Fotografiska Berlin präsentiert vom 28. August 2026 bis zum 7. Februar 2027 die Ausstellung Die Augen weit offen mit 280 Fotografien von Thomas Billhardt. Die Ausstellung zeigt zentrale Serien des 2025 verstorbenen Fotografen mit Fokus auf die Jahre 1959 bis 1972. Sie verdeutlichen den Facettenreichtum seines Werks. Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit der Galerie CAMERA WORK entstanden.
Thomas Billhardt bereiste bereits seit den 1960er Jahren als Reportagefotograf internationale Krisenregionen. Dabei gelang es ihm, trotz der Nähe zu staatlichen Autoritäten seine fotografische Unabhängigkeit und seinen humanistischen Blick zu bewahren. Mehrfach versuchte die Stasi, ihn als Informanten zu gewinnen, doch er lehnte eine Zusammenarbeit stets ab. Internationale Bekanntheit erlangte er vor allem durch seine Reportagen aus Vietnam und Kuba, in denen er das Leben der Menschen jenseits politischer Vorurteile dokumentierte. Im Zentrum seiner Arbeit stand die Frage, wie Menschen ihre Menschlichkeit bewahren können, wenn sie von zerstörerischen politischen und gesellschaftlichen Strukturen umgeben sind.
Seine internationalen Reportagen stehen in der Ausstellung den Berliner Aufnahmen gegenüber, insbesondere seinen wiederkehrenden Fotografien vom Alexanderplatz. Dort dokumentierte Billhardt über Jahrzehnte hinweg den Wandel der Stadt – von Baustellen und Verkehr bis hin zum politischen und alltäglichen Leben. Seine Bilder zeigen dabei die Zwischentöne und die Dynamik hinter der offiziellen DDR-Fassade und stellen festgefahrene Vorstellungen über das Leben im sozialistischen Staat infrage.
Nach der Wende arbeitete Billhardt unter anderem für UNICEF und begleitete Hilfsprojekte in verschiedenen asiatischen Ländern.
Thomas Billhardt (1937–2025) gehört zu den bedeutendsten deutschen Dokumentarfotografen der Nachkriegsgeschichte. Seine fotografische Ausbildung begann bereits im Alter von 14 Jahren bei seiner Mutter in Chemnitz, die eine wichtige zeitgenössische Porträtfotografin war. Nach dem Studium in Magdeburg und Leipzig arbeitete er zunächst als Werksfotograf sowie als Verlagsfotograf für Postkarten. Seine Diplomarbeit über den Berliner Alexanderplatz markierte den Beginn einer lebenslangen Beschäftigung mit diesem historischen Ort. Als freischaffender Fotojournalist bereiste Billhardt insgesamt 49 Länder und begleitete dabei auch offizielle Staatsbesuche von Spitzenpolitikern. Weltbekannt wurde er unter anderem durch seine Berichte aus dem Vietnamkrieg. Im Laufe seines Lebens erschienen zahlreiche Bücher, die sein umfangreiches Schaffen dokumentieren. Internationale Ausstellungen in Städten wie London, Moskau, Hanoi und New York zeigten seine Fotografien. Das Lebenswerk bis 1999 von Thomas Billhardt befindet sich im Besitz der CAMERA WORK AG.
Fotografiska ist ein internationaler Treffpunkt für Fotografie, visuelle Kunst und Kultur. Für alle. Geleitet von der Mission, neue Perspektiven zu eröffnen – mit Standorten in Stockholm, Berlin, Shanghai, Tallinn und bald in Shenzhen und Oslo – fungiert jedes Fotografiska-Museum als lebendiger Knotenpunkt, an dem sich Kultur und Community verbinden und die Art und Weise verändern, wie Besuchern fotografischer und visueller Kunst begegnen. 2010 in Stockholm gegründet, widmet sich Fotografiska der Aufgabe, durch erstklassige, wechselnde Ausstellungen und ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm neue Sichtweisen zu inspirieren. Mehr als ein Museum schafft Fotografiska kulturelle Räume, die Kreativität, Innovation und vielfältige künstlerische Stimmen durch die unvergleichliche Kraft der Fotografie feiern.
CAMERA WORK
Die in Berlin ansässige Galerie CAMERA WORK wurde 1997 gegründet und zählt heute zu den weltweit führenden Galerien für Fotokunst. Angelehnt an den historisch geprägten Galerienamen folgt das Unternehmen von Beginn an der Philosophie, neben den bekanntesten Künstlern der Fotografiegeschichte wie Diane Arbus, Richard Avedon, Patrick Demarchelier, Peter Lindbergh, Helmut Newton, Irving Penn, Man Ray, Herb Ritts und Albert Watson auch junge zeitgenössische Künstler zu vertreten und in Ausstellungen zu zeigen, um die Fotokunst als eigenständige Gattung innerhalb der bildenden Künste zu manifestieren und neuen Positionen Raum zu geben. Neben den Schwerpunkten Mode-, Akt- und Porträtfotografie fokussiert sich CAMERA WORK auf die Bereiche Staged Photography, Architektur und Stillleben. Dabei vertritt CAMERA WORK zahlreiche renommierte zeitgenössische Künstler in Deutschland, Europa oder weltweit exklusiv, u. a. Jean-Baptiste Huynh, Russell James, Chris Levine, Eugenio Recuenco, Martin Schoeller, Christian Tagliavini, Ruud van Empel, Dean West und David Yarrow.
Um eine Auswahl zeitgenössischer Künstler auf dem Kunstmarkt zu etablieren und in das Portfolio von CAMERA WORK aufzunehmen, führte CAMERA WORK von 2012 bis 2019 die Kunstgalerie CWC GALLERY in Berlin. CAMERA WORK ist regelmäßig auf international führenden Kunstmessen vertreten, darunter Paris Photo, Zona Maco in Mexico City, Art Central Hong Kong, Art Miami und Photo London.
Seit 2020 führt CAMERA WORK die CAMERA WORK Virtual Gallery – eine innovative und hochqualitative Online-Galerie, in der Kunstsammler sowie alle Kunstinteressierten exklusive Ausstellungen erleben: www.camerawork.de/virtualgallery.
Mit dem CAMERA WORK Lab, das im Frühjahr 2026 etabliert wurde, bietet die Galerie im Rahmen mehrerer Präsentationen im Jahr eine ausgewählte Fläche für gattungsübergreifende fotografische Positionen externer aufstrebender Künstler.
Die 2001 gegründete CAMERA WORK AG besitzt eine der weltweit umfassendsten und qualitativ bedeutendsten Fotokunstsammlungen in Privatbesitz mit zahlreichen Vintage-Arbeiten der namhaftesten Fotokünstler vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Von 2006 bis 2019 führte die CAMERA WORK AG das Museum THE KENNEDYS in Berlin.
Aufgrund besserer Lesbarkeit wird im Text das generische Maskulinum verwendet. Dies bezieht sich zugleich auf die männliche, die weibliche und andere Geschlechteridentitäten.
THOMAS BILLHARDT – DIE AUGEN WEIT OFFEN
28. August 2026 – 7. Februar 2027
Camera Work
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