Philip Topolovac – Remote Sensing

Philip Topolovac, Eismer-postcard-(detail)
[vc_row][vc_column][vc_column_text]Im Rahmen der Ausstellung “Remote Sensing” von Philip Topolovac in der Galerie Invaliden1, wird am 16. April um 18:30 ein Gespräch zwischen dem Künstler und Prof. Dr. Karlheinz Lüdeking (UdK Berlin) stattfinden.

Ausgehend von der Ausstellung wird sich das Gespräch mit Topolovacs ́ künstlerischer Praxis befassen. Davon ausgehend sollen deren zentrale Aspekte in Bezug auf den Begriff der Landschaft, ihre Tradition in der Kunst und die Representation von Realität diskutiert werden.

Die Arbeiten, die Philip Topolovac in der Ausstellung “Remote Sensing“ zeigt, basieren auf seinen Untersuchungen zur Landschaftsdarstellung. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet er die Erdoberfläche und untersucht unser Verhältnis dazu. Der Titel beschreibt die zwangsläufige Distanz, die der Blick auf die Landschaft erfordert. Erst aus der Ferne wirken die Berge majestätisch und erst aus dem Orbit lässt sich das Abschmelzen der Polkappen im Jahresverlauf beobachten. Anhand von Fotografien und Skulpturen untersucht Philip Topolovac den Boden aus nächster Nähe ebenso wie aus kosmischer Ferne. Abformungen und Satellitenbilder sind für ihn Ausgangspunkte für Ortsbeschreibungen im Ungewissen. Im Kern geht es ihm dabei um die Frage, was wir als Landschaften verstehen, wie wir sie wahrnehmen und wie wir uns mit ihnen identifizieren.[/vc_column_text][vc_gallery type=”nivo” interval=”0″ images=”15818,15817,15816,15815,15814,15813″ onclick=”link_image” custom_links_target=”_self” img_size=”full”][vc_column_text]In der gesellschaftlichen Konvention ist der konkrete Ort durch vielschichtige Setzungen markiert – als Land, als Wildnis, Straße, zu Hause oder Sperrgebiet. In der romantischen Verklärung wird die Landschaft zur Projektionsfläche sehnsüchtiger Sinnsuche. Die Seele spiegelt sich in schroffen Felsklippen und warmen Sonnenuntergängen. Das zur Erde gefunkte Satellitenbild hingegen zeigt die Welt als digitale Scheibe. Berge und Meere werden hyperspektral analysiert und auf ökologische Stabilität oder ökonomische Nutzbarkeit hin untersucht. Die Weite des Horizonts ist verschwunden und pittoreske Wolken behindern nur die klare Sicht auf die Oberfläche des dadurch immer kleiner  erscheinenden Planeten.

Ausstellung “Remote Sensing” von Philip Topolovac

In seinen Arbeiten setzt Philip Topolovac diese unterschiedlichen Aspekte miteinander in Beziehung. Die Diaprojektion “Eismeer“ beispielsweise stellt Satellitenaufnahmen der Arktis einem ikonischen Bild der Romantik, dem “Eismeer” von C. D. Friedrich (1823-1824) gegenüber. Die Bronzeskulptur “Envisat“ ist ein Abbild des Satelliten gleichen Namens, von dem die Aufnahmen des “Eismeeres“ stammen. Der mittlerweile als Weltraumschrott die Erde umkreisende Umweltsatellit wird vom ultimativen Beobachtungsgerät gewissermaßen selbst zum Objekt ästhetischer Betrachtung erklärt.

Die Installation “Bodenform 2“ besteht aus einem Metallraster, in welchem Abformungen zufälliger Bodenpartien unregelmäßig angeordnet sind. Wie in seinen vorherigen Arbeiten mit Bodenformen, verweist Topolovac hier auf den Ort als Fläche zur Projektion und Interpretation. Begriffe wie Heimat, Grenze, Land, das Sublime etc. werden in den Abformungen modellhaft beleuchtet. Die Formen dienen der potentiellen Reproduktion der in ihnen gefangenen Oberflächenreliefs. Dabei beschreiben sie keinen bestimmten Ort sondern, hinterfragen als Schablonen die systematischen Konstruktionen und Kategorien, mit denen wir uns auf unserem Planeten verorten; und das vielleicht einfach nur, um unsere Existenz zu erklären.
Philip Topolovac (geboren 1979) lebt und arbeitet in Berlin. 2014 erhielt er ein Arbeitsstipendium des Kunstfonds Bonn. Seine Arbeiten werden derzeit in der Gruppenausstellung “Boys and their Toys“ im Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien gezeigt (bis 26. April 2015). Weitere Einzelausstellungen: “Out of this world”, mit Martin Schepers, Studiogalerie Haus am Lützowplatz, Berlin (2014); “Containment Units”, NUN, Berlin (2013); und Galerie Laboratorio, Prag (2012); “Diverse Zimmer“ Invaliden1, Berlin (2011); “Erdbeobachtungen“ in der Galerie Czarnowska, Berlin (2010) sowie “Lichtmaschine“ in der Galerie Kwadrat, Berlin (2009). Zu seinen letzten Gruppenausstellungen gehören “Netz- über das Spinnen in der Kunst“ Kunsthalle Kiel; “Das mechanische Corps“, Künstlerhaus Bethanien Berlin (2014); “Forever Young“, Kunsthalle Nürnberg (2013) und viele andere. Er war Mitbegründer des Projektraumes TÄT in Berlin (2007 -2012).[/vc_column_text][vc_column_text]Remote Sensing by Philip Topolovac

noch bis zum 25. April 2015

invaliden1 Galerie

Schönleinstr. 25
10967 Berlin

 

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Veröffentlicht am: 16.04.2015 | Kategorie: Ausstellungen, Kunst, | Tag: Galerie invaliden1,

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