motiven und Repräsentationen. Die Explosion und der Vulkanausbruch werden zu Metaphern für die Wucht und Unveränderbarkeit globaler Geschehnisse und bilden so einen Makrokosmos ab\, das Stillleben des Blumenstraußes ist in diesem Fall nicht nur Zeichen der Vergänglichkeit\, sondern auch Abbild des Mikrokosmoses der eigenen vier Wände. Die malerische Nähe beider Motive\, in Bezug auf Komposition\, Abstraktion und Gestus zeigt wiederum die untrennbare Zusammengehörigkeit dieser beiden Sichtweisen auf die Welt – MikroMakro IchWelt. Der Maler schafft es auf diese Weise den aktuellen Zustand der Zerrissenheit des Einzelnen und der Gesellschaft zu thematisieren – und das universell ohne platt oder attitüdenhaft Stellung zu einzelnen Geschehnissen zu nehmen. \nBetrachtet man das Werk Freitags so sind dies\, ausgehend von seiner Freude an motivischer und inhaltlicher Weiterentwicklung und seiner darin liegenden dauer währenden künstlerischen Forschung\, unabhängig von der Vielseitigkeit seiner Motive und malerischen Ausdrucksweisen\, eine völlig nachvollziehbare Entwicklung. Jahrelang hat sich Freitag weltlichen Themen wie Arbeit\, Produktion oder Umweltzerstörung angenommen\, und parallel dazu den Blick auf innere Befindlichkeiten menschlicher Existenz gelenkt. Nun bringt er in einem Moment\, in dem die Menschen seit zwei Jahren intensiv mit sich selbst beschäftigt sind und die Welt sich beginnt einem Trugbild ähnlich zu verzerren\, beide dieser inhaltlichen Auseinandersetzungen zusammen. \nDer Titel der Ausstellung IMG_ nimmt dabei Bezug auf unsere digitale Lebensweise. Als Dateikürzel ist IMG_ Bestandteil fast jeden digitalen Bildes als Abkürzung von „Image also Bild“. Image wiederum ist ein verwandter Begriff von Imagination. Als Substantive besteht der Unterschied zwischen Imagination und Image darin\, dass Imagination die bildgebende Kraft des Geistes ist; der Akt der idealen Erschaffung oder Reproduktion eines zuvor nicht wahrgenommenen Objekts; die Fähigkeit\, solche Bilder zu schaffen\, während Image eine optische oder andere Darstellung eines realen Objekts ist; eine Grafik; ein Bild. Als Verb wiederum bedeutet Image etwas symbolisch darzustellen. Wir sind also genau da angekommen\, wo uns der Künstler Enrico Freitag haben möchte: Symbolische Bilder\, in denen zwischen Vorstellung und Wirklichkeit kaum mehr unterschieden werden kann und mit malerischen Mitteln kaum darstellbare psychische Zustände vermittelt werden können. \nEnrico Freitag wurde 1981 in Arnstadt geboren. Von 2002 bis 2007 studierte er Freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar. Er gewann Preise und Stipendien\, wie das Arbeitsstipendium für Bildende Kunst des Freistaats Thüringen. Seine Arbeiten sind in öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland vertreten. Enrico Freitag lebt und arbeitet in Weimar und hat seit 2020 sein Atelier im Städtischen Atelierhaus in Weimar. \nEnrico Freitag\n11. Februar 2022 – 18. März 2022 \nGalerie Eigenheim \n  \n
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