Mit Profondeville taucht Thomas Zipp in innere Landschaften ein, in denen Erinnerung, Trauma und Kontrolle wie unsichtbare Strömungen aufeinandertreffen. Seine Arbeiten wirken wie Fragmente aus Traum und Wissenschaft zugleich – mal kühl sezierend, mal surreal aufgeladen. Räume werden zu Spiegeln, Häuser zu Körpern, Schatten zu Stimmen. Zwischen Fakt und Fiktion entfaltet sich ein Kosmos, der irritiert und fasziniert, weil er uns zwingt, die eigenen Grenzen zwischen Realität und Vorstellung neu zu verhandeln.
Galerie Barbara Thumm präsentiert mit Profondeville die erste Soloausstellung von Thomas Zipp unter eigenem Titel beim Berliner Kunstfestival Art Week 2025. Vom 12. September bis zum 25. Oktober entfaltet hier ein Körper neuer Werke sein Spannungsfeld zwischen Realität, Erinnerung und spekulativem Imaginären.
Profondeville vertieft Zipps künstlerischen Fokus auf das Zusammenspiel von Kontrolle, Trauma und Bewusstsein. Sein Werk öffnet Räume, in denen Wissenschaft und Aberglaube ebenso präsent sind wie persönliche Biografien. Bildsprachen aus Medizin, Psychologie, Pharmakologie, kombiniert mit surrealer Ikonografie und einer poetikgeladenen Ästhetik, lassen Grenzen zerfließen: zwischen sichtbarer und unsichtbarer Welt, zwischen dem Beobachter und dem Beobachteten.
Ein zentrales Motiv der Ausstellung ist das Haus – nicht nur als physischer Ort, sondern als psychische Struktur, als Grenzraum der Identität. In Werken wie Blind Spot Detecting Unit (Profondeville), 2022, nimmt Zipp das Bild eines Hauses, das zugleich Zuflucht und Spiegel ist, als Ausgangspunkt. Leer stehende Räume, Fenster, Türen, aber auch Schatten und geisterhafte Formen verweisen auf Präsenz und Leere, auf Verdrängung und Erinnerung.
Zipp, geboren 1966 in Heppenheim und seit vielen Jahren in Berlin tätig, arbeitet genreübergreifend: Malerei, Installation, Skulptur und Performance verschränken sich in seiner Praxis. Mehrfach hat er seine Arbeiten in Gruppenausstellungen präsentiert, darunter zuletzt bei Anti Pop II – Profondeville markiert nun einen Wendepunkt: es ist eine Einladung zur Tiefe, zur Konfrontation mit dem Ungewissen.
Die Ausstellung ist kein ruhiges Zurückblicken, sondern ein lebendiger Vorschlag, wie man mit Erinnerungen, der Vergangenheit und mit eigener Wahrnehmung ringen kann. Die Werke ziehen den Betrachter hinein in ein Spiel aus Licht und Dunkel, Geometrien und organischen Formen, in Räume von innerer Spannung und poetischer Mehrdeutigkeit.
THOMAS ZIPP – Profondeville
Berlin Art Week 2025
12. September – 25. Oktober, 2025


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