Zwischen Tagtraum, Erinnerung und nächtlicher Imagination entfalten Oliver Arendt, Tabea Ćubelić, Fritz Poppenberg und Julia Werhahn poetische Bildwelten, die zum Nachdenken und Nachträumen einladen.
„Mathematisch gesehen könnte man sagen, dass das Enträtselungsvermögen die Umkehrfunktion des Träumens sei. Es entpackt bei Tag, was im Schlaf verdichtet wurde, und verschiebt es mit umgekehrtem Vorzeichen. Doch anders als eine mathematische Umkehrfunktion, ist das Enträtselungvermögen nicht eindeutig. Es bleibt im Vermuten, Versuchen und Tasten. Und was dabei herauskommt ist Teil des Tageserlebens und kann somit im nächsten Schlaf wieder mit anderen Teilen des Gedächtnis neu verrätselt werden.“
(Aus dem Text zur Ausstellung von Oliver Arendt.)
Vier jüngere Künstler:innen aus Berlin, die in ihrer Arbeit um die Nachtseite des Lebens kreisen und dabei auch den Tagträumen Raum lassen. Kunstwerke zum Nachsinnen, Nachdenken, Nachträumen.
Oliver Arendt zeichnet, schreibt, sammelt, sortiert, baut und programmiert. Dabei entstehen wesenhafte Artefakte, die meist einen mathematisch-technischen Ursprung haben, aber auch wesenhafte Züge annehmen. Sie bilden den gedanklichen Raum, der in der künstlerischen Arbeit ganz subjektiv durchmessen wird.
Tabea Ćubelić untersucht Träume, Erinnerungen und die Rätsel der Herkunft. Ihre Zeichnungen und Objekte reflektieren und verkörpern zugleich die gedanklichen und stofflichen Funde, die sie dabei macht.
Fritz Poppenberg malt und zeichnet. Dabei ist er der Geschichte der Malerei und, in dieser Ausstellung, auch der des klassischen Comics verpflichtet. Er verhandelt in seiner Arbeit die Zeit von der Kindheit und Jugend bis zum Erwachsenwerden; den romantischen Kunstbegriff und seine Konventionen; und die Melancholie der uns schon verlorenen Zeit.
Julia Werhahn beschäftigen kollektive Ängste und Sehnsüchte. In ihrer Arbeit erforscht sie die Fragilität innerer Strukturen, die das Gefühl eines bröckelnden Daseins in sich tragen. Transparente Reliefs und Skulpturen, in denen komplexe Gefühle wie Vertrauen, Skepsis oder eine allumfassende Ohnmacht eingearbeitet sind, bilden den Schwerpunkt ihrer Arbeit.
Die Ausstellung ist Teil der Reihe INVITATION der Michael Thomas Schröder Stiftung in der Galerie 15.Die
Eine Ausstellung mit Oliver Arendt, Tabea Ćubelić, Fritz Poppenberg und Julia Werhahn
07.08.2026 – 30.09.2026
Galerie 15
Kuno-Fischer-Straße 15
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