Vom kleinen Kölner Comic-Laden zum globalen Imperium der Ästhetik: Benedikt Taschen feierte am 10. Februar 2026 seinen 65. Geburtstag. Ein Grund für Kunstleben Berlin, auf eine beispiellose Karriere zurückzublicken, die die Welt der Kunstbücher für immer verändert hat.
Wer hätte 1980 gedacht, dass aus dem 18-jährigen Jungen, der in einem kleinen Laden in der Kölner Innenstadt Comics unter dem Namen „Taschen Comics“ verkaufte, einmal der einflussreichste Kunstverleger der Welt werden würde? Heute, zu seinem 65. Ehrentag, ist der Name TASCHEN ein Synonym für Qualität, Mut zum Risiko und eine Prise Provokation.
Von Comics zu den „Sumo“-Giganten
Benedikt Taschen hat das geschafft, was viele in der Verlagsbranche für unmöglich hielten: Er machte das Kunstbuch zum Lifestyle-Objekt. Seine Strategie war von Beginn an genial: Einerseits brachte er erschwingliche Bildbände in hohen Auflagen auf den Markt, die Kunst für jedermann zugänglich machten. Andererseits schuf er das Segment der „Collector’s Editions“ – monumentale Werke, die selbst zu Kunstobjekten wurden.

Unvergessen bleibt das legendäre „Sumo“-Buch von Helmut Newton aus dem Jahr 1999: 30 Kilo schwer, mit eigenem Metallständer von Philippe Starck geliefert. Es war ein Statement: Hier wird Kunst nicht nur abgebildet, hier wird ihr ein Denkmal gesetzt.
Ein Leben zwischen Köln, Berlin und L.A.
Die Stationen seines Lebens lesen sich wie eine Erfolgsgeschichte der Globalisierung. Von den Anfängen in Köln (wo das Stammhaus in einer prachtvollen Gründerzeitvilla residiert) bis hin zur Eroberung der USA. In Los Angeles bewohnt er das berühmte „Chemosphere“-Haus, ein architektonisches Juwel, das perfekt zu seinem Sinn für das Außergewöhnliche passt.

Doch trotz der globalen Präsenz mit Flagship-Stores in Paris, London, New York und natürlich Berlin, ist Benedikt Taschen im Kern ein Enthusiast geblieben. Seine Zusammenarbeit mit Legenden wie Muhammad Ali, David Hockney, Sebastião Salgado oder den Beatles-Ikonen Paul McCartney und Ringo Starr zeigt sein Talent, die größten kreativen Köpfe unserer Zeit für seine Vision zu gewinnen.

Die nächste Generation
Mit 65 denkt Taschen noch lange nicht an den Ruhestand, doch die Weichen für die Zukunft sind gestellt. Seine Tochter Marlene Taschen hat bereits vor einigen Jahren die Geschäftsführung übernommen und führt das Erbe mit dem gleichen Gespür für Ästhetik und Marktgespür fort, das ihren Vater auszeichnet.
Benedikt Taschen hat bewiesen, dass man mit Leidenschaft für das Schöne und einem unbeirrbaren Glauben an die Qualität des gedruckten Buches auch im digitalen Zeitalter bestehen kann. Seine Bücher sind Fenster in Welten – von der Fotografie über Architektur und Design bis hin zur Popkultur.
Wir von Kunstleben Berlin ziehen den Hut vor dieser Lebensleistung und sagen: Herzlichen Glückwunsch, Benedikt Taschen! Auf viele weitere Jahre voller inspirierender Seiten.

Beitragsbild: Junger Benedikt im Comic-Laden (S/W) | Credit: © Rita Kohmann


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