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SUMMARY:Savvy zeigt "Zur Verbreitung des Toxischen"
DESCRIPTION:Im Savvy Contemporary: ein Recherche-\, Performance- und Ausstellungsprojekt namens THE LONG TERM YOU CANNOT AFFORD. ZUR VERBREITUNG DES TOXISCHEN. \nDie Ausstellung im Savvy entwirrt die kaleidoskopischen Bedeutungen des Toxischen\, sowohl als Material wie auch als Metapher: In seinen Gemälden fängt Boris Anje die Essenz des überbordenden und schädlichen Materialismus einer kleinen Minderheit der Weltbevölkerung ein\, während Nada Tshibuabua Skulpturen aus den Überbleibseln eben jener Ökonomie und des kolonialen Projekts erschafft. Durch Klang überträgt Anja Kanngieser die gelebte Erfahrung von toxischer Schädlichkeit\, während Julieta Aranda und Candice Lin die Ängste\, Unklarheiten und Bedrohungen betrachten\, die in deren Schatten gedeihen. Anu Ramdas und Christian Danielewitz halten kaum wahrnehmbare und schädliche Strahlung als Abdrücke und Verzeichnungen auf photographischem Film fest\, und He Xiangyu gibt dem Gefühl\, einen allgegenwärtigen Konsumartikel zu trinken\, eine materielle Form. Anne Duk Hee Jordan und Pauline Doutreluingne illustrieren die verschiedenen Zusammenhänge\, Auswirkungen und Effekte des Einflusses von chemischen Substanzen auf menschliche und nichtmenschliche Akteur*innen\, während Nona Inescu eine Ansammlung aus Steinkonkretionen erstellt\, die Organen ähneln – eine Materialverdauung im Laufe der Zeit\, die offenlegen\, wie grundlegend Leben von dessen unmittelbarer Umgebung mit erschaffen wird. Jonas Staal und Stephan Thierbach setzen sich damit auseinander\, was es bedeutet\, sich um ein giftiges Erbe zu kümmern\, nicht nur für Menschen\, sondern auch für unsere mehr als menschlichen Begleiter und für den Erdboden\, der uns (er)trägt. Jessika Khazrik thematisiert die globale Müllwirtschaft mit besonderem Augenmerk auf die Beziehung zwischen Italien und Libanon\, während sich Assaf Gruber auf die Toxizität des kolonialen Projekts und damit verbundener Unternehmungen ewiger museologischer Präservierung fokussiert. Durch einen filmischen Blick\, der Überwachungssysteme zitiert\, die sowohl mit Ölinteressen als auch mit unsichtbaren spirituellen Kräften zu tun haben können\, versetzt Zina Saro-Wiwa Tanzperformances in die Überbleibsel der Infrastrukturen\, die die Ölindustrie in Ogoniland hinterlassen hat. Natascha Sadr Haghighian und Ashkan Sepahvand verkomplizieren gegenwärtige und zukünftige Beziehungen zwischen Menschen und deren ökonomischen Geschichte\, nichtmenschlichen Lebensformen und der Umwelt\, während Neda Saeedi utopische und dystopische Zukünfte in Kristallkugeln einschließt. \n„Der Fokus unserer Bemühungen liegt weder darauf\, jedes Detail aufzudröseln und in vernünftige Kategorien einzusortieren noch zu dämonisieren\, Schuldzuweisungen zu machen oder ein unverdauliches Gefühl von paralysierender Schuld am Zustand der Welt zu katalysieren. Vielmehr liegt uns daran\, einen Raum für künstlerische und kritische Register zu schaffen\, der es uns ermöglicht\, innezuhalten\, um toxische Präsenz und Textur wahrzunehmen. Er ermöglicht darüber hinaus\, die immer neuen Opfer zur Kenntnis zu nehmen und zu betrauern\, den Bewegungen der toxischen Schatten zuzuhören. Wir hoffen\, dadurch\, die Empfindungen weg von paranoider Beherrschung und Angst hin zu einem nachdenklichen und nuancierten Ausblick zu verschieben und dabei den wichtigen Akt der Wahrnehmung zu nähren\, dass die intimsten Handlungen eng mit dem Globalen verbunden sind – denn überall ist letztendlich immer auch ein Hier.“ Savvy Contemporary \nSAVVY TOUREN\n26.10.2019  17:00  mit Antonia Alampi auf Englisch\n03.11.2019  15:00  mit Caroline Ektander auf Schwedisch\n16.11.2019  16:00  mit Caroline Neumann auf Brasilianisch-Portugiesisch\n24.11.2019  17:00  mit Antonia Alampi auf Englisch \nUm die globale Verteilung des Toxischen wirklich zu erfassen – die Richtungen seiner Bewegungen\, die unermessliche\, von ihm hinterlassene Gewalt und die Bemühungen darum\, Rechenschaft für dessen gnadenlose Zerstörungsmacht einzufordern – ist die Einsicht davon zwingend\, dass die Welt so viel mehr ist\, als es die westliche\, kapitalistische Vorstellung zu konzipieren in der Lage ist. In einer Zeit\, die besonders von Vereinfachungen und einem Verlangen nach Reinheit geplagt wird\, ist es wichtig\, an den Kampf gegen die brutalen Machenschaften\, die zu dem aktuellen Stand der Dinge geführt haben\, zu erinnern und alles zu tun\, um den abscheulichen Zuständen\, die sie noch immer hervorbringen\, zu entkommen: von kleinen\, alltäglichen Handlungen bis hin zu spektakulären Mobilisierungen\, von umgehenden Reaktionen zu strategischem und nachhaltigem Engagement. Im Kern speist sich jede Handlung aus dem Antrieb\, neue politische Subjekte zu fördern\, die stetig\, wenn auch schmerzlich\, aus der Vergangenheit in die Zukunft wachsen. \n\nINVOCATIONS\n08.11.2019  11:00–20:00\n​​SAVVY Contemporary\, Plantagenstraße 31\, 13447 Berlin \n09.11.2019  13:00–24:00\nsilent green Kulturquartier (Kuppelhalle)\, Gerichtsstraße 35\, 13347 Berlin \nMit: Edna Bonhomme\,  BPoC Environmental and Climate Justice Collective (Imeh Ituen und Rebecca Abena Kennedy-Asante)\, Yolanda Ariadne Collins\, Discard Studies (Alex Zahara und Josh Lepawsky)\, Abhijan Gupta\, Hyoung-Min Kim und Gabriel Galindez Cruz\, Jessika Khazrik\, Laboratory for Aesthetics und Ecology (Ida Bencke)\, Liping Ting\, Mother the Verb (Ivan “Ivy” Monteiro)\, Hira Nabi\, Hazardous Travels (Ayushi Dhawan\, Maximilian Feichtner und Simone Müller)\, Raqs Media Collective (Shuddhabrata Sengupta)\, Hulda Rós Gudnadóttir\, Matana Roberts\, Tomás Saraceno und Aerocene Foundation\, Alexis Shotwell\, Françoise Vergès\, und anderen \n\n\n‚Es waren nur bescheidene Veränderungen verglichen mit dem\, was hier vielleicht geschehen wird\, aber es hatte eine Pest gebraucht\, damit einige Leute überhaupt begriffen\, dass sich etwas ändern könnt.‘\n‚Also?‘\n‚Auch jetzt ändert sich alles. Die Erwachsenen sind nicht von einer Seuche ausgerottet worden\, so dass sie immer noch in der Vergangenheit verankert sein und auf die Rückkehr der guten alten Zeit warten können. Aber die Verhältnisse haben sich schon sehr stark verändert\, und sie werden noch ganz anders werden. Sie verändern sich ständig. Nur ist es diesmal einer der großen Sprünge statt der kleinen Schritt-um-Schritt-Veränderungen\, die leichter zu nehmen sind. Die Menschen haben das Weltklima verändert. Und jetzt warten sie darauf\, dass die alten Tage wiederkehren.‘ (Octavia Butler\, Die Parabel vom Sämann\, 2015 (Original 1993).) \n\nKURATORINNEN: Antonia Alampi\, Caroline Ektander\nKO-KURATORINNEN: Jasmina Al-Qaisi\, Kamila Metwaly\nKÜNSTLERISCHER LEITER: Bonaventure Soh Bejeng Ndikung\nPROJEKTTEAM: Monilola Ilupeju\, António Pedro Mendes\, Ola Zielińska\nKURATORISCHE ASSISTENZ: Mahnoor Lohdi\nMANAGEMENT: Lema Sikod\nKOMMUNIKATION: Anna Jäger\nGRAPHIKDESIGN: Elsa Westreicher\, Lili Somogyi\nTECH: Bert Günther\nART HANDLING: Wilson Mungai\, Kimani Joseph\nLICHT: Catalina Fernandez \nDiese Ausstellung ist Teil von Toxic Commons – einer Plattform\, die Texte publiziert\, öffentliche Programme organisiert und rund um das Thema der Verbreitung giftiger Stoffe und die damit verbundene ökologische Ungerechtigkeit forscht. Toxic Commons wurde gegründet von: Caroline Ektander\, Antonia Alampi und SAVVY Contemporary\, Simone Müller und der Forschungsgruppe „Hazardous Travels. Ghost Acres and the Global Waste Economy“ des Rachel Carson Center u.a. mit Ayushi Dhawan\, Maximilian Feichtner und Jonas Stuck. \nTHE LONG TERM YOU CANNOT AFFORD. ON THE DISTRIBUTION OF THE TOXIC ist das dritte Kapitel der Langzeit-Untersuchung THE INVENTION OF SCIENCE.\nDas Projekt wird vom Hauptstadtkulturfonds und der Foundation for Arts Initiatives finanziert. \nJonas Staals neue Auftragsarbeit „redistribute toxicity“ wurde durch die Unterstützung des Mondriaan Fund ermöglicht. Abhijan Guptas Teilnahme am Invocations Programm wird vom Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan Kolkata unterstützt. Hira Nabis Teilnahme wird vom Goethe Institut Pakistan gefördert. Die Unterstützung von White Space Bejing ermöglicht He Xiangyus Teilnahme. Hulda Rós Gudnadóttirs neue Videoarbeit wurde durch eine Förderung des The Visual Arts Fund Iceland ermöglicht. Matana Roberts Performance wird vom Berliner Künstlerprogramm des DAAD gefördert. Hyoung-Min Kim und Gabriel Galindez Cruz’s Performance I Am Not On The Blacklist präsentiert SAVVY Contemporary gemeinsam mit Tanzfabrik Berlin im Rahmen von OPEN SPACES und wird von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert. \nKünstler*innen im Savvy Contemporary auf einen Blick: Boris Anje\, Julieta Aranda\, Christian Danielewitz und Anu Ramdas\, Anne Duk Hee Jordan und Pauline Doutreluingne\, Assaf Gruber\, He Xiangyu\, Nona Inescu\, Anja Kanngieser\, Jessika Khazrik\, Candice Lin\, Natascha Sadr Haghighian und Ashkan Sepahvand\, Neda Saeedi\, Zina Saro-Wiwa\, Jonas Staal in Zusammenarbeit mit Jonas Stuck\, Stephan R. Thierbach und Nada Tshibuabua. \n
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