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SUMMARY:VOYAGE COLLAGE II
DESCRIPTION:Für die zweite Edition von VOYAGE COLLAGE sind fünf künstlerische Positionen ausgewählt\, die mit ihren Ergebnissen ein breites Spektrum an Collagiertechniken öffnen und dabei erkennen lassen\, wie eng die individuell entwickelte Technik mit inhaltlichen Fragen verwoben ist.\nAls ein Genre\, das die künstlerische Avantgarde seit dem frühen 20. Jahrhundert prägte\, steht die Collage für das Spiel mit der Vermählung artfremder Gegenstände und für den Bruch mit Konventionen. Aus der Verschmelzung fragmentierter\, beschädigter\, unterschätzter Elemente lässt sie hybride Sprachen entstehen\, in denen sich die individuellen Persönlichkeiten ihrer Schöpfer niederschlagen. Aus einer besonderen Liebe zum Material und seinen Geschichten kreieren sie Bilder zwischen Poesie\, Provokation und Ironie. \nIn der Collage zeigt sich das unbegrenzte Potential sämtlicher uns umgebender Alltagsdinge\, zu Kunst zu werden. Man könnte sagen\, die Collage sei in dieser Hinsicht onto-demokratisch: nicht nur jede und jeder\, sondern jedes kann mitmachen. In ihrem dekonstruktivistischen Charakter — etwas musste zergliedert\, zerstört werden\, um eine neue Ordnung\, einen neuen Sinn zu finden — schlummert sozial- und gesellschaftskritisches Potential gegenüber einer Kapital-\, Konsum- und Medienwelt\, die uns täglich mit vorgefertigten Schablonen fürs Denken und Handeln füttert. Dass sie vorgegebene Logiken auflöst\, nach Brüchen sucht und diese aushält\, macht die Collage zu einer künstlerischen Disziplin\, die Deutungsroutinen auf die Probe und Individualität in den Vordergrund stellt. In dieser Hinsicht ist sie vielleicht der frechste Eulenspiegel der Künste. \nDrei Positionen der Ausstellung\, Samira Freitag\, Maud Tutsche und Jürgen Tenz (1942-2021)\, begegnen sich in der Auseinandersetzung mit dem weiblichen Körper und der damit verbundenen Bilderotik. ARATORA alias Frank W. Weber und Christiane Kowalewsky erweitern auf ihre je eigene Weise diesen „engeren“ Kreis des Themas Sinnlichkeit um Dimensionen von Genuss und Lebensstil. \nZu den einzelnen künstlerischen Positionen\nSamira Freitag präsentiert Collagebücher aus ihrer seit 2015 entstehenden Serie „Strip-Tease“\, die ihre Arbeit tagebuchartig begleiten und Fotografien\, Textilien\, Notizen\, Teile von Körperabgüssen\, Schminkutensilien sowie Überreste von Requisiten versammeln. Außerdem sehen wir Mixed Media-Arbeiten zum Thema Körper und Emanzipation\, in denen Drucke\, Papier Collé\, Folien und Zeichnungen verdichtet sind wie Schichten einer Haut. \nJürgen Tenz\, dessen Federzeichnungen der 1970er Jahre durch ihre meisterlich feine Ausformulierung imponieren\, fand in den 1990ern über die Relief-Collage eine neue Phase der Abstraktion und Expressivität der Farbe. Tanz und weiblicher Körper\, ein Motivschwerpunkt seines Werks\, thematisieren Schönheit und erotische Verlockung und öffnen Freiheits- und Phantasieräume\, welche die Gesellschaft aus seiner Sicht allzu oft verstellt. \nMaud Tutsche widmet sich seit Jahren der Collage und Monotypie. Ihre in der Ausstellung gezeigten Collagen beschäftigen sich mit Kommunikation\, Liebe und Schönheit. Die Monotypien entstehen in einem schablonenbasierten\, collagierten Druckprozess und zeigen Akte\, deren körperliche Intimität sich in der Abstraktion von Form und Farbe zu einer ästhetischen Unabhängigkeit befreit. \nARATORA realisiert mit seinem Fünffarb-Laserdruckverfahren mit digitalisierten Holz- und Zusatzmodulen eine Collagetechnik\, die hinsichtlich ihrer kompositorischen Prinzipien und formalen Qualitätskriterien traditionell ist\, zugleich jedoch höchst aktuell\, denn die Bilder entstehen an einem virtuellen Dashboard. In seiner Caféhaus-Serie führt er uns zu Kult und Bohème europäischer Cafés. \nChristiane Kowalewsky setzt ihre Collagen aus kunst- und wissenschaftsgeschichtlichen Zitaten zusammen. Wer genau hinschaut\, entdeckt Caspar David Friedrich und Botticelli\, Fragmente aus Anatomie- und Botaniklexika\, antiquarische Geräte und alte Werbebilder. Zusammengefasst ergeben sie nahezu malerische Gesamtkompositionen\, in deren Patchwork stets ein surrealistischer Witz steckt. \n
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