Es war Jean-Pierre, der vorschlug, den Begriff „Algorist“ zu verwenden. Mit dem Hinweis, dass Algoristen „mit einem Algorithmus definiert werden sollten“, verfasste er zudem einen Algorithmus, der einen Algoristen als jemanden definiert, der seine eigenen Algorithmen zur Schaffung von Kunstobjekten nutzt. Der von mir ausfindig gemachte Briefwechsel stammt vom 31. August 1995. Sowohl Jean-Pierres Name für die Gruppe als auch sein Algorithmus waren brillante Beiträge, die als Identität und Manifest dienten. Der Hébert-Algorithmus, wie er unten zitiert wird, ist genau so formatiert, wie er eingegangen ist:
if (creation && object of art && algorithm && one’s own algorithm)
{ include * an algorist * }
elseif (!creation || !object of art || !algorithm || !one’s own algorithm)
{ exclude * not an algorist * }
Zitat von der Website www.algorists.org, notiert von Roman Verostko.
Künstler, die ein Kunstobjekt mit einem Verfahren schaffen, das ihre eigenen Algorithmen einbezieht, werden also als Algoristen identifiziert.
In unserer Ausstellung stellen wir von Jean-Pierre Hébert neue Arbeiten aus dieser frühen Periode des Schaffens vor. Bei Roman Verostko konzentrieren wir uns auf eine Werkgruppe, die Alan Turing gewidmet ist und bisher nur ein einziges Mal 1998 in Manchester gezeigt wurde.
In den 1930er Jahren wies Alan Turing nach, dass es möglich ist, jedes berechenbare Problem allein mit Hilfe der Booleschen Algebra zu lösen, wobei er mathematische Berechnungen ausschließlich mit den beiden Werten 0 und 1 bzw. „wahr“ und „falsch“ durchführte. Seine universelle Turing-Maschine, deren Konzept er 1936–37 vorstellte, stellte ein mathematisches Werkzeug dar, das einem digitalen Computer gleichkam – eine einzige Maschine, mit der sich jede berechenbare Folge berechnen ließ.
Als besonderen Gast freuen wir uns zwei Plotterzeichnungen von James Merrill von 2025 auszustellen, der ebenso in der Tradition der Algorists arbeitet.
0 Kommentare