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SUMMARY:Rebecca Harper: Thick Skinned - Quick Finned Always Turning Tides Tale
DESCRIPTION:Die Szenerie entfaltet sich langsam in den Bildern von Rebecca Harper – langsam und hermetisch\, alles spielt sich wie auf einer Bühne vor den Augen der Betrachtenden ab. Die Räume\, die Figuren\, das Wasser – alles hat seinen Platz\, doch nichts bleibt isoliert. Alles kreist\, wie ein Himmelskörper\, um das Zentrum. Das Zentrum aller Darstellungen ist eine starke blonde Frau. Immer wieder sitzt sie in unterschiedlichen Momenten am Rand einer Wanne\, am Rand eines Bettes\, auf einer weichen Couch – allein\, in ihrer Welt. Sie hält eine Robbe\, die\, wie alle anderen Objekte\, eine Erweiterung der Frau selbst zu sein scheint. Eine Hand auf dem Fell\, eine Flosse auf ihrem Schoß – eine Symbiose\, vertraut und doch kindlich-weiblich\, kein Mutter-Kind-Verhältnis\, sondern ein Konzept von Kind und Frau. \nDie Räume erzählen Geschichten – aber nicht laut\, nicht fordernd. Objekte und Gegenstände sind aufgelistet: Bilder\, Spiegelungen\, offene Fenster. Wasser durchzieht alles – dunkle Flüsse\, gefüllte Wannen\, gemalte Meereslandschaften. Doch es ist kein Wasser\, das verschlingt oder zieht – sondern Wasser\, das trägt\, das erinnert\, das in Bewegung ist. Die Spiegel zeigen nicht nur die Frau\, sondern auch den Raum um sie herum\, eröffnen Perspektiven\, machen sichtbar\, was sonst übersehen würde. \nUnd überall finden sich Zeichen\, kleine Dinge\, die bleiben: die verschlossene Hutschachtel mit dem roten Vogel\, als bewahre sie etwas\, das nicht verloren gehen darf – oder das besser in der Schachtel bleibt\, wissend aufbewahrt. Die Bücher\, die niemand liest\, doch sie sind da\, als potenzielle Erzählungen. Die Landkarten an den Wänden\, die Kompasse\, die Segelboote – das Kind-Frau-Schema weist eine Richtung\, trägt das Subjekt wie selbstverständlich mit dem Wind in die richtige Bahn. \nDie Titel klingen zunächst wie Zeilen aus einem Gedicht – nicht bloß Beschreibungen\, sondern Gedanken\, die nachhallen. Blinking through Salt Lashes – ein Moment\, in dem das Sehen schwerfällt\, das Blinzeln durch Tränen oder Meerwasser\, als sei die Welt für einen Augenblick verhüllt. Dann Disappear like a Snatched Breath on an Angry Tide – als würde etwas fortgerissen\, ein Atemzug\, den man nicht halten kann\, ein Körper\, der sich auflöst\, nicht aus Schwäche\, sondern weil die Strömung es so will. \nAndere Titel sind beinahe erzählerisch\, lang\, als wollten sie nicht nur benennen\, sondern einen Rhythmus setzen. Thick Skinned – Quick Finned\, Always Turning Tides Tale spricht von Anpassung\, von einer Haut\, die schützt\, von Beweglichkeit\, von Flossen\, die niemals stillstehen – ein Körper\, der sich immer mit der Strömung dreht. Secret Eyes\, Holding Mourning of the Darkest River ist ein Versprechen\, ein Blick\, der mehr sieht\, der etwas bewahrt – eine Trauer\, die nicht laut wird\, sondern weiterfließt\, in einem Fluss\, der keine Ruhe kennt. \nDer Körper ist zentral\, präsent\, fest\, aber niemals starr. Er sitzt\, hält\, stützt sich ab\, bewegt sich in kleinen Momenten längerer Handlungen – in Pausen\, in einem Blick nach oben\, in einer kauernden Haltung. Die Körperhaltung ist offen\, aber nicht zur Schau gestellt\, kontrolliert\, aber nicht erstarrt. Kleidung betont oder löst sich auf\, Schnürungen fehlen\, Stoffe hängen herab – als würde die Grenze zwischen Körper und Umgebung durchlässig. Das Wasser ist nah – in Badewannen\, in Strömungen\, in Gemälden – ein Element\, das sich mit der Figur verbindet\, aber sie nicht verschlingt. \nDie Abwesenheit von Männern ist eine Lücke\, eine spürbare Leerstelle\, die sich durch die Räume zieht\, durch die Haltung der Frau\, durch die Objekte\, die sich um sie sammeln. Sie sitzt\, sie hält\, sie bewegt sich – aber es gibt kein Gegenüber. Kein männlicher Körper\, keine Hand\, die greift oder sich entzieht\, keine Gestalt\, die sich in den Spiegeln zeigt. Diese Leerstelle ist nicht bloß eine Abwesenheit – sie ist strukturell\, sie definiert die Räume\, weil sie nicht gefüllt wird. Außer durch eine Andeutung: einen Schatten. \nStattdessen gibt es Fische. Sie sind die einzige Spur\, die einzige Übersetzung eines abwesenden männlichen Prinzips. Sie liegen auf Tischen\, schwimmen in Wannen\, sind auf Fliesen gemalt – reglos oder in endloser Kreisbewegung\, nicht handelnd\, nicht sprechend. Der Fisch\, klassisches phallisches Symbol\, taucht auf\, doch bleibt er Objekt – ohne Funktion\, ohne Körper\, das Relikt eines Gegenübers\, das in dieser Welt nicht mehr agiert. \nDie Vögel sind keine bloße Dekoration\, keine sanften Begleiter des Lichts. Sie tauchen auf\, schwebend\, stürzend\, kreisend – als schwarze Figur auf dem Kaminsims\, als Möwe\, die fast den Boden berührt. Sie folgen keinem klaren Muster\, sie fügen sich nicht in die Symbolik der anderen Tiere. Die Robbe liegt\, die Fische schweigen – doch die Vögel fliegen\, manchmal zu nah\, manchmal wie eine Warnung\, manchmal als Echo von etwas\, das sich ankündigt\, ohne greifbar zu werden. Ihr Schwarz hebt sie von der Umgebung ab\, als gehörten sie nicht in die Welt der Frau\, sondern als dringe etwas von außen ein – ein Fremdkörper im Raum ihrer Reflexionen und Wasserflächen. Sie existieren jenseits der Wellen\, jenseits der Wannen\, außerhalb der Strömung – als etwas\, das sich nicht einordnen lässt. Vielleicht sind sie das\, was nicht gehalten werden kann\, was sich entzieht – während die Frau bleibt. \nDie Schachtel bleibt geschlossen\, weil sie nicht geöffnet werden muss. Sie steht da\, immer am selben Ort\, mit dem roten Vogel auf dem Deckel – als Zeichen\, als Möglichkeit\, als Behälter für etwas\, das nicht nach einem Ausbruch verlangt. Die Vögel außerhalb der Schachtel sind wild\, unkontrolliert\, eine Kraft\, die sich nicht bändigen lässt. Doch dieser Vogel bleibt an die Oberfläche gebunden – eingefroren\, gehalten\, bewahrt oder verzaubert. Vielleicht ist die Schachtel eine versiegelte Bedrohung – eine Kraft\, die nicht konkurrieren kann\, die in der Dynamik von Halten und Gehaltenwerden keinen Platz hat. Vielleicht bleibt sie deshalb unberührt. Weil ihr Inhalt zu mächtig ist. Weil das\, was verborgen liegt\, nicht zugelassen werden kann. \n
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SUMMARY:Bettina Pousttchi. In Recent Years
DESCRIPTION:Bettina Pousttchi arbeitet an der Schnittstelle von Skulptur\, Fotografie und Architektur. Ihre ortsspezifischen fotografischen Interventionen im Maßstab von Architektur bedecken oft ganze Häuserfassaden und nehmen Bezug auf den urbanen oder historischen Kontext eines Ortes. Pousttchi reflektiert die Realitätswahrnehmung im digitalen Zeitalter und befragt das Verhältnis von Erinnerung und Geschichte aus transnationaler Perspektive. \nAuftakt ihrer Ausstellung in der Berlinischen Galerie ist eine Installation auf der Fassade\, die mit ihrem netzartigen Muster die gesamte Glasfront des Museums einnimmt. Darüber hinaus zeigt sie einen Überblick ihrer skulpturalen und fotografischen Werke\, darunter auch jüngst entstandene Arbeiten. Die Skulpturen aus mechanisch transformiertem Stadtmobiliar wie Fahrradständer\, Baumschutzbügel und Leitplanken verdeutlichen ihr Interesse an den Ordnungssystemen des öffentlichen Raumes. \nBettina Pousttchi wurde 1971 in Mainz geboren. Sie studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und absolvierte das Whitney Independent Study Program in New York. Große Bekanntheit erlangte sie durch ihre Fotoinstallation „Echo“ (2009/2010) an der Fassade der Temporären Kunsthalle Berlin sowie durch ihre umfangreiche weltumspannende Fotoserie „World Time Clock“ (2008–2016). Darin entwickelt die Künstlerin ein philosophisch hintergründiges Bild über Gleichzeitigkeit und einer von Zeit und Raum losgelösten globalisierten Wirklichkeit. Bettina Pousttchi lebt in Berlin. \nDie Ausstellung wurde im Rahmen der Berlin Art Week (11.9.–15.9.2019) am Mittwoch\, den 11.09.2019 eröffnet. \n
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SUMMARY:comiXconnection im Museum Europäischer Kulturen
DESCRIPTION:comiXconnection verbindet – über Sprach- und Ländergrenzen hinweg. Die Ausstellung beleuchtet den Independent Comic in Serbien\, Kroatien\, Slowenien\, Bosnien & Herzegowina sowie Ungarn und Rumänien. Sie spürt den unterschiedlich entwickelten Comic-Szenen dieser Länder nach und setzt sie gestalterisch in Beziehung zueinander. Seit 2013 tourt die Schau mit Comics von mehr als 60 Künstler*innen durch das südöstliche Europa. Die 20. und zugleich letzte Station im MEK gewährt erstmals auch einen Blick hinter die Kulissen des Projekts und zeigt alles\, was im Laufe der Tournee hinzugekommen ist. Exemplarisch stellt sie zudem weitere Comic-Formate vor\, die längst Einzug in unseren Alltag gehalten haben. \nIndependent\, no school\, underground\, alternative umschreibt Comics\, die frei von absatzorientierten Zwängen entstehen\, im Gegensatz zum kommerziellen Mainstream-Comic. Sie sprechen ein Publikum an\, das nicht über die marktüblichen Strategien zu gewinnen ist. Daher steht neben den Künstler*innen und ihren Werken auch das vielseitige Netz\, das sie umgibt\, im Fokus der Ausstellung: Comic Clubs\, Kollektive\, NGOs\, Multiplikator*innen\, Festival- und Ausstellungsorganisator*innen\, die national und international den Kontakt und wechselseitigen Austausch der Künstler*innen\, vor allem aber den Weg zu den Leser*innen sichern. \nDas durchweg offene und partizipative Format der Ausstellung ließ im Laufe der Tour vielseitige Erweiterungen zu. So entstand eine Reihe von mehr als 20 Klappstuhl-Unikaten\, die Comic-Künstler*innen aus 6 Ländern mit unterschiedlichen Motiven und Geschichten gestalteten. Auf einer tischbreiten Endlos-Papierrolle ließen kreative Laien wie Profis ihren künstlerischen Ideen freien Lauf. Im ABeCeDarium ranken sich Geschichten und Illustrationen jeweils rund um einen Buchstaben. Die einzelnen Episoden der Ausstellungstournee zeichnet ein eigens von 7 Künstler*innen gestalteter Comic nach. \nDer Backstage-Bereich bietet streiflichtartig Einblick in das Making-of der Wanderausstellung: Wie entstand sie? Mit wem zusammen? In wie vielen Sprachen? Mit welchem bürokratischen Aufwand? Mit welcher Resonanz und welchen Perspektiven? \nAuf einer Fläche innerhalb der Ausstellung wechseln sich alle zwei Monate kleinere Sonderschauen ab. Sie stellen verschiedene Comic-Formate und weitere Text-Bild-Kombinationen vor\, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen: praktische Anleitungen für den Haushalt\, Lehr- und Schulbücher\, Kunst- und Museumsführer sowie Comic-Reportagen. Anschaulicher\, verständlicher und damit auch einprägsamer als herkömmliche Vermittlungsformate entsprechen sie offenbar einem veränderten Informationsbedürfnis\, das dem Medium Comic heute wie selbstverständlich den Weg in unseren Alltag ebnet.\nDie Ausstellung im Museum Europäischer Kulturen wird von einem vielfältigen Rahmenprogramm begleitet. \nWeitere Informationen zum Projekt unter www.comixconnection.eu \n
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SUMMARY:Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode
DESCRIPTION:Schnelllebigkeit charakterisiert den Modekonsum von heute. Große Ketten bringen alle zwei Wochen neue Kollektionen auf den Markt\, mit Gewinn: Im Durchschnitt kauft jede*r Deutsche pro Jahr 60 Kleidungsstücke – mehr als eines pro Woche. Doch viele davon werden erst gar nicht oder viel zu selten getragen\, bevor sie in der Altkleidersammlung landen. Die Sonderausstellung „Fast Fashion. Die Schattenseite der Mode“\, konzipiert vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg\, wirft einen kritischen Blick auf die Folgen dieses Handelns für Produzent*innen und Umwelt und regt die Besucher*innen an\, sich engagiert mit ihrem eigenen Konsumverhalten auseinanderzusetzen. Das Museum Europäischer Kulturen (MEK) ergänzt die Auseinandersetzung mit der Fast Fashion um Einblicke in die Berliner Slow Fashion Szene: Als Dreh- und Angelpunkt der internationalen fairen Modewelt entstehen in Berlin zahlreiche innovative Ideen\, wie Mode nachhaltig produziert und genutzt werden kann und gleichzeitig Spaß machen kann. \nNoch bevor Kleidungsstücke im Handel landen\, werden die größten „Modesünden“ begangen: Allein für ein T-Shirt aus Baumwolle werden 2700 Liter Wasser verbraucht\, welches nach chemischen Färbeprozessen nicht selten mit Giftstoffen belastet in Flüsse gelangt. Unter dauerhaften Umweltverschmutzungen und verseuchtem Grundwasser leiden die Menschen vor Ort in Ländern wie Bangladesch. Dort verdienen zumeist Frauen ihren Lebensunterhalt als Näherinnen in der Bekleidungsindustrie. Ihre Arbeitsbedingungen und ihr Lohn werden von immer mehr Konsument*innen als unfair eingestuft: Wie kann es sein\, dass ein T-Shirt weniger kostet als ein Cappuccino? Der Ausstellungsbereich „Fast Fashion“ erläutert\, wie die globale Fast Fashion-Industrie funktioniert und wie Produzent*innen und Konsument*innen zusammenhängen. \nDurch die Auseinandersetzung mit den Folgen der Fast Fashion für Mensch und Umwelt steigt das öffentliche Interesse an fairer Mode. Der Ausstellungsbereich „Slow Fashion“ bietet Einblicke in die Berliner Szene der fairen Mode. Mit „Neonyt“ findet in Berlin jedes Jahr die weltweit größte Messe für faire Mode statt. Designer*innen und kreative Köpfe setzen Trends und entwickeln innovative Ansätze und Materialien und entschleunigen den Kreislauf der Mode. Das MEK stellt Berliner Pionier*innen der fairen und nachhaltigen Mode vor. Sie erzählen\, was für sie faire und nachhaltige Mode ist – vom umweltschonenden Upcycling überfaire Produktionsbedingungen bis hin zu Kleidungsstücken aus zertifizierten Stoffen und Kleidertauschpartys. \nZur Ausstellung ist bereits ein umfangreicher „Magalog“ (ISBN 13978-3-923859-82-5) erschienen. Ein umfassendes Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm mit regelmäßigen Repair-Cafés und kreativen Workshops ergänzt die Ausstellung während ihrer gesamten Laufzeit. \n
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SUMMARY:„Wilhelm und Alexander von Humboldt“ im DHM
DESCRIPTION:Das Deutsche Historische Museum zeigt die erste große Ausstellung über Wilhelm und Alexander von Humboldt. Die Brüder stehen zum einen für Urteilskraft\, diplomatisches Geschick und wissenschaftliche Neugier\, ihre Biografien zeigen aber auch\, wie sehr sie von den Gegensätzen und Ambivalenzen ihrer Zeit geprägt worden sind. \n„Wilhelm und Alexander von Humboldt“ – zwei Brüder\, eine Ausstellung \nAusgehend von den sehr unterschiedlichen Lebenswegen der Brüder Humboldt ordnet die Ausstellung ihr Denken und Wirken in das ausgehende 18. und beginnende 19. Jahrhundert ein. Auf 1.000 qm werden 350 zentrale Objekte gezeigt: darunter Leihgaben aus den Vatikanischen Sammlungen\, dem Louvre\, dem British Museum und Windsor Castle. \nDie Kuratoren Bénédicte Savoy und David Blankenstein nutzen eine transnationale Perspektive\, um die gesellschaftlichen\, politischen und wissenschaftlichen Verhandlungs- und Gestaltungsräume\, die sich den Brüdern Humboldt und ihrer Generation eröffneten\, aufzuzeigen. \nProf. Dr. Raphael Gross\, Präsident des Deutschen Historischen Museums: «Die Brüder Humboldt stehen für „Bildung“ und „Wissenschaft“. Beide Bilder sind im Positiven wie im Negativen stark mit der deutschen Geschichte verbunden. Heute scheint es manchmal so\, als wolle man die historische Reflexion auf das Leben und Werk der beiden hinter der Bewunderung zurücktreten lassen. Sie stehen dann für eine deutsche natur- und geisteswissenschaftliche Meisterleistung\, die irgendwie noch unberührt von den Linien zu sein scheint\, die in die Abgründe des 20. Jahrhunderts führen. Die Leistung der Brüder Humboldt historisch-kritisch in den Blick zu nehmen\, kann dagegen einen neuen Zugang zur Dialektik der Aufklärung eröffnen.» \nDie Kuratoren Prof. Dr. Bénédicte Savoy und David Blankenstein: «Vor etwa 20 Jahren sind die Brüder Humboldt überhaupt erst wieder in das Blickfeld der Öffentlichkeit geraten. Heute scheinen sie wie die neu gefundenen Helden der Bundesrepublik\, Vordenker unserer Gegenwart\, Verkörperung vieler Ideale\, wahre Mythen. Verstehen können wir sie jedoch nur in ihrer Zeit – als Europäer\, als Zeugen der Aneignung der Welt\, als Akteure politischer\, wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Reibungsprozesse\, die neben Licht auch viel Schatten warfen. Wir möchten mit der Ausstellung an die Substanz gehen\, das heißt auch\, den zusammengetragenen Objekten Geschichten zu entlocken\, wie sie noch nicht erzählt wurden.» \nErzählen in Objekten \nIm Mittelpunkt der Auseinandersetzung mit den Brüdern Humboldt stehen Originalobjekte aus ganz Europa – darunter zahlreiche Gemälde\, Zeichnungen\, Skulpturen\, Tagebücher\, Briefe\, Landkarten\, Sammlungs- und Forschungsgegenstände\, Mobiliar und Messinstrumente\, die erstmals gezeigt werden. Sie eröffnen unerwartete interdisziplinäre und transnationale Bezüge: So veranschaulicht ein antikes Marmorkrokodil in der Gegenüberstellung mit Alexanders anatomischer Zeichnung eines sezierten Krokodils die Prozesse von Wissensaneignung\, Kunsterfahrung und Weltbetrachtung. Ein Cacolet genannter Reitsattel\, der Wilhelm auf seiner Reise durch das Baskenland und die Pyrenäen als Transportmittel diente\, zeugt von der neugewonnenen Mobilität seiner Generation. Ein monumentaler Pferdekopf der von den napoleonischen Truppen geraubten Quadriga des Brandenburger Tors\, in dessen Raub und Restitution Alexander involviert war\, verdeutlicht exemplarisch die politischen Schlachtfelder Europas zu Beginn des 19. Jahrhunderts. \nMatrix Europa \nAnhand der jüngeren Forschung setzt die Ausstellung in sieben thematischen Sektionen das Handeln der Brüder miteinander in Beziehung. Ausgehend von der gemeinsamen Berliner Kindheit und Jugend blickt sie auf ihre vielgestaltigen wissenschaftlichen und politischen Karrieren: Aufgewachsen unter dem Eindruck von Aufklärung und Französischer Revolution und geprägt durch moderne pädagogische Konzepte und neue gesellschaftliche Netzwerke strebten beide nach geistigen und räumlichen Grenzüberschreitungen in Natur- und Sprachwissenschaften\, Politik und Diplomatie. Beide sahen sich dabei einer Grundidee von Globalität verpflichtet\, die gleichwohl fest im Koordinatensystem Europa verankert blieb. Das neuformulierte Verhältnis von Denken\, Raum und Fortschritt offenbarte sich im Beforschen von Landschaften\, Menschen und Kulturen\, die sie zum Gegenstand ihrer Beobachtungen machten: Bewegungen\, die erst unter den Bedingungen des europäischen Kolonialismus möglich wurden und nach heutigen Maßstäben fragwürdige Praktiken aufwiesen. \nZuletzt blickt die Ausstellung erneut nach Berlin\, das zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit der neugegründeten Universität\, der Sternwarte und dem Alten Museum nach Ideen der Humboldts zu den großen europäischen Metropolen aufschloss und das Sammeln außereuropäischer Artefakte als politisches Projekt der adligen und bürgerlichen Eliten etablierte – eine wissenschaftliche Praxis\, deren Folgen wir in der Gegenwart diskutieren. \nDie Ausstellung ist inklusiv und barrierefrei. Inklusive Kommunikations-Stationen\, die jeweils mindestens zwei Sinne ansprechen\, sind neben einem taktilen Bodenleitsystem\, Gebärdensprachvideos\, Ausstellungstexten in Braille\, kontrastreicher Großschrift und Leichter Sprache Teil der Ausstellungsgestaltung. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in deutscher Sprache (296 Seiten\, 150 Abbildungen\, 35 €). Ein hochkarätig besetztes Begleitprogramm vertieft und erweitert die Themen der Ausstellung (Anmeldung erforderlich). \nBildrecht: Deutsches Historisches Museum \n
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SUMMARY:Beate Gütschow. "LS" und "S"
DESCRIPTION:Wie alle Arbeiten von Beate Gütschow thematisieren die acht Landschafts- und Architekturaufnahmen Wahrnehmungsfragen auf subtile und vielschichtige Art und Weise. Die Künstlerin bezieht sich auf historische Bild-Epochen\, die sie mit zeitgenössischen fotografischen Mitteln reflektiert: die Landschaftsmalerei des 17. und 18. Jahrhunderts sowie die Architektur der Moderne und Postmoderne. Es wird also nicht das subjektive Verhältnis eines jeden zur Landschaft und Architektur angesprochen\, sondern die kulturellen Prägungen\, denen wir alle beim Betrachten von Bildern unterworfen sind. \n
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SUMMARY:Raffael in Berlin. Die Madonnen der Gemäldegalerie
DESCRIPTION:Anlässlich des Raffael-Jubiläums 2020 vereint die Gemäldegalerie in einer Kabinettausstellung fünf Madonnenbilder aus ihrem Bestand\, die durch Leihgaben der National Gallery in London und des Berliner Kupferstichkabinetts begleitet werden: Madonnentreffen in Berlin bis 26.04.2020 \nRaffael\nDer 500. Todestag am 6. April 2020 von Raffaello Sanzio da Urbino (* 6. April oder 28. März 1483 in Urbino\, † 6. April 1520 in Rom)\, einem der bedeutendsten Künstler der italienischen Renaissance\, bietet die Gelegenheit die fünf Madonnenbilder aus dem Bestand der Gemäldegalerie in einer Kabinettausstellung zu vereinen. Die sonst nicht zusammen ausgestellten Werke werden sich hier begegnen und in einen Dialog treten mit Leihgaben der National Gallery in London und des Berliner Kupferstichkabinetts. Dabei wird auch das Rundbild der Madonna Terranuova (um 1505) erstmalig zusammen mit Raffaels Zeichnung des Kopfes der Madonna Terranuova aus dem Kupferstichkabinett zu sehen sein. \nLondoner Ehrengast\nNeben den herausragenden Werken Raffaels aus Berlin ist ein Madonnen-Meisterwerk aus der National Gallery in London als Gast zu Besuch und bildet ein Highlight der Ausstellung: die Madonna mit den Nelken (1506-08). Sie verlässt England zum ersten Mal seit ihrem Museumsankauf. Raffael malte dieses Andachtsbild kurz bevor er Florenz nach Rom verließ und inspirierte sich dafür auch an der berühmten Komposition der „Madonna Benois“ von Leonardo da Vinci\, die sich heute in der Eremitage in Sankt Petersburg befindet. \nRaffael als Kult-Künstler\nDie Berliner Sonderpräsentation nimmt eine dezidiert sammlungsgeschichtliche Perspektive ein und führt uns jenen „jungen Raffael“ vor Augen\, der bei Gründung des ersten Museums in Berlin 1830 heiß begehrt war. Wir zeichnen die Ausstellungsgeschichte der Raffael-Madonnen nach vom Königlichen Museum Unter den Linden (heute: Altes Museum) über das Kaiser-Friedrich-Museum (heute: Bode-Museum) und die Nachkriegszeit in Dahlem bis heute. Nicht zuletzt rückt dabei auch die interessante Frage der Rahmung der Gemälde von Karl Friedrich Schinkel bis heute in den Fokus. Die Ausstellung wirft ein Schlaglicht auf die frühe Erwerbungspolitik der Gemäldegalerie im Spiegel europäischer Sammlungsgeschichte. Sie zeigt uns den Raffael\, den Preußen im 19. Jahrhundert aus ihm gemacht hat\, aber zugleich den zeitlosen Raffael\, als Schöpfer von Bildern vollkommener Schönheit und Harmonie. \nAbb.: Raffael in Berlin. Die Madonnen der Gemäldegalerie\, Ausstellungsansicht\, 2019\, © Staatliche Museen zu Berlin\, Gemäldegalerie / David von Becker \n
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LOCATION:Gemäldegalerie\n– Staatliche Museen zu Berlin –\, Matthäikirchplatz \, Berlin\, 10785
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SUMMARY:The Last Judgement Sculpture der Sammlung Würth
DESCRIPTION:Gemeinsam mit der Sammlung Würth präsentieren die Staatlichen Museen zu Berlin in der Wandelhalle der Gemäldegalerie „The Last Judgement Sculpture“\, ein Hauptwerk des britischen Künstlers Anthony Caro (1924–2013). Die monumentale\, 25-teilige Installation bildet in unmittelbarer Nähe zu den Alten Meistern ein raumgreifendes zeitgenössisches Ensemble zum übergreifenden Thema „Jüngstes Gericht“. \nAnthony Caro zählt zu den bedeutendsten Bildhauern der Moderne. Zu Beginn seiner Karriere schuf der Schüler Henry Moores figurative Werke. Ab den frühen 1960er-Jahren wurde er zu einem führendenden Vertreter der abstrakten Bildhauerei. Fundamental für diesen Richtungswechsel waren die Begegnung mit anderen Künstlern wie etwa David Smith sowie der Kontakt zum US-amerikanischen Kunstkritiker Clement Greenberg. \nBereits die Entstehung von „The Last Judgement Sculpture“ wurde durch den Sammler Reinhold Würth eng begleitet. Bei einem Atelierbesuch überzeugte ihn das Projekt in der Modellphase und er bat Anthony Caro\, den er „für den wichtigsten britischen Bildhauer seit Henry Moore“ hält\, das Ensemble für die Sammlung Würth zu realisieren. Unmittelbar nach Fertigstellung wurde das Werk erstmals 1999 auf der Biennale in Venedig der Öffentlichkeit präsentiert. \n„The Last Judgement Sculpture“ \nSeit Mitte des 17. Jahrhunderts wird das Thema „Jüngstes Gericht“ nur noch selten in der bildenden Kunst aufgegriffen. Zahlreiche Bilder\, Skulpturen und Reliefs aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit zeugen jedoch von der einstigen Popularität dieses Bildgegenstands. Zu welcher künstlerischen Reife diese Darstellungen gelangten\, lässt sich in der Gemäldegalerie eindrucksvoll betrachten\, birgt die Sammlung doch herausragende malerische Visionen der Alten Meister. In unmittelbarer Nähe dieser Werke haben die Besucher*innen ab dem 20. Dezember 2019 die Gelegenheit\, mit „The Last Judgement Sculpture“ einen kunsthistorischen Zeitensprung zu wagen: In der Wandelhalle können sie erleben\, auf welch unvergleichliche Weise der britische Bildhauer Anthony Caro das „Jüngste Gericht“ gestaltet hat. \nFür „The Last Judgement Sculpture“ entwickelte Sir Anthony Caro in den Jahren 1995 bis 1999 eine ganz eigene skulpturale Sprache\, die zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit changiert. Die Skulpturen aus Steingut\, Holz\, Stahl\, Messing und Beton bilden ein raumgreifendes Ensemble zum übergreifenden Thema „Jüngstes Gericht“. Doch mit jeder einzelnen Figur spannen sich weitere Motivfelder auf. Caro schöpfte sie aus biblischen Texten und der antiken Mythologie\, aus den Traditionen der modernen Literatur und der bildenden Kunst. \n„The Last Judgement Sculpture“ verdankt sich jedoch nicht allein der Auseinandersetzung des Bildhauers mit der Kunst- und Kulturgeschichte. Während die meisten seiner Arbeiten ein Loblied auf das Leben in der Sprache der Skulptur seien\, so Caro\, sei das „Jüngste Gericht“ „ein Kommentar zu gesellschaftlichen und politischen Verhaltensweisen“. Als Triebfeder für die Erschaffung nannte Caro die gewalttätigen Konflikte des 20. Jahrhunderts\, insbesondere die Kriegsverbrechen im Kontext der Balkankriege in den 1990er-Jahren. \nBegleitend zur Ausstellung erscheint ein Booklet in deutscher und englischer Sprache\, das sowohl Informationen zu „The Last Judgement Sculpture“ bietet als auch Bezüge zu ausgewählten Werken in der Gemäldegalerie herstellt. Eine Vortragsreihe rundet das Rahmenprogramm während der Laufzeit der Ausstellung ab. \nBildrecht: Anthony Caro\, Civil War (The Last Judgement Sculpture)\, 1995-1999\, Beton\, Holz\, Messing und Stahl\, Sammlung Würth\, Inv. 5434\, © Barford Sculptures Ltd\, Foto: David Buckland \n
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SUMMARY:Modell-Naturen in der zeitgenössischen Fotografie
DESCRIPTION:Gruppenausstellung kuratiert von Dr. Marie Christine Jádi mit Oliver Boberg\, Sonja Braas\, Julian Charrière\, Shirley Wegner\, Thomas Wrede \nWas ist echt und was ist falsch? Welche Wahrheit meinen wir zu erkennen? Oder ist doch alles nur eine Täuschung? Diese Fragen\, die die Fotografie seit ihren Anfängen begleiten und in der heutigen Medienkultur prononcierter sind denn je\, stehen im Mittelpunkt dieser Ausstellung. \n
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SUMMARY:Georgia Krawiec – radiKAHLschlag
DESCRIPTION:\n\nGEORGIA KRAWIEC – radiKAHLschlag in der Zitadelle \n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\nFotografische Arbeiten im Zentrum für Aktuelle Kunst – Projektraum (Kaserne) vom 18.1.2020 bis 19.4.2020:\nMit der Ausstellung radiKAHLschlag stellt die Fotokünstlerin Georgia Krawiec (*1972 in Kędzierzyn/Polen) im Projektraum des ZAK Arbeiten aus ihrem aktuellen Werkprozess vor. In ihrem Oeuvre nähert sich Georgia Krawiec dem Medium der Fotografie auf eine ursprüngliche und experimentelle Weise. Mit Hilfe analoger\, fotoarchaischer sowie antiapparativer Medien und Ausdrucksformen (z.B. Lochkamera und Fotogramm) begleitet die Künstlerin von Beginn an den zum Teil mehrmonatigen Entstehungsprozess ihrer Arbeiten.\nDie in Berlin lebende Künstlerin setzt sich in ihrer Ausstellung mit dem Umweltverhalten der heutigen Zeit auseinander und hinterfragt das Verhältnis des Menschen zur Natur. Der Baum ist zentrales Thema des Ausstellungsdisplays. Im Mittelpunkt steht dabei der paradoxe Umgang mit der Pflanze\, die einerseits stark mythologisiert und von hoher gesellschaftlicher Relevanz ist\, andererseits jedoch für den täglichen Gebrauch als Rohstoff und für die Gewinnung von Freiflächen bedenkenlos gerodet wird. Georgia Krawiec schafft durch ihre experimentellen Fotoarbeiten und -objekte einen spannenden Assoziationsraum zu diesem komplexen und hochaktuellen Thema\, in welchem Besucher*innen angeregt werden\, über den eigenen wertschätzenden und verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Umwelt nachzudenken. \nKuratiert von Friederike Kröbel. Die Ausstellung wird durch die freundliche Unterstützung der bezirklichen Förderfonds der Senatsverwaltung für Kultur und Europa realisiert. \nDie Alte Kaserne der Zitadelle mit klassizistischer Fassade und 111 Metern Länge entstand im 19. Jahrhundert. Nach aufwendigen Sanierungsmaßnahmen wurde das architektonisch einzigartige Dachgeschoss im Frühjahr 2016 als Location mit schönem Blick auf die Havel eröffnet. \nWieder ordentlich ins Gespräch gebracht hatte sich die Zitadelle mit der Ausstellung „Enthüllt“: Im April 2016 wurde im Proviantmagazin der Zitadelle die Dauerausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ eröffnet. Die kulturhistorische Ausstellung zeigt politische Denkmäler\, die einst das Berliner Stadtbild prägten\, aber später daraus verschwunden sind. Zu den bedeutendsten Ausstellungsstücken gehören das 1898 bis 1901 errichtete Denkmalensemble der Siegesallee mit seinen brandenburgisch-preußischen Herrschern\, der nationalsozialistisch geprägte „Zehnkämpfer“ von Arno Breker und der Kopf des monumentalen\, 1970 am heutigen Platz der Vereinten Nationen in Friedrichshain enthüllten Lenin-Denkmals. Was sonst im Museum nicht möglich ist: Hier ist Berühren in den meisten Fällen erlaubt. \nFoto: Georgia Krawiec\, (Detail) Himmelsscheibe tags III\, Chemogramm auf Silbergelatinepapier\, Unikat\, 2019 \n\n\n\n\n\n\n\n\n
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LOCATION:Zentrum für aktuelle Kunst – Zitadelle\, Am Juliusturm 64\, Berlin\, 13599\, Deutschland
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SUMMARY:Alexander Gronsky
DESCRIPTION:Still und schön spiegeln sich die Hochhausfassaden im See\, am grünen Ufer machen Familien ein Picknick. Sonnenbadende haben den unbehausten Sandhügel eines Neubaugebiets okkupiert. Eine Frau im Sommerkleid steht versunken inmitten von wilden Büschen\, auch hier ragt die Skyline der Vorstadt ins Bild. Wie sich die Städte unaufhörlich ausweiten\, wie die Natur sich ein letztes Mal aufbäumt\, um dann Asphalt und Beton zu weichen\, und wie Menschen sich in dieser Zone der Transformation eine kleine Insel des Glücks für sich schaffen – das ist das Thema von Alexander Gronsky. In seiner Serie Pastoral zeigt er Moskaus Peripherie\, dokumentiert die Veränderungen\, ohne zu werten\, komponiert Mensch\, Stadt und Natur zu Landschaftsaufnahmen von großer allegorischer Kraft. \nIn den Städten selbst ist es das Vorher/Nachher oder Jetzt/Gleich\, das ihn fasziniert. Die Serie Repetition hat starke filmische Bezüge. So beobachtet er etwa Fußgänger an einer Kreuzung mit nur Sekunden Abstand oder er zeigt die gleiche Hausecke über einen Zeitraum von mehreren Monaten – und ihren Verfall. In diesem „Dazwischen“ öffnet sich ein Raum der Gleichzeitigkeit von Gegenwart und Entwicklung\, das Morgen ist im Heute bereits eingeschrieben. Gronskys Bilder werden so zu einem lakonischen\, philosophischen Kommentar im urbanen Zeitalter. \nAlexander Gronsky\, geboren 1980 in Tallinn\, Estland\, lebt heute in Moskau. 2009 bekam er für die Serie Pastoral den Aperture Portfolio Award\, 2010 den Foam Paul Huf Award für The Edge\, einer Serie über Moskau im Schnee. 2012 folgte der World Press Award in der Kategorie Daily Life Stories (3rd). Er arbeitet regelmäßig für Zeitschriften und Magazine wie The Sunday Times\, Esquire\, Le Monde\, Vanity Fair\, Der Spiegel und Ojode Pez und veröffentlichte bislang fünf Fotobände. Ausstellungen in Amsterdam\, London\, Moskau\, New York\, Riga und Tokyo. \n
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LOCATION:KVOST – Kunstverein Ost\, Leipziger Strasse 47\, Berlin\, 10117\, Deutschland
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SUMMARY:Breathless by Numen/For Use
DESCRIPTION:Das kroatisch-österreichische Kunstkollektiv Numen/For Use ist eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Designer und Szenografen Sven Jonke\, Christoph Katzler und Nikola Radeljković. Im Rahmen der Breathless Ausstellung stellt das Kollektiv nun konzeptionelle und mechanistische Modelle vor\, die aus ihren groß angelegten Bühnenbildprojekten und Installationsarbeiten abgeleitet wurden. Beide Modelle erweitern das experimentelle Feld der Ausgangsobjekte durch die Einführung eines Elements von lebensähnlichen Prozessen und Rhythmen\, die sich in einem orchestrierten Intervall von Bewegung und Gegenbewegung manifestieren – ein strukturelles „Atmen“. Diese Intervention verwandelt ehemals statische Entwürfe in dramaturgische Sequenzen\, die nun anders wahrgenommen werden\, sobald sie in einer Schleife sinnloser Konstruktion und Dekonstruktion beobachtet werden. Sie werden zu de-kontextualisierten Prinzipien\, ohne theatralische Metaphern und Bedeutungen. Stattdessen beziehen sie sich auf das mechanistische Universum\, auf die unaufhörliche Dialektik von Konstruktion und Zerstörung\, auf den Fluss von Materie und das Unheimliche im Raum. Die Form eines regelmäßigen Hexaeders (Würfels) verstärkt nur die axiomatische Natur dieser Prozesse. Es bezeichnet die rationellste Fragmentierung des Raumes und baut eine dreidimensionale Matrix auf. \nDie Ausstellung Breathless von Numen/For Use findet im Rahmen der kroatischen Präsidentschaft des Rates der Europäischen Union im Jahr2020 statt. Die Installation wird vom Kulturministerium im Rahmen des Kultur-und Kunstprogramms finanziell unterstützt\, das in einer gemeinsamen Initiative des Kulturministeriums und des Ministeriums für auswärtige und europäische Angelegenheiten organisiert wird\, um die Republik Kroatien während ihres Vorsitzes im Rat der Europäischen Union vorzustellen. \n
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SUMMARY:Elisabeth Frieberg. White Black Death Gold
DESCRIPTION:Elisabeth Frieberg\n„White Black Death Gold“\n8. Februar – 4. April 2020\nEröffnung am 7. Februar 2020\, 18-21 Uhr \nKewenig freut sich\, Elisabeth Friebergs erste Einzelausstellung in Deutschland zu zeigen. „White Black Death Gold“ konzentriert sich auf die neuesten Arbeiten der schwedischen Malerin. Friebergs abstrakte Bilder sind stark von der Natur und ihren persönlichen Erfahrungen und Begegnungen geprägt. Ihre Palette entnimmt sie den Landschaften\, die sie bereist\, wie New Mexico\, Kanada\, die Toskana oder die Malediven. Mit strahlenden Farben\, flirrenden Linien und fast haptischen Überlagerungen bringt sie die Natur und ihre Umgebung energetisch auf die Leinwand. Elisabeth Frieberg (* 1977) lebt und arbeitet derzeit in Stockholm. \n
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LOCATION:KEWENIG\, Brüderstr. 10\, Berlin\, 10178\, Deutschland
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SUMMARY:THERES CASSINI  Gurkenschwarm
DESCRIPTION:In Theres Cassinis Arbeiten wird die Skulptur wieder zum Kleid\, was sie auch ganz ursprünglich war\, nämlich diejenige Hülle (hyle\, griech. Materie)\, auf deren (Ober)fläche sich die Welt erklärt. Sie schweben\, Theres Cassinis biomorphe textile Skulpturen\, die sie bevorzugt von der Decke hängen lässt. Die Formensprache Cassinis erinnert an ein Archiv der prinzipiellen Körper\, der kleinen\, biologischen Einheiten\, also an Zellen\, Viren und Bakterien. \nDie neue Gruppe von fliegenden Objekten präsentiert sich als Schwarm. Im Unterschied zu den bionischen Wesen der ihnen vorhergehenden Werkphase\, die allesamt als singuläre Ereignisse in einer alchemistischen Schneiderei ausgefallen waren\, mit ihren bizarren Formen\, Flächen und Hüllen\, sind diese neuen als Gurken erkennbar\, alle vom selben Stamm. \nIn Cassinis Installation konspirieren die menschlichen und die sie umschwebenden Gurkenkörper\, was die menschlichen Körper in ihrer merkwürdigen Spezifizität bloßstellt und sie (noch) rätselhafter macht. Theres Cassini spielt dabei raffinert mit der großen\, überlegenen Intruder-Form\, erteilt eine künstlerische Lektion oder spielerisch-therapeutische Habitus-Übung in Urkörper-Empathie. \nAuszug aus Elisabeth von Samsonow`s Katalogtext „Fliegende Bio-Entities“ \nTHERES CASSINI Gurkenschwarm\nVernissage 12. Februar 2020 um 19:00 \n
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SUMMARY:maat me there
DESCRIPTION:Inspiriert von Ornamenten und Stofflichkeit als kulturhistorische Bestandteile der Volkskunst\, von Märchen und Mythen sowie Traditionen und Ritualen\, erscheinen diese Einflüsse im Werk der Malerin und Keramik-Bildhauerin Beate Höing in einer ganz eigenständigen Ikonografie. Tatsächlich Vorhandenes\, Assoziiertes und Erinnertes fügt sich in einem ambivalenten Spiel aus Realität und Fiktion zusammen\, in welchem Traum und Albtraum\, Entspannung und Erschrecken dicht beieinander liegen. Inhalte\, Materialität und Form sind untrennbar miteinander verbunden. Die Ölgemälde\, Keramik-Skulpturen  und Installationen der Künstlerin vermitteln zudem eine Begeisterung für die Schönheit\, Zartheit und Ästhetik der Dinge sowie die Lust am Spiel mit den gestalterischen Möglichkeiten. \nIm malerischen Werk Beate Höings zeigen sich Bilderwelten in Anlehnung an fotografische Vorlagen der 70er und 80er Jahre. Die Intimität eines Augenblicks wird ausschnitthaft festgehalten. Die dargestellten Bildmotive erscheinen auf den ersten Blick als Wiedergabe einer heilen Welt oder Dokumentation vergangener Tage. Die friedliche Idylle trügt und offenbart auf den zweiten Blick auch Ambivalenz und Doppelbödigkeit. \nEbenso verhält es sich mit den keramischen Arbeiten\, die als eigenständiges Medium im Wechselspiel zur Malerei entstehen. Das keramische Material transportiert indirekt die Vorstellung von Kitsch\, aber auch von traditionellem Handwerk. Diese „Hypothek“ kommt der inhaltlichen Aussage entgegen\, wird von der Künstlerin fast provokant gesteigert. Eingearbeitete Nippes- und Porzellanfigürchen\, seit Jahrhunderten Inbegriff bürgerlicher Vorlieben\, als Dekorationsartikel oder Souvenir geliebt oder als Kitsch abgetan\, bieten Spielraum für Imaginäres und Fantastisches.\nMädchen-\, Jungenfiguren\, Träumende oder Schlafende\, Märchen-\, Fabelwesen oder Tiere – fragil erwachsen die Figuren aus floralen\, opulenten Sockelelementen\, stehen für sich selbst oder präsentieren sich in Figurenarrangements\, auch im Zusammenspiel mir der Malerei. \nDie Arbeiten Beate Höings zeigen einen sehr poetischen\, zuweilen ironischen Blick auf Vergangenes\, erzählen von Erinnerungen\, Träumen und surrealen Welten\, auch mit einem humorvollen Augenzwinkern. \nJutta Meyer zu Riemsloh M.A. \n
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SUMMARY:Zhou Tao im Times Art Center Berlin
DESCRIPTION:Zhou Tao: Winter North Summer South. Mit Winter North Summer South stellt das Times Art Center Berlin ein fotografisches Projekt des Künstlers Zhou Tao vor\, das 2019 als Auftragsarbeit des Guangdong Times Museums entstanden ist. Kuratiert von Nikita Yingqian Cai (Chief Curator\, Guangdong Times Museum) im Berliner Times Art Center. \nNahezu zwei Jahre hat Zhou Tao in der Wüste Gobi verbracht\, die Obsession der Moderne und unseren utopischen Wunsch\, Wüsten in Lebensraum zu verwandeln\, in Bildern einzufangen. Das Ergebnis ist ein facettenreiches Repertoire an schnell wechselnden Bildern: Sandstürme\, Staubwolken\, sich ändernde Jahreszeiten\, Porträts von Menschen\, Pflanzen und Tieren\, die gemeinsam in flüchtigen Ökosystemen leben\, zurückgelassen als Überreste industrieller Eingriffe. Doch auch in diesem Ausnahmezustand wird die Erhabenheit der Natur durch menschliche Spuren belastet: Wind schlägt durch Pappelbäume\, wirbelnder Sand schleift die Oberflächen riesiger Metallblumen\, die verloren in der Wüste liegen – üppige rote Knospen\, die achtlos zurückgelassen wurden. \nIm Mittelpunkt von Zhou Taos Praxis stehen die Komplexität und Mehrdeutigkeit von Schauplätzen: der Horizont in den Augen einer Schildkröte\, Freizeitaktivitäten unter einer Betonbrücke\, ökologische Enklaven in einem Tagebau\, die fremdartige Kuppel eines Stadttheaters\, ein märchenhaftes Lied auf einem belebten Platz\, ein im Sand versinkender Wasserspeicher\, das Kind\, die Pflanze\, die Kuh\, die Ziege\, das Huhn und der Hund\, die alle in Einklang mit rostigen Maschinen leben … In solchen topografischen Allegorien versucht Zhou Tao\, die organische Verschmelzung von Mensch\, Maschine und Umwelt festzuhalten. Seine Arbeiten erzählen von globalen Wirklichkeiten\, lokalen Eigentümlichkeiten und persönlichen Erinnerungen. \nZhou Tao\, geboren 1976 in Changsha in der Provinz Hunan\, studierte an der Kunstakademie von Guangzhou\, wo er 2001 den Bachelor of Fine Arts in Ölmalerei erwarb sowie 2006 den Master of Fine Arts in Mixed Media Studies. Zurzeit lebt und arbeitet er in Guangzhou. Seine Arbeiten wurden auf internationalen Ausstellungen und Biennalen gezeigt\, darunter Viva Arte Viva\, 57. Internationale Kunstausstellung – La Biennale di Venezia\, Venedig\, 2017; Sharjah Biennale 13\, Sharjah\, 2017; Tales of Our Time\, Solomon R. Guggenheim Museum\, New York\, 2016; APT8\, Asia Pacific Triennale of Contemporary Art\, Brisbane\, 2015. \nBegleitprogramm zu Ausstellung\n25.–30.05.2020 \nConflictual Topography: Landscape and Belonging.\nOnline Film Screening mit Rosa Barba und Ben Rivers.\nOrganisiert von Heidi Ballet im Rahmen der Ausstellung Zhou Tao – Winter North Summer South \nEin zweites Screening-Programm ist für den 2. Mai 2020 geplant. \nDas Times Art Center Berlin TACB ist eine Initiative des Guangdong Times Museum.\nÖffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 11 – 19 Uhr\, Brunnenstraße 9 (Mitte).\nEintritt frei.\nBild: Zhou Tao\, Winter North Summer South No. 23\, 2019. Inkjet print on paper\, 63.3×120 cm\, Courtesy of the artist and Vitamin Creative Space. \nZhou Tao: Allegorien der Topographie\nKuratorisches Statement von Nikita Yingqian Cai\nChief Curator\, Guangdong Times Museum\nZhou Tao hat fast zwei Jahre zwischen der Oase und dem Dorf Gobi verbracht\, um die Obsession der Moderne und den utopischen Wunsch des Menschen\, Wüsten in Lebensraum zu verwandeln\, in Bildern einzufangen. Entstanden ist ein umfangreiches Spektrum an Bildern\, die in raschem Wechsel Landschaften aus Sandstürmen und Staubwolken zeigt\, den Wandel der Jahreszeiten sowie Porträts von Menschen und anderen Wesen\, die in ephemeren Ökosystemen leben – zurückgelassen als Überbleibsel industrieller Interventionen. Es ist ein Ausnahmezustand\, in dem die erhabene Schönheit der Natur deutlich gezeichnet ist von den Spuren\, die die Menschen hinterlassen haben: Heftiger Wind fegt durch Pappelbäume und\naufwirbelnder Sand schleift die metallischen Oberflächen riesiger Pflanzengebilde\, die ebenso verloren in der Wüste herumliegen wie die üppigen roten Knospen\, die achtlos zurückgelassen wurden und kein Publikum mehr finden. \nDie gigantischen Blätter und Blumen wurden von Menschen geschaffen\, um die phantastische Illusion einer „grünen” Natur heraufzubeschwören – und doch erinnert das Bild der Landschaft eher an die archäologische Ausgrabungsstätte einer unbekannten Spezies aus der Zukunft (Winter North Summer South\, 2019). \nDie Koexistenz von Mensch und Natur scheint nicht mehr zu sein als ein kurzer Augenblick auf der unermesslichen Zeitachse des Universums. Wie in einer allegorischen Adaptation der Geschichte Vom närrischen Greis\, der die Berge abtragen wollte scheinen die Menschen\, die sich auf den öffentlichen Plätzen von Guangzhou und Bangkok versammelt haben\, in einem Modus ewiger Erwartung zu schweben (Blue and Red\, 2013)\, während sich mitten in der Wüste kleine Gruppen von Arbeitern endlos abmühen\, ein riesiges Wasserreservoir zu bauen (South of the Mountain\, 2019); aus dem ovalen Deckel einer gigantischen Waschmaschine steigt ein künstlicher Mond auf und strahlt einen Schimmer von Romantik aus (The Worldly Cave\, 2017)\, während das spontane Skript\, das der Künstler auf eine Plastiktüte schreibt\, irgendwann im Fluss untergeht (South Stone\, 2010–\n2011).\nAll diese flüchtigen Wechselwirkungen finden Eingang in Zhou Taos Kamera: Die Kamera wird zum „connecting point of perception“\, zur zentralen Verbindungsstelle der Wahrnehmung. Ab dem Moment\, da die Kamera als verbindendes Element der Wahrnehmung in die ökologische Beziehung eingetreten ist\, hat sich eine Beziehung zwischen dem Filmenden\, der Kamera und der Landschaft entwickelt\, ein Sich-Aufeinander-Einstellen\,\nein Prozess des wechselseitigen „Kalibrierens“ und „Infiltrierens“\, im Laufe dessen die Frage „Wie entstehen bewegte Bilder?“ unablässig an den Ort des Geschehens zurückgeworfen wird. Das bewegte Bild entstand nicht im Drehbuch\, und auch nicht in der Wunschvorstellung oder Phantasie des Filmemachers\, sondern im Zuge einer kontinuierlichen Abstimmung und organischen Verschmelzung von Mensch\, Maschine und Umgebung.\nFredric Jameson erläutert seine Kritik der Binaritat von Subjekt und Objekt\, und erklärt den allegorischen Mechanismus: „Allegory foregrounds this strange process by way of a unique autoreferentiality or self-designation in which a text’s language necessarily acts its content out\, and uses itself to articulate the inexpressible.“ \nWie aber geschieht dieses „Kalibrieren“ und „Infiltrieren“? Wie geht die Filmsprache auf eine Körperlichkeit ein\, die nicht im Drehbuch steht?\nWie überwindet das bewegte Bild den Drang zu zeigen und zu erklären\, und wie gelingt es ihm\, auch das Unsichtbare und Unsagbare einzufangen? Wenn Zhou Tao von „Kalibrieren“ und „Infiltrieren“ spricht\, sind dies Allegorien für seinen Prozess des Einswerdens mit der Maschine\n(Kamera) und der Umgebung\, und für die Fähigkeit des Filmenden („film taker“)\, eine unmittelbare körperliche Spannung zum Ausdruck zu bringen\, die der narrative Apparat nicht vermitteln kann.\nZhou Taos Filmkunst erinnert an die Ästhetik des liubai der chinesischen Literati. In der LiteratiMalerei der Südlichen Schule wird ein Gefühl von Raum dadurch erzeugt\, dass etwa Landschaften jeweils nur eine Ecke oder Seite eines Gemäldes füllen\, während weite Teile der Bildfläche leer gelassen werden. In der Zeit der mongolischen Yuan-Dynastie\, als sich viele chinesische Gelehrte aus dem Staatsdienst zurückziehen mussten\, kamen die Literati häufig zusammen\, um ihre Ideale zu kultivieren und ihre Weltsicht in Gemälden zum Ausdruck zu bringen. In der Malerei ging es nun nicht mehr um die Beschreibung der sichtbaren Welt. Die Kunstschaffenden versuchten\, mit Hilfe der Malerei ihren Empfindungen\, Gedanken und\nGefühlen\, ihren inneren Landschaften Ausdruck zu verleihen. Zhou Tao verwandelt in ähnlicher Weise innere Stimmungen und Empfindungen in Bilder\, allerdings teilt er nicht die eskapistische Haltung der Literati. Für ihn ist der Akt des Filmemachens ein Weg\, sich mit Realitäten auseinanderzusetzen\, die durch die Technik massiv verändert wurden. Es geht ihm darum\, direkte Verbindungen zu schaffen\, und unsere Körper mit Hilfe der Kamera unmittelbar mit der Welt kurzzuschließen. \nSeine Kurzfilme zeigen diese flüchtigen Wirkungsmomente: Am Ende von Blue and Red stellt Zhou Tao einen Tränengasangriff nach\, den er auf den Straßen von Bangkok erlebt hat\, indem er die einzelnen Bewegungsabläufe – das Rennen\, das Fallen und das Wiederzu-sich-Kommen – rekonstruiert und mit der Kamera nachvollzieht. Das erinnert an Francis Alÿs’ Videoarbeit Tornado — mit dem Unterschied\, dass Alÿs sich bewusst dafür entschieden hat\, über einen Zeitraum von zehn Jahren (2000 bis 2010) mit seiner Kamera einen Tornado zu verfolgen\, um in dessen Auge vorzudringen\, während Zhou Tao sich nicht freiwillig dafür entschieden hat\, zu „fallen“. Er ist sich noch nicht einmal sicher\, ob es überhaupt möglich ist\, diesen Moment des Kollabierens\, das Schwinden der Sinne\, wiederzugeben. „I find it a violent conflict. It is not a fiction\, just a conflict. It gives the feeling of mountain contours. It is so violent\, so confrontational; it mercilessly drops the landscape in front of your eyes.“ Die unerwartete Kopplung von\nRealismus und Romantik fasziniert\, weil sie auf keinerlei Transzendenz verweist. Die Männer\, die im Ödland von The Worldly Cave ihrem unwahrscheinlichen Freizeitvergnügen nachgehen und am Rande der vermüllten Hügel Fische fangen\, sind sowohl die Schöpfer als auch die Pioniere\nder infrastrukturellen „Gebirgsumrisse.“\nDie moderne Topographie ist ein Vermessungsverfahren\, das sich damit beschäftigt\, Koordinaten zu bestimmen und Messwerte aufzuzeichnen\, um die Umrisslinien und dreidimensionale Darstellungen der Erdoberfläche berechnen zu können. Von zentraler Bedeutung sind in der Topographie\, so Zhou Tao\, die Abstraktion und die Überwachung. Als Gegenentwurf erschafft er seine eigene Terra-Temporality. Die „Terra-Temporalität“ verweigert sich der Trennung der Sinne und der Kategorisierung der Begriffe\, verweilt zwischen Hitze und Licht\, Kälte und Boden\, Geruch und Gesicht\, Raum und Zeit. In der chinesischen Poesie gibt es eine Form der Rhetorik\, die als yijue oder tonggan (Synästhesie) bezeichnet wird\, als Fluss der Empfindungen. Zhou Tao entwirft in seiner dokumentarischen Assemblage eine Utopie aus Körpern und Bildern … „projected as the senses swap places\, lights doing double duty for sounds and then vice versa … whose pensee sauvage\, divested of abstractions\, must use each singular perception to express the ́other\, then appropriating the other in order to return on itself to shore up its own existence as representation.“ Zhou Taos Arbeit Tide (2008) ist solch eine drastische Dokumentation\, die den Körper des Künstlers dem Wechsel der Gezeiten aussetzt\, und es den Betrachtenden dadurch ermöglicht\, seine Angst\, Beklemmung und physische Verletzlichkeit unmittelbar nachzuempfinden. In East 6 St to Location One bleibt der Körper des Künstlers zwar präsent\, löst sich dann in der Improvisation mit einem Mitarbeiter und der Umgebung jedoch auf. Nach einem konzeptuellen Experiment im Rahmen einer urbanen Intervention (Power Here\, 2009) ist in South Stone (2010–2011) schon eine deutlich ausgewogenere Beziehung zwischen Körper und\nUmgebung\, Subjekten und Objekten zu spüren. In After Reality (2013) wird es dann schwierig\, zu entscheiden\, ob es sich bei dem „Grasen“ und „Teeblätter-Pflücken“ eher um einen Prozess der körperlichen Aneignung landwirtschaftlicher Tätigkeiten handelt oder um eine Assimilation des\nKünstlers an die Natur. Dieser Prozess der Assimilation wird dann in Blue and Red fortgesetzt\, wo alle Subjekte und Objekte ohne Unterschied in die gleiche ambivalente Atmosphäre der LED-Lichter eingetaucht werden\, wodurch es beim Betrachten fast unmöglich wird\, zwischen der Stimmung der Menschen\, die in Bangkok gegen die Regierung auf die Straße gehen\, und jener der zufälligen Passanten und Schaulustigen auf einem Platz im Central Business District von Guangzhou zu unterscheiden.\nThe Worldly Cave wurde an vielen unterschiedlichen Orten aufgenommen\, etwa am Berg Dafu in Panyu\, China\, in der Stadt Yingde in Qingyuan\, China\, in Phoenix\, USA\, im spanischen Menorca sowie in Gwangju\, Korea. Die mit einer extrem hohen ISO-Empfindlichkeit ausgerüstete Kamera\nkann feinste Abstufungen von Helligkeit und Dunkelheit detailgenau wiedergeben\, die vom Menschen mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Bei der Endbearbeitung des Films begann Zhou Tao\, sich mit den Herausforderungen auseinanderzusetzen\, die sich aus der technologischen Beschleunigung der Bilderzeugung ergeben. North of the Mountain (2019) ist eine Auftragsarbeit für das Times Museum in Spielfilmlänge. Zhou Tao hat die gesamte Phase der Filmproduktion und Postproduktion selbst begleitet\, und sich bei der Feinabstimmung der Bilder und Rekonstruktion der zeitlichen Abfolge der Aufnahmen seine eigenen körperlichen Erfahrungen in Erinnerung gerufen. Im Verzicht auf die Auslagerung der Produktion zeigt sich der\nradikale Versuch des Künstlers\, den Mechanismus der Repräsentation zu ökologisieren. In Zeiten der technischen Entwicklung einer prothetischen Körperlichkeit\, in der Maschinen die Grenze zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit definieren und verändern\, dient der Film nicht mehr bloß der Abbildung der Realität. Er wird zu einem Instrument\, das es uns ermöglicht\, unsere innere Landschaft auf die Außenwelt zu projizieren. \nWas der narrative Apparat nicht erfassen kann\, sind die Komplexität und Ambiguität der Schauplätze: der Horizont\, der sich in den Augen einer Schildkröte spiegelt\, eine Straßenüberführung aus Beton als Raum für Freizeitaktivitäten\, ökologische Enklaven in einem Tagebau\, die außerirdisch anmutende Kuppel eines urbanen Theaters\, das idyllische Lied eines besetzten Platzes\, ein Wasserreservoir\, das zu Sand zerfällt\, das Kind\, die Pflanze\, die Kuh\, die Ziege\, das Huhn und der Hund\, die mit verrosteten Maschinen zusammenleben … In eben solchen Allegorien der Topographie versucht Zhou Tao\, das organische Verschmelzen von Mensch\, Maschine und Umwelt zu verdichten\, um über planetare Realitäten zu sprechen\, die mit lokalen Details und persönlichen Erinnerungen kontaminiert sind\, und um es jenen Partikularitäten zu ermöglichen\, ihre Wirkung im universellen filmischen Raum zu entfalten. \n
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SUMMARY:Galerie Aurel Scheibler eröffnet heute Tamara K.E. - Ink under the Skin
DESCRIPTION:Galerie Aurel Scheibler eröffnet heute die Einzelausstellung der deutschen\, in Georgien geborenen Künstlerin Tamara K.E. „Ink under the Skin“. \n„Ink Under the Skin“ ist K.E.’s erste Ausstellung in Berlin. Zeitgleich sind ihre Werke aus den Jahren 2001 und 2003 in der Ausstellung 31: Women im Haus Huth\, Sammlung Daimler\, Berlin\, ab dem 29. Februar zu sehen. \n„Ink Under the Skin“ besteht aus zwei monumentalen\, sich über zehn und vier Meter erstreckenden Arbeiten auf Diafilm sowie aus mininaturhaften Copic-Marker Zeichnungen\, die die Bandbreite der von der Künstlerin entwickelten Bildwelt darstellen. Ergänzt wird die Präsentation durch sporadisch im Raum verteilte Neon-Röhren und einen Leuchtkasten.\nTamara K.E. verbindet in ihren Werken das klassische Medium der Malerei mit einer im Photoshop überarbeiteten\, gedruckten Bildwelt. Sowohl in der Bildsprache\, als auch im Entstehungsprozess existiert keine Trennung zwischen analog und digital. Die Arbeiten reflektieren unsere kulturellen Erinnerungen\, neuere oder bereits verbreitete sozial-politische Themen und sprechen den fortschreitenden Übergang zum Digitalen an.\nDen Ausgangspunkt K.E.s Arbeiten bilden Copic-Marker\, Bleistift- und Aquarellzeichnungen. Sie werden gescannt\, digitalisiert und dabei in einzelne Bild-Motive zerlegt. Erfundene Comic-Figuren\, schablonenhafte Gestalten oder isolierte Gegenstände werden ins mehrschichtige\, digital erzeugte Bildgefüge eingebettet. Sie verschmelzen mit einer amorphen digitalen Masse\, in der ihr Ursprung an Bedeutung verliert und die Idee der Authentizität unwichtig wird. Das am Computer entstandene Bild wird anschließend auf Diafilm gedruckt. Das dünne\, transparente Material ist gleich einer Membran\, auf der ein momentaner Zustand des sich immerfort bewegenden\, heterogenen\, unübersehbaren Kontinuums sichtbar wird. Aus dieser\nBildwelt treten vereinzelte Motive hervor\, wie Spuren und Schatten zufällig auftauchender Erinnerungen\, Energiefelder oder Emotionen. Sie bilden keine starren Zusammenhänge\, stattdessen kann sich ein gerade entstandenes Bild sofort wieder auflösen und in einzelne Partikeln zerfallen\, die sich eventuell wieder neu zusammenfügen.\nDarauf deuten unter anderem die Titel der Arbeiten hin: The Big Twilight Boom II\, das großformatige\, 6-teilige Werk\, das den Moment vor dieser Auflösung\, die maximale Verdichtung und den Zustand des Übergangs in eine unbekannte Zukunft zeigt. Im freien\, auf Zufall basierten Zusammenspiel der Bildelemente ist die Idee der ständigen Transformation inbegriffen.\nTamara K.E. begann ihre künstlerische Arbeit im Kontext der Düsseldorfer Kunstszene in den frühen 2000er Jahren. Sie studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München und an der Kunstakademie Düsseldorf\, an der sie 2004 ihren Abschluss machte. Seit 2010 lebt K.E. in Brooklyn / New York und Düsseldorf. \nDie Künstlerin ist bekannt sowohl für ihre radikalen\, sozial-kritischen\, konzeptuellen Gemälde\, als auch für ihre neusten Werke\, in denen sie mit visuellen Idiomen und den Möglichkeiten der neuen Technologien experimentiert.\nK.E. hat Georgien auf der 50. Biennale von Venedig 2003 vertreten und wurde zur 1. Prag Biennale 2003 eingeladen. Sie hat weltweit an Ausstellungen in namhaften Institutionen teilgenommen\, unter anderem im Haus Huth\, Daimler Contemporary Berlin; dem Sprengel Museum\, Hanover; der Whitechapel Gallery\, London; dem Central House of Artists\, Moskau; dem CoBrA Museum\, Amsterdam; dem Van der Heydt Museum\, Wuppertal;\nder Kunsthalle Hamburg. Ihre Werkgruppe Next Comes Democracy\, die sie in Zusammenarbeit mit der Galerie Hans Mayer (Düsseldorf) produzierte\, ist als Teil der permanenten Sammlung Daimler Contemporary im Haus Huth\, Berlin\, zu sehen. Zu K.E.‘s jüngsten Ausstellungen gehört „5 minutes of random love“ in der Galerie Beck & Eggeling Contemporary\, Düsseldorf\, im November 2019. \nGalerie Aurel Scheibler eröffnete im April 1991 in Köln und zog 2006 nach Berlin; zunächst mit einem Standort in Charlottenburg\, später in Kreuzberg. Im Sommer 2012 ist die Galerie Aurel Scheibler ans Schöneberger Ufer im Bezirk Tiergarten gezogen\, in ein historisches Gebäude\, das 1911 für den Verein der Berliner Künstlerinnen entworfen wurde. Später diente es auch Ferdinand Möller und den Brüdern Nierendorf als Galerieräume. \nDurch die Verflechtung des internationalen zeitgenössischen Galerieprogramms mit historisch bedeutungsvollen Werken des vergangenen Jahrhunderts hat sich Aurel Scheibler über die Jahre als eine exzeptionell individuelle Präsenz etabliert. Die Zusammenführung von Nachwuchskünstlern\, etablierten und historischen Künstlern in korrespondierend tiefgründigen Ausstellungen ist eine der beachtlichsten Eigenschaften der Galerie. \nBild/Text: PM Galerie Aurel Scheibler\, picture: Tamara K.E. „The Big Twilight BOOM II“ (aus der Serie: Farewelling Junkyard)\, 2020\, Archival Print auf Diafilm\, 6-teilig\, je 228 x 154 cm. All rights reserved by Tamara K.E. \n
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LOCATION:Aurel Scheibler\, Schöneberger Ufer 71\, Berlin\, 10785\, Deutschland
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SUMMARY:Umbo. Fotograf
DESCRIPTION:Umbo (Otto Umbehr) steht für eine Art „Urknall“ der modernen Fotografie Mitte der 1920er Jahre – so der Kunsthistoriker Herbert Molderings 1995 in seiner Retrospektive des Künstlers. Mit Ideenreichtum und Experimentierfreude prägte Umbo maßgeblich die Fotografie des Neuen Sehens. Er gilt als Erfinder des Bildes der Neuen Frau\, des neuen Bildes der Straße und der fotografischen Reportage schlechthin. Sein Name steht auch für den jugendbewegten Aufbruch der Wandervögel aus der Wilhelminischen Ära ins frühe Bauhaus und für die beflügelte Medienmetropole Berlin. Umbo ist zugleich der an sich zweifelnde junge Künstler\, der Dank der Impulse durch den Bauhauslehrer Johannes Itten und seinen Künstlerfreund Paul Citroen quasi über Nacht berühmt wurde\, und doch ein immer Bohemien\, ein ewig Suchender blieb.\nMit einer Auswahl von etwa 200 Werken sowie zahlreichen Dokumenten aus dem Nachlass des als Otto Maximilian Umbehr (1902–1980) geborenen Künstlers\, präsentiert die Berlinische Galerie nach dem Sprengel Museum Hannover die erste große Retrospektive seit 24 Jahren. Die Ausstellung feiert zudem die Erwerbung des Nachlasses Umbo die 2016 gemeinsam mit den Kooperationspartnern Bauhaus Dessau und Sprengel Museum Hannover dank der Finanzierung durch zahlreiche Unterstützer möglich wurde. \nDie Ausstellung wird finanziell unterstützt vom Sparkassen- Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes und von dem Förderverein Berlinische Galerie e.V. \n
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LOCATION:Berlinische Galerie\, Alte Jakobstraße 124 – 128\, Berlin\, 10969
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SUMMARY:Valerio Adami - Pop Art aus Italien: Galerie Michael Haas\, ab 21.2.2020
DESCRIPTION:Valerio Adami: Die Galerie Michael Haas eröffnet am 21. Februar eine Ausstellung mit Gemälden und Zeichnungen der 1960er Jahre von Valerio Adami (*1935). Der heute 84-jährige Valerio Adami ist ein Star der italienischen Pop Art. \nDie hier gezeigten Gemälde und Zeichnungen illustrieren Adamis Weg von Figuration\, über abstrakte Tendenzen\, hin zu der Verknüpfung von beidem. Die Werke umspannen die Zeit von 1956 bis 1969 und sind die Begleiter eines großen und schnellen Erfolges\, den Adami schon als Anfang 20-Jähriger erlebt. \n1955 hat er bereits seine erste Einzelausstellung in der Galleria Pater in Mailand. 1958 wird er mit seiner Kunst in der breiteren Öffentlichkeit präsent – durch Ausstellungen im Institute of Contemporary Art in London und in der Galleria del Naviglio in Mailand. 1964 bespielt er einen eigenen Raum auf der documenta III und bereits 1966 widmet ihm der Palais des Beaux-Arts in Brüssel eine Einzelschau. Er ist Teilnehmer der Biennalen in São Paulo\, Tokyo und Paris. 1968 zeigt er eine ganze Serie von in New York entstandenen Bildern in einem eigenen Raum auf der Biennale in Venedig und im Folgejahr widmet ihm das Museo de Bella Artes in Caracas eine Einzelausstellung. \nValerio Adami lässt sich durchaus auch von der amerikanischen Pop Art berühren\, will sich den neuen Bildträgern wie Filme\, Plakate\, Comics und Werbung nicht verwehren. Doch sie werden ab Ende der 1950er Jahre lediglich zu Versatzstücken in seinen Zeichnungen und Gemälden. Die urbanen Szenen sind ab Mitte der 1960er Jahre in flachen\, knalligen Farbflächen\, umrandet von schwarzen Linien beschrieben\, die Objekte in Einzelteile bis zur Unkenntlichkeit zerlegt und neu zusammengefügt. Adami zeigt nicht die Wirklichkeit\, wie sie vermeintlich ist\, sondern wie er sie empfindet. Er erzählt die Szenen\, die sich aus Gesehenem\, Traum\, Vorstellung\, autobiografischen\, politischen und sozialen Überlegungen zusammenfügen\, ganz neu und schafft seine unverwechselbare künstlerische Realität. \nEröffnung: Freitag\, 21. Februar 2020\, 19 – 21 Uhr\nAusstellungsdauer: 21.2. – 4.4.2020 \nDie Galerie Michael Haas wurde 1976 von Michael Haas in Berlin gegründet. Die Galeriearbeit widmet sich der Kunst der Klassischen Moderne\, der deutschen und internationalen Kunst nach 1945 und der Kunst der Gegenwart.\nIn mehr als 40 Jahren wurden international bekannte Künstler in Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert (z. B. Georg Baselitz\, Jean-Michel Basquiat\, Günther Brus\, Giorgio de Chirico\, Otto Dix\, Jean Dubuffet\, Jean Fautrier\, Hans Hofmann\, Ernst-Ludwig Kirchner\, Per Kirkeby\, A.R.\nPenck\, Arnulf Rainer\, Louis Soutter und Gerhard Richter).\nZwei weitere Schwerpunkte stellen der Kunsthandel sowie der Aufbau jüngerer künstlerischer Positionen dar (z.B. Nicole Bianchet\, Kerstin Grimm\, Leiko Ikemura\, Martha Jungwirth\, Dirk Lange\, Jakob Mattner\, Dimitris Tzamouranis und René Wirths).\nDie Galerie Michael Haas ist regelmäßig auf internationalen Kunstmessen wie der Art Basel und der Art Cologne vertreten. \nÖffnungszeiten: Montag – Freitag 9-18 Uhr\, Samstag 11-14 Uhr \nBild: Valerio Adami „L’uovo rotto“\, 1964\, Acryl auf Leinwand\, 195 x 345 cm © Adami & Galerie Haas \n
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LOCATION:Galerie Michael Haas\, Niebuhrstraße 5\, Berlin\, 10629\, Deutschland
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SUMMARY:Fazies - Schichtungen
DESCRIPTION:Formen und Farbigkeit der fragilen Papierobjekte von Alexandra Deutsch entstammen organischen und anorganischen Wel ten\, erinnern an exotische Pflanzen\, Meerestiere\, Fossilien oder Gesteinsformationen. Und doch sind sie abstrakt\, sprechen eine eigene Formensprache. Ihre Oberflächen sind durch Lamellen oder Faltungen strukturiert\,Tentakeln und Linien dehnen sich in den Raum aus. Der Kontrast von geschlossenen und offenen Formen\, Volumen und Leere\, Hell und Dunkel ist charakteristisch für ihre Arbeiten. Alexandra Deutsch (*1 968) lebt und arbeitet in\nWiesbaden.\nEva Walker lotet die Möglichkeiten und Grenzen der traditionellen Drucktechniken aus. In ihren neuen Unikat-Serien verwendet sie Papierschablonen\, die beim Tiefdruck das schwarze Büttenpapier abdecken und die im Hochdruck als farbige oder weiße Flächen abgezogen werden. Durch mehrfaches Überdrucken werden Schichten aufeinander\ngelegt oder wieder gelöscht\, verdichtet sich die Arbeit mit jedem Schritt. Die Komplexität der Schichtung lässt die Ebenen verschwimmen. Eva Walker (*1 981 ) lebt und arbeitet in Saarbrücken. \n
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LOCATION:Wichtendahl Galerie\, Carmerstr. 10\, Berlin\, 10623\, Deutschland
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SUMMARY:A Year Without the Southern Sun
DESCRIPTION:Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Ambivalenz des Anthropozän – die Konfrontation von Natur mit dem Menschen\, das in sich gleichermaßen Gewalt und Schönheit birgt.\nDer Ausstellungstitel basiert auf der Klimakatastrophe von 1816\, auch bekannt als das Jahr ohne Sommer\, als ein Ausbruch in Niederländisch-Ostindien (dem heutigen Indonesien) weltweit einen vulkanischen Winter auslöste und eine Klimakrise der westlichen Hemisphäre die Folge hatte. \nDie Gruppenausstellung zeigt eine Vielzahl von Werken von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart\, die dem Verhältnis zwischen Entkolonialisierung und Klimawandel thematisieren. \nKuratiert von Justin Polera \nPhoto Credits: Agnes Denes\, Wheatfield – A Confrontation: Battery Park Landfill\, Downtown Manhattan – Blue Sky With World Trade Center\, 1982\, Courtesy of Leslie Tonkonow Artworks + Projects \n
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LOCATION:XC.HuA Gallery\, Potsdamer Straße 81B\, Berlin\, 10785
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SUMMARY:Sehnsucht nach dem Jetzt
DESCRIPTION:Arbeiten von: Atsushi Fukunaga (Installation)\, Renate Herter (Fotografie\, Installation)\, Andreas Kempe (Video\, Hinterglasprojektion)\, Ulrike Kötz\, (Performance/Installation)\, Bärbel Möllmann (Camera obscura/Fotografie)\, Ulrike Möschel (Installation)\, Julia Murakami (Fotografie)\, Daniel Rode (Installation)\, Andreas Sachsenmaier (Arbeiten auf Papier)\, Thyra Schmidt (Siebdruck mit Audiocollage)\, Joachim Seinfeld (Objektkästen)\, Axel Töpfer/Jo Preußler (Collage und Installation)\, Rebecca Ann Tess (Fotografie)\, Klaus Walter (Lichtkasten/Malerei)\, André Werner (Videoinstallation)\, Sinta Werner (Fotografie/Objekte) u.a. \nKuratiert von Andreas Sachsenmaier\, Joachim Seinfeld\, Bärbel Möllmann\, Karin Scheel \n„Sehnsucht nach dem JETZT“ im Schloss Biesdorf ist erster Teil einer dreiteiligen Ausstellung in Berlin\, Dresden und Düsseldorf. Die Ausstellungsreihe kreist um die „Sehnsucht nach dem JETZT“\, diesen schwer fassbaren Moment des Gegenwärtigen. Damit das JETZT (be)greifbar werden kann\, muss das\, was davor und das\, was danach liegt\, mitgedacht werden. Diese drei Phasen – Vergangenheit\, Gegenwart\, Zukunft – sind daher die Schwerpunkte der Ausstellung\, wobei jeder Zeit eine kulturelle und gesellschaftspolitische Dimension zugeordnet wird. \nDer flüchtige und fragile Moment des JETZT lässt sich am besten im Augenblick des kreativen Schaffensprozesses einfangen. Folgerichtig beschäftigt sich der Berliner Auftakt im Schloss Biesdorf sowohl mit der Gegenwart als auch dem Moment des künstlerischen Schaffens. Siebzehn Künstlerinnen und Künstler stellen sich im Schloss Biesdorf dieser Herausforderung. \nVernissage am 23.02.202 von 18 bis 22 Uhr \n
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SUMMARY:Chroma
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SUMMARY:... aus der Luft - Zuzanna Skiba und Werner Drimecker
DESCRIPTION:Die Berliner Salongalerie „Die Möwe“ präsentiert in ihrer neuen Ausstellung „… aus der Luft“ Werke von Zuzanna Skiba und Werner Drimecker\, die nicht nur eine mehr als zwei Jahrzehnte lange Freundschaft\, sondern auch ihre Tätigkeit als Kartographen verband. Die Kartographie beeinflusste auch ihre künstlerische Arbeit und führte sie zu einer unverwechselbar individuellen Weltsicht und Bildsprache.\nSo setzt sich Werner Drimecker in seinen „Kopflandschaften“ mit dem Erlebnisraum Landschaft und dem Denkraum Kopf auseinander\, während Zuzanna Skibas Arbeiten ebenso als Magnetfelder oder Luftbilder wie auch als mentale Landschaften betrachtet werden können. In ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung\, die vom 28. Februar bis zum 23. Mai 2020 zu sehen ist\, treten die Werke beider Künstler in einen wortlosen und dennoch beredten Dialog miteinander. \n
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LOCATION:Salongalerie ››Die Möwe‹‹\, Auguststr. 50 b\, Berlin\, 10119\, Deutschland
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SUMMARY:Chroma - Sabine Laidig
DESCRIPTION:Kang Contemporary is pleased to announce the exhibition:\nCHROMA SABINE LAIDIG\nVERNISSAGE\nTHURSDAY\, FEBRUARY 27\, 2020 AT 19:00\nIntroduction: Dr. Sibylle Badstübner-Gröger\, art historian \nexhibition duration\nFebruary 28\, 2020 – April 17\, 2020\nTue-Sat: 2-6pm and by appointment \n
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SUMMARY:Die Ausstellung "Monet. Orte" im Museum Barberini
DESCRIPTION:Vom 29. Februar bis zum 1. Juni 2020 widmet das Museum Barberini dem französischen Impressionisten Claude Monet (1840–1926) eine groß angelegte Retrospektive. Die Ausstellung Monet. Orte versammelt rund 110 Gemälde aus sämtlichen Schaffensphasen des Malers und erforscht seine Darstellungen von Orten und Landschaften\, die die Entwicklung seines Stils mitbeeinflusst haben – von den Großstädten Paris und London sowie den Seine-Dörfern Argenteuil\, Vétheuil und Giverny über die Küsten der Normandie und der Bretagne bis hin zu südlichen Reisezielen wie Bordighera\, Antibes und Venedig. Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen zahlreiche Gemälde von Monets Garten und Teich in Giverny\, darunter mehrere seiner weltberühmten Seerosenbilder. \nIn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte das Aufkommen des Impressionismus zu einer radikalen Veränderung der europäischen Landschaftsmalerei. Einer der einflussreichsten Vertreter der Bewegung war Claude Monet\, dessen künstlerische Laufbahn mehr als sechs Jahrzehnte umfasste. Zeit seines Lebens galt Monets besonderes Interesse stimmungsvollen Naturdarstellungen\, die von einer grenzenlos experimentierfreudigen Erforschung von Farbe\, Schatten und Licht geprägt waren. Inspiriert von seinem künstlerischen Austausch mit Eugène Boudin und Johan Barthold Jongkind\, radikalisierten seine frühen Landschaftsbilder die Praxis der Freiluftmalerei. Wie viele seiner impressionistischen Kollegen lehnte Monet das traditionelle Arbeiten im Atelier weitgehend ab und malte stattdessen in freier Natur und direkt vor dem Motiv. Dabei maß er der situativen Erkundung spezifischer Landschaften und Orte besondere Bedeutung zu\, von der sonnendurchfluteten Riviera oder der rauen Meeresküste der Belle-Île in der Bretagne bis hin zu den malerischen Ufern der Seine. Im Zentrum seiner künstlerischen Praxis stand der Wunsch\, flüchtige Natureindrücke zu erfassen\, wobei er selbst den subtilsten Veränderungen atmosphärischer Effekte malerischen Ausdruck verleihen wollte. „Für mich existiert eine Landschaft niemals an und für sich\, denn ihre Erscheinung verändert sich mit jedem Augenblick“\, erklärte Monet 1891. „Aber sie wird lebendig durch ihre Umgebung\, die Luft und das Licht\, die sich ständig verändern. (…) Für mich ist es nur die Umgebung\, die den Motiven ihren eigentlichen Wert verleiht.“ \nIn Zusammenarbeit mit dem Denver Art Museum organisiert das Museum Barberini zurzeit eine umfangreiche Monet-Retrospektive\, welche die Rolle der Orte erforscht\, die den Maler inspirierten\, sowie seine Herangehensweise an die Darstellung ihrer spezifischen Topographie und Lichtstimmungen. Von seiner ersten bekannten Komposition aus dem Jahr 1858 bis zu den späten Bildern seines Landhauses und Wassergartens in Giverny bietet die Ausstellung einen weitläufigen Überblick über sein gesamtes Schaffen und beleuchtet Monets herausragende Stellung innerhalb der französischen Avantgarde seiner Zeit. Somit greift die Werkschau auch Fragen auf\, die bereits 2017 bei der Eröffnungsausstellung des Barberini verhandelt wurden\, die unter dem Titel Impressionismus. Die Kunst der Landschaft mehr als 320.000 Besucherinnen und Besucher angezogen hat. Kurator Daniel Zamani erläutert: „Monets Schaffen ist in der kunsthistorischen Forschung intensiv untersucht worden\, aber unser Fokus auf die Orte\, die ihn inspirierten\, eröffnet neue Einblicke in seine künstlerischen Interessen und Methoden. Wir wollen zeigen\, wie wichtig bestimmte Landschaften an entscheidenden Wendepunkten von Monets Karriere waren\, und genauer untersuchen\, wie und warum diese Orte die Entwicklung seiner Malerei beeinflusst haben.“ Museumsdirektorin Ortrud Westheider ergänzt: „Monet war nicht nur einer der begnadetsten Landschaftsmaler des Impressionismus\, sondern einer der radikalsten und fortschrittlichsten Künstler seiner Generation. Werke wie die ikonischen Bilder der Seerosen und des Teichs in Giverny weisen bereits den Weg hin zur Abstraktion und ziehen uns auch heute noch in den Bann durch ihre expressive Ausdruckskraft und visuelle Opulenz.“ \nIn Potsdam umfasst die Monet-Retrospektive rund 110 Gemälde\, darunter bedeutende Leihgaben aus dem Musée d’Orsay und dem Musée Marmottan in Paris\, der National Gallery in London\, dem Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid\, dem Metropolitan Museum of Art in New York\, dem Van Gogh Museum in Amsterdam und der National Gallery of Art in Washington. Ergänzt werden diese Arbeiten durch zahlreiche Meisterwerke aus internationalen Privatsammlungen\, die der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich sind\, darunter mehrere Leihgaben aus der Sammlung Hasso Plattners\, Gründer und Mäzen des Museums Barberini. „Als Sammler gilt Hasso Plattners Leidenschaft insbesondere impressionistischen Landschaftsbildern“\, erklärt Ortrud Westheider. „Ich freue mich daher außerordentlich\, dass er diese Ausstellung mit einem so großzügigen Konvolut an Leihgaben ermöglicht hat. Angesichts seiner engen persönlichen Verbindungen zu den USA und der dort fest verankerten Tradition des Mäzenatentums ist es eine wunderbare Konstellation\, dass wir dieses ambitionierte Projekt in Kooperation mit dem Denver Art Museum realisieren können.“ \nBis zum 17. Februar 2019 zeigte das Museum Barberini eine umfangreiche Retrospektive zum französischen Neoimpressionisten Henri-Edmond Cross\, der Monet zutiefst bewunderte und in dessen Œuvre Landschaftsdarstellungen ebenfalls eine herausragende Rolle spielen. \n
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LOCATION:Museum Barberini\, Humboldtstraße 5–6\, Potsdam\, Brandenburg\, 14467\, Deutschland
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SUMMARY:Moving Energies – 10 years me Collectors Room Berlin
DESCRIPTION:10 Jahre me Collectors Room Berlin – dieses Jubiläum wird vom 29. Februar bis 17. Mai 2020 mit einem sehr persönlichen Einblick in die Olbricht Collection und die Aktivitäten der Stiftung gefeiert. \n
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SUMMARY:Silvia Klara Breitwieser | Essenzen 1972-2020
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SUMMARY:Silvia Klara Breitwieser | Essenzen 1972-2020
DESCRIPTION:Silvia K. Breitwieser versteht Kunst als Zeitzeugnis und Forschung\, ihr Werk ist der gesellschaftlichen Bezugnahme\, Historie und Histologie und dem Erinnern verbunden – als Konstante ihrer bildhauerischen Arbeit. \n
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SUMMARY:Carbon Dreams\, Zeichnung als Idee
DESCRIPTION:„Carbon Dreams“\nAusstellung vom 4. März bis 25. April 2020 \nAusstellungseröffnung am 3. März 2020\, 18-21 Uhr\nBegrüßung und Einführung um 19 Uhr durch die Kuratorinnen Elena Gavrisch und Alexandra Wolframm \nZeichnungen von Ursula Achternkamp\, Yvonne Andreini\, Elena Gavrisch\, Jarek Grulkowski\, David Krippendorff\, Ulrike Mohr\, Diana Legel\, Juliane Schmidt\, Alexandra Wolframm\nund Blätter aus der Kunstsammlung Pankow \nCarbon Dreams widmet sich dem Thema Kohle\, die seit Jahrhunderten als Energieträger dient. Sie ist auf besondere Art der Geschichte des Ausstellungsortes verbunden. So wurde im ehemaligen Städtischen Gaswerk in der Danziger Straße ein Jahrhundert lang Stadtgas aus Kohle gewonnen. Kohle ist zudem seit jeher ein Instrument zur bildlichen Darstellung.\nViele Berliner Künstlerinnen und Künstler beschäftigten sich in ihren Arbeiten mit dem Gaswerk\, welches das Leben des Bezirks bis 1981 prägte. Im lokalen und globalen Kontext war Kohle lange Zeit entscheidend für den industriellen Aufstieg und Wohlstand der westlichen Welt. Heute ist das Zeitalter der fossilen Energiegewinnung in der Krise.\nDie Arbeiten der Ausstellung werfen hierzu Fragen auf\, denn kaum ein anderes Thema im öffentlichen Diskurs ist so durch Grauzonen geprägt wie die Frage der Energieversorgung im Kontext von Umwelt und Gesellschaft. Der spielerisch-analytisch Ansatz\, der den künstlerischen Arbeiten zugrunde liegt\, liefert Ideen zur Reflektion menschlichen Daseins und Handelns. \nDie Ausstellung ist aus dem Projekt „Zeichnung als Idee“ der Künstlerinnen Alexandra Wolframm\, Juliane Schmidt\, Diana Legel und Elena Gavrisch entstanden. Seit 2015 widmen sie sich in einer Reihe von Ausstellungen dem konzeptuellen Potenzial der Zeichnung als Instrument zur Untersuchung und Erkenntnis der Welt sowie der Erweiterung seines Begriffs mit den Mitteln der Medien und Ausdrucksformen zeitgenössischer Kunst. \n
URL:https://www.kunstleben-berlin.de/event/carbon-dreams-zeichnung-als-idee/
LOCATION:Galerie Parterre Berlin\, Danziger Straße 101\, Haus 103\, Berlin\, 10405\, Deutschland
CATEGORIES:Ausstellung
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