Whispers of Japan – Luciano Castelli – Galerie Deschler

Luciano Castelli, Ausstellung Whispers of Japan, Galerie Deschler Berlin 2026 – Ausstellungsansicht mit bemalten Paravents und kalligraphischen Wandmalereien

Butoh, Paravent und Pinselduktus: Luciano Castelli bringt seine lebenslange Japan-Obsession in die Galerie Deschler Berlin. Was entsteht, ist kein Ausstellungsdisplay, sondern ein begehbares Gesamtwerk.

Luciano Castelli Galerie Deschler: Whispers of Japan

Seit den frühen 1980er Jahren zieht sich Japan wie ein stiller Faden durch das Werk von Luciano Castelli. Nicht als Exotismus, sondern als echte Wahlverwandtschaft: Die Faszination für Maskierung, Ritual und Körpertransformation, die den Schweizer Künstler seit seinen Berliner Jahren als Schlüsselfigur der Neuen Wilden prägt, findet im japanischen Butoh ein unmittelbares Gegenstück. Butoh, der sogenannte Tanz der Dunkelheit, der nach dem Zweiten Weltkrieg in Japan entstand und Vergänglichkeit, Transformation und die Grenzen des Körpers verhandelt, korrespondiert direkt mit Castellis lebenslanger Auseinandersetzung mit Verwandlung. Obwohl er sich jahrzehntelang künstlerisch mit Japan befasste, reiste er erst 2024 erstmals dorthin, was seinen jüngsten Arbeiten eine neue, verdichtete Qualität verleiht.

Luciano Castelli in der Galerie Deschler: Paravent als malerisches Herzstück

In der Berliner Galerie Deschler, die Castelli seit Jahren als einen seiner wichtigsten Galerieräume begleitet, entfaltet sich die Ausstellung als Rauminstallation im umfassenden Sinne. Acht grossformatige Paravents, eigens nach traditionellem japanischen Handwerk gefertigt, bilden das Herzstück. Castelli bemalt sie nicht nur, sondern erobert von dort aus den gesamten Ausstellungsraum mit einem bis ins Kalligraphische reichenden Pinselduktus. Es ist eine Geste, die an seine spektakulären raumgreifenden Aktionen erinnert: 2017 bemalte er spontan das gesamte Kaufhaus Jansdorf in Berlin, 2016 das SPSI Art Museum in Shanghai. Auch in Berlin sprengt er bewusst die Grenzen konventioneller Bildpräsentation.

Die Berliner Schau wurde zuvor sehr erfolgreich in der Kulturstiftung Basel H. Geiger gezeigt.

Der Schweizer Künstler Luciano Castelli setzte sich bereits in den frühen 1980er-Jahren intensiv mit Japan auseinander. In der Ausstellung WHISPERS OF JAPAN knüpft er an diese Faszination an: Ältere Arbeiten treten in Dialog mit bislang unveröffentlichten Fotografien, die dem melancholischen Seelentanz Butoh gewidmet sind. Zusammen mit Werken in seiner unverwechselbaren, gestisch-kraftvollen Malweise entsteht daraus ein neues, vielschichtiges Werk. Herzstück der Schau sind Malereien auf eigens für die Ausstellung traditionell gefertigten Paravents, neben denen er den Ausstellungsraum mit einem bis ins Kalligraphische reichenden Pinselduktus erobert. In der Tradition seiner spektakulären Aktionen – etwa im Berliner Kaufhaus Jahndorf oder 2016 im SPSI Art Museum in Shanghai, wo er spontan das gesamte Museumsinnere bemalte – sprengt er auch hier bewusst die Grenzen konventioneller Bildpräsentation. So entsteht ein intensives, atmosphärisches Erlebnis, das Malerei und Architektur verschmelzen lässt. Die Ausstellung wurde zuvor sehr erfolgreich in Basel, in der Kulturstiftung Geiger gezeigt.

Whispers of Japan – Luciano Castelli

15.05.2026 – 22.08.2026

Galerie Deschler

Beitragsbild: 

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Vertrag widerrufen