Mariä Himmelfahrt: Enthüllte Menschen in der neuen Galerie Silber & Salz

Maria – die Unschuldige, die Gottesmutter, die Heilige – war jahrhundertelang das Idealbild der perfekten Frau. Undenkbar, sie als „enthüllten Menschen“ – dieses so omnipräsente Sujet der Kunstgeschichte – zu zeigen.

Mariä Himmelfahrt: Enthüllte Menschen

Der Titel der neuen Ausstellung in der Galerie Silber & Salz impliziert genau diese Unschuldsvermutung, die durch die teils drastischen, teils subtilen Werke der ausstellenden Künstler durchkreuzt wird.

Ab 15. August wollen Juana Anzellini, moseke&pelda und Chris Schmid im Schiffscontainer auf dem Holzmarktgelände mit ihren Zeichnungen, Malereien und Fotografien eine provokant, intime Atmosphäre des menschlichen Seins schaffen.

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In den Arbeiten der vier Künstler wird der Akt zum Lebenszeichen der menschlichen Raison d’Être. Was ist vertretbar, zumutbar, relevant? Provokation, Moral, Schuld, Tabu sind die Schlüsselbegriffe, die sie in einen Bezug zu aktuellen Positionen der Aktdarstellung bringen wollen. So verharren weibliche Körper in scheinbar demutsvoller Haltung, während ein Mann in ihrer Mitte triumphierend die Arme reckt. Aber nichts ist so wie es zu sein scheint. Vielleicht ist es doch die Trauer Marias und Maria Magdalenas um den Gekreuzigten?

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Juana Anzellini ist in Kolumbien geboren und aufgewachsen. Zurzeit absolviert sie ihr Masterstudium in Bildender Kunst am Caspar-David-Friedrich-Institut Greifswald. Ihre künstlerische Arbeit ist fokussiert auf Malerei, Zeichnung und Drucktechniken. Die Aktzeichnung ist für sie wie ein Labor, in dem über die menschliche Figur auf der Grundlage von Variationen und Verhältnissen von Linien, Flächen und Farben experimentiert wird. Juana ist seit 2009 auf internationalen Ausstellungen vertreten.

Für das Künstlerduo moseke&pelda ist in ihrer Aktmalerei vor allem der Einfluss des Models auf das Werk relevant. Öl auf Leinwand versteht sich für sie ähnlich der Photographie als Zeitzeuge des Augenblicks, ungeniert und trotzig. Matthias Moseke und Mathias Pelda arbeiten seit einem Jahrzehnt zusammen an gemeinsamen Werken.

Chris Schmid, freischaffender Fotograf und Containerman der Silber & Salz Galerie, zeigt natürlich analoge Fotografie. Als Galerist generiert er das Zusammenspiel verschiedener Perspektiven in seinem Kunstraum.

Berlins neue Fotogalerie konzentriert sich vorrangig auf analoge Schwarzweißfotografie und zeigt diese in all ihren Facetten. Silber & Salz soll aber vor allem auch eine experimentierfreudige, sich stetig wandelnde Plattform künstlerischer Ausdrucksformen und Kooperationen sein. Galerist Chris Schmid über die Erweiterung des Konzeptes: „Alle malen auf ihre Art, die eine mit Tusche, die anderen mit Öl und der dritte mit Licht.“

Silber & Salz befindet sich in einem schwarzen Überseecontainer auf dem Holzmarktgelände. Unter dem Namen Holzmarkt wird das Gelände an der Spree zum Platz für urbane Kreativität ausgebaut – Kunst und Kultur sind dabei integrale Bestandteile des Konzeptes der Holzmarkt-Genossenschaft.

Mariä Himmelfahrt

15. August bis 1. Oktober

Vernissage: Samstag 15. August 2015 ab 18:00 Uhr

Galerie Silber und Salz

Holzmarktstraße 19 – 23

An der Michaelbrücke, 10243 Berlin auf dem Eckwerk Campus

 

 

Veröffentlicht am: 05.08.2015 | Kategorie: Ausstellungen, Kunst, | Tag: Fotografie, Silber und Salz,

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