Sandro Botticelli in der Gemäldegalerie

Er gilt als einer der bedeutendsten Künstler der Renaissance: der Florentiner Sandro Botticelli (1445–1510). Kaum ein Maler, dessen Gemälde so häufig reproduziert, interpretiert und verfremdet wurden. Als selbstständige neue Werke gehen sie inzwischen eigene, von den Originalen getrennte Wege. So wurde Renaissance zu Pop, anderes blieb zeitlos und universal, manche Werke, wie die Venus sind Teil eines universalen Bildgedächtnisses geworden.

Sandro Botticelli

Dabei ist die heutige Berühmtheit Botticellis alles andere als selbstverständlich. Nach seinem Tod zunächst vergessen, wurde er erst im 19. Jahrhundert wiederentdeckt. Die englische Künstlerbewegung der Präraffaeliten und ihre Bewunderung für Botticelli war ein maßgeblicher Faktor für den Beginn dieser faszinierenden Renaissance, die immer mehr Kunstschaffende und ein stetig wachsendes Publikum in ihren Bann zog. Heute lässt sich sagen, dass Botticelli wie kaum ein zweiter Altmeister die Kunst der Moderne und der Gegenwart inspiriert.Trotzdem scheint sein Werk sich aufzulösen, fragt man sich doch zurecht, was bleibt von ihm, wenn selbst ein Autoreifen seinen Namen trägt?

Blick in die Ausstellung "The Botticelli Renaissance" Staatliche Museen zu Berlin Gemäldegalerie/Achim Kleuker

Die Ausstellung

Die Ausstellung verfolgt diese bewegte Geschichte der wechselnden Aneignungen und Neubewertungen bis in die Gegenwart. Erstmals wird das Schaffen Sandro Botticellis – mit mehr als 50 Werken – in einer Ausstellung in Bezug gesetzt zu seinen Aneignungen und Interpretationen. Insgesamt sind über 150 Exponate zu sehen, darunter zahlreiche Meisterwerke aus den bedeutendsten Sammlungen der Welt.

Neben Gemälden präsentiert die Ausstellung Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien, Videos sowie Objekte aus Mode und Design. Der Zugang zu Botticelli erfolgt dabei über zeitgenössische Interpretationen und führt über die Schlüsselwerke seiner Wiederentdeckung im 19. Jahrhundert. Von David LaChapelle, Bill Viola, Cindy Sherman und Andy Warhol über René Magritte, Francis Picabia und Elsa Schiaparelli hin zu Dante Gabriel Rossetti, Edward Burne-Jones und Gustave Moreau.

Sandro Botticelli, Tondo Raczynski /"The Botticelli Renaissance" Staatliche Museen zu Berlin Gemäldegalerie/Achim Kleuker

Die Besucherinnen und Besucher erleben so eine Zeitreise zurück zu den Werken des Renaissancemeisters. Überraschende Durch- und Rückblicke auf dem Weg ermöglichen dabei immer wieder sinnstiftende Verknüpfungen.  Die Kooperation zwischen der Gemäldegalerie und dem Victoria and Albert Museum gestaltet maßgeblich das Erscheinungsbild der Ausstellung.

Berlin besitzt bereits seit den ersten Jahren der Wiederentdeckung Botticellis am Anfang des 19. Jahrhunderts eine imposante Anzahl an Werken des Meisters. In der 1830 eröffneten Gemäldegalerie der damals Königlichen, heute Staatlichen Museen zu Berlin befand sich der damals größte Bestand an Botticelli-Gemälden jenseits der alten Wirkungsstätte des Meisters – Florenz. Auf diese Weise bestimmte die Gemäldegalerie die „Botticelli-Renaissance“ der folgenden Jahrzehnte wesentlich mit – eine entscheidende Voraussetzung für Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, das Ausstellungsvorhaben in der Gemäldegalerie zu realisieren.

So ergänzen sich die Botticelli-Originale der Staatlichen Museen zu Berlin hervorragend mit den erstklassigen Beständen des Victoria and Albert Museums an Werken präraffaelitischer Maler sowie des viktorianischen Kunsthandwerks.

THE BOTTICELLI RENAISSANCE

KULTURFORUM vom 24. September 2015 bis zum 24. Januar 2016 (Matthäikirchplatz 1)

 

Veröffentlicht am: 23.10.2015 | Kategorie: Ausstellungen, Kunst,

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