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SUMMARY:Rebecca Harper: Thick Skinned - Quick Finned Always Turning Tides Tale
DESCRIPTION:Die Szenerie entfaltet sich langsam in den Bildern von Rebecca Harper – langsam und hermetisch\, alles spielt sich wie auf einer Bühne vor den Augen der Betrachtenden ab. Die Räume\, die Figuren\, das Wasser – alles hat seinen Platz\, doch nichts bleibt isoliert. Alles kreist\, wie ein Himmelskörper\, um das Zentrum. Das Zentrum aller Darstellungen ist eine starke blonde Frau. Immer wieder sitzt sie in unterschiedlichen Momenten am Rand einer Wanne\, am Rand eines Bettes\, auf einer weichen Couch – allein\, in ihrer Welt. Sie hält eine Robbe\, die\, wie alle anderen Objekte\, eine Erweiterung der Frau selbst zu sein scheint. Eine Hand auf dem Fell\, eine Flosse auf ihrem Schoß – eine Symbiose\, vertraut und doch kindlich-weiblich\, kein Mutter-Kind-Verhältnis\, sondern ein Konzept von Kind und Frau. \nDie Räume erzählen Geschichten – aber nicht laut\, nicht fordernd. Objekte und Gegenstände sind aufgelistet: Bilder\, Spiegelungen\, offene Fenster. Wasser durchzieht alles – dunkle Flüsse\, gefüllte Wannen\, gemalte Meereslandschaften. Doch es ist kein Wasser\, das verschlingt oder zieht – sondern Wasser\, das trägt\, das erinnert\, das in Bewegung ist. Die Spiegel zeigen nicht nur die Frau\, sondern auch den Raum um sie herum\, eröffnen Perspektiven\, machen sichtbar\, was sonst übersehen würde. \nUnd überall finden sich Zeichen\, kleine Dinge\, die bleiben: die verschlossene Hutschachtel mit dem roten Vogel\, als bewahre sie etwas\, das nicht verloren gehen darf – oder das besser in der Schachtel bleibt\, wissend aufbewahrt. Die Bücher\, die niemand liest\, doch sie sind da\, als potenzielle Erzählungen. Die Landkarten an den Wänden\, die Kompasse\, die Segelboote – das Kind-Frau-Schema weist eine Richtung\, trägt das Subjekt wie selbstverständlich mit dem Wind in die richtige Bahn. \nDie Titel klingen zunächst wie Zeilen aus einem Gedicht – nicht bloß Beschreibungen\, sondern Gedanken\, die nachhallen. Blinking through Salt Lashes – ein Moment\, in dem das Sehen schwerfällt\, das Blinzeln durch Tränen oder Meerwasser\, als sei die Welt für einen Augenblick verhüllt. Dann Disappear like a Snatched Breath on an Angry Tide – als würde etwas fortgerissen\, ein Atemzug\, den man nicht halten kann\, ein Körper\, der sich auflöst\, nicht aus Schwäche\, sondern weil die Strömung es so will. \nAndere Titel sind beinahe erzählerisch\, lang\, als wollten sie nicht nur benennen\, sondern einen Rhythmus setzen. Thick Skinned – Quick Finned\, Always Turning Tides Tale spricht von Anpassung\, von einer Haut\, die schützt\, von Beweglichkeit\, von Flossen\, die niemals stillstehen – ein Körper\, der sich immer mit der Strömung dreht. Secret Eyes\, Holding Mourning of the Darkest River ist ein Versprechen\, ein Blick\, der mehr sieht\, der etwas bewahrt – eine Trauer\, die nicht laut wird\, sondern weiterfließt\, in einem Fluss\, der keine Ruhe kennt. \nDer Körper ist zentral\, präsent\, fest\, aber niemals starr. Er sitzt\, hält\, stützt sich ab\, bewegt sich in kleinen Momenten längerer Handlungen – in Pausen\, in einem Blick nach oben\, in einer kauernden Haltung. Die Körperhaltung ist offen\, aber nicht zur Schau gestellt\, kontrolliert\, aber nicht erstarrt. Kleidung betont oder löst sich auf\, Schnürungen fehlen\, Stoffe hängen herab – als würde die Grenze zwischen Körper und Umgebung durchlässig. Das Wasser ist nah – in Badewannen\, in Strömungen\, in Gemälden – ein Element\, das sich mit der Figur verbindet\, aber sie nicht verschlingt. \nDie Abwesenheit von Männern ist eine Lücke\, eine spürbare Leerstelle\, die sich durch die Räume zieht\, durch die Haltung der Frau\, durch die Objekte\, die sich um sie sammeln. Sie sitzt\, sie hält\, sie bewegt sich – aber es gibt kein Gegenüber. Kein männlicher Körper\, keine Hand\, die greift oder sich entzieht\, keine Gestalt\, die sich in den Spiegeln zeigt. Diese Leerstelle ist nicht bloß eine Abwesenheit – sie ist strukturell\, sie definiert die Räume\, weil sie nicht gefüllt wird. Außer durch eine Andeutung: einen Schatten. \nStattdessen gibt es Fische. Sie sind die einzige Spur\, die einzige Übersetzung eines abwesenden männlichen Prinzips. Sie liegen auf Tischen\, schwimmen in Wannen\, sind auf Fliesen gemalt – reglos oder in endloser Kreisbewegung\, nicht handelnd\, nicht sprechend. Der Fisch\, klassisches phallisches Symbol\, taucht auf\, doch bleibt er Objekt – ohne Funktion\, ohne Körper\, das Relikt eines Gegenübers\, das in dieser Welt nicht mehr agiert. \nDie Vögel sind keine bloße Dekoration\, keine sanften Begleiter des Lichts. Sie tauchen auf\, schwebend\, stürzend\, kreisend – als schwarze Figur auf dem Kaminsims\, als Möwe\, die fast den Boden berührt. Sie folgen keinem klaren Muster\, sie fügen sich nicht in die Symbolik der anderen Tiere. Die Robbe liegt\, die Fische schweigen – doch die Vögel fliegen\, manchmal zu nah\, manchmal wie eine Warnung\, manchmal als Echo von etwas\, das sich ankündigt\, ohne greifbar zu werden. Ihr Schwarz hebt sie von der Umgebung ab\, als gehörten sie nicht in die Welt der Frau\, sondern als dringe etwas von außen ein – ein Fremdkörper im Raum ihrer Reflexionen und Wasserflächen. Sie existieren jenseits der Wellen\, jenseits der Wannen\, außerhalb der Strömung – als etwas\, das sich nicht einordnen lässt. Vielleicht sind sie das\, was nicht gehalten werden kann\, was sich entzieht – während die Frau bleibt. \nDie Schachtel bleibt geschlossen\, weil sie nicht geöffnet werden muss. Sie steht da\, immer am selben Ort\, mit dem roten Vogel auf dem Deckel – als Zeichen\, als Möglichkeit\, als Behälter für etwas\, das nicht nach einem Ausbruch verlangt. Die Vögel außerhalb der Schachtel sind wild\, unkontrolliert\, eine Kraft\, die sich nicht bändigen lässt. Doch dieser Vogel bleibt an die Oberfläche gebunden – eingefroren\, gehalten\, bewahrt oder verzaubert. Vielleicht ist die Schachtel eine versiegelte Bedrohung – eine Kraft\, die nicht konkurrieren kann\, die in der Dynamik von Halten und Gehaltenwerden keinen Platz hat. Vielleicht bleibt sie deshalb unberührt. Weil ihr Inhalt zu mächtig ist. Weil das\, was verborgen liegt\, nicht zugelassen werden kann. \n
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SUMMARY:Ausstellung „Gleichberechtigte Bürger*innen“ des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma in BERLIN GLOBAL im Humboldt Forum
DESCRIPTION:„Gleichberechtigte Bürger*innen“ ist eine Ausstellung des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma auf der Freifläche im Raum „Berlin-Bilder“ bei BERLIN GLOBAL. Gezeigt werden u.a. Fotografien von Chad Evans Wyatt und Inhalte des mit dem Grimme Online Award ausgezeichneten „RomArchive“. \nEinen Schwerpunkt der Darstellung bildet der Holocaust an den Sinti und Roma\, bei dem über 500.000 Angehörige der Minderheit im NS-besetzten Europa ermordet wurden. Für seine Anerkennung musste die Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma jahrzehntelang kämpfen. Obwohl Sinti und Roma seit mehr als 600 Jahren in Deutschland leben\, sind sie weiterhin mit antiziganistischen Stereotypen konfrontiert. Gegen die Alltäglichkeit des Antiziganismus setzt die Ausstellung den titelgebenden Anspruch einer selbstverständlichen Anerkennung von Sinti und Roma als „Gleichberechtigte Bürger*innen“. \nEine Rauminstallation mit kurzen Texten und Fotografien aus öffentlichen und privaten Archiven bringt dem Publikum die vielfältige Geschichte der Minderheit näher. Ergänzt wird die Installation durch einen Dokumentarfilm\, der die Geschichte der Berliner Sinti und Roma vorstellt sowie Portraits selbstbewusster Sinti und Roma aus Berlin und anderen europäischen Städten\, die im Rahmen des Projekts „RomaRising“ des Fotografen Chad Evans Wyatt entstanden sind. Komplettiert wird die Freifläche durch eine Medienstation\, auf der die mit dem Grimme Online Award ausgezeichnete Webseite „RomArchive“ genutzt werden kann. Ein begleitendes Veranstaltungsprogramm wird Führungen\, Diskussionen und Workshops umfassen. Nähere Informationen finden sich zeitnah auf der Freiflächen-Webseite unter „Aktuelle Projekte“. \nAnerkennung von Sinti und Roma\nErst 1982 wurde der Holocaust an den Sinti und Roma durch die deutsche Bundesregierung offiziell anerkannt. Wie weit der Weg zur Anerkennung von Sinti und Roma als gleichberechtigte Bürger*innen noch ist\, zeigt der 2021 vorgestellte Bericht der von der Bundesregierung eingesetzten Unabhängigen Kommission Antiziganismus. Auf mehr als 800 Seiten macht der Bericht deutlich\, dass Antiziganismus in Deutschland weit verbreitet ist und dass ein Bewusstsein für das Bestehen von Diskriminierungen gegen Sinti und Roma weitgehend fehlt. \nFreiflächen bei BERLIN GLOBAL\nDie Freiflächen sind drei Bereiche der Berlin Ausstellung BERLIN GLOBAL\, die von Initiativen\, Organisationen und freien Gruppen bespielt werden. Ziel dabei ist\, unbekannte\, aktivistische und unterrepräsentierte Perspektiven und Themen sichtbar zu machen. „Gleichberechtigte Bürger*innen“ ist dabei das zweite Freiflächen-Projekt. Die erste Freifläche gestaltete die Kunstwerkstatt Kreuzberg der Lebenshilfe Berlin. Sie trägt den Titel „Un certain regard“ und ist im Raum Verflechtung zu finden. \nKuratoren: André Raatzsch und Jan Kreutz\, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma \n„Gleichberechtigte Bürger*innen“\n27. November 2021 – 21. November 2022 \nBERLIN GLOBAL – Berlin Ausstellung im Humboldt Forum \n
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SUMMARY:Paul Gauguin – Alte Nationalgalerie
DESCRIPTION:Paul Gauguin (Paris 1848 ­– 1903 Atuona/Hiva Oa) gehört zu den einflussreichsten Wegbereiter*innen der künstlerischen Moderne\, dessen bekannteste Gemälde in den Jahren zwischen 1891 und 1901 auf der Südseeinsel Tahiti entstanden. „Paul Gauguin – Why are you angry?“ in der Alten Nationalgalerie betrachtet die Werke Gauguins\, die auch von westlichen\, kolonialen Vorstellungen von ‚Exotik‘ und ‚Erotik‘ geprägt sind\, vor dem Hintergrund aktueller Diskurse und konfrontiert seine Werke mit Positionen zeitgenössischer Künstler*innen. \n\nGauguin verließ 1891 die Kunstmetropole Paris\, seine Frau und fünf Kinder\, um sich auf eine spirituelle und künstlerische Suche nach Französisch-Polynesien zu begeben. Hier lebte er mit einer Unterbrechung bis zu seinem Tod 1903. In dieser Phase entsteht unter anderem eines der Hauptwerke Gauguins aus der Sammlung der Nationalgalerie\, das Gemälde „Tahitianische Fischerinnen“ von 1891. \nPaul Gauguin (1848 – 1903)\, Tahitianische Fischerinnen\, Detail\, 1891\, Öl auf Leinwand © Staatliche Museen zu Berlin\, Nationalgalerie / Leihgabe der Ernst von Siemens Kunststiftung / Jörg P. Anders\nVor dem Hintergrund historischer Vorbilder und postkolonialer Debatten stellt die Ausstellung den von Gauguin selbst erschaffenen Mythos des „wilden Künstlers“ zur Diskussion. Gauguin griff seinerseits bereits auf einen kolonialen Traum vom irdischen Paradies zurück\, der ihm zugleich den Aufbruch zu einer völlig neuartigen Kunst ermöglichte. „Paul Gauguin – Why are you angry“ nähert sich Gauguin aus verschiedenen Perspektiven und eröffnet aktuelle Blicke auch durch Werke zeitgenössischer Künstler*innen wie Angela Tiatia (Neuseeland/Australien)\, Yuki Kihara (Samoa/Japan) oder Nashashibi/Skaer (Großbritannien) und den tahitianischen Aktivisten und Künstler Henri Hiro (Französisch-Polynesien). \n„Paul Gauguin – Why are you angry?“ ist eine Sonderausstellung der Nationalgalerie\, Staatliche Museen zu Berlin\, in Kooperation mit und nach dem Konzept der Ny Carlsberg Glyptotek\, Kopenhagen\, ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie. Kuratiert von Anna Kærsgaard Gregersen\, Ny Carlsberg Glyptotek\, mit Ralph Gleis\, Alte Nationalgalerie. \nBeitragsbild: Paul Gauguin (1848-1903)\, Arearea no Varua Ino. The Amusement of the Evil Spirit\, Detail\, 1894 © Ny Carlsberg Glyptotek \n\nPaul Gauguin – Why Are You Angry?\n26.03.2022 – 10.07.2022 \nAlte Nationalgalerie \n
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SUMMARY:bauhaus_touren mit neuem Programm ab 2. April 2022
DESCRIPTION:Das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung bietet in Kooperation mit TICKET B ab 2. April 2022 bauhaus_touren in Berlin und Umgebung an. Die Architekturführungen nehmen Teilnehmer*innen zu Fuß\, auf dem Rad oder per Bus mit zu den baulichen Zeugnissen moderner Architektur und bieten direkt vor Ort spannende Hintergründe zu deren Geschichte und architektonischen Konzepten. \nWie wollen wir wohnen? Welche öffentlichen Räume bietet die Stadt? Wie gestalten wir das Leben im Kiez? Vor dem Hintergrund dieser nach wie vor aktuellen Fragen erhalten die Teilnehmer*innen der bauhaus_touren einen neuen Blick auf die räumlichen und thematischen Zusammenhänge der gebauten Stadt Berlin und insbesondere auf die Orte der modernen Architektur wie etwa die Neue Nationalgalerie von Mies van der Rohe oder die Ringsiedlung Siemensstadt mit Bauten von Hans Scharoun und Walter Gropius. Der Spaziergang „Bauhaus-Archiv und Kulturforum“ führt von der aktuellen Baustelle des Bauhaus-Archivs entlang des Landwehrkanals bis zum Kulturforum\, während die Radtouren architektonische Verbindungen über Bezirksgrenzen hinweg aufzeigen: Die Tour „Radikal modern“ führt durch Charlottenburg zum temporary bauhaus-archiv\, die Tour „Siedlungen der Moderne“ nimmt Teilnehmer*innen mit auf eine Reise durch den Berliner Norden. \nEin Highlight im Programm der bauhaus_touren ist die Busexkursion vom Bauhaus-Archiv zur Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bernau\, die von Bauhausdirektor Hannes Meyer mit Hans Wittwer und zahlreichen Bauhäusler*innen entworfen und realisiert wurde. Seit 2017 zählt sie zum UNESCO-Weltkulturerbe. \nDie deutschsprachigen Touren finden regelmäßig zu festen Terminen statt\, sind aber auch individuell für Gruppen buchbar. Gruppenführungen sind auch in Englisch möglich. \nbauhaus_touren\nTermine April bis August 2022:\nArchitekturspaziergang: 2.4.\, 16.4.\, 21.4.\, 28.4.\, 8.5.\, 19.5.\, 22.5.2022\, 5.6.\, 9.6.\, 18.6.\, 3.7.\, 6.8.2022 \nRadtour „Siedlungen der Moderne“: 9.4.\, 28.5.\, 19.6.\, 21.8.2022 \nRadtour „Radikal modern“: 24.4.\, 15.5.\, 11.6.\, 16.7.2022 \nBusexkursion: 2.7.\, 28.8.2022 \nEine Anmeldung ist erforderlich. Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt. \nInformationen zu Terminen und zur Anmeldung finden sich auf der Webseite von TICKET B. \nBauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung \nBeitragsbild: Bauhaus-Archiv © Fiona Hirschmann \n
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SUMMARY:Rembrandt-Wiederentdeckung in der Gemäldegalerie
DESCRIPTION:Seit über 30 Jahren galt das Gemälde „Landschaft mit Bogenbrücke“ als Arbeit des Rembrandt-Schülers Govert Flinck. Nach neuesten Untersuchungen stammt das Werk jedoch vom Meister selbst und vervollständigt ab sofort die weltweit bedeutenden Rembrandt-Bestände der Berliner Gemäldegalerie. Aktuell wird das Bild ab 8. April 2022 in der Sonderausstellung „David Hockney – Landschaften im Dialog. Die „Vier Jahreszeiten“ der Sammlung Würth zu Gast in Berlin“ in der Gemäldegalerie zu sehen sein. \nAls die „Landschaft mit Bogenbrücke“ (Kat. Nr. 1932) 1924 in die Sammlung der Gemäldegalerie gelangte\, galt sie noch als eigenhändige Arbeit Rembrandts. Für Wilhelm von Bode\, den damaligen Generaldirektor der Königlichen Museen und international anerkannten Rembrandt-Spezialisten\, ging damit ein über mehrere Jahrzehnte gehegter Wunsch in Erfüllung. Mit der bis dahin fehlenden Landschaft konnte er für Berlin eine wichtige Lücke schließen und die herausragenden Berliner Rembrandt-Bestände vervollständigen. \nDas Gemälde stammt aus der Sammlung des Großherzogs Friedrich August von Oldenburg (1852–1931)\, dessen Gemäldebestände 1918 nach seiner erzwungenen Abdankung zerschlagen wurden. Vermutlich im September 1919 ließ der ehemalige Großherzog rund 115 seiner besten Werke weitgehend unbemerkt in die Niederlande transportieren\, wo sie in das Amsterdamer Auktionshaus Frederik Muller & Cie gelangten. Von dort aus wurde eine Auswahl von 40 Spitzenwerken zum Verkauf in die USA geschickt\, darunter auch die Rembrandt zugeschriebene „Landschaft mit Bogenbrücke“. Laut Bode verkaufte sich das Werk wegen des hohen Preises und des mit 28\,5 x 39\,5 cm kleinen Bildformats jedoch nicht. 1923 ging es in den Besitz der Kunsthändler Paul Cassirer und Julius Böhler über. Ein Jahr später wurde die Landschaft schließlich im Tausch gegen drei Werke aus der Sammlung für das Kaiser Friedrich Museum erworben – eine für die Gemäldegalerie überaus glückliche Transaktion\, da man nicht mehr über genügend Mittel verfügte\, um einen derart hochkarätigen Ankauf tätigen zu können. \nBis in die 1980er-Jahre galt die „Landschaft mit Bogenbrücke“ als authentisches Werk von Rembrandt Harmensz. van Rijn. 1989 wurde es jedoch nach der Untersuchung des Rembrandt Research Projects abgeschrieben und dem Rembrandt-Schüler Govert Flinck zugeordnet. Ausschlaggebend für die Abschreibung war vor allem der Vergleich mit dem Gemälde „Landschaft mit Steinbrücke“ im Amsterdamer Rijksmuseum. Das Rembrandt Research Project verwies auf die erstaunlich weitreichenden maltechnischen und motivischen Übereinstimmungen des Berliner Bildes mit anderen Landschaftsdarstellungen Rembrandts\, insbesondere dem Amsterdamer Werk. Gerade diese Beobachtung diente aber in der Folge als ausschlaggebendes Argument\, um das Berliner Bild einem Nachfolger oder Imitator des Meisters zuzuschreiben. \nDie aktuellen Untersuchungen des Berliner Bildes und die Auswertung technischer Aufnahmen\, die 1989 noch nicht zur Verfügung standen\, haben nun jedoch die Eigenhändigkeit des Werkes bestätigt. So lassen sich Änderungen und Korrekturen in der Malerei feststellen\, die während des Malprozesses vorgenommen wurden. Auf diese Weise wird die Entwicklung der Komposition mit ihrer meisterhaften Lichtführung und den stimmungsvollen Helldunkelkontrasten nachvollziehbar. Demgegenüber zeichnet sich das Amsterdamer Bild kaum durch verändernde Eingriffe des Künstlers aus. Dementsprechend dürfte das Werk der Gemäldegalerie nicht als Nachfolger\, sondern als Vorläufer der Amsterdamer Landschaft anzusehen sein. Diese Schlussfolgerung wird zudem durch die dendrochronologischen Befunde gestützt\, die auf eine spätere Entstehungszeit des Amsterdamer Bildes hindeuten. Die starken Überarbeitungen\, die Rembrandt bei dem Berliner Werk vornahm\, erklären auch die auffälligen Unterschiede in der Malweise beider Bilder. In der Berliner Fassung ist sie vergleichsweise dicht und kompakt\, in der folgenden Amsterdamer Fassung durchscheinend und zugleich präzise. \nObgleich Rembrandt nur wenige Landschaftsbilder malte\, waren sie stilistisch und kompositorisch für spätere Künstlergenerationen wegweisend. Vor allem durch seine meisterhaft inszenierte und dramatisch zugespitzte Lichtführung erzeugte er für die Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts außergewöhnlich atmosphärische Stimmungen. Derzeit sind aus Rembrandts malerischem Oeuvre nur sieben Landschaftsbilder bekannt. Mit der Neuzuschreibung des Berliner Bildes erhöht sich diese Zahl nun auf acht Werke. \nDie Gemäldegalerie besitzt eine der weltweit bedeutendsten und umfangreichsten Sammlungen von Werken Rembrandt Harmensz. van Rijns. Mit der „Landschaft mit Bogenbrücke“ umfasst dieser bedeutende Werkkomplex fortan 20 Werke. Wie bereits bei der Erwerbung des Gemäldes vor rund 100 Jahren kann damit eine wichtige Lücke geschlossen und können die Bestände glücklich vervollständigt werden. \nDas Bild ist aktuell ab dem 8. April 2022 in der Sonderausstellung „David Hockney – Landschaften im Dialog. Die „Vier Jahreszeiten“ der Sammlung Würth zu Gast in Berlin“ zu sehen. Darin geht Hockneys großformatiger Jahreszeitenzyklus „Three Trees near Thixendale“ der Sammlung Würth einen eindrücklichen Dialog mit Landschaftsdarstellungen aus den Sammlungen der Gemäldegalerie\, der Nationalgalerie und des Kupferstichkabinetts ein. So werden Hockneys Auseinandersetzung mit der Kunst vorangegangener Jahrhunderte sowie Parallelen zu großen Vorbildern wie Rembrandt\, Vincent van Gogh und John Constable nachvollziehbar. \nSehen können Sie den neuen Rembrandt ab Samstag\, 09. April in der Ausstellung “David Hockney – Landschaften im Dialog”. \nRembrandt-Wiederentdeckung: “David Hockney – Landschaften im Dialog”\n9. April 2022 – 10. Juli 2022 \nGemäldegalerie \nBeitragsbild: Rembrandt Harmensz. van Rijn\, Landschaft mit Bogenbrücke\, um 1638\, Holz\, © Staatliche Museen zu Berlin\, Gemäldegalerie / Christoph Schmidt \n
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SUMMARY:those that slip among molecules in der Galerie im Turm.
DESCRIPTION:Ein oranger Lichtstrahl trifft den ziegelroten\, zerklüfteten Boden. Elektronisches Säuseln fährt durch den Raum. Pflanzen brechen durch die aufgeschichteten Erdschichten. In transparent gefärbter Atmosphäre zeigt Kim Bode die Arbeit those that slip among molecules in der Galerie im Turm. Der graue Waschbeton vom Frankfurter Tor trifft auf diese raue Umgebung\, die für unterschiedliche Auseinandersetzungen Raum schafft und Anstöße geben möchte. \nIn der um sich greifenden Arbeit wachsen stetig krautige Gewächse\, welche auch in Homers’ Dichtung Odyssee ihren Platz finden. Mythologisch beschreiben die Asphodel-Wiesen einen Ort der griechischen Unterwelt Hades. Erzählt wird von einem Ort\, an dem Seelen verweilen und nicht für ihre Handlungen im sterblichen Leben belohnt oder bestraft werden. \nKim Bode erschafft Landschaften\, die nicht zwischen den menschengemachten Konstrukten künstlich und natürlich unterscheiden\, sondern diese verquicken. Dabei wird nicht nur das Narrativ hinterfragt\, in welchem der Mensch sich als herrschende Person über die Natur imaginiert\, sondern es werden Vorstellungen queerer Ökologien in den Vordergrund gestellt. \nkuratiert von Linnéa Meiners \nFoto: Kim Bode | Text: Kim Bode & Linnéa Meiners \n
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SUMMARY:Minds & Matter - Remembering Fragments of Space
DESCRIPTION:Der natürliche Zyklus\, in der der Mensch seine Umgebung formt und seinerseits von seiner Umgebung geformt wird\, hinterlässt Spuren fortlaufend in der Ausstellung Minds & Matter. In dieser Art von Wechselwirkung kann der Geist nicht über die Materie herrschen. Sie arbeiten gleichberechtigt in einer ständigen Symbiose zusammen. Wenn der Raum nicht als passive Kulisse\, sondern als aktive Entität betrachtet wird\, ist es möglich die tiefe Verbundenheit zur Umgebung wiederzuentdecken. Die Abkehr von der Vorstellung einer Hierarchie zwischen Menschen und Land ermöglicht es uns\, den aktiven Einfluss des Raums auf den Menschen anzuerkennen. Und schließlich verstehen wir\, dass die Umgebung\, in der wir uns bewegen\, nicht neutral ist\, sondern mit Geschichten und Emotionen durchwoben wurde\, die möglicherweise in Vergessenheit geraten\, aber nichtsdestotrotz die Erfahrung in diesem Raum prägen. \nMit dieser Ausstellung zeigt Kang Contemporary die Beziehungen zwischen mentalen und physischen Räumen auf. Durch die Konzentration auf Überschneidungen und Übergänge wird die Isolierung zwischen Kunst\, Raum und Menschen verkompliziert und die Klarheit der Interpretation erschwert. Gleichzeitig eröffnet es die Möglichkeit\, eine Fülle von Verbindungen und Korrelationen zu entdecken\, die das alltägliche Leben tangieren. \nWeder Kunst noch KünstlerInnen existieren und schaffen in einem Vakuum. Die Außenwelt ist ein organischer Bestandteil des künstlerischen Schaffens. In dieser Ausstellung werden KünstlerInnen zusammengebracht\, um zu zeigen\, auf welch unterschiedliche Weise physische und äußere Inhalte den Geist beeinflussen. Von kuriosen Beobachtungen der Veränderungen in einer Landschaft bis hin zur Erforschung der gefährlichen Faszination\, zu besitzen\, was sich der menschlichen Kontrolle entzieht. Wie jede langfristige Beziehung ist auch die Verbindung zwischen dem Menschen und der ihn umgebenden Welt ein komplexes Geflecht aus unendlichen Erfahrungen und Empfindungen. Daher ist diese Ausstellung nur ein kleiner Einblick in eine der einflussreichsten und unscheinbarsten Verwandtschaften des menschlichen Lebens. \nIn ihrer Arbeit konzentriert sich Chan Sook Choi auf die Spuren\, die Menschen in den von ihnen bewohnten Gebieten hinterlassen – von privaten Grundstücken bis hin zu Territorien\, die von mehreren Staaten geteilt werden oder multinationalen Unternehmen gehören. Die Erinnerung und die Konstruktion von Identität\, Zeit und Raum sind wesentliche Fragen\, die auf subtile und prägnante Weise zu künstlerischen Formen werden. Die Performance „qbit to Adam“\, die sie für ihre Ausstellung im MMCA in Seoul kreierte\, erforscht die Überbleibsel einer Mumie\, die in einer Kupfermine in Chile entdeckt wurde. Der „Kupfer Mann“ war Gegenstand verschiedener Debatten über seinen Besitz. Teil der Performance sind NFTs\, die Fragmente des Kupfer Mannes zeigen. In die NFTs sind umgewandelte Erinnerungen an das Land eingeschrieben\, die dem Besitzer der Erinnerungen überreicht werden sollen. \nDie Wandteppiche von Annette Cords sind geheimnisvoll und doch beruhigend. Das weiche Medium\, das auf eine präindustrielle und prädigitale Ära verweist\, kollidiert mit dem Motiv der Stadtlichter und Reklametafeln. Die traditionelle und sanfte Handarbeit trifft auf die harte Bildsprache der Wolkenkratzer\, des Betons\, der Leuchtreklamen und Graffitis\, die das heutige urbane Leben illustrieren. Das Werk lässt jedoch vermuten\, dass diese Bildsprache unweigerlich und auf natürliche Weise zu einer neuen künstlerischen Tradition werden wird. Sie enthüllt fantastische Muster und schafft Kompositionen aus genau den Dingen\, die wir für alltäglich halten. Darüber hinaus unterstreicht Cords\, dass diese Zeichen und Symbole des modernen Lebens in ständigem Dialog mit den Menschen stehen\, die sie umgeben. So simpel die zeitgenössischen Designs auch sein mögen\, die überlagerten und vielschichtigen Botschaften und Bilder sind schwer zu durchschauen. Sie können auf unterschiedlichste Weise verstanden oder missverstanden werden. \nDas Thema des Wandels ist ein wichtiger Aspekt in Wolfram Wickerts Werk. Seine „historischen und kulturellen Karten“ sind vom visuellen Vokabular handgezeichneter chinesischer Landkarten inspiriert und zeigen europäische und asiatische Landschaften aus mehreren Jahrhunderten. Seine Werke verweisen auf die Spuren\, die die Menschen in dem sich ständig verändernden Land hinterlassen haben. Historische Zeitstrahle verlaufen parallel und schaffen neue Landschaften\, in denen längst verschwundene Schlösser oder Eisenbahnstrecken aus dem 18. Jahrhundert neben Atomkraftwerken existieren. Wickerts Karten erzählen eine Vielzahl von Geschichten\, von denen einige noch heute präsent sind\, während andere spurlos verschwunden sind. All diesen wird nahtlos ein Denkmal gesetzt. Seine Kunstwerke veranschaulichen die vielfältigen Eingriffe des Menschen in den Raum und zeigen\, dass das Land trotz des verblassenden kollektiven Gedächtnisses nie frei oder neutral von den Prägungen der Geschichte ist. \nJazoo Yang hat es sich zur Aufgabe gemacht\, das Außergewöhnliche im Alltäglichen zu entdecken. Sie erkundet Baugebiete\, Parks und verlassene Gebäude auf der Suche nach Materialien für ihre Werke. Die Künstlerin verewigt diese dann in Harz Güssen. Ihre Kunstwerke sind Erinnerungen an Gebäude und manchmal ganze Stadtteile\, die nicht mehr existieren\, aber einst lebendige Zentren des sozialen Lebens waren. Sie veranschaulichen den ständigen radikalen und manchmal brutalen Wandel\, den das Leben in der Stadt mit sich bringt. Sie fügt diese Trümmer\, die normalerweise als Quelle der Irritation und des Chaos angesehen werden\, zu abstrakten Kompositionen aus Farben und Formen zusammen. In einem postindustriellen Zeitalter\, das entstehende Stadtlandschaften gentrifiziert\, bevor sie nach Luft schnappen können\, wendet sie sich einem geeigneteren Medium zu als Malerei auf Leinwand. \n\n„Der Raum\, isoliert betrachtet\, ist eine leere Abstraktion“ \n\n– Henri Lefebvre \nMinds & Matter – Remembering Fragments of Space\n28.04.2022 – 09.07.2022 \nKang Contemporary  \n
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SUMMARY:On Deliverance. Janine Bean Gallery.
DESCRIPTION:Martin Stommel\nIn der Unruhe der Welt (Auszug)\nvon Friedhelm Häring (Kunsthistoriker / 1978 bis 2012 Direktor des Oberhessischen Museums Gießen) \nStommels jüngste Gemälde unternehmen den Versuch\, in der Unruhe der Welt und im Ringen des eigenen Lebens eine sinnstiftende Position zu finden. In einem 250cm x 450cm Dreiteiler mit dem Titel „Dionysos Nikator“ ist der Kampf um die Macht eindrucksvoll geschildert\, wie aus der Gegenwart genommen. Rot taucht als Farbe des Blutes\, des Kampfes und der Herrschaft in allen drei Teilen der Komposition auf\, im Mittelteil als Thronbaldachin\, rechts als Schurz um die Hüften eines Kämpfers. Alle Teile des Bildes sind von kompositorischer Klarheit\, eindringlich in der Figurenauffassung.\nDer Raum ist durch wenige Akteure mit überlangen Gliedmaßen\, den Tieren oder Architekturen verstellt. Das Geschehen ist in einer vorderen Spielfläche vor die Augen der Betrachter gerückt.\nIm Mittelteil thront ein junger Mann unter dem roten Tuch seines Baldachins. Er ist der antike jugendliche Dionysos\, Gott des Weines\, der Illusion\, der Ekstase und der Verkleidung.\nEr wird als unberechenbar und irrational beschrieben. Wo Dionysos auftritt sind Panther und Raubkatzen im Gefolge\, er steht für Rausch und alle Formen sprengenden Schöpfungsdrang. Der Mächtige schaut über den symbolhaften Löwen an seiner Seite rechts auf eine hübsche Nymphe.\nDie bietet ihren schönen Körper mit erhobenen Armen am Tragegestänge des Baldachins nackt dar. Ein Satyr will sie zum Flötenspiel anregen. Er hält ihr eine Flöte zum Mund und bläst selbst auf seiner. Nach links kauert einer\, der Zimbeln in den Händen hält\, mit denen er den Takt zu seiner Melodie schlägt\, darüber ein Panther und nach oben in dieser eindrucksvollen Kreiskomposition eine junge Gefolgsfrau des Dionysos\, die den roten Himmel über dem Gott anbetend trägt.\nFaszinierend ist für den Betrachter\, wie der Künstler die Motive von einem zum anderen weiterreicht und zu der verspielt erotischen Dichte gelangt. In der Gesamtkomposition klingt das Schicksal im ewigen Gesang des Schöpfungsrätsels. Die feine farbige Ausdruckskraft\, das expressive Formenvokabular\, die Lesbarkeit in der Bewegungsfülle zu einer eindeutigen Personenregie szenischer Qualität\, zeichnet Stommels Bilder aus\, macht sie in jeder Weise erkennbar und lenkt unsere Gedanken in eine selbstständige Richtung.\nJedes Kunstwerk stellt die entscheidende Frage: Wer bist du? Wir kommen uneins auf die Welt. Wir sind ganz Materie und ganz Geist\, Knochen und Seele. Diese Pole finden nur schwer zusammen. Das Kunstwerk ist immer eine Außenposition zur Klärung des eigenen Standpunktes. Wie etwas wird\, wie etwas war\, entzieht sich meist klarer Beurteilung. Stommels Bilder sind der anregende\, aufregende Standpunkt außerhalb unseres Selbst\, der uns ermutigen will\, wahr zu sein.\nDas ist ihre mitmenschliche Qualität. Zum musizierenden Satyr fällt der erste Satz von Shakespeares Komödie „Was ihr wollt“ von 1601 ein: „Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist\, spielt weiter.“ Die Liebe kann jeden Hass überwinden.\nDionysos ist der Gott mit den meisten Beinamen. Nikator bedeutet Dionysos als Sieger. In der Dionysiaka\, der letzten großen Ependichtung der untergehenden antiken Welt werden die militärischen Siege des Dionysos\, seine Triumphzüge in Indien und in Städten des Nahen Ostens beschrieben. Die Eroberungszüge von Alexander dem Großen in Kleinasien und Ägypten und sein Zug bis nach Indien leben in den Bildern der Dionysiaka ebenso nach wie das von ihm gegründete Großreich der Ptolemäer.\nIm Untergang der Welten\, der Imperien und ihrer Handelswege\, setzt die Malerei Stommels das humanistische Zeichen der Selbstbesinnung in Zeiten von Krieg und Pandemie\, es ist ein Aufruf zum Frieden\, zum Verzicht\, zur mitmenschlichen Liebe. \nIm Bild „Europa“ ist besonders auffällig das ungewöhnliche Hochformat des Künstlers für diese Darstellung. Im Querformat ließe sich Tändelei\, der breite Stier\, der Reigen der hübschen Mädchen\, lieblich darstellen. Genau das vermeidet der Künstler. Zwei der Gespielinnen sind der Rest der frohen Schar.\nDie untere kauert melancholisch und lässt die letzte Blüte fallen. Darüber wendet sich die andere\, geradezu erschrocken\, zu Europa um\, die ins Leere nach oben schaut. Hinter ihr steht Zeus\, mit Stierkopf\, wie der Jungfrauen fressender Minotaurus\, einen Schirm haltend. Sein Stierkopf ist von dem roten Tuch hinterlegt. Ein Blitz hat die Prinzessin durch die Begegnung mit dem Gott getroffen. Sie hat ihr Schicksal gesehen. Alle Gliedmaßen der vier Figuren in ihrer rötlichen Kontur drängen zum Knotenpunkt dieser schicksalhaften Erkenntnis. Die Hände zwischen Zeus und Europa\, die Hände von Mann und Frau begegnen sich einvernehmlich. \nIn „Jesus Asleep“ begleiten im oberen Teil des Bildes zwei Engel das Segel und das in den Wellen geschüttelte Schiff durch die stürmische See. In der unteren Hälfte herrscht große Angst bei den Jüngern\, dass der Meister schläft und von dem lebensbedrohlichen Sturm keine Notiz nimmt.\nAm unteren Bildrand breitet ein dritter Engel seine Arme aus und stemmt sich gegen die Wellen\, die ins das Boot einbrechen wollen. Man denkt an Friedrich Bonhoeffers erschütterndes Gedicht\, das er aus dem Kellergefängnis des Reichssicherheitshauptamtes in Berlin am 19. Dezember 1944 an Maria von Wedemeyer in Todesgefahr schrieb:\n„Von guten Mächten treu und still umgeben\, behütet und getröstet wunderbar\, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.“\nMir scheint\, dass Martin Stommel gerade in solchen Bildern die Höhe der schöpferischen Trias des Kunstphilosophen Konrad Fiedler (1841-1895)\, des Malers Hans von Marées (1837-1887) und des Bildhauers Adolf von Hildebrand (1847-1921) neu belebt und mit Gegenwart anreichert. In Ihren Werken und den künstlerischen Theorien haben die drei darum gerungen\, wie man Raum und Zeit im Kunstwerk formuliert\, ohne im Realismus zu verflachen und in einer Aktualität zu ersticken\, sondern über die Zeiten Gültiges zu sagen. Dabei bemühten sie sich\, eine Raumzone zu schaffen und zu formulieren\, in der das Ereignis darstellbar ist\, das Drama des Lebens\, als gültiges Zeichen festgehalten im Anker des Kunstwerkes\, in den innegehaltenen Zwischenräumen der Zeit.\nMartin Stommel ist das gelungen. \nDie brillante künstlerische Ausbildung bei dem Dissidenten Boris Birger (1923- 2001) prägte Martin Stommel. Der Künstler besitzt eine bemerkenswerte kulturhistorische Bildung. Dies alles führt zu seinem außergewöhnlichen persönlichen Stil\, in dem sich tradierte Bildwelten und reale Seherlebnisse in seiner dynamischen Bildniederschrift verbinden\, deren expressive Haltung unmittelbar zum Betrachter spricht\, zum erkenntnisstiftenden Bilderlebnis wird. \nDas liegt an den inspirierenden Bildlösungen\, an der Zurückhaltung bei der Farbenwahl\, der Klarheit der künstlerischen Sprache. Max Beckmann (1884-1950) wurde als einer der anregenden Ahnherren dieser unmittelbaren Sprache in einem früheren Aufsatz erwähnt\, ebenso der Formerfinder in der Malerei schlechthin\, Jacopo Tintoretto (1518-1594).\nAll die erwähnten Anreger\, Vorbilder sind nur die gedanklichen Assoziationen\, die durch die lebendige Kraft\, das Engagement\, die liebevollen Werke des Künstlers auf die Unruhe der Welt eine tragfähige Antwort im aktuellen Heute haben. In seinen Bildern steckt immer etwas Wehmut. Jedes Gleichnis weiß\, dass wir nichts festhalten können.\nDas Kunstwerk trägt uns über die Schmerzen der Welt. \n
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SUMMARY:Grey Crawford | Chroma Figura 1978-84
DESCRIPTION:The Southern California art scene of the 1970s and early 80s radiated with an energy that was unparalleled to any other time it had ever experienced. This cultural pulse could be felt in everything from ceramics to the Chicano art movement and this acute sense for creativity was never more evident than in the various art schools that surrounded the LA basin. Chasing an MFA in Southern California during the 1970s\, whether it be at the Claremont Graduate University\, where Grey Crawford attended\, or any other Grad school in California\, felt more like attending an event than being exposed to the rigors of academia. The Open Studio Concept\, championed by Roland Reiss at Claremont Graduate University\, and John Baldessari at CalArts reflected the creative spirit that was driving the times.\nThis exhibition introduces his Chroma Figura series and focuses upon his breakthrough\, highly original color works. In seven years\, the artist created over 200 works. This selection of photographs represents an extension of Crawford’s interest in using masked geometric basic shapes we first saw in his black and white Umbra series. These photographic images still reflect his painterly roots inspired by two of California’s hard-edge painters Karl Benjamin and John McLaughlin\, yet Crawford’s experimentations add a new dimension to this ongoing dialogue. Most importantly\, they now establish and give credit to Crawford’s uniqueness. \nWorking within LA’s urban landscapes of storage units\, gas stations\, parking lots\, and industrial buildings\, Crawford used the ordinary as a backdrop for his photographic documentation to later alter with his darkroom alterations. These experiments transformed the architecture of everyday Southern Californian life into another plane of thinking. By using his own printing techniques of inserted colored geometric shapes along with various lines and gradients on photographic paper Crawford\, marks a new chapter in the history of color photography. \nCrawford\, who inadvertently discovered him through Emilio Ambasz’ publication\, The Architecture of Luis Barragán (1976)\, was inspired by Barragán’s use of strong chromatic hues and color tones to define the volume of space.  He then worked the following ten years using the darkroom for his one-man performances in exploring and creating new methods in defining his own color language. His darkroom innovations may have utilized the forms and fronts observed in these earlier hard-edge painters\, yet his colors reflect his fascination with the Mexican architect Luis Barragán. \nHubertus von Amelunxen writes ‘In an essay on photography in America in the 1970s\, Max Kozloff asked: ‘Where have all the people gone?’’(1) He was referring\, among others\, to the images by Robert Adams\, Lewis Baltz and Bernd\, and Hilla Becher and pointed out that he was not familiar with the equally uninhibited art of Grey Crawford\, as scarcely anyone else was at the time\, or even today. The question that needs to be asked here is how did Grey Crawford’s work go 40 years unnoticed\, unpublished\, and not exhibited? The answer lies partially with the status of photography within the art world in general and the fact Crawford was using the photographic process as a tool for his conceptual thinking. His approach combined the technical skills he acquired at the Rochester Institute of Technology with a curiosity that was most prevalent on the West Coast during the mid-1970s. Photography was going through a transformation period. This new understanding of how to interpret it as art had different tastes depending on which coast you worked from. Color photography on the West Coast could be seen in the works of Lee Rice\, Patrick Nagatani\, Barbara Kasten\, Grant Mudford\, and Richard Misrach. This is not taking anything away from William Eggleston or Stephen Shore and their East Coast contemporaries. On the contrary\, they all shared a common denominator by how they focused on the traditional method of using what was in front of the camera to find their final image. Crawford on the other hand approached the creative process in a completely different manner. He literally abstracted his landscape images by cutting and masking basic geometric shapes through color filters directly onto the photographic paper. Crawford was imagining a virtual reality long before the technologists introduced the digital revolution which would eventually make photoshopping a part of everyday life. \nGrey Crawford’s oeuvre was hardly shown within the last forty years and was only rediscovered in 2017 making it a subject of critical attention. His Chroma series marks a turning point in how art history will rewrite itself to include those visual pioneers who found their voice long before anyone else could hear them.\nSince then\, three monographic books have been published\, his work has been included in the collections of the Getty Museum\, the Albright-Knox Art Gallery\, and the Turku Art Museum\, among others. \nThe exhibition is accompanied by the latest book of the artist published by Beam Editions. \n_____\n(1) Max Kozloff\, „Where Have All The People Gone? Contemporary American Photography” (1980)\, in idem. The Priviliged Eye. Essays on Photography\, University of New Mexico Press Albuquerque\, 1987\, pp. 197-204. \n
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SUMMARY:Milja Laurila | Untitled Women
DESCRIPTION:The 1930s book titled Woman. An Historical Gynæcological and Anthropological Compendium acts as a point of departure for Laurila’s work. Originally published in German in 1885 and written by three men\, the book is illustrated with hundreds of photographs of naked women and children from all over the world\, primarily colonized countries. This cross between anthropology\, racism\, and sexism\, come together to create an uncomfortable viewing experience that claims to be ‘scientific’. The photographed women have no voice and they are presented as exotic specimens found in nature. The ethnographic pictorial style allowed the pretence of looking at women objectively and innocently. The exoticizing gaze\, with its sexual desire\, was hidden behind the veneer of legitimate scientific inquiry. \nInstead of allowing this shameful piece of human history to be kept in the past\, Laurila brings the book back\, and keeps it in dialectic conversation with current feminist perspectives to flip the notion of the gaze on its head. This 1930s book addresses the binary and hierarchical gender divide\, which states that men have the power to gaze upon women\, but women can only be the subject. Using found photographs\, Laurila’s work inverts this original perspective: She uses a translucent paper to hide the ‘scientific’ photo\, making only the eyes visible and obscuring the body. This forces the viewer to be looked at by the women in a new way; Put in the position of the original photographer\, they must question the act of looking and must reflect on history. Laurila asks\, „How does it feel to be looked at?”. As Laurila says herself in her artist statement\, „the role of a woman has been perceived to be erotic and an object of the male’s gaze. She has no voice. A woman’s value is dependent on how a man sees her. In art history\, women are often depicted without a face\, they are a mere body. If they do have eyes\, they won’t look back“. Art history shows many women depicted without faces\, merely a body. If she has eyes\, she doesn’t gaze back. Furthermore\, Laurila pairs the photos with an audio of a man reading out the captions from the original 1930s book\, reinforcing the violence behind the othering done through a patriarchal European lens – reproducing the humiliation of being characterised as exotic or even barbaric. \nThe images that make up Untitled Women challenge not only the notion of what a woman was then\, but also presently\, in how that distorted objectification is still prevalent today. Laurila successfully turns the focus away from the male scientists hailed as heroes\, to the forgotten women who were treated as no more than objects of the research. She sees these women as having power in their gaze and posture\, as if to be asking\, „What are you looking at?” or stating „I’m here\, this is me”. Other women she has chosen for this series are looking past the photographer; As a form of resistance\, they refuse to look at him\, „I will not be in your picture”. Due to Laurila’s artistic editing\, the photographs gain a new power of their own\, giving them the power to raise the question of who is the spectator verse the spectacle. To understand the power of the gaze is to understand how women and their bodies have been seen and understood by men\, and furthermore\, how this affects how women are still treated in real life today. \n
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SUMMARY:Nina Canell - Berlinische Galerie
DESCRIPTION:Nina Canell interessiert sich für die oft verborgenen oder leicht zu übersehenden Vorgänge\, die unseren Alltag im Hintergrund bestimmen. Ihre künstlerische Praxis dreht sich nicht um das fertige Kunstwerk. Es sind die vorläufigen\, überraschenden und unvorhersehbaren Prozesse von Materialien\, die das Werk von Canell auszeichnen. \nCanell nutzt\, von Schnürsenkeln bis Wellenlängen\, ein ganzes Spektrum verschiedener Materialien\, um ein eigenes skulpturales System zu entwickeln. Sie verwendet auch Rohstoffe wie Gummi\, Wasser oder Elektrizität sowie Fundstücke wie Dosenringe oder Kabel. Aus der Kombination entsteht ein Beziehungsgeflecht\, das Hierarchien auflöst und unsere Welt durch Assemblage und Verstrickung verdichtet. \nNina Canell\, The Nordic Pavilion\, Installation view\, 57th Venice Biennale\, 2017\,Mastix-Gummi\, Stahl\, unterirdische Kabel\, verschiedene Größen\,Courtesy the artist\, Barbara Wien Gallery\, 303 Gallery\, Mendes Wood DM\, Foto: Nick Ash\nNina Canell wurde 1979 in Växjö\, Schweden\, geboren und lebt und arbeitet in Berlin. Sie hat am Dún Laoghaire Institute of Art\, Design and Technology in Dublin\, Irland studiert. Mit ihrem Werk wurde Canell von renommierten Institutionen im Rahmen von Einzelausstellungen präsentiert\, unter anderem im S.M.A.K\, Ghent; Staatliche Kunsthalle Baden-Baden; Museo Tamayo\, Mexikostadt; Moderna Museet\, Stockholm; Hamburger Bahnhof\, Berlin und Fridericianum\, Kassel sowie auf den Biennalen in Venedig\, Sydney\, Lyon\, Gwangiu und Liverpool präsentiert. \nNina Canell\, Days of Inertia\, Installation view\, S.M.A.K.\, Ghent\, 2017\, Wasser\, wasserabweisende Beschichtung\, Steinfliesen\, verschiedene Größen\, Courtesy the artist\, Barbara Wien Gallery\, 303 Gallery\, Mendes Wood DM\, Foto: Nick Ash\nDie Ausstellung wird ermöglicht durch den Hauptstadtkulturfonds. \nBeitragsbild: Nina Canell\, Craver\, 2020\, Fossilisierter Kalkstein\, Gummiballblase\, Schalttafel\, 33 x 31 x 21 cm\, Courtesy the artist and Barbara Wien Gallery\, Foto: Nick Ash \nNina Canell\n29.4.2022 – 22.8.2022 \nBERLINISCHE GALERIE Museum für moderne Kunst \n
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SUMMARY:Untitled Women
DESCRIPTION:The 1930s book titled Woman. An Historical Gynæcological and Anthropological Compendium acts as a point of departure for Laurila’s work. Originally published in German in 1885 and written by three men\, the book is illustrated with hundreds of photographs of naked women and children from all over the world\, primarily colonized countries. This cross between anthropology\, racism\, and sexism\, come together to create an uncomfortable viewing experience that claims to be ‘scientific’. The photographed women have no voice and they are presented as exotic specimens found in nature. The ethnographic pictorial style allowed the pretence of looking at women objectively and innocently. The exoticizing gaze\, with its sexual desire\, was hidden behind the veneer of legitimate scientific inquiry. \nInstead of allowing this shameful piece of human history to be kept in the past\, Laurila brings the book back\, and keeps it in dialectic conversation with current feminist perspectives to flip the notion of the gaze on its head. This 1930s book addresses the binary and hierarchical gender divide\, which states that men have the power to gaze upon women\, but women can only be the subject. Using found photographs\, Laurila’s work inverts this original perspective: She uses a translucent paper to hide the ‘scientific’ photo\, making only the eyes visible and obscuring the body. This forces the viewer to be looked at by the women in a new way; Put in the position of the original photographer\, they must question the act of looking and must reflect on history. Laurila asks\, „How does it feel to be looked at?”. As Laurila says herself in her artist statement\, „the role of a woman has been perceived to be erotic and an object of the male’s gaze. She has no voice. A woman’s value is dependent on how a man sees her. In art history\, women are often depicted without a face\, they are a mere body. If they do have eyes\, they won’t look back“. Art history shows many women depicted without faces\, merely a body. If she has eyes\, she doesn’t gaze back. Furthermore\, Laurila pairs the photos with an audio of a man reading out the captions from the original 1930s book\, reinforcing the violence behind the othering done through a patriarchal European lens – reproducing the humiliation of being characterised as exotic or even barbaric. \nThe images that make up Untitled Women challenge not only the notion of what a woman was then\, but also presently\, in how that distorted objectification is still prevalent today. Laurila successfully turns the focus away from the male scientists hailed as heroes\, to the forgotten women who were treated as no more than objects of the research. She sees these women as having power in their gaze and posture\, as if to be asking\, „What are you looking at?” or stating „I’m here\, this is me”. Other women she has chosen for this series are looking past the photographer; As a form of resistance\, they refuse to look at him\, „I will not be in your picture”. Due to Laurila’s artistic editing\, the photographs gain a new power of their own\, giving them the power to raise the question of who is the spectator verse the spectacle. To understand the power of the gaze is to understand how women and their bodies have been seen and understood by men\, and furthermore\, how this affects how women are still treated in real life today. \n
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SUMMARY:Chroma Figura 1978-84
DESCRIPTION:The Southern California art scene of the 1970s and early 80s radiated with an energy that was unparalleled to any other time it had ever experienced. This cultural pulse could be felt in everything from ceramics to the Chicano art movement and this acute sense for creativity was never more evident than in the various art schools that surrounded the LA basin. Chasing an MFA in Southern California during the 1970s\, whether it be at the Claremont Graduate University\, where Grey Crawford attended\, or any other Grad school in California\, felt more like attending an event than being exposed to the rigors of academia. The Open Studio Concept\, championed by Roland Reiss at Claremont Graduate University\, and John Baldessari at CalArts reflected the creative spirit that was driving the times.\nThis exhibition introduces his Chroma Figura series and focuses upon his breakthrough\, highly original color works. In seven years\, the artist created over 200 works. This selection of photographs represents an extension of Crawford’s interest in using masked geometric basic shapes we first saw in his black and white Umbra series. These photographic images still reflect his painterly roots inspired by two of California’s hard-edge painters Karl Benjamin and John McLaughlin\, yet Crawford’s experimentations add a new dimension to this ongoing dialogue. Most importantly\, they now establish and give credit to Crawford’s uniqueness. \nWorking within LA’s urban landscapes of storage units\, gas stations\, parking lots\, and industrial buildings\, Crawford used the ordinary as a backdrop for his photographic documentation to later alter with his darkroom alterations. These experiments transformed the architecture of everyday Southern Californian life into another plane of thinking. By using his own printing techniques of inserted colored geometric shapes along with various lines and gradients on photographic paper Crawford\, marks a new chapter in the history of color photography. \nCrawford\, who inadvertently discovered him through Emilio Ambasz’ publication\, The Architecture of Luis Barragán (1976)\, was inspired by Barragán’s use of strong chromatic hues and color tones to define the volume of space. He then worked the following ten years using the darkroom for his one-man performances in exploring and creating new methods in defining his own color language. His darkroom innovations may have utilized the forms and fronts observed in these earlier hard-edge painters\, yet his colors reflect his fascination with the Mexican architect Luis Barragán. \nHubertus von Amelunxen writes ‘In an essay on photography in America in the 1970s\, Max Kozloff asked: ‘Where have all the people gone?’’(1) He was referring\, among others\, to the images by Robert Adams\, Lewis Baltz and Bernd\, and Hilla Becher and pointed out that he was not familiar with the equally uninhibited art of Grey Crawford\, as scarcely anyone else was at the time\, or even today. The question that needs to be asked here is how did Grey Crawford’s work go 40 years unnoticed\, unpublished\, and not exhibited? The answer lies partially with the status of photography within the art world in general and the fact Crawford was using the photographic process as a tool for his conceptual thinking. His approach combined the technical skills he acquired at the Rochester Institute of Technology with a curiosity that was most prevalent on the West Coast during the mid-1970s. Photography was going through a transformation period. This new understanding of how to interpret it as art had different tastes depending on which coast you worked from. Color photography on the West Coast could be seen in the works of Lee Rice\, Patrick Nagatani\, Barbara Kasten\, Grant Mudford\, and Richard Misrach. This is not taking anything away from William Eggleston or Stephen Shore and their East Coast contemporaries. On the contrary\, they all shared a common denominator by how they focused on the traditional method of using what was in front of the camera to find their final image. Crawford on the other hand approached the creative process in a completely different manner. He literally abstracted his landscape images by cutting and masking basic geometric shapes through color filters directly onto the photographic paper. Crawford was imagining a virtual reality long before the technologists introduced the digital revolution which would eventually make photoshopping a part of everyday life. \nGrey Crawford’s oeuvre was hardly shown within the last forty years and was only rediscovered in 2017 making it a subject of critical attention. His Chroma series marks a turning point in how art history will rewrite itself to include those visual pioneers who found their voice long before anyone else could hear them.\nSince then\, three monographic books have been published\, his work has been included in the collections of the Getty Museum\, the Albright-Knox Art Gallery\, and the Turku Art Museum\, among others. \nThe exhibition is accompanied by the latest book of the artist published by Beam Editions. \n
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SUMMARY:Lärm der Zeit. Janine Bean Gallery.
DESCRIPTION:Guido Schulz ist nicht nur der Manager von DJ Legende Westbam und Hip Hop Urgestein Bass Sultan Hengzt\, sondern schon seit den achtziger Jahren eine Größe im Musikgeschäft. \nAls Veteran der Musikbranche und ehemaliger A&R Chef der Sony BMG und A&R Direktor von BMG Publ. war er verantwortlich für etliche Hits. 1994 gings dann für ihn nach Berlin und er gründete No Limits als Label und Verlag. \nAuf seinen Wegen zwischen Terminen und Konzerten fing er irgendwann an alltägliche Momente\,\naber auch besondere visuelle Eindrücke\, zu fotografieren. Ganz unprätentiös mit der Kamera in seinem nicht-mehr-ganz-so-aktuellem Handy. Frei nach dem Motto: Die beste Kamera\, ist die\, die man dabei hat. Von diesen alltäglichen Momenten\, zu interessanten Gesellschafts-Bildern bis hin zu großen Architekturbeobachtungen entsteht bei Schulz die Kunst vermeintlich im Vorbeigehen.\nBenjamin von Stuckrad Barre über die Fotografien von Guido Schulz: \n„Wir sehen und beweinen: die Flüchtigkeit und Vergänglichkeit\, die Melancholie der Metropolen\, das Landleben inwärts\, die Verführungen der Nacht\, die Rache des Tages\, das Majestätische der Neonlichter\, die strenge Geometrie der Zufluchtsstätten und Treffpunkte im Unendlichen\, die Einsamkeit unter Menschen; die Schönheit des Abgerockten.\nUnd dann müssen wir – darüber – natürlich auch lachen.“ \nPhilipp Oehmke über Guido Schulz: \n„Auf den ersten Blick scheint Schulz vom Kaputten angezogen zu sein\, vom Abgebröckelten und Zerbrochenen: Orte\, wo irgendwann mal ein Wille war\, sich aber dann doch kein Weg gefunden hat. Doch unter Schulzes Blick wird zärtlich\, was vorher beschädigt oder hässlich schien. Das Trostlose ist ja zugleich immer auch das Vertraute. Aufnahmen\, die von 2021 stammen\, sehen bei Schulz aus\, als seien sie von 1981. Reminiszenzen an unsere Jugend oder Kindheit\, an die Enge der alten Bundesrepublik mit ihren WOM-Märkten in Fußgängerzonen und den verblassten bunten Farben […]. Reminiszenzen an die DDR im 32. Jahr ihrer Abwesenheit […].“ \n“A fantastic sentimental minimalism in the vision of Edward Hopper.“\n(Dieter Meier / Yello). \n
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SUMMARY:Ausstellung "Die Neuen Wilden im Berlin der 80er Jahre" in der Galerie Deschler
DESCRIPTION:„Die Neuen Wilden im Berlin der 80er Jahre“ — 40 Jahre nach der legendären Zeitgeist-Ausstellung 1982\, mit Schwerpunkt Malerei\, insbesondere der „Heftigen Malerei“\, im seinerzeit nur notdürftig sanierten und direkt an der Berliner Mauer gelegenen Martin-Gropius-Bau\, wirft die Ausstellung in der Galerie Deschler noch einmal einen Fokus auf die so lebendige Kunstszene der 1980er Jahre in Berlin. Rainer Fetting\, Salomé und Helmut Middendorf\, die an der Zeitgeist-Ausstellung teilnahmen\, waren zusammen mit u.a. Bernd Zimmer Mitbegründer der Galerie am Moritzplatz und Teil der Berliner „Neuen Wilden“ (auch als „Junge Wilde“ bekannt). \nMit ihren großformatigen\, in starken Farben und gestischen Pinselstrichen ausgeführten Gemälden revoltierten sie mit ungezähmter Lebenslust und Punkattitüde gegen die vorherrschenden Kunstströmungen\, wie der Konzeptkunst und dem Minimalismus. \nZu dem Umkreis zählte auch der Schweizer Künstler Luciano Castelli\, der mit Rainer Fetting und Salomé Gemeinschaftsbilder malte und mit Salomé im Berliner Club Dschungel die schrille Punkband „Geile Tiere“ gründete. \nEin Pendant zu den von Männern dominierten „Moritzboys“\, bildete Elvira Bach mit ihrer stark auf Weiblichkeit fokussierten Malerei. 1982 war auch für sie ein bedeutendes Jahr\, da sie an der documenta 7 in Kassel (wie auch Salomé) ihren internationalen Durchbruch feiern konnte. \n„Indianer\, Toreros und Nachteulen — Die Neuen Wilden im Berlin der 80er Jahre“\nGezeigt werden: Elvira Bach\, Luciano Castelli\, Rainer Fetting\, Helmut Middendorf\, Salomé und Bernd Zimmer\n29.04.2022 – 16.07.2022 \nVernissage:\nDonnerstag\, 28. April 2022\, 19-21 Uhr\nGalerie Deschler \n
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SUMMARY:Anna Boghiguian & Alice Creischer im KOW Showroom
DESCRIPTION:Anna Boghiguian\, 1946 in Kairo als Kind armenischer Eltern geboren\, ist eine Ausnahmekünstlerin. Sie studierte in Kairo Politik- und Sozialwissenschaften\, später Kunst und Musik in Montreal. Ihr Werk beginnt in den frühen 1970er Jahren und gilt lange Zeit als Geheimtipp – seit 2011 mehren sich dann Teilnahmen an Biennalen\, sie ist auf der documenta 13\, es folgen wichtige Museumsausstellungen. \nIm Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen inhaltlich die nomadischen Bewegungen der Künstlerin\, die sie rund um den Globus und zu ihren Themen führen\, und formal die Künstlerbücher\, die bei diesen Bewegungen entstehen und von denen über 70 veröffentlicht wurden. Die spontane\, weit assoziierende Sprache dieser Bücher prägt auch das malerische und installative Werk Anna Boghiguians. Die beiden raumgreifenden Installationen\, die KOW zeigt\, sind beispielhaft dafür. \nDie Künstlerin verwebt lokale Momente und globale Ströme von Waren\, Märkten und Kapital\, von Menschen\, Ideen und Regimen\, von Mächten und Gegenmächten. Sie legt dabei ungekannte narrative Fäden zwischen Zeiten\, Orte und Akteure\, die – mal zentral\, mal peripher gelegen – sich historisch verbinden lassen. Und so liest sie das Weltgeschehen quer. Es ist eine subjektive Sicht\, die aufgreift\, sammelt und vernetzt\, aber auch vereinzelt. Da sind Körper und Schicksale\, die aus dem großen Rad der Ereignisse in die Wahrnehmung fallen. Da sind Schriften\, mal privat\, mal aus literarischen Quellen\, die durch die Zeit ins Aktuelle führen. Da sind Materialien wie Zinn oder Seide\, an denen sich die Kämpfe um Ressourcen entfachen\, deren Produktion und Handel den menschlichen Erdball strukturieren. Da sind Augenblicke – einzelne Konstellationen von Figuren und Themen – eingefroren zu lebendigem Ausdruck in Strich\, Farbe\, Form und Geste. \nIm Erdgeschoss ist die Installation A Tin Drum That Has Forgotten Its Own Rhythm zu sehen (2019). Sie geht aus von der industriellen Geschichte und Kultur Cornwalls im Südwesten Englands. Es ist eine Geschichte des Abstiegs. Einst war der Zinnbergbau in Cornwall einer der aktivsten der Welt – 1998 schloss die letzte Mine. In der für Tate St Ives entstandenen Installation stehen aus Stahlblech ausgeschnittene Figuren im Raum\, die mit Zinn\, Nickel und Kupfer galvanisiert sind. Ein Verfahren\, mit dem die Konservendosen gefertigt wurden\, in die man vor der Küste gefischte Sardinen verpackte. Traditionen der Arbeits- und Lebenswelt Cornwalls tauchen in den Figuren auf\, die Zeichnungen ergänzen. Eine unbewegte Trommel erinnert an den Rhythmus einer verschwundenen Zeit. \nDie Installation The Silk Road im Obergeschoss entstand in Japan (2021). Sie blickt zurück auf die Geschichte der Seidenstraße\, die auch Japan und Ägypten miteinander verband\, und die neben ihrer Funktion für den Handel ebenso geistige und kulturelle Ströme transportierte. In Gemälden\, Zeichnungen und einer Karte erzählt Boghiguian von den Schattenseiten des wirtschaftlichen Aufschwungs im Japan des 19. und 20. Jahrhunderts\, der nicht zuletzt von der harten\, oft unsichtbaren Arbeit der Mädchen und Frauen getragen wurde\, die in den Textilfabriken an den Webstühlen saßen. Deren Erfinder Toyoda Sakichi begründete eine Dynastie\, die später die Weltmarke des Autobauers Toyota aufbaute. Boghiguian verwebt diese Erzählungen\, in denen das Schicksal Einzelner mit dem Schicksal einer Nation verbunden ist\, mal zum Wohl und mal zum Weh der Menschen\, die durch die Geschichte gehen. \nIm Showroom von KOW hat Alice Creischer einen Raum zusammengestellt\, in dem Arbeiten der Künstlerin Werken Anna Boghiguians begegnen. Hervorzuheben ist Creischers Gedicht His Masters Voice (2015)\, das auf die Rede von Bundespräsident Joachim Gauck bei der Münchner Sicherheitskonferenz 2014 reagierte. Gauck hatte die Ausweitung militärischer Aktionen Deutschlands im Ausland gefordert und diesen Politikwechsel mit einem „wertebasierten Sicherheitsbegriff“ begründet. Dazu lässt Anna Boghiguian zwei Menschengruppen auf Papier unter der Aufsicht von Militärs durch den Raum ziehen\, versklavt\, unterworfen\, verängstigt (Men pulling Boat\, 2016/ The Rational\, 2016). \nAußerdem: Kaum bekannte Collagen aus Creischers Frühwerk (Die Pauschalreise\, 1987) treffen auf bislang unveröffentlichte Zeichnungen Boghiguians\, die in Berlin entstanden (2013). \nText: Alexander Koch \nFotos: Ladislav Zajac \nAnna Boghiguian & Alice Creischer\n29.04.2022 – 25.06.2022 \nKOW \n
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SUMMARY:Herta Müller. Pfadlose Wege. Malerei\, Zeichnung\, Fotografie.
DESCRIPTION:Bislang hat sich die Alfred Ehrhardt Stiftung auf die Medien Fotografie und Film konzentriert. Nun wird mit der Ausstellung von Herta Müller erstmals das mediale Spektrum für die Malerei geöffnet und der Dialog mit Alfred Ehrhardts Werk erweitert. Denn wenig bekannt ist: Ehrhardt war vom Dessauer Bauhaus geprägter Maler und Kunstpädagoge\, bevor er nach der Entlassung aus dem Hochschuldienst durch die Nazis Fotograf und Filmemacher wurde. \nDie Malerin Herta Müller (*1955) lebt und arbeitet in Berlin sowie in der Nähe von Loro Ciuffena in den toskanischen Bergen. Ihr Haus liegt inmitten der Natur\, deren Bestandteile sie intensiv studiert. Fasziniert von den Farben des mediterranen Lichts\, gilt ihr besonderes Augenmerk den Spiegelungen im Wasser des Bergflusses Ciuffena. \nFür ihre Beobachtungen bedient sie sich unzähliger\, über die Jahre vor Ort angefertigter fotografischer Notizen\, die keine künstlerischen Arbeiten darstellen\, sondern die sie als Erinnerungsstütze wie Werkzeuge einsetzt. Die Fotografie übersetzt dreidimensionale Naturdetails in zweidimensionale Linien\, Flächen und Leerräume und bietet direktere bildnerische Lösungen als eine von Hand gefertigte Zeichnung\, die immer bereits ein Stück Interpretation liefert. \nHerta Müllers Arbeiten lassen ihren Ursprung im Formenvokabular der Natur erahnen\, aber ihre abstrakten Lineaturen\, Flächen und Leerräume sind eher wie Botschaften aus Zeichen und Symbolen. Sie entsprechen implizit dem Gesehenen und Erlebten\, ohne explizit im Gegenständlichen zu verharren. Ihre Werke sind „Ausdruck eines transzendenten Blickes\, der die uns umgebenden Dinge geistig aufzuheben versteht und in einer Linie den ganzen Reichtum der Welt sichtbar werden läßt.“ (Eugen Blume). \nBezeichnenderweise arbeitet die Künstlerin nicht vor der Natur. Im Atelier\, in Italien wie in Berlin\, schöpft sie aus ihren realen Erlebnissen in der Natur\, wo sie zurück geht in jenes Paradies\, aus dem uns der Geist vertrieben hat. Die langjährige Seherfahrung der Künstlerin\, aber auch das Hören\, Riechen und Fühlen einer mit allen Sinnen empfundenen Natur sprudeln aus ihren Gemälden hervor. Man vermeint\, aus ihren naturhaften Abbildern das sanfte Glucksen des Wassers zu hören und dessen kühlende Wirkung zu spüren. \nDie Motivation für ihre ästhetische Auseinandersetzung mit der Natur sieht Herta Müller mit John Bergers Analyse beschrieben: „Alle Ausdrucksformen der Kunst haben sich aus dem Versuch entwickelt\, das Augenblickliche in das Immerwährende umzuwandeln. Die Kunst geht davon aus\, dass Schönheit nicht die Ausnahme ist – nicht ein trotzdem – \, sondern die Grundlage für eine Ordnung.“ \nEinem kunstinteressierten Publikum ist Herta Müller durch ihre jahrelange Zusammen-arbeit mit der Galerie Georg Nothelfer und durch ihre Gastprofessur an der UdK bekannt. \nKuratiert von Dr. Christiane Stahl\, Direktorin der Alfred Ehrhardt Stiftung \n
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SUMMARY:LOST MILLENNIALS. Luisa Catucci Gallery.
DESCRIPTION:Der Titel der Ausstellung geht auf eine Serie von Gemälden zurück\, die William Grob während der Pandemie begann. Wie die meisten Menschen seiner Generation erlebte er zum ersten Mal\, dass die Zeit in einem weniger schnellen Rhythmus verlief\, was ihm erlaubte\, seine Gedanken und Reflexionen über das Leben\, die Identität und die Umstände nachzuholen. Ähnliches geschah mit Valère Mougeot\, der die Zwangspause nutzte\, um über seine Situation nachzudenken und schließlich beschloss\, seinen sicheren Job als Grafikdesigner aufzugeben\, um sich durch seine künstlerische Praxis in eine Vollzeituntersuchung der Realität zu stürzen. \nMillennials fällt es nicht leicht\, ihre Position zu finden. Sie sind verloren und verwirrt von den schizophrenen und bipolaren Ansprüchen der modernen Gesellschaft. Von ihnen wird gleichzeitig verlangt\, ökologisch zu sein\, obwohl sie zwanghaft konsumieren\, sympathisch zu sein\, obwohl sie egozentrisch sind\, keine Rassisten zu sein\, von denen man annimmt\, dass sie Angst vor anderen Kulturen haben\, sexuell offen und promiskuitiv zu sein\, während die klassische Familienstruktur intakt bleibt. Den Millennials wurde gesagt\, sie könnten alles tun und jeder sein\, sie sollten große Träume haben und so tun\, als würden ihre Träume wahr werden\, ohne sich der Unmöglichkeit einer solchen Aussage zu stellen\, insbesondere auf einem überbevölkerten\, gesättigten Planeten. Wir sprechen von einer Generation\, die zum großen Teil von der Gesellschaft getäuscht wurde\, die mit unglaubwürdigen Nachrichten und leerer Überkommunikation vollgestopft wurde\, die von den sozialen Medien getäuscht wurde und die vom Glauben und den religiösen Überzeugungen verlassen wurde. \nGleichzeitig erwies sich diese Generation aber auch als interessiert daran\, die Welt\, in die sie hineingewachsen ist\, grundlegend zu verändern\, sowie als wesentlich optimistischer und nicht leicht kapitulierend. Sowohl William Grob als auch Valère Mougeot versuchen\, die Welt ehrlich und mit offenen Augen zu betrachten\, ohne sich von ihren unschmeichelhaften Seiten abzuwenden. Sie sind der Meinung\, dass die Menschen und die sie umgebenden Gegenstände\, ungeachtet der höheren Einteilung in schön und hässlich\, es wert sind\, porträtiert zu werden. Sie sind sich darüber im Klaren\, dass die vielfältigen Paradoxien ihrer Realität und ihrer Gesellschaft ihren Platz in der Kunstwelt finden müssen. Diese Demarche bringt das Werk von William Grob und Valère Mougeot in enge Beziehung zu den Berliner Dada-Bewegungen und der Neuen Sachlichkeit der 20er Jahre und regt den Betrachter gleichzeitig zum Nachdenken über den Status quo der Gegenwart an. \nGrobs Gemälde schaffen eine Umgebung\, die es dem Betrachter ermöglicht\, sich genügend Raum zu nehmen\, um über die Leere nachzudenken\, die sich aus der Fülle der Informationen ergibt. Seine Bilder sind wie ein Moment der Ruhe\, eine Unterbrechung des Lärms\, ein Innehalten im Zeitstrom. An der Schnittstelle zwischen einer überbevölkerten Szene von Nicole Eisenman und einer stillen Landschaft von Peter Doig zeigen William Grobs Gemälde eine vertraute\, aber unspezifische Umgebung\, die von vertrauten\, aber unpersönlichen Charakteren bevölkert wird. Sie bringen den Betrachter dazu\, sich sofort in die Szene einzufühlen und eine unmittelbare Beziehung zu diesen neofigurativen\, vertrauten Fantasiewelten herzustellen. Indem er uns an seiner fantastischen Realität teilhaben lässt\, lädt uns dieser junge Künstler ein\, unsere Gedanken nicht der Düsternis anheimzugeben\, sondern zu erkennen\, dass es die Möglichkeit gibt\, die richtige Pause und den richtigen Abstand zu nehmen\, um das Licht am Ende des Tunnels zu erkennen\, das unsere Reise zur Erfüllung lenkt. \nDas Werk von Valère Mougeot\, das sich durch eine Reihe von unbestreitbaren Anspielungen auf berühmte Pop-Art-Werke auszeichnet\, lädt durch die Verflechtung von Elementen zu einem vielschichtigen Dialog zwischen dem Verbalen und dem Visuellen ein. Mit verschiedenen Formen – von der Malerei über Skulpturen bis hin zu Installationen – will er mit Ironie und Melancholie ein verwirrendes Umfeld schaffen\, das an den öffentlichen und urbanen Raum erinnert\, der seine Hauptinspirationsquelle im Alltag ist. Er verfremdet seine Zeichen und verwendet sowohl minderwertige oder rohe Materialien als auch hergestellte Gegenstände. Indem er Assoziationen und hybride Kompositionen schafft\, will er ihnen eine neue Stimme geben und so einen teilweise belebten Raum schaffen\, in dem jedes Stück\, jede flüchtige Spur menschlicher Interaktion\, je nach seiner Erscheinungsweise zu einem autonomen Boten wird. Er will beim Betrachter – einem Spaziergänger\, der sich zwischen dem Zustand eines einfachen Passanten und dem eines nachdenklichen Lesers befindet – ein Hinterfragen seiner aufmerksamen Fähigkeit hervorrufen\, die Zeichen des persönlichen und zwischenmenschlichen Konflikts zu entschlüsseln\, die unsere heutigen Gesellschaften hervorbringen können. \n
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SUMMARY:„Essenz” - May Carro Cabaleiro
DESCRIPTION:Tauchen Sie gemeinsam mit der Künstlerin May Carro Cabaleiro in die Welt der Essenz der Dinge ein – die Kunst der Leichtigkeit durch Reduktion. galerie probst präsentiert die erste Soloausstellung von May Carro Cabaleiro. Die Künstlerin hat eigens zu diesem Anlass eine neue Werkreihe geschaffen\, sie trägt den Titel „Essenz“. Und in der Tat geht es um den Kern der Dinge. Mit ihren auf die Essenz reduzierten Bilder lehrt uns Carro Cabaleiro\, dem Eigentlichen hinter den flüchtigen Erscheinungen nachzuspüren und damit immer auch uns selbst. \n„Jeder Tag hat eine andere Farbe” \nAuf den abstrakten Bildern sehen wir monochrome Farbkörper\, die befreit zu schwingen scheinen. Sie erinnern an wiegende Blütenblätter und die anmutigen Bewegungen tanzender Schmetterlingsflügel. Unser Auge folgt unwillkürlich den scheinbar endlosen Linien\, folgt deren repetitiven Bewegungen und führt uns dadurch in einen Bewusstseinszustand\, der es erlaubt\, den Blick nach innen zu richten. Denn alles um den Farbkörper herum tritt in den Hintergrund. \nohne Titel\, 2021\, Tusche auf Lichtleitermedium\, 29\,7 cm x 42 cm\, XII\nDas strenge Trägermedium dient nur einem einzigen Zweck – es soll die Farben zum Leuchten bringen. Carro Cabaleiro hat das spezielle Papier durch zahllose Experimente eigens hergestellt\, damit es möglichst viel Licht durchlässt. Es ist auf eine rahmenlose\, transparente Platte aus synthetischem Material fixiert\, die wiederum nur dazu dient\, das Papier zu halten und das äußere Licht gleichmäßig in die Platte zu leiten\, um das Wesen der Farbe von innen leuchten zu lassen. Und schließlich auch die Künstlerin selbst\, die sich als Person ganz und gar zurücknimmt und sich als ausführendes Medium versteht. \nTatsächlich können Carro Cabaleiros Bilder als Einladung zur Meditation verstanden werden. Wie im Zen-Buddhismus stehen die Strenge und Konzentration der äußeren Form in einer herausfordernden Spannung zu ihrem eigentlichen Zweck: der unmittelbaren und wilden Befreiung unseres Bewusstseins. Die Bilder der Künstlerin fangen den fragilen Zwischenzustand der scheinbar unvereinbaren Extreme ein – darin blitzt Freiheit auf. \nMay Carro Cabaleiro ist neben ihrer Rolle als Künstlerin auch Maltherapeutin. In ihren Workshops hilft sie Menschen\, die verlorene Verbindung zu sich selbst wiederaufzubauen. Das intuitive Arbeiten mit den Händen und mit Farbe sind dabei essentiell. Auch sie selbst lässt sich beim Arbeiten mit Farbe von ihrer Intuition leiten\, ihre Hände und ihr Körper führen dabei den Pinsel\, sagt sie\, nicht ihr Kopf. In diesen neuen Arbeiten hat sie erstmals Kupfer zu den Farbpigmenten gemischt. Auch das war eine intuitive Wahl. Erst später erfuhr sie\, welch essentielle Wichtigkeit das Spurenelement Kupfer für unseren Körper darstellt. In ihren Bildern geben die Kupferpigmente den Farben eine Erdung und bei der meditativen Betrachtung eine Orientierung. \nMay Carro Cabaleiro wurde 1961 in der Region Galicien im Nordwesten Spaniens geboren. 1989 beendete sie ihr Studium in den „Bellas Artes“ an der Universidad Complutense de Madrid. 1993 absolvierte sie als Meisterschülerin ihr Diplom in der Malerei bei Klaus Fußmann an der Universität der Künste Berlin. Seit 1986 stellt sie ihre Werke in Einzel-\, Wander- und musealen Ausstellungen in Städten wie London\, Madrid und Berlin aus. Sie lebt in Berlin und arbeitet in Potsdam \n„Essenz” – May Carro Cabaleiro\n6. Mai 2022 – 26. Juni 2022 \ngalerie probst \n
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SUMMARY:Ausstellung „POETIC AI“ – Immersive KI-Reise durch das Bewusstsein der kreativsten Künstler und Genies dieser Welt kommt nach Berlin
DESCRIPTION:Mit POETIC AI entsteht eine atemberaubende\, immersive Ausstellung\, die beeindruckende Realitäten unterschiedlichster Dimensionen bietet. POETIC AI ist eine visuell überwältigende KI-Reise durch miteinander verbundene Bewusstseinswelten\, die Physik\, Kunst\, Kosmologie\, Neurowissenschaften und antike Zivilisationen miteinander verbindet – die Metaversen der Menschheit. \nHinter der Ausstellung „POETIC AI“ steckt Ouchhh – ein globales Kreativstudio für neue Medien. Die Künstler sind innovative Vorreiter im Bereich Data painting unds culpturing. Sie dechiffrieren und visualisieren geniale Codes kosmischer multidimensionaler Hybriduniversen\, die von intelligenter KI ohne physische Grenzen geschaffen werden. \nDie Arbeiten sind durch über 50 Ausstellungen auf allen Kontinenten weltweit bekannt. Nachdem die Künstler u.a. in Sao Paulo\, New York\, Tokyo\, Shanghai und Barcelona die Menschen mit ihren innovativen Werken begeistert haben\, eröffnet ab dem 06. Mai 2022 die Ausstellung „POETIC AI“ in der deutschen Hauptstadt. \nDie Besucher tauchen in die Transformation algorithmischer Daten durch künstliche Intelligenz ein – eine Reihe von Metaversen kreierend – in denen die physische Realität nur ein Teil der Wahrnehmung ist. Teilnehmer der Ausstellung öffnen die Türen des Metaversums in der physischen Welt. \nDie Ausstellung umfasst eine 30-minütige Multimedia-Show unterteilt in drei Segmente: \nPOETIC AI – Ein KI-Bewusstsein\, das Millionen von Zeilen theoretischer Werke über Licht\, Raum-Zeit\, Physik und mehr in digitaler Poesie vereint \nAI RENAISSANCE – Kreation und Neuinterpretation von Meisterwerken italienischer Künstler durch künstliche Intelligenz (KI) \nAI SCIENTIFIC – Eine Reise zu den Ursprüngen ältester Zivilisationen der Welt anhand von durch KI gewonnenen Daten \nGeöffnet ist die Ausstellung vom 06.05. bis 15.08.2022 täglich von 10:00 bis 22:00 Uhr im Napoleon Komplex (Modersohnstraße 35-45\, 10245 Berlin). Tickets kosten zwischen 17\,95€ für Kinder und 24\,95 € für Erwachsene und sind unter http://www.poetic-ai.com erhältlich. \n \nPOETIC AI\n06.05.2022 – 15.08.2022 \nNapoleon Komplex \nModersohnstraße 35-45\, 10245 Berlin \n
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SUMMARY:Futura*ars*vivendi
DESCRIPTION:Die Ausstellung “ars*ego – die Kunst\, ein Ich zu sein”\nUnter dem Titel “ars*ego – die Kunst\, ein Ich zu sein” reflektiert Hans-Peter Klie einerseits seinen eigenen Weg\, die Kunst als Lebenskunst aufzufassen\, andererseits ist diese individuelle Perspektive übertragungsfähig\, sie verweist auf grundlegende Verfasstheiten des Menschseins\, seiner Entwicklungsmöglichkeiten und Fragestellungen. Die Kunst ist für Klie immer auch eine „Kunst des Denkens” – das zu denken\, was sich nicht im Wirklichen\, sondern im Möglichen befindet\, aber die Potenz zum Wirklichwerden besitzt. \nDas Projekt futura*ars*vivendi*.\nDiesen Brückenschlag zwischen Kunst und Natur will das Projekt im Jetzt und für die Zukunft schlagen.\n„Futura ars vivendi“ bedeutet frei übersetzt „Die Zukunft der Lebenskunst”. Der Begriff Ars vivendi „Lebenskunst“ war bereits in der Antike im Gebrauch und maß den Aspekten praktischer Lebenskunst hohen Stellenwert zu. \nDie Insektenwiese ars*insectum\nIn Erweiterung des etablierten Atelierhauses KUNST&ARCHIV in Kolochau entsteht auf einem etwa 3000 m² großen Gelände des Grundstücks eine ökologische Bienen- und Insektenwiese. Die Ausstellung ars*ego wird ergänzt von Aktionen im Garten. Aktionen und Vorträge stellen das Thema Kunst und Natur in einem philosophischen und kunsthistorischen\, aber auch einen ganz aktuellen und politischen Kontext. \nWir leben heute in Zeiten\, in denen Lebenskunst mehr denn je nötig und geboten ist\, um angesichts von Klimawandel\, Pandemie\, den ökologischen und technischen Herausforderungen ein zukunftsorientiertes\, gelingendes Leben verwirklichen zu können. \nLaufzeit der Ausstellung und des Projektes: 07.05.2022 – 25.09.2022\nVier Aktionswochenenden von Mai bis September Sa/So jeweils ab cirka 15 Uhr \n– 07./08. Mai 2022 / Ausstellungseröffnung\n– 18./19. Juni 2022\n– 27./28. August 2022\n– 24./25. September 2022 – Abschluss-Veranstaltungen am Wochenende\nFinissage der Ausstellung 24.9. 18.00 Uhr \nAusstellungsbesuch außerhalb der Aktionswochenenden ab 12.00 Uhr\nnach telefonischer Voranmeldung / 0163 970 2657 \n
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SUMMARY:Robert Schad: Rigid Dance
DESCRIPTION:MOUVEMENTS\nAm Eröffnungswochenende\, 14. und 15. Mai\, treffen die Skulpturen Robert Schads auf die Arbeit Double Portrait der Choreografin Isabelle Schad\, die als Durational Installation gezeigt wird. Robert Schads Skulpturen scheinen trotz konstruktiver Starre in Bewegung\, trotz physischer Schwere vom Boden abheben zu wollen. Demgegenüber entfaltet sich die körperliche Bewegung der Tänzer Przemek Kaminski und Nir Vidan\, die die Starre auflösen\, auf Bewegungsimpulse der Skulpturen reagieren und diese an den Raum weitergeben. Robert Schads Skulpturen und die Tänzer vereint die Entwicklung ihres Ausdrucks durch das Spiel ihrer Glieder im Raum. \nMOUVEMENTS ist eine Kooperation mit der fabrik Potsdam im Rahmen der Potsdamer Tanztage. Die Choreografie Double Portrait ist eine Produktion von Isabelle Schad\, koproduziert vom HAU Hebbel am Ufer Berlin und defacto Zagreb. \nWeitere Informationen: www.fabrikpotsdam.de/event/749\, www.isabelle-schad.net \nMOUVEMENTS bildet den Auftakt einer Kooperation zwischen der fabrik Potsdam und dem Kunstverein KunstHaus Potsdam im Jahr 2022\, die das Zusammentreffen von zeitgenössischem Tanz und Gegenwartskunst zu ihrem Ausgangspunkt macht. Im Rahmen dieser Kollaboration werden im Sommer / Herbst 2022 weitere Residenzkünstler:innen in den Ausstellungen des KunstHaus Potsdam zu Gast sein. \n
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LOCATION:Kunstverein KunstHaus Potsdam e.V.\, Ulanenweg 9\, Potsdam\, Deutschland
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SUMMARY:Studio Tolerance – Sonderausstellung in der Kunstbibliothek
DESCRIPTION:194 Grafiker*innen aus 55 Ländern weltweit haben sich schon beteiligt am Tolerance Project\, einer Plakataktion\, die Mirko Ilić 2017 in New York ins Leben rief. Einzige Vorgabe: Das Wort „Toleranz“ soll auf dem Plakat erscheinen. Nun machen die Tolerance Posters auf ihrer Welttournee auch am Berliner Kulturforum halt – ein visueller Appell an ein soziales Miteinander und ein Raum für kreative Auseinandersetzung. \nEin alternder Intellektueller trägt knallroten Lippenstift\, eine buddhistische Handgeste stoppt einen Kugellauf\, ein „ME“ wird zum „WE“ gespiegelt – jedes der rund 60 Plakate\, die „Studio Tolerance“ in der Kunstbibliothek am Kulturforum präsentiert\, findet einen individuellen Zugang zum Thema Toleranz. Die Arbeiten zeigen nicht nur eine immense Vielfalt an grafischen Lösungen\, sondern auch die Bandbreite dessen\, was soziale Akzeptanz international ausmacht – in Bezug auf nationale\, religiöse oder sexuelle Identität ebenso wie politische Haltung. \nThe Tolerance Project\nDie Plakataktion „The Tolerance Project“ begann 2017 in Reaktion auf das Filmfestival „House of Tolerance“ im slowenischen Ljubljana. Grafikdesigner Mirko Ilić\, bekannt als Art Director des Time Magazine und Illustrator für die Zeitschrift Der Spiegel\, gewann 28 renommierte Gestalter*innen für einen Beitrag. Er machte eine einzige gestalterische Vorgabe: Das Wort Toleranz sollte in der eigenen Sprache im Plakat erscheinen. So begann die weltweite Tournee der Ausstellung\, die mit jeder neuen Station um Plakate aus dem jeweiligen Land erweitert wird und sich damit kontinuierlich verändert. Auch die Präsentationsform ist in jeder neuen Stadt anders. \nPlakatschau mit offenem Aktionsraum\nIn Berlin ist sie als Hybrid aus musealer Präsentation und Aktionsplattform konzipiert. Als Plakatschau gibt „Studio Tolerance“ einen Überblick über das internationale Plakatschaffen: Neben Arbeiten von Dan Reisinger\, Peter Bankov\, Annette Lenz\, Ariane Spanier\, Gunter Rambow\, Edel Rodriguez und vielen weiteren ist auch ein Entwurf von Milton Glaser zu sehen\, der die berühmte Kampagne „I Love New York“ entwarf. Paula Scher\, als erste weibliche Direktorin des Designbüros Pentagram eine der führenden Gestalterinnen unserer Zeit\, beteiligt sich ebenfalls an dem Projekt. Weitere Plakate stammen zum Beispiel aus Syrien\, dem Iran\, Bolivien\, Uruguay oder Thailand. \nAls offener Aktionsraum gibt „Studio Tolerance“ zudem Impulse: Was bedeutet Toleranz für den einzelnen Menschen? Wo fordere ich tolerante Haltung\, wo wird sie von mir gefordert? Wie werden Toleranzkonzepte in verschiedenen Ländern gesellschaftlich debattiert\, und wie bestimmend sind dabei Tradition\, kulturelle Wertesysteme und aktuelle Politik? Workshops für Familien\, Jugendliche und Schüler*innen laden dazu ein\, sich in Gesprächen und künstlerischer Aktion mit dem Thema auseinanderzusetzen. Gemeinsam mit dem Team der Kunstvermittlung und politischen Bildung werden Ausdrucksformen zu Toleranz\, Zusammenleben und Humanität erprobt und fließen in die Ausstellung mit ein. \nToleranz – Akzeptanz – Inklusion?\nEin Aspekt der Diskussion ist der Begriff selbst: Greift „Toleranz“ – etwa im Vergleich zu „Akzeptanz“ oder „Inklusion“ – in aktuellen Debatten nicht zu kurz? Angesichts der Unterschiede\, die weltweit herrschen\, definiert Initiator Mirko Ilić Toleranz als das Minimum für menschliches Zusammenleben: „Starting a conversation about inclusion can only begin with a foundation of tolerance.“ Ein Plakat der kanadischen Designerin Marian Bantjes visualisiert die Idee typografisch: Das Wort Tolerance ist das Fundament\, auf dem Verständnis\, Mitgefühl\, Akzeptanz\, Solidarität und Begeisterung in bunten Lettern aufbauen. \n„Studio Tolerance“ wird präsentiert von der Sammlung Grafikdesign der Kunstbibliothek\, Staatliche Museen zu Berlin\, zu deren Fachbereichen seit 150 Jahren auch die Plakatkunst gehört – ein ideales Medium für öffentliche Denkanstöße. \n63 Arbeiten von Gestalter*innen aus 36 Ländern\nArgentinien (El Fantasma de Heredia)\, Bolivien (Frank Arbelo)\, Bosnien / Herzegowina (Bojan Hadzihalilovi)\, China (Jianping He\, San Jin\, Bo Liaoliao)\, Deutschland (cyan\, Götz Gramlich\, Fons Hickmann\, Uwe Loesch\, Holger Matthies\, Christoph Niemann\, Gunter Rambow\, Ariane Spanier\, Henning Wagenbreth)\, Dominikanische Republik (Chago Garcia)\, Frankreich (Anette Lenz)\, Großbritannien (Harry Pearce\, Sue Coe)\, Iran (Parisa Tashakori)\, Israel (Dan Reisinger\, David Tartakover)\, Italien (Leonardo Sonnoli)\, Japan (Yuko Shimizu\, Shino Suefusa)\, Jordanien (Hamzah Abdelal)\, Kanada (Marian Bantjes\, Andrew Lewis)\, Korea (Hoon-Dong Chung)\, Kroatien (Robert Canak)\, Kuba (Edel Rodriguez)\, Libanon (Tarek Atrissi\, Wal Morcos)\, Mexiko (Alejandro Magallanes)\, Niederlande (Max Kisman)\, Polen (Maja Zurawiecka)\, Portugal (Nuno Martins)\, Rumänien (Levente Benedek\, Renata Mihaly)\, Russland (Peter Bankov\, Dmitry Kavka)\, Schweiz (Steff Geissbühler\, Niklaus Troxler)\, Simbabwe (Saki Mafundikwa)\, Südafrika (Brandt Botes\, Garth Walker)\, Syrien (Fares Cachoux)\, Taiwan (Leo Lin)\, Thailand (Danaiphan Washareewongse)\, Tunesien (Nja Mahdaoui)\, Türkei (Bulent Erkmen)\, Ukraine (Grafprom Studio)\, Ungarn (Istvan Orosz)\, Uruguay (Eduardo Davit)\, USA (Stefan G Bucher\, Art Chantry\, Milton Glaser\, Sagi Haviv\, Brad Holland\, Kit Hindrichs\, James McMullan\, Paula Scher\, Georg Tscherny) \nBeitragsbild: Edel Rodriguez\, Cuba\, Tolerance Poster\, 2019\, © Edel Rodriguez \nStudio Tolerance\n17.05.2022 – 17.07.2022 \nKunstbibliothek \n
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SUMMARY:moving silence  - Mats Bergquist\, Rosa M Hessling\, Winni Schaak
DESCRIPTION:Ruhe und Stille strahlen die Gemälde von Mats Bergquist und Rosa M Hessling sowie die Skulpturen von Winni Schaak aus. Sie wirken meditativ und sind gleichzeitig sehr intensiv. In ihrer Konzentration laden sie ein inne zu halten\, um ihr Geheimnis zu erkunden. Auf den ersten Blick als monochrome Flächen und Formen erscheinend\, eröffnen sich in der Bewegung überraschende Ansichten und tiefe Bildräume. \nMats Bergquists Bilder bewegen sich in der Spannung zwischen Objekt und Malerei\, zwischen Materialität und Immaterialität. Die Klarheit der Form\, die Sichtbarkeit des Holzes als Trägermaterial sowie die monochrome Farbfläche vermitteln eine physische Präsenz\, der ihre zarte\, wolkige Farbigkeit gegenübersteht. Es sind Reflexionen über Leere und Fülle\, Licht und Dunkelheit. \nLicht ist Rosa M Hesslings Thema\, Malerei ihr Medium. Ihre Gemälde erscheinen monochrom\, mit der Änderung des Lichteinfalls jedoch verändert sich die Farbwahrnehmung\, entwickeln die Arbeiten eine eigene Dynamik. Im Dialog mit dem Licht entfalten ihre Arbeiten eine enorme Strahlkraft und Tiefe\, zeigen eine ungeahnte Vielfalt an Farben und scheinen aus sich selbst heraus zu leuchten. \nGerade Kanten\, spannungsvolle Bögen\, gewölbte und ebene Flächen kennzeichnen Winni Schaaks Körper aus gerosteten Cortenstahl. Seine Formen sind klar und ausgewogen. Durch Biegungen\, Drehungen und Durchbrechungen erhalten sie jedoch eine enorme Komplexität\, überraschen mit unerwarteten Ansichten. Die Körper irritieren\, lassen sich nicht erklären. Winni Schaak spielt mit der Perspektive\, läßt seine räumlichen Körper als Fläche erscheinen. \n
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LOCATION:Wichtendahl Galerie\, Carmerstr. 10\, Berlin\, 10623\, Deutschland
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SUMMARY:And They Whispered Softly - Albena Baeva
DESCRIPTION:Wer oder was flüstert uns sanft Informationen zu? Welche dieser Informationen teilen wir\, flüstern wir weiter? Wie finden wir uns in einer Welt zurecht und wie sieht sie aus\, wenn die von Menschen gestaltete physische Wirklichkeit zunehmend mit einer digitalen Realität zu einer hybriden Mischform verschmilzt\, die vermehrt von Algorithmen konstruiert wird? Die Ausstellung And They Whispered Softly von Albena Baeva nimmt darauf Bezug. Sie stellt grundlegend in Frage\, wie wir uns über die Wirklichkeit verständigen. \nDie 1983 in Sofia\, Bulgarien\, geborene Künstlerin Albena Baeva arbeitet seit über zehn Jahren mit digitalen Medien und Technologien. Sie nutzt maschinelles Lernen – ML\, künstliche Intelligenz – KI\, erweiterte\, virtuelle und vermischte Realität – AR\, VR\, MR. Sie arbeitet mit generativen kontradiktorischen Netzwerken wie StyleGAN und mintet einige ihrer Werke als NFT für digitale Welten. Dabei provoziert sie Fragen nach dem Potential künstlicher Intelligenz in Verbindung mit ihrer eigenen kreativen Imagination. \nAll diese digitalen Werkzeuge verbindet sie mit klassischen Medien\, mit Malerei\, Skulptur\, Video und Text. Es entstehen Werke\, die Wesen zeigen\, die eine Verbindung aus beiden Wirklichkeiten eingegangen sind. \nIn den Malerei-Serien New Breeds und Random Animal Seeds fixiert sie in betörender Farbigkeit einige der Kreaturen\, die ein selbst-lernendes Netzwerk\, ein Beispiel künstlicher Intelligenz\, aus Hunderten von Bildern erzeugt hatte\, die sie zuvor im Internet in monatelanger Recherche zusammengesucht hatte. \nEine im 3-D Verfahren gedruckte Skulptur mit dem Titel xyz//:-@!killall bezieht sich auf Hatespeech und spezifisch auf frauenfeindliche\, sexistische Schimpfwörter aus dem Alltag. Sie verbindet eine Gans\, mit einer Tastatur und einem Scan der antiken Figur der Aphrodite und schafft eine neue Ikonografie. Eine Göttin aus der digitalen Welt\, deren Farbigkeit nicht mehr vom klassischen Dreifarbenmodell Gelb\, Rot\, und Blau bestimmt ist\, sondern vom digitalen Dreiklang von Magenta\, Blau und Grün. \nHinweise\, an welche Regeln wir uns in dieser hybriden Wirklichkeit halten sollten und welche ethischen Fragen der Einsatz künstlicher Intelligenz und die zunehmende Kontrolle all unserer Tätigkeiten durch Algorithmen provoziert\, geben die The AI Commandments. Ein QR Code leitet zu einem virtuellen Würfel\, der sich als vermischte Realität in das Bild der Handykamera einfügt und 11 Gebote anzeigt. Wie das Video Quest andeutet\, ist dieser offensichtlich in einem See bei Sofia gefunden worden. \nDie Ausstellung And They Whispered Softly ist selbst ein hybrides Ereignis\, ein Greenscreen\, der andere Hintergründe zulässt\, eine Verbindung aus Realem\, Digitalem\, Virtuellem\, aus Wahrheit\, Theorien und Fantasien\, ganz so wie das alltägliche\, hochkomplexe Geschehen um uns herum. \nBeitragsbild: Albena Baeva / Random Animal Seeds #186957 / 2022 / Öl auf Leinwand / courtesy: Albena Baeva & KVOST \nAnd They Whispered Softly – Albena Baeva\n02.06.2022 – 30.07.2022 \nKVOST \n
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LOCATION:KVOST – Kunstverein Ost\, Leipziger Strasse 47\, Berlin\, 10117\, Deutschland
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SUMMARY:INSELGALERIE präsentiert: FRESH LEGS 2022
DESCRIPTION:Bereits zum 4. Mal haben INSELGALERIE Berlin und Galleri Heike Arndt DK aus Berlin-Friedrichshain die Fresh Legs international ausgeschrieben. Ab 1. und 3. Juni zeigen die Nachbar*innen-Galerien die aus 500 Bewerbungen ausgewählten Arbeiten. Gezeigt werden Arbeiten aller Genres mit Ausnahme von Druckgrafik.\nDas Veranstaltungsbild zeigt eine digitale Arbeit der russischen Künstlerin Olga Koudi\, von der in der INSELGALERIE auch eine Videoarbeit zu sehen sein wird. \n
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LOCATION:INSELGALERIE Berlin\, Petersburger Straße 76 A\, Berlin\, 10249\, Deutschland
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SUMMARY:Nuvuti(S)
DESCRIPTION:Vor einem Nuvuti-Gemälde zu stehen\, ist eine überraschende Erfahrung. Von ihr scheint ein Ruf auszugehen\, sich ihr hinzugeben\, wie ein visueller Sirenengesang. Zunächst sind wir verwirrt\, lassen uns von einer Kurve und einem Glanz erfassen\, dann folgen wir einer Bewegung\, die uns in einer anderen verliert\, und wenn wir uns auf das Spiel einlassen\, tauchen wir ein\, eine viszerale Atmung umhüllt uns\, in einer instinktiven\, pulsierenden Vibration im Einklang mit der Natur.\nDie Amplitude der Bewegungen führt uns spazieren\, der Raum umhüllt uns und tut uns gut: Wir knüpfen heimlich eine Verbindung. Unbeschreiblich\, ein neues Gefühl.\nWir werden Zeuge eines ständigen Kampfes der Bewegung gegen die Statik des Bildes. Intim\, umhüllend\, primitiv\, elementar – es ist schwer\, die introspektive Einladung\, die diese Gemälde auslösen\, zu beschreiben. Sie treffen uns unvorbereitet und begeistern uns.\nZweifellos bereichern diese Werke die Möglichkeiten unserer Beziehung zur Natur\, dieser Konfrontation zwischen uns und uns. Sie flüstern ein Vokabular der Intimität\, der Selbstaufgabe und des Erhabenen. Wir spiegeln uns darin\, machen einen Schritt nach vorne\, tauchen in das Werk ein und kommen umarmt und beruhigt wieder heraus. \nJulien Bach \n
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LOCATION:Galerie Verein berliner Künstler\, Schöneberger Ufer 57\, Berlin\, 10785\, Deutschland
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SUMMARY:Charlottenwalk: Galerierundgang Charlottenburg-Wilmersdorf im Juni 2022
DESCRIPTION:Mit dem Charlottenwalk tauchen Sie in die Vielfalt der Kunst ein. Die letzten Jahre haben gezeigt\, wie wichtig der eigene Standort geworden ist. Messen und andere Kunst-Events waren während der Pandemie nur schwer zu planen. Auch wenn wir über Nachhaltigkeit sprechen wird schnell klar\, dass man gerade in Berlin nicht weit reisen muss\, um auf kunstinteressiertes Publikum aus Gesellschaft\, Wirtschaft und Kultur zu treffen. \nMehr und Sichtbarkeit für das vielfältige Kunstangebot der Galerien und Kunsträume in Charlottenburg schaffen und insbesondere für BerlinerInnen die Vermittlung von Kunst fördern und Hemmschwellen unter BesucherInnenabbauen. Genau darum geht es beim Charlottenwalk – dem Galerierundgang in Charlottenburg-Wilmersdorf. \nDerzeit befindet sich in Charlottenburg-Wilmersdorf eine der lebendigsten und am schnellsten wachsenden Galerieszenen Berlins. Viele namhafte Galerien sorgen zusammen mit jungen\, noch unbekannten Galerien für einen außergewöhnlich spannenden Standort zeitgenössischer Kunst. \nGerade in den letzten Jahren kommen immer mehr Galerien hinzu. Sei es durch Umzug aus der Berliner Potsdamer Straße oder einem zweiten Showroom in Charlottenburg-Wilmersdorf. Auch aus anderen Städten wie Hamburg und Köln sind renommierte Galerien zugezogen\, was mich freut. \nDer Galerierundgang Charlottenwalk wurde 2018 von Artbutler\, dem Softwarehersteller für den Kunstmarkt gegründet und organisiert. Mit meiner diesjährigen Übernahme in 2022 ist es mir ein wichtiges Anliegen\, den Galerierundgang noch attraktiver für alle Seiten zu gestalten und ihn zwei Mal im Jahr zu einem fest etablierten Termin in Charlottenburg zu entwickeln. \nIch möchte die Vielfalt und das Potenzial der lebendigen Kunstszene zusammenbringen und sichtbar machen. Den spannenden Standort den Berliner Kunstinteressierten aus Wirtschaft und Kultur auch durch geplante Führungen näher bringen – und anspornen auch mal den Kiez zu wechseln.\nZwei Mal im Jahr soll sich der Charlottenwalk zu einem leistungsstarken Event der Kunstszene etablieren\, welche BerlinerInnen aus der Nachbarschaft und anderen Kiezen anlockt in den geballten Hotspot der zeitgenössischen Kunst einzutauchen. Am Ende ist auch immer ein gemeinsamer Austausch geplant. Wo genau wird erst spontan bekannt gegeben… \nCharlottenwalk – Galerierundgang 2022\nVerschiedene Galerien in Charlottenburg-Wilmersdorf \n3. Juni 2022 – 4. Juni 2022 \nFreitag 18 bis 21 Uhr\, Samstag 10 bis 18 Uhr \nGalerierundgang Charlottenwalk Website \n
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SUMMARY:„Die Form der Freiheit. Internationale Abstraktion nach 1945“ ab 4. Juni im Museum Barberini
DESCRIPTION:Ab dem 4. Juni 2022 zeigt das Museum Barberini die Ausstellung Die Form der Freiheit. Internationale Abstraktion nach 1945. Sie widmet sich den beiden wichtigsten Strömungen der Abstraktion nach Ende des Zweiten Weltkriegs: dem Abstrakten Expressionismus in den USA und der informellen Malerei in Westeuropa. Als erste Ausstellung erkundet Die Form der Freiheit diesen transatlantischen Dialog der Kunst von Mitte der 1940er Jahre bis zum Ende des Kalten Krieges. \nGezeigt werden rund 100 Arbeiten von über 50 Künstlerinnen und Künstlern\, darunter Sam Francis\, Helen Frankenthaler\, K. O. Götz\, Georges Mathieu\, Lee Krasner\, Ernst Wilhelm Nay\, Mark Rothko\, Jackson Pollock\, Judit Reigl und Clyfford Still. Die Leihgaben kommen aus mehr als 30 internationalen Museen und Privatsammlungen\, darunter der Kunstpalast Düsseldorf\, die Tate Modern in London\, das Museo nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid\, das Metropolitan Museum of Art und das Whitney Museum of American Art in New York\, das Centre Pompidou in Paris\, die Peggy Guggenheim Collection in Venedig sowie die National Galley of Art in Washington\, D.C. \nNach der ersten Station in Potsdam wird die Ausstellung an der Albertina modern in Wien sowie dem Munchmuseet in Oslo zu sehen sein. Ausgangspunkt für die Schau im Museum Barberini ist die Sammlung Hasso Plattner\, die bedeutende Arbeiten von Norman Bluhm\, Sam Francis und Joan Mitchell umfasst. \nDer Zweite Weltkrieg war ein Wendepunkt in der Entwicklung der modernen Malerei. Die europäischen Avantgardekünstler im amerikanischen Exil machten New York neben Paris zu einem Zentrum der Moderne\, das neue Maßstäbe setzte. Ab Mitte der 1940er-Jahre wandte sich in den USA wie in Europa eine junge Künstlergeneration von den dominanten Stilrichtungen der Zwischenkriegsjahre ab: Statt figürlicher Malerei oder geometrischer Abstraktion verfolgte sie einen gestisch-expressiven Umgang mit Form\, Farbe und Material\, dessen radikal experimenteller Charakter eine Entgrenzung des traditionellen Malereibegriffs war. Künstlerinnen und Künstler wie Jackson Pollock\, Lee Krasner\, Willem de Kooning\, Franz Kline\, Hans Hofmann und Joan Mitchell fanden im Action-Painting eine intersubjektive Ausdrucksform\, während Mark Rothko\, Barnett Newman\, Adolph Gottlieb\, Robert Motherwell und Clyfford Still mit dem Color Field Painting eine Form der malerischen Überwältigung entwickelten. \nZeitgleich zum Abstrakten Expressionismus in den USA setzten sich europäische Künstler in Paris und anderen Metropolen mit neuen Gestaltungsformen\, Materialien und Texturen auseinander. Die Bezeichnung der neuen malerische Tendenz als Informel verweist auf die „formlos“ ungebändigte Ästhetik. Die Werke von Georges Mathieu\, Antoni Tàpies\, Pierre Soulages\, Wols\, Jean Fautrier und Jean Dubuffet markierten einen Bruch mit der kunsthistorischen Tradition. \nAb Mitte der 1950er-Jahre wurde auch Westdeutschland mit Künstlern wie K.O. Götz\, Gerhard Hoehme\, Bernard Schultze\, Winfred Gaul\, Ernst Wilhelm Nay und Fritz Winter zu einem Zentrum der europäischen Nachkriegsabstraktion\, das enge Kontakte mit Frankreich und den USA hielt. Die documenta II von 1959 feierte Werke der informellen Malerei und des Abstrakten Expressionismus als Ausdruck einer neuen\, universellen Bildsprache\, die den politischen Zusammenhalt der westlich-liberalen Staaten kulturhistorisch untermauern sollte. In der Bundesrepublik wurde die radikale Abstraktion als neue Norm der Avantgardemalerei gewertet\, die als Gegenmodell zum Sozialistischen Realismus in der DDR sowie den ästhetischen Prinzipien des Nationalsozialismus galt. \nAbstrakter Expressionismus in den USA und Informel in Europa galten als eigenständige\, separate Entwicklungen – eine geographische und kulturelle Trennung\, die den engen Austausch zwischen den Bewegungen verkennt. Die Form der Freiheit zeigt jetzt Intensität und Nachhaltigkeit des transatlantischen Austauschs. \nMit Werken von Jean Degottex\, Simon Hantaï\, Manolo Millares\, Theodoros Stamos und Jack Tworkov gelangen auch weniger bekannte Künstler in den Blick. Darüber hinaus verdeutlicht die Ausstellung den lange ignorierten Einfluss von Künstlerinnen wie Mary Abbott\, Janice Biala\, Natalia Dumitresco\, Perle Fine\, Helen Frankenthaler\, Lee Krasner\, Joan Mitchell\, Judit Reigl\, Deborah Remington\, Janet Sobel\, Hedda Sterne und Maria Helena Vieira da Silva. \nOrtrud Westheider\, Direktorin des Museums Barberini\, Potsdam: \n„Aus den Bildern der Ausstellung spricht das ungeheure Verlangen nach künstlerischer Freiheit\, das sich nach 1945 auf beiden Seiten des Atlantiks Bahn brach. Die Sammlung Hasso Plattner mit wichtigen Werken von Norman Bluhm\, Joan Mitchell und Sam Francis war für uns der Ausgangspunkt. Das Konzept unseres Kurators Daniel Zamani war so überzeugend\, dass die Albertina modern in Wien und das Munchmuseet in Oslo die Ausstellung übernehmen. Ich freue mich über diese europäische Kooperation.“ \nAngela Stief\, Direktorin der Albertina Modern\, Wien: \n„Wien war aufgrund seiner Lage einer der zentralen Schauplätze des Kalten Krieges. Die Auseinandersetzung mit künstlerischer Freiheit und den Möglichkeiten individuellen Ausdrucks\, die dies- und jenseits des Atlantiks stattfanden\, stehen uns heute wieder als hochgradig relevant vor Augen. In Wien zeigen neben Namen wie Jackson Pollock\, Marc Rothko\, Joan Mitchell und Helen Frankenthaler Künstlerinnen und Künstler wie Maria Lassnig\, Arnulf Rainer und der jüngst verstorbene Hermann Nitsch\, wie diese Auseinandersetzung mit den internationalen Entwicklungen in Österreich stattfand. Einen Schwerpunkt legen wir in der Albertina Modern außerdem auf Künstlerinnen\, die mit der Nachkriegsabstraktion assoziiert werden.“ \nStein Olav Henrichsen\, Direktor des Munchmuseet\, Oslo: \n„Der Neubau unseres Museums\, der im Oktober letzten Jahres eröffnet wurde\, bietet uns wunderbare Möglichkeiten\, die oft großen\, visuell überwältigenden Formate der abstrakten Künstlerinnen und Künstler in Szene zu setzen. Wir sind schon jetzt voller Vorfreude\, den Menschen in Oslo und unseren zahlreichen internationalen Gästen diese herausragenden künstlerischen Positionen im Frühjahr 2023 zeigen zu können. Ganz besonders freuen wir uns\, unsere enge Zusammenarbeit mit dem Museum Barberini an der für 2023 geplanten Munch-Ausstellung mit diesem weiteren Ausstellungsprojekt noch weiter auszubauen.” \nBeitragsbild: Mark Rothko: Ohne Titel (Blau\, Gelb\, Grün auf Rot)\, 1954\, Whitney Museum of American Art\, New York\, Geschenk der American Contemporary Art Foundation\, Inc.\, Leonard A. Lauder\, Präsident\, © VG Bild-Kunst\, Bonn 2022\, Bild: Whitney Museum of American Art / Licensed by Scala \nDie Form der Freiheit. Internationale Abstraktion nach 1945\n4. Juni 2022 – 25. September 2022 \nMuseum Barberini \n
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SUMMARY:Rolf Händler - Musik
DESCRIPTION:Vom 4. Juni 2022 bis 9. Juli 2022 widmet die Galerie Schwind dem im letzten Jahr verstorbenen bedeutenden Berliner Künstler Rolf Händler (1938\, Halle an der Saale – 2022\, Berlin) eine Ausstellung mit Gemälden und Arbeiten auf Papier zum Thema Musik. \nRolf Händler wurde 1938 in Halle an der Saale geboren und studierte von 1961 bis 1966 Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee\, mit anschließendem Meisterschülerstudium an der Akademie der Künste Berlin. Er war ein wichtiger Vertreter der Berliner Malschule und ist in den Sammlungen vieler nationaler Museen vertreten. 2021 verstarb Rolf Händler nach Krankheit in Berlin. \nImmer wieder beschäftigte sich Rolf Händler über viele Jahrzehnte mit dem Thema Musik. Eine der wichtigsten Papierarbeiten ist das Werk „Das Konzert“\, welches an Silvester 89/90 entstand. Sie zeigt die Erinnerung an eine der vielen Konzertbesuche von Rolf Händler – eine ganz bedeutende. Die Aufführung von Beethovens Neunter Symphonie zur Öffnung der Mauer und dem Abschluss mit der Ode an die Freude. Neujahrskonzerte waren seit dem immer wieder Thema in den Papierarbeiten von Rolf Händler\, so auch in der gezeigten Arbeit vom 1. Januar 2001. Malerisch fängt er die Atmosphäre des Abends ein. \nRolf Händler\, Atelierstilleben mit Mandoline\, 1994\, Öl auf Leinwand\, 90 x 100 cm\nDie Musik ist zudem Thema in seinen Stilleben. Zerbrochene Geigen\, die uns an die Vergänglichkeit von Gegenstand und Klang erinnern. Auch in Stilleben aus dem eigenen Künstleratelier – welches Rolf Händler in vielfältiger Weise in seinen Gemälden erforscht und darstellt – finden sich immer wieder Gegenstände\, wie Mandolinen\, zum Thema Musik. Es sind sinnliche Werke\, die subtil erzählen. Die Spuren der Malerei\, die dicken Farbschichten\, sind gut sichtbar. Seine Malerei ist geprägt durch eine reliefartige Oberflächenstruktur und die zurückhaltende Tonigkeit der eingesetzten Braun\, Grau und Rottöne. Dies verbindet ihn auch mit der Berliner Schule und ihren Künstlern wie Harald Metzkes\, Manfred Böttcher oder Hans Vent. Händlers Gemälde sind in höchstem Maße sinnlich ansprechend\, sie berühren und zielen auf den emotiven Diskurs mit dem Betrachter. \nAus Katalog: Rolf Händler – Impressionen / Wende \n„Die eindringlichen Bilder von Rolf Händler sind in besonderer Weise geeignet\, die Erinnerung an eine Vergangenheit wachzuhalten\, ohne die wir die Gegenwart im vereinten Deutschland nicht begreifen und unsere gemeinsame Zukunft gestalten können. Es sind künstlerische Zeugnisse von außergewöhnlichem Rang und zugleich ein leidenschaftliches Plädoyer für Humanität.“ \nBundeskanzler Helmut Kohl September 1977 \n„Für mich war klar\, dass ich nur aus meiner inneren Überzeugung ehrliche Bilder schaffen wollte und musste. Auf diese Weise versuchte ich den Menschen zu erreichen\, ihn für meine Bilder zu interessieren. (…) Ich studierte\, zeichnete und malte ausschließlich vor der Natur\, in meinem privaten Umfeld. (…) Wenn ich eine Arbeit beginne\, habe ich eine bestimmte Vorstellung. Der Auslöser ist stets ein bestimmtes tiefgreifendes Erlebnis. In meinen Bildern kann man all die Spannungen\, Ängste\, das Betroffen sein in unserer Zeit wiederfinden\, die sich in meine Seele eingegraben haben“ \nRolf Händler über seine Arbeit 1988 \nBeitragsbild: Rolf Händler\, Sängerin\, 1988\, Öl auf Leinwand\, 120 x 150 cm \nRolf Händler – Musik\n4. Juni 2022 – 9. Juli 2022 \nGalerie Schwind \n
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LOCATION:Galerie Schwind\, Große Hamburger Straße 1\, Berlin\, 10115\, Deutschland
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