KIK EIGHT zeigt am 4. März “Ganz großes Kino”

Ganz großes Kino, KIK, Freedom & Independence Still 3

“Ganz großes Kino” ist eine Redensart aus der deutschen Umgangssprache – eine anerkennende Beschreibung für ein reales Ereignis oder eines Films, oft auch ironisch als Verhöhnung des Theaters des täglichen Lebens gemeint.

Ganz großes Kino, KIK, Freedom & Independence Still 2
Ganz großes Kino, KIK, Freedom & Independence Still 2

 

Kino war schon immer eine Art des Reisens ohne zu Reisen – bewegte Bilder bewegen uns.
In einer Zeit der beispiellosen Mobilität, wird das Leben zunehmend filmartig. Geschichten der großen Leinwand schwappen in die Realität alltäglicher Nachrichten über. Katastrophenszenarien, wie Kriege, Bomben, Krankheit, Naturkatastrophen, ein unwiderruflich steigende Meeresspiegel… Ist es Hollywood oder CNN?

Während viele ums Überleben kämpfen, surfen wir – die Privilegierten. Wir surfen im Internet, im fließenden Strom des Informationszeitalters. Wir sind ständig mit Smartphones und iPads Apps verbunden; überflutet mit Bildern, Texten und tweets; schonungslos bombardiert mit Ereignissen, Einladungen und Angeboten. Wir leben das Leben des Perpetuum mobile, von einer Information zur nächsten, von einer Chance zur anderen und von einem Ort zum nächsten. Mobilität – sowohl geografische, als auch soziale – vor kurzem noch das Privileg einiger Weniger – wird heutzutage als ein selbstverständliches Grundrecht der Mehrheit angesehen. Aber wo Menschen ungehindert den Ort wechseln können, führen offenen Grenzen auch leider zu “Grenzen im Kopf”. In ganz Europa ist der Nationalismus auf dem Vormarsch; Andersheit wird durch Offenheit verschärft. Grenzen, die für einige Wenige mehr und mehr offen sind, bleiben für viele Andere verschlossen. Mit einer Geschichte, in der Millionen vertrieben wurden, will Berlin es wieder gut machen und versucht sich neu zu erfinden, als die Go-to-Hauptstadt des Mobilitätszeitalters.

In der geographischen Mitte Europas, agiert Berlin als Strudel, der die coolen jungen Dinge aus Kunst, Mode, Medien und Musik ansaugt; Berufstätige und Touristen, Wanderarbeiter und Flüchtlinge. Berlin ist eine Stadt der Migranten, wo jeder immer von anderswo herkommt, von irgendwo, aber nicht von hier. Es ist eine Stadt von mobilen Menschen und bewegten Bildern. Berlin ist ein Boxenstopp im Rennen des Aufstiegs; ein Ort dazwischen; eine ideale Bühne für das Anderssein; ein Bildschirm, um auf ihn unser Leben zu projizieren, im Vorbeirauschen, zur nächsten hellen Ablenkung in dieser Zeit der Vergänglichkeit.

Ganz großes Kino, KIK, Freedom & Independence Still 1
Ganz großes Kino, KIK, Freedom & Independence Still 1

 

“Ganz großes Kino” ist eine Ausstellung mit Kunst aus anderen Ländern, über das Anderssein, unterwegs, irgendwo anders. Es ist eine Co-Kuration von drei in Berlin ansässigen Kuratoren – Rachel Rits-Volloch von MOMENTUM, Constanze Kleiner und David Szauder, mit Beiträgen von ikonoTV und Studenten der Bjørn Melhus Virtual Realities Klasse der Universität Kassel.

Es ist eine zeitlose Ausstellung zeitbasierter Kunst, indem die menschlichen Dramen alter Meister zusammen mit den digitalen Dramen unserer Zeit vereint werden. Von Caravaggio bis zur Gegenwart bleiben im Laufe der Jahrhunderte menschlichen Dramen dieselbe: Krieg und Krankheit, Liebe und Schönheit, religiöse Aufruhr. Dies sind die Realitäten des Lebens, das Thema der Kunst. Im Zeitalter der Masseninformation und Massenvernichtungswaffen, ist unsere globale politische Verflechtung das größte “Ganz großes Kino” von allen: Kino International!

In dem dieses ikonenhafte Kino als Schauplatz benutzt wird, um das Theater des Lebens und die Kunst in Berlin zu beleuchten, ist “Ganz großes Kino” unsere Antwort auf das Leben in einer Zeit der Verschiebung und Zerstreuung, in einer Stadt, die sich permanent im Wideraufbau befindet, sich ständig irgendwo anders hin entwickelt.

Mit Arbeiten von:

Qiu Anxiong, Andreas Blank, Böcklin, Botticelli, Nicky Broekhuysen, Breugal, Caravaggio, Jan Cuck, Dürer, Nezaket Ekici, Thomas Eller, Theo Eshetu, Amir Fattal, Caspar David Friedrich, Géricault, Annika Glass, Paula Godinez, Goya, Mariana Hahn, Constantin Hartenstein, Hiroshige, Olaf Holzapfel, Hokusai, Jarik Jongman, Kandinsky, Gülsün Karamustafa, Hannu Karjalainen, Ola Kolehmainen, David Krippendorff, Via Lewandowsky, Joop van Liefland, Fang Lu, Sarah Lüdemann, Mayakovsky, Bjørn Melhus, Mondrian, Timea Oravecz, Piranesi, Stefan Rinck, Maik Schierloh, David Szauder & Anna Reka Baktay, Van Gogh, Mariana Vassileva, Alexandra Vogt, Clemens Wilhelm, Clara Winter

Ganz großes Kino

Freitag 4. März 2016 ab 21 Uhr bis spät

KIK (kino – international – kunst)

Karl-Marx-Allee 33, 10178 Berlin

Veröffentlicht am: 19.02.2016 | Kategorie: Ausstellungen, Kunst, | Tag: Ganz großes Kino, Kalender, KIK (kino – international – kunst), Pressemitteilung,

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