Matt Browning: A Screen of Trees im Mies van der Rohe Haus

Installationsansicht Matt Browning A Screen of Trees im Mies van der Rohe Haus Berlin, Holzskulptur hinter der Glasfassade

Matt Browning im Mies van der Rohe Haus: Der New Yorker Bildhauer schnitzt aus Douglasienholz bewegliche Ketten, die sich zur geraden Linie verdichten oder zum Gitter ausfahren lassen. A Screen of Trees läuft bis zum 10. Januar 2027 am Obersee in Hohenschönhausen, setzt eine Präsentation im Kunstverein München fort und kostet keinen Eintritt.

Matt Browning im Mies van der Rohe Haus: A Screen of Trees

In den USA haben sich in Phasen wirtschaftlicher Unsicherheit verschiedene traditionelle Techniken der Holzverarbeitung entwickelt, die vor allem von freiwillig und unfreiwillig arbeitslosen Handwerker:innen geprägt wurden. Matt Browning (*1984, lebt und arbeitet in New York) greift formale und technische Prinzipien dieser Traditionen auf, um das Medium Skulptur und die Strukturierung von Raum zu befragen. Die Ausstellung A Screen of Trees zeigt Arbeiten, die durch ihre Serialität und Veränderbarkeit auf unterschiedliche Weise in ihre jeweiligen Kontexte eingebettet sind, beharrlich und aufmerksam.

Ketten aus Douglasienholz

Viele der Arbeiten bestehen aus beweglichen, aber strikt miteinander verbundenen Ketten, die Browning aus zusammenhängenden Blöcken Douglasienholz schnitzt und die die handlichen Objekte des traditionellen Whittlings auf Raumgröße übertragen. Die Stapel gleichmäßig geschnitzter Glieder bilden eine veränderbare Architektur, durch die jede Skulptur zu einer geraden Linie verdichtet oder zu einem Gitter ausgefahren werden kann, um sowohl untereinander als auch mit ihrer Umgebung Verbindungen aufzubauen.

Langsam arbeitende, veränderliche Körper

Wie der Kunsthistoriker Michael Baxandall in seiner Untersuchung zur Holzskulptur der deutschen Renaissance bemerkte: „Alle Holzbildwerke bleiben langsam arbeitende, veränderliche Körper“ und bezog sich damit auf die Porosität von Holz, das noch lange nach Beenden des Schnitzprozesses auf Umwelteinflüsse wie Luftfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung reagiert. In Brownings Skulpturen überträgt sich diese Wandelbarkeit auf der Ebene des Materials auf die Form selbst. Die Ausstellung im Mies van der Rohe Haus reflektiert diese Logik der Wandelbarkeit auf institutioneller Ebene, indem sie die Fortführung einer Präsentation im Kunstverein München im Frühjahr 2026 markiert. Zwei Knoten in einer größeren Kette: Each in its Isolation, Locked Together in Unity.

Kuratiert von Dennis Brzek

Katalog mit dem Kunstverein München

A Screen of Trees entstand in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein München, wo vom 21. März bis zum 31. Mai 2026 die Ausstellung All Woodcarvings Remain Slow Motion Mobiles zu sehen war. Im Rahmen der Ausstellung wurde ein Katalog veröffentlicht, der vom Mies van der Rohe Haus ko-produziert wurde. Herausgegeben von Tom Engels, mit Beiträgen von Rhea Anastas und Matt Browning.

Das Mies van der Rohe Haus ist Partner der Berlin Art Week.

Matt Browning: A Screen of Trees
Ausstellungsdauer: 13. September 2026 bis 10. Januar 2027
Mies van der Rohe Haus, Oberseestraße 60, 13053 Berlin
Di–So 11–17 Uhr, Eintritt frei

Mehr zu Matt Browning im Mies van der Rohe Haus findest Du auf miesvanderrohehaus.de.

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