Cowboys – Ute Behrend

Ute Behrend HAUS#1: Silhouetten von fünf Cowboys zu Pferd in einer Rodeo-Arena vor Bergen

Ute Behrend hat jahrelang Cowboys verfolgt, vom Kölner Karneval über Rodeos in Belgien und Spanien bis in die USA. Im HAUS#1 zeigt sie, was von der Ikone bleibt, wenn man ihr nahe kommt: Stolz, Verlorenheit und viel Pose. Die Kamera schaut mit Humor hin, aber nie von oben herab.

Mit „Cowboys. After Barbed Wire“ (kürzlich bei BUMMBUMM BOOKS erschienen) wirft Ute Behrend einen vielschichtigen und überraschenden Blick auf eine der langlebigsten Ikonen der Popkultur: den Cowboy. Mit Witz, Empathie und analytischer Schärfe behandelt sie diese zentrale Figur der kulturellen Imagination, die seit etwa 150 Jahren ein romantisiertes Ideal von Männlichkeit, Härte und Freiheit verkörpert. In ihrer Arbeit untersucht Ute Behrend sowohl die historischen Realitäten als auch die medialen Klischees dieser Figur und hinterfragt die Bedeutung des Cowboys in Bezug auf Geschlechterrollen.

Ute Behrend im HAUS#1: Spurensuche bei den Cowboys

Viele Jahre lang folgte Ute Behrend den unterschiedlichsten Spuren der Cowboys – vom Kölner Karneval über Rodeos und Farmen in Belgien und Spanien bis in die Vereinigten Staaten. Entstanden ist eine facettenreiche visuelle Erzählung, in der uns die Männer begegnen, die das Vieh einfangen, die Männer, die es töten, und diejenigen Männer, die auf Pferden und Bullen reiten – dabei scheinbar nie im Zweifel darüber, was sie tun und wie sie es darstellen. Die Fotografien, Kompositionen, Gegenüberstellungen, Texte und Collagen kommen ihnen nah; sie zeigen ihren Stolz, aber auch ihre Verlorenheit. Die Kamera hinterfragt, begegnet den „Cowboys“ – im Sinn von Susan Sontag in Anführungszeichen – mit Humor, jedoch stets mit Respekt.

Über Ute Behrend

Ute Behrend (*1961 in Berlin) ist eine deutsche Künstlerin, die mit Fotografie, Videoinstallationen und Formen der visuellen Bearbeitung arbeitet. Ihre künstlerische Praxis beschäftigt sich mit Fragen von Identität, Gender, Natur und gesellschaftlichen Strukturen. Dabei verbindet sie dokumentarische Beobachtung mit inszenierten Bildern und entwickelt narrative und konzeptuelle Bildräume.

Nach ihrem Fotografiestudium veröffentlichte Behrend 1996 ihre erste Monografie Girls some Boys and Other Cookies bei Scalo Publishers, Zürich. Seitdem sind sieben monografische Publikationen erschienen, darunter Märchen / Fair Tales (2005), Zimmerpflanzen (2008), The Last Year of Childhood (2011), Bärenmädchen / Bear Girls (2019), Cows and Cars (2023/24) und Cowboys / After Barbed Wire (2025).

Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt und sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten. Die Werkgruppe Bärenmädchen / Bear Girls wurde seit 2019 unter anderem in Israel, Spanien, Litauen, Deutschland, Griechenland, der Schweiz und den Niederlanden gezeigt. Für die Arbeit erhielt Behrend den Julia Margaret Cameron Award sowie den Deutschen Fotobuchpreis.

2020 wurde ihr Projekt Back to Nature für den Merck Award nominiert. 2021 wurde die Arbeit beim Copenhagen Photo Festival mit dem Hauptpreis ausgezeichnet und als Einzelausstellung präsentiert.

Das Buch Cowboys / After Barbed Wire

Behrends jüngstes Buch Cowboys / After Barbed Wire erschien im September 2025 bei dem von ihr mitbegründeten unabhängigen Verlag BUMMBUMM BOOKS. Die Publikation wurde mit dem BuchCover Award 2026 in der Kategorie Sachbuch ausgezeichnet und für den Deutschen Fotobuchpreis 26|27 nominiert.

2026 wurde Cowboys / After Barbed Wire als eines von 20 Projekten für den Meitar Award for Excellence in Photography ausgewählt. Die Finalist*innen werden im November 2026 im Rahmen des International Photography Festivalin Tel Aviv in einer Gruppenausstellung präsentiert. Die Preisträgerin bzw. der Preisträger des Meitar Award wird während des Festivals bekannt gegeben. Zeitgleich wird in Tel Aviv die Werkgruppe Bärenmädchen / Bear Girls zusammen mit den Arbeiten der palästinensischen Bildhauerin Hannan Abu-Hussein, als Einzelausstellung ausgestellt.

Ute Behrend lebt und arbeitet in Köln.

Ute Behrend: Cowboys

Laufzeit: 16. bis 25. Oktober 2026
Artist Talk: Samstag, 17. Oktober 2026, 16 Uhr, mit Ingo Taubhorn
Ort: HAUS#1, Waterloo-Ufer o. Nr., 10961 Berlin
Öffnungszeiten: Fr bis So 15 bis 19 Uhr
Eintritt: frei

Mehr über Ute Behrend im HAUS#1 und das Programm findest Du direkt bei HAUS#1.

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Vertrag widerrufen