Wer Marcus Jeroch kennt, der weiß, dass Sprache durch ihn eine neue Bedeutung bekommt. Wie kein anderer versteht er es, mit Worten zu spielen. Doch nicht nur das. Jeroch ist ein Grenzgänger zwischen Körper- und Sprachkunst. Einer, der gern ausbricht, verdreht, neu zusammensetzt, mit unserer Sprache genauso geschickt jongliert, wie mit seinen Bällen, sich schamlos lächerlich macht und damit unserer alltäglichen Ernsthaftigkleit eine Clowns-Nase aufsetzt.
So auch in diesem Programm „Schlagworte XL“ – wobei Jerochs Sprachfertigkeitskunst noch durch andere artistische Darbietungen, Gesang und durch die musikale Begleitung von Trommler Schroeder ergänzt wird. Eine gelungene Mischung, die an diesem Abend mit der klaren, hellen und einprägsamen Stimme von Bella Nugent eröffnet wird.
Ich lausche der Stimme und schaue mich um. Die Sommerbühne der ufa-Fabrik hat sich gemausert. Ein robustes Dach, eine schöne Bar und ein insgesamt sehr entspanntes Ambiente geben der Veranstaltung eine zusätzliche Note. Besonders, wenn plötzlich ein Gewitter aufzieht, die Amsel zu Jerochs Worten singt, oder mein Hund – der auch mit hinein darf – aufspringt und die Ohren spitzt, als Schroeder Wasser über sein Schlagzeug gießt.
Das Programm plätschert wortgewaltig, sanft und dann wieder aufregend laut an mir vorbei – ich lache, staune, höre, traue meine Ohren kaum und dann doch wieder, weil hinter dem Nonsens viel Philosophisches steckt und dann auch wieder nicht. Man kann sich bei Jeroch auf nichts verlassen, Gleichklang wird attackiert, Poetisches neu kreiert und dann lässt er plötzlich Buchstaben weg oder inszeniert Dornröschen als Horrormärchen.
„Manche Liebesgeschichten enden mit Flecken an den Wänden.“ Dieser Abend endete nicht mit Flecken, sondern mit viel Applaus, der wirklich verdient war!
Infos und Tickets unter: www.ufafabrik.de

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