Geteiltes Leben im Ephraim-Palais zeigt, wie viel Berliner Kunstgeschichte aus Exil und Migration stammt: neun Positionen von Cecilia Boisier bis Hanefi Yeter, von Ost- und West-Berlin der 1970er bis zu postmigrantischen Perspektiven heute. Gemälde, Grafik, Film und Skulptur, dazu Archivmaterial und Interviews, bis 7. Februar 2027.
Geteiltes Leben Ephraim-Palais: Kunst und Migration in Berlin
Wie lebt es sich zwischen Orten, Sprachen und Erinnerungen? Die Ausstellung „Geteiltes Leben. Kunst und Migration in Berlin“ zeigt vom 11. September 2026 bis 7. Februar 2027 im Ephraim-Palais künstlerische Perspektiven auf Migration und Exil in Berlin. Mit Gemälden, Grafiken, Filmen und Skulpturen von den 1970er Jahren bis heute macht sie sichtbar, wie eng Berliner Kunst- und Migrationsgeschichte miteinander verbunden sind.
Menschen mit Migrations- und Exil-Erfahrungen haben die Berliner Kunst- und Kulturszene über Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt. Dennoch standen ihre Beiträge in der jüngeren Kunstgeschichte bislang nur selten im Mittelpunkt. Diesen Geschichten widmet sich die Ausstellung „Geteiltes Leben“. Dafür haben die Kuratorinnen Christine Heidemann und Aurora Rodonò, zusammen mit Pia Dressler und Antonia Welch Guerra, Werke aus der Sammlung des Berlin Museums neu erschlossen, Leihgaben zusammengeführt sowie Gespräche mit Künstler:innen und Zeitzeug:innen geführt.
Im Zentrum stehen neun künstlerische bzw. literarische Positionen: Cecilia Boisier, Santos Chávez, Ximena Ferrer Pizarro, Evelyn Kuwertz, Ertekin Özcan, Minh Duc Pham, Núria Quevedo, Chetna Vora und Hanefi Yeter. Die Künstler:innen kamen aus unterschiedlichen Gründen nach Berlin – im Zusammenhang mit Arbeitsmigration, als politische Exilant:innen oder zum Studium. Ihre Werke erzählen von Erfahrungen des Ankommens, von Zugehörigkeit und Ausgrenzung, von Erinnerungen an andere Orte sowie von den Möglichkeiten, sich in einer neuen Umgebung ein Leben aufzubauen. Das Verhältnis zwischen Selbst- und Außenwahrnehmung sowie Momente des Sehens und Gesehenwerdens spielen in vielen der Kunstwerke eine zentrale Rolle.
Der Schwerpunkt liegt auf Arbeiten aus Ost- und West-Berlin seit den 1970er Jahren. Zwei jüngere Positionen erweitern den Blick um postmigrantische Perspektiven und zeigen, wie Fragen von Herkunft, Identität und gesellschaftlicher Teilhabe bis heute weiterwirken. Archivmaterialien und Audio-Interviews ergänzen die Kunstwerke und eröffnen persönliche sowie transnationale Perspektiven auf Berliner Geschichte und Geschichten.
Zwischen dem Hier und dem Dort
Der Titel der Ausstellung ist einem Gedicht des Autors Ertekin Özcan entlehnt. „Geteiltes Leben“ beschreibt das Leben zwischen dem Hier und dem Dort, zwischen Herkunft und Gegenwart. Gleichzeitig verweist der Titel auf die Geschichte einer Stadt, die über Jahrzehnte geteilt war und deren kulturelle Entwicklung durch Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Lebenswelten geprägt wurde und wird.
Die Ausstellung fragt, welche Spuren Migration und Exil in der Berliner Kunst hinterlassen, welche Unterschiede die Erfahrungen in Ost- und West-Berlin geprägt haben und welche Rolle Netzwerke, gemeinsame Räume und Selbstorganisation für Künstler:innen spielten. Zugleich zeigt sie Berlin als eine Stadt, deren kulturelle Vielfalt ohne diese Geschichten nicht zu verstehen ist.
„Geteiltes Leben. Kunst und Migration in Berlin“ ist Teil des Themenschwerpunkts Migrationsgeschichte des Berlin Museums. Dazu gehört auch die von Burcu Dogramaci und Manuel Gogos kuratierte Ausstellung „Tapetenwechsel. Migration und Mobiliar seit 1960“, die noch bis zum 3. Januar 2027 im Ephraim-Palais zu sehen ist. Parallel zeigt der Gropius Bau die Ausstellung „Kreuzberg: Kunst und Migration seit 1960“, kuratiert von Gürsoy Doğtaş und Patrizia Dander, mit Sonja Borstner und Elena Franziska Setzer. Einige der beteiligten Künstler:innen sind in beiden Häusern vertreten.
Laufzeit und Ort
11. September 2026 bis 7. Februar 2027, Ephraim-Palais, Poststraße 16, 10178 Berlin. Gefördert durch die Julius Bötzow Stiftung, präsentiert im Rahmen der Berlin Art Week.
Alle Infos zu Geteiltes Leben Ephraim-Palais und dem Begleitprogramm findest Du auf der Website des Berlin Museums.


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