Gallery Weekend 2013 – mit wenig Aufregung und leuchtenden Ausnahmen

Wie jedes Jahr machten die Berliner Galerien auch an diesem Wochenende Berlin wieder zur Kunsthauptstadt! Das Gallery Weekend und das schöne Wetter zog tausende Besucher an.

Insgesamt 51 Galerien zeigen 65 Ausstellungen.
Sammler werden eingeflogen und Partys gefeiert, denn die Organisatoren sehen es als Aufgabe, die Internationalisierung des Standorts Berlin zu sichern und weiter auszubauen. Das ist auch nötig, da von der Stadt Berlin in dieser Richtung bekannter Weise nicht viel passiert.

Bei Kunsthandel Wolfgang Werner trafen wir den charismatischen Künstler Gotthard Graubner ( Bildergalerie )
und bei Galerie Eigen + Art einen wie immer vor Energie sprudelnden Galeristen Gerd Harry Lybke mit einer Herzschlagsimulation von Carsten Nicolai. ( Bildergalerie )

Die Kunst der Galerien präsentierte sich äußerst konventionell: Filme, Fotografie, Malerei, Zeichnung und Installation. Man blieb schön brav in White-Cube-Wänden. Denn es sind ja die „alten Hasen“ im Galeriegeschäft, die das Gallery Weekend initiieren und organisieren. Junge Galerien sah man eher selten bis gar nicht. Damit blieb auch das Kribbeln ein wenig auf der Strecke und damit auch das, was Berlin im Bereich Kunst ausmacht: Die neuen und unentdeckten Talente, die Vielfältigkeit, die Aufregung.

Macht Kunst Teil 2
Macht Kunst Teil 2 in der Alten Münze

Da machte es auch nicht viel Unterschied, dass die Deutsche Bank Kunsthalle an diesem Wochenende ihre zweite Show von Macht Kunst in der Alten Münze zeigte.
Denn das hier JEDER Kunst zeigen sollte, und von der Jury Handtücher an Nägeln prämiert wurden, zog die gezeigte und teilweise wirklich gute Kunst auf ein Niveau, welches sicherlich kaum ernsthafte Sammler interessieren dürfte.

Auch die 2. Ausstellung der Berliner Bank Kunsthalle war sehr gut besucht, wie bei so vielen (teilweise zum ersten Mal) ausstellenden Berliner Künstlern zu erwarten war. Damit war das Ganze dann doch irgendwie ein Erfolgserlebnis für die Berliner Künstler und ganz besonders für den Werbeeffekt der Berliner Bank Kunsthalle. 

Einige leuchtende Ausnahmeerscheinungen sollen aber nicht unerwähnt bleiben.

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Thomas Olbricht im Gespräch mit Jonas Burgert

Zum einen der humorvolle und liebenswerte Großsammler Thomas Olbricht, welcher in seinem Museum me Collectors Room in der Auguststraße eine wirklich wilde und sehenswerte Kunstsammlung zeigt.

Thomas Olbricht veranstaltete zum Gallery Weekend eines seiner legendären Sammlergespräche. Diesmal mit dem Shooting Star der deutschen Kunstszene: Jonas Burgert. Ein Augen- und Ohrenschmaus, denn so viel Herzlichkeit und Offenheit findet man in der Berliner Kunstmarktszene kaum.

Das Kontrastprogramm  gleich nebenan, mit der Präsentation der KW Institute for Contemporary Art, welche sich, im höchsten Maße mutig, mit leeren weißen Wänden zeigt. In ihrem ersten Projekt als Chefkuratorin richtet Ellen Blumenstein den Blick auf die Institution selbst und zeigt die KW vier Monate lang, wie sie sein wollen, sein könnten, und – möglicherweise – sein werden.

Man sollte nicht glauben, welche Gedanken, Phantasien und Ideen einem beim Durchwandern einer riesigen und schneeweißen Lokation kommen. Der Blick geht ab der zweiten Etage unweigerlich nach innen.

Obwohl ich dazu sagen muss, dass mir als Künstler schon ein wenig das Herz geblutet hat, bei so viel ungenutztem Ausstellungsplatz.

Wir freuen uns jedenfalls schon jetzt auf das nächste Jahr.

Eure Romy
KUNSTLEBEN BERLIN

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Romy und MASCH von KUNSTLEBEN BERLIN und die weißen Wände bei KW

Fotos: Stephan Röhl

Veröffentlicht am: 29.04.2013 | Kategorie: Ausstellungen, Kunst, | Tag: Gallery Weekend 2013, Jonas Burgert,

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