Queensize im me Collectors Room

Bis 30. August präsentiert me Collectors Room/Stiftung Olbricht “QUEENSIZE”.

150 gezeigten Arbeiten

Ab 7. Dezember 2014 präsentiert der me Collectors Room/Stiftung Olbricht unter dem Titel „QUEENSIZE – Female Artists from the Olbricht Collection“ mit 60 Positionen ein Drittel der in der Sammlung vertretenen Künstlerinnen. Die circa 150 gezeigten Arbeiten unterschiedlichster Medien sind von Künstlerinnen wie Helene Appel, Louise Bourgeois, Nathalie Djurberg, Marlene Dumas, Klara Kristalova, Sükran Moral, Elizabeth Peyton, Patricia Piccinini, Cindy Sherman, Taryn Simon, Carolein Smit u.v.a.

„Queensize“ – eines der größten Bettenformate

Ausgangspunkt der Ausstellung ist der titelgebende Begriff „Queensize“ – eines der größten Bettenformate. Das Bett dient als Chiffre für den existentiellen Ort menschlicher Erfahrung, als Sinnbild für Leben und Tod, Träume und Albträume, Geburt und Verfall – Erfahrungen, die unsere Identität prägen. Die Künstlerinnen zeigen ihren spezifischen Blick auf den Menschen und auf das was ihn ausmacht: innerste Befindlichkeiten und Bedürfnisse, Wünsche und Passionen.

Unterschiedlichste künstlerische Positionen

Dabei werden unterschiedlichste künstlerische Positionen einander gegenübergestellt.
Queensize ergründet die Bewusstseinszustände des Lebens und folgt dabei dem menschlichen Lebenszyklus von Geburt, Leben und Tod. Ausgehend von diesen drei Phasen wird die Ambivalenz der Eigen- und Fremdwahrnehmung hinterfragt und, ob es den spezifisch weiblichen Blick gibt.

Der erste Lebensabschnitt

Der erste Lebensabschnitt lässt sich als eine Phase unberührter Identität nach der Geburt beschreiben. Frei von sozialen Zwängen, vorgefertigten Rollenbildern und gesellschaftlichen Codes, bezeichnet er eine Reinform des Daseins, in der Spiel, Kindsein und Selbstgenügsamkeit überwiegen. Dies spiegelt Monika Baers Malerei „Ohne Titel“ (2004) wider; aus dem Nichts in eine
unbestimmte Richtung blickend, schwebt – halb abstrakt, halb gegenständlich – ein mädchenhafter Frauenkopf, scheinbar außerhalb von Raum und Zeit und losgelöst vom Körper.

Erfahrungen weiblicher Identität

Gefolgt wird diese Phase von der Intensität des prallen Lebens, in der Erfahrungen weiblicher Identität im Mittelpunkt stehen. Fotografische Arbeiten von elf Künstlerinnen verweisen auf die weibliche Repräsentation und die vielfachen Sichtweisen von Weiblichkeit. Darunter befinden sich u.a. Portraits von Jitka Hanzlová, die Frauen in all ihren Facetten zeigen: offen, selbstbewusst, schüchtern, nachdenklich, unsicher – authentisch und direkt – so wie sich die Portraitierten selbst
wahrnehmen und zeigen möchten. Ihnen gegenüber offenbaren sich die fratzenartigen Gemälde „Mia Farrow“ und „Julia Roberts“ (beide 2010) von Dawn Mellor. Schonungslos und brutal zeigen sie die Abgründe Hollywoods – einer Welt des Scheins und gebauter wie zerrissener Identitäten.

Der dritte Teil sinnbildlicht den Tod

Der dritte Teil sinnbildlicht den Tod und thematisiert gleichzeitig die politische Dimension weiblicher Identität; individuelle wie kollektive Erfahrungen und Zwänge in Kriegen und einer dominierenden, patriarchalen Welt. Die schwedische Künstlerin Nathalie Djurberg bearbeitet in ihrer Videoarbeit „The Experiment (Greed)“ 2009, mit den für sie typisch seltsam geformten Figuren, das Grauen männlich oktroyierter Gesetzmäßigkeit und Macht, hier unter dem Deckmantel des Glaubens.

Die Ausstellung wird kuratiert von Nicola Graef (Dokumentarfilmproduzentin und -regisseurin) und Wolfgang Schoppmann (Chefkurator der Olbricht Collection).
Im Rahmen von „QUEENSIZE – Female Artists from the Olbricht Collection“ erscheint ab Februar
2015 eine Publikation.

Künstlerinnen

Ellen Altfest, Helene Appel, Monika Baer, Tina Barney, Vanessa Beecroft, Katharina Bosse, Louise Bourgeois, Ulla von Brandenburg, Rineke Dijkstra, Nathalie Djurberg, Marlene Dumas, Nicole Eisenman, Sylvie Fleury, Hope Ginsburg, Jitka Hanzlová, Mona Hatoum, Almut Heise, Laurie Hogin, Jenny Holzer, Klara Kristalova, Makiko Kudo, Marie-Jo Lafontaine, Abigail Lane, Sharon Lockhart, Teresa Margolles, Alex McQuilkin, Hellen van Meene, Dawn Mellor, Marilyn Minter, Sükran Moral, Elizabeth Peyton, Patricia Piccinini, Chloe Piene, Bettina Rheims, Daniela Rossell, Cindy Sherman, Laurie Simmons, Taryn Simon, Carolein Smit, Anj Smith, Kiki Smith, Rebecca
Stevenson, Kirsten Stoltmann, Anett Stuth, Paloma Varga Weisz, Katharina Wulff, Lynette Yiadom-Boakye, Lisa Yuskavage

Abbildungen

Elizabeth Peyton, Paul Peyton (Dad), 1995, © Elizabeth Peyton
Monika Baer, Ohne Titel, 2004, © the artist and Galerie Barbara Weiss, Berlin
Dawn Mellor, Mia Farrow, 2010, © Dawn Mellor
Jitka Hanzlová, Jaqueline, Chelsea, 1999 © Kicken Berlin
Louise Bourgeois, YES, 2004 © The Easton Foundation / VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Daniela Rossell, “Untitled” (Inge and her mother Emma in living room), 2000 © Courtesy of the artist and Greene Naftali, New York
Mona Hatoum, Untitled (wheelchair), 1998 © Mona Hatoum, Photo Edward Woodman, Courtesy White Cube
Marlene Dumas, Nobody´s baby, 2000, Courtesy of the artist

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Queensize

Female Artist from the Olbricht Collection
07. Dezember 2014 – 30. August 2015
me Collectors Room Berlin
Stiftung Olbricht
Auguststraße 68
10117 Berlin
Öffnungszeiten: Di-So, 12-18 Uhr

Veröffentlicht am: 05.01.2015 | Kategorie: Ausstellungen, Kunst,

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