Preis der Nationalgalerie

Christian Falsnaes Opening, 2013

Ab Herbst 2015 lädt der Hamburger Bahnhof das Publikum wieder dazu ein, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Wohin werden sich Kunst und Film in den nächsten Jahren entwickeln? Die Antwort geben vier Künstler, die für den Preis der Nationalgalerie nominiert sind. Zusätzlich wird der Förderpreis für Filmkunst vergeben. Mit den beiden Auszeichnungen werden alle zwei Jahre innovative künstlerische und filmische Ansätze geehrt, die auf eindrückliche Weise Kunst und Kino neue Perspektiven eröffnen.  In diesem Jahr zeichnen sich die Shortlist-Nominierten mehr als zuvor durch ihre medien- und genreübergreifende Kunst aus. Ihre Praktiken markieren damit deutlich einen Wandel im künstlerischen Umgang mit Materialien – und ‘Immaterialien’.

Der Preis der Nationalgalerie wird 2015 mittlerweile zum achten Mal verliehen. Seit 2000 fördert er junge, wichtige Positionen der Gegenwartskunst, welche die Internationalität und Lebendigkeit der Kunstszene in Deutschland widerspiegeln, und durch neue künstlerische Ansätze bereits Bedeutung erlangt haben.

Slavs and Tatars
Slavs and Tatars Installationsansicht Language Art, The Third Line, Dubai, 2012 Courtesy The Third Line, Dubai

 

In den ersten Jahren der Vergabe war der Preis an eine Geldgabe gekoppelt, seit 2013 erhält der Gewinner eine kuratierte und durch eine Publikation begleitete Einzelausstellung in einem der Häuser der Nationalgalerie. Diese Einzelausstellung findet jeweils im Folgejahr der Preisvergabe statt und ermöglicht es dem Künster, seine Werke einem breiten Publikum zu präsentieren.

Florian Hecker Event, Stream, Object, 2010
Florian Hecker
Event, Stream, Object, 2010
/Installationsansicht Event, Stream, Object MMK Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main
/Foto: Axel Schneider

Shortlist-Ausstellung zum Preis der Nationalgalerie

Am 10. September 2015 eröffnet im Hamburger Bahnhof die Shortlist-Ausstellung zum Preis der Nationalgalerie. Die Werke der vier jungen Künstler, die in der Shortlist-Ausstellung zu sehen sind, wurden von einer ersten Jury ausgewählt und präsentieren sich nun mit dieser gemeinsamen Ausstellung einer zweiten Jury, die sich aus namenhaften Größen des Kunstbetriebs zusammensetzt. Mit dabei: Bernard Blistène, Leiter des Centre Pompidou, Paris; Manuel Borja-Villel, Direktor des Museo Reina Sofía, Madrid; Elena Filipovic, Direktorin der Kunsthalle Basel; Udo Kittelmann, Direktor der Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin und Gabriele Knapstein, Ausstellungsleiterin am Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin).

Neben dem Preis der Nationalgalerie wird am Abend der Preisverleihung zum dritten Mal auch der aktuelle Gewinner des Förderpreises für Filmkunst bekannt gegeben.

Die Nominierten für den Preis der Nationalgalerie

Die Nominierten Künstler für den Preis der Nationalgalerie für junge Kunst 2015. Christian Falsnaes, Florian Hecker, Anne Imhof sowie das Künstlerkollektiv Slavs and Tatars. Photo: David von Becker
Die nominierten Künstler für den Preis der Nationalgalerie für junge Kunst 2015. Christian Falsnaes, Florian Hecker, Anne Imhof sowie das Künstlerkollektiv Slavs and Tatars.
Photo: David von Becker

 

Christian Falsnaes (geb. 1980) bringt die Besucher dazu, Teilnehmer seiner Performances zu werden. Gemeinsam mit dem Publikum spiegelt er soziale Situationen, die grundlegende menschliche Verhaltensweisen und aktuelle gesellschaftliche Themen sichtbar werden lassen. Die sozialen Interaktionen, die durch seine Performances entstehen, werden oftmals gefilmt und anschließend als redigierte Videoarbeit gezeigt.

Die Werke von Florian Hecker (geb. 1975 in Augsburg) dramatisieren synthetischen Sound als ‘Immaterialie’, indem sie räumliche Kompositionen, sonische Performances sowie installativ angeordnete spezifische Lautsprechersysteme und Architekturelemente zu überraschenden multi-sensorischen Raumerlebnissen verbinden.

Anne Imhof (geb. 1978) reflektiert die neoliberale Gesellschaft in ihren sorgfältig komponierten ‘Durational Performances’. Ihren Performern zur Seite stellt sie filigrane Zeichnungen auf Papier oder glänzendem Dibond sowie oft brutalistische, skulpturale Objekte. Diese Elemente zeugen später im Ausstellungsraum von den physischen und sozialen Abstimmungsprozessen der Performer.

Die Praxis des Künstlerkollektivs Slavs and Tatars (gegründet 2006) besteht gleichermaßen aus Installationen, Publikationen, Lecture Performances und subversiven Kommunikationsstrategien. Dabei werden politische, sakrale und popkulturelle Elemente eingesetzt, um semantische wie politische Ebenen der Sprache und damit auch der kulturellen Identität auszuloten.

Shortlist-Ausstellung zum Preis der Nationalgalerie

10. September 2015

Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart

Veröffentlicht am: 07.07.2015 | Kategorie: Ausstellungen, Kunst, Kunst - was sonst noch passiert,

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