„What Is Carried“ markiert die erste Einzelausstellung der rumänischen Künstlerin Oana Știrbu in Berlin und entsteht live vor Ort in den Räumen von Projekte Flora, Pankow – im Wochen vor der offiziellen Eröffnung können Besucher:innen den Entstehungsprozess bereits mitverfolgen.
Im Zentrum der Ausstellung steht eine Frage, die weit über das Material hinausgeht: Was tragen wir mit uns, wenn Zeit vergeht und Dinge zerfallen? Was lassen wir los? Seit 2021 entwickelt Știrbu eigene Rezepturen aus verworfenen und organischen Stoffen – Kaffeesatz, Eierschale, Algen, Papier, getrocknete Blätter, Kupfer –, die sie durch Oxidation, Kristallisation, Trocknung und Verfall transformieren lässt. Die Künstlerin setzt die Ausgangsbedingungen; Zeit und Natur vollenden das Werk.
„Jede Serie beginnt mit einer Frage, und das Material ist die Art, wie ich sie offenhalte“, sagt Știrbu. „Ich schaffe sensorische Umgebungen, die zu einem Ort werden, um zu untersuchen, was ein Bruch hinterlässt – und was der Wahrnehmung verborgen bleibt.“
Kurator Sergio Gomez (33 Contemporary Gallery, Miami) beschreibt die Arbeiten als Aufzeichnungen der Zeit – physische Spuren von etwas, das sonst nicht sichtbar wäre.
Știrbus Praxis bewegt sich zwischen Installation, Malerei und zeitbasierten organischen Prozessen. Ihr Hintergrund in klinischer Psychologie prägt einen Zugang, der das Kunstwerk als Ort der Untersuchung begreift.
0 Kommentare