Chodowiecki 300 – Berliner Künstlerinnen um 1800

Radierung „Cabinet d´un peintre“ von Daniel Chodowiecki, 1772, zur Ausstellung Berliner Künstlerinnen um 1800 im Knoblauchhaus

Der Jubilar steht diesmal am Rand. Zum 300. Geburtstag von Daniel Chodowiecki rückt das Berlin Museum im Knoblauchhaus die Frauen in den Blick, denen er das Zeichnen beibrachte: seine Töchter und Schülerinnen. Ihre Blätter erzählen von Talent und Beharrlichkeit und davon, wie Berliner Künstlerinnen um 1800 sich ihren Platz erst erzeichnen mussten.

Berlin, 1772. Daniel Chodowiecki radiert sich selbst im Kreis seiner Familie, mit seiner Frau Jeanne, den Töchtern und Söhnen, versammelt im „Cabinet d’un peintre“, dem Kabinett eines Malers. Was auf dem kleinen Blatt so selbstverständlich wirkt, war es damals nicht: Eine Kunstausbildung blieb Frauen meist verwehrt. Chodowiecki unterrichtete seine Töchter und ihre Freundinnen trotzdem, vermittelte Kontakte und öffnete ihnen als Vizedirektor der Akademie den Weg in deren Jahresausstellung. Im Knoblauchhaus, einem Berliner Bürgerhaus aus genau dieser Zeit, treten die Künstlerinnen nun aus dem Schatten ihres Lehrers. Ihre Blätter sind zart und selbstbewusst zugleich, und sie erzählen eine Geschichte, die erst jetzt richtig erzählt wird.

Berliner Künstlerinnen um 1800: Chodowiecki 300 im Knoblauchhaus

Vom 14. Oktober bis zum 29. November präsentiert das Berlin Museum im Knoblauchhaus die Ausstellung „Chodowiecki 300 – Berliner Künstlerinnen um 1800“. Der Grafiker Daniel Chodowiecki (1726–1801) gehört zu den bekanntesten Künstlern seiner Zeit. Zu seinem 300. Geburtstag richtet die Ausstellung den Blick nicht nur auf seine Meisterwerke, sondern auch auf Frauen aus seinem Umfeld, die lange kaum beachtet wurden.

Gezeigt werden Arbeiten seiner Töchter und Schülerinnen, die sich um 1800 ihren Platz in der Kunst erkämpften – in einer Zeit, in der Frauen nur wenig Möglichkeiten hatten, künstlerisch tätig zu sein. Daniel Chodowiecki gab ihnen als Zeichenlehrer Freiraum für ihre Kreativität. Eine regelmäßig stattfindende akademische Kunstausstellung bot ihnen außerdem die Chance, ihre Werke der Öffentlichkeit vorzustellen.

Anhand von Zeichnungen und Druck-Grafiken erzählt die Ausstellung von Talent, Ausbildung und Durchhaltevermögen. Sie macht sichtbar, wie diese Berliner Künstlerinnen arbeiteten, welche Hindernisse sie überwinden mussten und warum sie heute neu entdeckt werden.

Mit Werken von: Suzette Henry, Louis Claude, Henriette Le Coq, Manon Hainchelin, Antoinette und Henriette Félicité Tassaert, Daniel Chodowiecki und Anton Graff.
Eine Kooperation mit der Kunstsammlung der Akademie der Künste

Die Kabinettausstellung ist Teil des sammlungs- und länderübergreifenden Verbundprojekts „Chodowiecki 300“ anlässlich des 300. Geburtstags von Daniel Chodowiecki.

Bildnachweis:
„Cabinet d´un peintre“ (Kabinett eines Malers), Radierung von Daniel Chodowiecki, Berlin, 1772 (von links nach rechts: Jeanne Barez, Jeanette, Susanne und Henriette Chodowiecka, Isaac Heinrich, Wilhelm und Daniel Chodowiecki)
© Sammlung Stiftung Stadtmuseum Berlin

Begleitprogramm zu Chodowiecki 300

Do | 05.11. | 16 – 17.30 Uhr
Daniel Chodowiecki und seine Schülerinnen
Kunstausbildung im Berlin des 18. Jahrhunderts
Vor 240 Jahren hatten Frauen meist keinen Zugang zu einer Kunstausbildung. Der Berliner Grafiker ermöglichte sie ihnen. Die Töchter von Daniel Chodowiecki und ihre Freundinnen lernten bei ihm das Zeichnen und die Pastell-Malerei. Für die damalige, von Männern geprägte Gesellschaft war das außergewöhnlich.

Als Vizedirektor der Kunstakademie unterstützte Chodowiecki die angehenden Künstlerinnen auch über den Unterricht hinaus. Er vermittelte ihnen Kontakte in die Berliner und Dresdner Kunstszene und ermöglichte ihnen, an der Jahresausstellung der Kunstakademie teilzunehmen – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer künstlerischen Karriere.
Veranstaltungsort: Knoblauchhaus | Poststraße 23 | 10178 Berlin
Eintritt: 12 Euro | ermäßigt 3 Euro

Chodowiecki 300: Berliner Künstlerinnen um 1800

Laufzeit: 14. Oktober bis 29. November 2026
Ort: Knoblauchhaus (Berlin Museum), Poststraße 23, 10178 Berlin
Öffnungszeiten: Di bis So 10 bis 18 Uhr, montags geschlossen
Eintritt: 7 Euro, Kombi-Ticket 15 Euro für die drei Museen im Nikolaiviertel

Weitere Informationen zur Ausstellung findest Du direkt beim Berlin Museum.

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