Raimund Lampert – Künstlerportrait

Früher waren Mensch und Maschine ein beliebtes Thema in der Kunst, heute sind es der Mensch und die digitale Welt. Sicher, weil sich das Verhältnis verschoben hat, weil wir immer öfter vor Bildschirmen sitzen, statt an großen Rädern zu drehen.

Auch für  den Künstler Raimund Lampert, der in München geboren ist, Informatik und Tontechnik studiert hat und anschließend seine Karriere in der Softwareentwicklung für verschiedene Medienunternehmen aufnahm, ist heute das Zusammenspiel von Computer-Technologie und menschlicher Kreativität eines seiner Hauptthemen.

Wie aber kommt jemand, der viele Jahre als Geschäftsführer einer Softwarefirma gearbeitet hat, dazu, die Tastatur – symbolisch betrachtet – gegen den Pinsel zu tauschen? Für Lampert spielte der künstlerische und kreative Ansatz als Ausgleich zu Business und Technologie von Beginn an eine wichtige Rolle. Zunächst fand er diesen Ausgleich in der Musik, wo er für Film und Theater komponierte, später – auf der Suche nach neuen Ausdrucksmitteln, entdeckte er ihn in der Malerei und der digitaler Kunst.

Irgendwann wurde aus dem „Nebenbei“, aus dem Ausgleich mehr, sodass Lampert 2009 seine Anteile an einem Software-Unternehmens verkaufte und sich schließlich ganz der Malerei und der digitalen Kunst widmete. Seine Werke wurden von Anfang an mit großem Interesse wahrgenommen, bis heute haben sich zahlreiche Gemälde und Drucke weltweit verkauft. Malerei und digitale Kompositionen bildeten für Lampert nie einen Widerspruch, er unterteilt nicht in real und virtuell –  im Gegenteil: für ihn ergänzen sie sich und erweitern den Schaffensraum. Er nutzt die Malerei, die Fotografie, die Digitale Bearbeitung und Print gleichsam als Möglichkeiten des Ausdrucks, die sich gegenseitig ergänzen, und ihn in ihrer ganzen Vielfalt inspirieren.

Innenleben 2 All pictures © 2015 RAI  - Raimund Lampert - Berlin All rights reserved.
Innenleben 2
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Digitale Kompositionen

Deutlich wird das in seinen „digitalen Kompositionen“. Hier erkundet Raimund Lampert die Grenzen zwischen Malerei und Fotografie. Nur einige der Werke sind „bearbeitete Bilder“, in denen der ursprüngliche Inhalt des Fotos noch erkennbar bleibt. Die meisten Werke entstehen aus kleinen Fotodetails, die dann bearbeitet wurden und zusammengesetzt ein neues Bild formen. So sind die „Fotoschnipsel“, die aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgelöst wurden, vergleichbar mit einem einzigen Pinselstrich in einem Gemälde. Durch Reflexion, Überlagerung, Wiederholung und Reduktion lässt Lampert neue Ebenen entstehen, baut neue Strukturen auf. Trotz der Dichte lassen diese Ebenen und Strukturen dem Betrachter genügend Raum für die eigene Vorstellungskraft.

schiffsverkehr 1 All pictures © 2015 RAI  - Raimund Lampert - Berlin All rights reserved.
schiffsverkehr 1
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Innenleben

„Innenleben“ beschäftigt sich mit Strukturen und Form. Auf der Grundlage einer anorganischen Struktur (Detailaufnahmen von Alufolie die in einen organischen Kontext/einer organischen Form gezeigt werden) entstehen Bilder, die einem das Gefühl geben, in das Innenleben eines Organismus‘ einzutauchen. Die heute allgegenwärtige glatte Oberfläche ist entfernt, sodass man „hineinsehen“ kann. Innenleben weckt die Neugier. Man fragt sich fast zwangsläufig, ob diese Strukturen nicht überall vorhanden sind und erst durch die Form, die Kontur gesehen und interpretiert werden können.

aluminimum foil - detail All pictures © 2015 RAI  - Raimund Lampert - Berlin All rights reserved.
aluminimum foil – detail
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Veröffentlicht am: 04.08.2015 | Kategorie: Künstler entdecken, | Tag: Raimund Lampert,

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