Yaam: Wenn Kunst Brücken baut – Gaza meets Berlin

Es gibt wohl in Berlin kaum einen Ort, der multikultureller ist als das Yaam. Seit rund 20 Jahren ist der Club ein Teil Berlins, trotzdem mussten die Betreiber über viele Jahre um seine Existenz bangen, von einem Ort zum anderen ziehen. Jetzt hat das Yaam seine Heimstadt an der Schillingbrücke und schickt sich laut eigener Aussage an “das beste Yaam aller Zeiten zu schaffen, einen Club, der mehr denn je viel mehr ist als ein Club.” Das Yaam ist ein Ort für alle. Und am Dienstag, den 23. Juni ist das Yaam ganz besonders ein Ort für die Menschen in Gaza.

“Wer heute im Gazastreifen seinen zehnten Geburtstag feiert, der hat bereits drei Kriege miterlebt. Der letzte ist nun ein Dreiviertel Jahr her, aber es liegt immer noch alles in Trümmern. Eine Mauer trennt den Gazastreifen vom Rest der Welt ab und macht ihn somit zum größten Freiluftgefängnis der Erde. 1,8 Millionen Menschen werden von der Mauer erdrosselt und deshalb sagen wir „Break the wall!“. Das ist unser stiller Schrei; die unterdrückerische Politik Israels muss angeklagt werden, Solidarität mit Gaza muss gezeigt werden.” so die Organisatoren der Veranstaltung.

IMG_5935
Streetartkunst im Hintergrund des Yaam (@vhils)

Sie sind kein Verein, keine politische Organisation, sondern eine Gruppe von Freunden, die an diesem Abend ein Zeichen der Solidarität setzen wollen. Sprachrohr dafür ist die Kunst. Wie damals, als sich in Manhatten und der südlichen Bronx in New York die Spannung im B-Boying,  wie der Breakdance ursprünglich hieß, entludt, so ist der Breakdance heute noch vielerorts Kanal für Jugendliche, um Aggressionen abzubauen, der Gewalt etwas entgegenzusetzen und vor allem um die aufgestauten Emotionen in etwas zu verwandeln, das trägt.  So auch bei den „Camp Breakers“, die einzigen B­Boys in Gaza. „Wir wollen die Zerstörung hier im Gazastreifen, die uns an „Tod“ erinnert durch Breakdance zu etwas Lebendigem verwandeln.“ sagen sie selbst.

Wenn alles klappt und sie ausreisen können, dann treffen sie an diesem Abend auf die Flying Steps und auf die Breakdance­Legende, Storm. Neben diesen Acts wird es leidenschaftlichen Poetry Slam von Faten El Dabbas geben. Durch das Programm führt MC Trix. Und auch für das leibliche Wohl ist an diesem Abend gesorgt.

Der Eintritt an diesem Abend läuft auf Spendenbasis. Das Geld fließt direkt an die Camp Breakers, die in Gaza eine Breakdance-Schule eröffnen wollen.

23.06.2015 ab 18 Uhr
Yaam
An der Schillingbrücke 3

www.yaam.de

Update: Leider wurde soeben vom Veranstalter mitgeteilt, dass die Camp Breakers keine Ausreisegenehmigung erhalten haben. Noch ein Grund mehr zu sagen: Gerade jetzt! Die Veranstaltung findet wie angekündigt statt.

Veröffentlicht am: 23.06.2015 | Kategorie: Künstler entdecken, | Tag: Breakedance, Gaza, Poetry Slam, Yaam,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Verpasse keinen Kunst Event mehr...

Holler Box