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Was bleibt von der Völkerfreundschaft?

1. Juni 2024

Stadtwerkstatt, Eingang neben der nGbK
Karl-Liebknecht-Straße 11
10178 Berlin
1. Stock, barrierefreier Zugang über die Rolltreppe und einen Fahrstuhl

Mit deutsch-englischer Simultanübersetzung und der Artistic Lunch-Performance „Plates of Unity“ von HakkaMoon.

Das von Olexii Kuchanskyi kuratierte begleitende Filmprogramm „Diaries of the Common“ wird im Veranstaltungsraum der nGbK von 11:00-19:00 zu sehen sein. Das Screening von Henrike Naumann / SI_Process ‚Breathe‘ mit einem anschließenden Gespräch zwischen Henrike Naumann und Vasyl Cherepanyn findet ebenfalls im Veranstaltungsraum der nGbK von 19:00-20:00 statt.

Aufgrund der begrenzten Plätze bitten wir freundlich um eine verbindliche Anmeldung bis 30.5.2024 unter info@pratergalerie.de

Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine wird in Deutschland in vielen Medien auf das Bild der ehemaligen Freundschaft und der heutigen Feindschaft zwischen den zwei Völkern angespielt. Kaum ein privates Gespräch unter denjenigen, die im Sozialismus und mit der Ideologie der Völkerfreundschaft aufgewachsen sind, kommt ohne Reflexion über die einstige Verbundenheit der „Völker der Sowjetunion“ aus. Freundschaft ist ein wichtiger Begriff mit einer komplexen Beziehungsgeschichte. Aber was heißt bzw. hieß das eigentlich, wenn ganze Völker befreundet waren? Welcher Art war diese Freundschaft, die einerseits emanzipatorische und versöhnende Aspekte, aber auch hierarchische und sogar koloniale Gebärden enthielt?

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde „Völkerfreundschaft“ über die Sowjetunion hinaus zu einem zentralen Propagandabegriff im sozialistischen Lager. So ideologisch und unehrlich der Begriff seinem Ursprung nach auch ist, teilweise wurde er doch mit Leben gefüllt. Unter dem Titel „Völkerfreundschaft“ oder „Freundschaft und Brüderlichkeit“ gab es tatsächliche Begegnungen und Freundschaften – zwar nicht von Völkern, aber von Menschen. Und es gab einen kulturellen Austausch, der für beide Seiten gewinnbringend war. Eine stabile Freundschaft der Völker ist dabei anscheinend aber nicht entstanden: Mit dem Ende des Sozialismus begann eine schier endlose Reihe von völkisch-nationalen Konflikten bis hin zu Kriegen, woran sich bis heute nichts geändert hat.

„Was bleibt von der Völkerfreundschaft?“ ist ein Symposium, das die Idee von Freundschaft und Brüderlichkeit in (post-)sozialistischen Kontexten in den Mittelpunkt stellt. Es widmet sich dem Begriff und seiner realen Ausprägung aus historischen, dekolonialen, kunstwissenschaftlichen Perspektiven und lädt zum Nachdenken darüber ein, wie die politische Vorstellungskraft von Künstler:innen sowie feministische und queere Imaginationen die Idee von Freundschaft in neue Bindungen und Gemeinschaften verwandeln: etwa in die Idee der Schwesterlichkeit, der Fürsorgegemeinschaft oder der Wahlverwandtschaft.

Referent:innen: Felix Ackermann, Yevgenia Belorusets, Vika Biran, Olena Oleksandra Chervonik, Taras Gembik, Tereza Hendl, Beáta Hock, Iva Kovač, Kata Krasznahorkai und Bojana Pejić.

Das Symposium der Prater Galerie „Was bleibt von der Völkerfreundschaft?“ findet im Rahmen der Kyiv Perenniale 2024 in Berlin statt. Kyiv Perenniale 2024 ist eine Kooperation des Visual Culture Research Centers, der neuen Gesellschaft für bildende Kunst und der Kulturstiftung des Bundes, in Zusammenarbeit mit Between Bridges und der kommunalen Prater Galerie. Die Kulturstiftung des Bundes wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Prater Galerie ist eine kommunale Einrichtung des Bezirksamtes Pankow von Berlin.
Programm Stadtwerkstatt

11:00–11:15 Welcoming Address by Lena Prents and Antonina Stebur

11:15–12:15 Keynote Dr. Tereza Hendl: Not Our Brothers Either: From Subjugation to Liberation

12:15–12:30 Break

12:30-14:00 Panel 1, Looking Back: The Socialist Friendship Project – an Imperial Construction or Attempt at Reconciliation?

Prof. Dr. Felix Ackermann: Post/national/sozialistische Rituale der Verständigung
Dr. Beáta Hock: Communist Europe’s Brotherly Nations across the Globe

14:00–15:00 – Artistic Lunch-Performance “Plates of Unity” by HakkaMoon

15:00–16:30 Panel 2: Construction of ‘Friendship between Peoples’ in Visual Culture and Arts

Dr. Kata Krasznahorkai: Unsere Schwester, Angela
Olena Chervonik, PhD(c): Photography against the Grain of the Soviet ‘Friendship of the Peoples’
Bojana Pejic: Sexualized Geographies: Forgetting or Remembering Wartime Rape?

16:30–17:00 Break

17.00–18.30 Panel 3: What’s Next for the ‘Friendship between Peoples’?

A conversation between Yevgenia Belorusets, Taras Gembik, and Iva Kovač, moderated by Vika Biran.
Programm nGbK Veranstaltungsraum

10:00-19:00 Film program „Diaries of the Common“, curated by Olexii Kuchanskyi

19:00-20:00 Screening of Henrike Naumann „SI_Process ‚Breathe’“ with a subsequent conversation between Henrike Naumann and Vasyl Cherepanyn

Foto: 10. Deutsch-Sowjetischer Artistenball im Prater, 1987 © Harald Hauswald/OSTKREUZ

Details

Datum:
1. Juni 2024
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
Eintritt: -

Angebote:

Aufgrund der begrenzten Plätze bitten wir freundlich um eine verbindliche Anmeldung bis 30.5.2024 unter info@pratergalerie.de


Veranstaltungsort

Prater Galerie
Danziger Str. 101
Berlin, 10405
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Veröffentlicht am: 14.05.2024 | | Tag: intern,

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