Ein goldener Glanz liegt über der Stille, während ein unscheinbarer Sperling die Führung der Seelen übernimmt. In der Ausstellung Michael Triegel Galerie Schwind verschmelzen antike Mythologie und christliche Ikonografie zu einer bildgewaltigen Gegenwart. Triegel, der Meister der Neuen Leipziger Schule, entführt dich in eine Welt, in der Pergament fast körperlos wirkt und Stillleben eine spirituelle Tiefe erreichen, die weit über das Sichtbare hinausgeht. Das zentrale Werk „Doxa“ stellt die Frage nach der Herrlichkeit im Alltäglichen – ganz im Sinne Goethes „farbigem Abglanz“. Wer die Präzision alter Meister liebt und gleichzeitig moderne Fragen an das Göttliche stellt, findet in der Michael Triegel Galerie Schwind Schau einen Ort der Kontemplation. Ein besonderes Highlight: Zeitgleich startet der Kinofilm über sein spektakuläres Altar-Projekt im Vatikan.
Michael Triegel Galerie Schwind: Doxa und der Schein der Dinge
Vom 31. Januar bis zum 21. März 2026 zeigt die Galerie Schwind in Berlin die neusten Gemälde und Pergament-Arbeiten von Michael Triegel, einem der profiliertesten Vertreter der Neuen Leipziger Schule – bekannt für seine altmeisterliche Bildsprache und die zeitgenössische Deutung religiöser und mythologischer Themen. Im Mittelpunkt steht das Gemälde Doxa, in dem Triegel die Frage nach der Herrlichkeit Gottes und ihrer sinnlichen Erscheinung in der Welt verhandelt. Der Titel „Doxa“ verweist auf den griechischen Begriff für „Glanz“, „Ruhm“ oder „Herrlichkeit“. Triegel knüpft damit an die Vorstellung an, dass sich das Göttliche im Sichtbaren, im „Schein der Dinge“ andeutet.
Mythos und Materie: Der Psychopompos in der Michael Triegel Galerie Schwind
In der Bildkomposition begegnet der Betrachter einem komplexen Gefüge aus Figuren, Symbolen und Anspielungen. Eine zentrale Rolle spielt der Psychopompos, der Seelenführer der Griechen. Doch nicht die Figur im Prunkmantel führt, sondern ein unscheinbarer Sperling, der als Stellvertreter des Hermes die verletzten Flügel der Seelen begleitet. Flankiert werden die Gemälde von Stillleben auf Pergament, in denen Michael Triegel seine Auseinandersetzung mit Erscheinung, Materialität und Transzendenz in konzentrierter Form fortführt. Die feine, durchscheinende Struktur des Pergaments verleiht den Motiven eine nahezu körperlose Präsenz.
Filmpremiere: Triegel trifft Cranach
Parallel zur Ausstellung in der Michael Triegel Galerie Schwind feiert der Kinofilm „Triegel trifft Cranach“ über die Entstehung des Naumburger Altars seine Premiere. Regisseur Paul Smaczny begleitete Michael Triegel mehrere Jahre lang während der Entstehung des viel diskutierten Naumburger Altars, der sich zurzeit im Vatikan befindet. Direkt nach der Ausstellungseröffnung in der Galerie Schwind findet die Premiere im Filmtheater am Friedrichshain statt. Offizieller Kinostart ist der 5. Februar.
Michael Triegel. Neue Arbeiten
31. Januar – 21. März 2026


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