Verführung als malerische Strategie: Sebastian Maas malt Bilder, die nicht loslassen. In der KORNFELD Galerie Berlin zeigt er neue Arbeiten, die genau wissen, wo die Grenze zwischen Anziehung und Unwohlsein liegt.
Sebastian Maas KORNFELD Galerie: SEDUCE ME
Maas, geboren 1984 in Aachen, hat vor seiner Malereiausbildung bei Karin Kneffel an der Akademie der Bildenden Künste München Biologie und Neurowissenschaften studiert und dieses Wissen fließt direkt in seine Praxis ein. Wahrnehmung ist immer auch Erinnerung: Jedes Bild aktiviert individuelle neuronale Muster, ruft Bilder auf, die man schon kennt, ohne sie benennen zu können. Maas nutzt diesen Mechanismus bewusst. Er setzt visuelle Auslöser, die unterhalb der Bewusstseinsschwelle wirken.
Auf losen LKW-Planen oder Leinwand trägt er Farbe in schnellen, gleichzeitig kontrollierten Gesten auf. Die Oberflächen oszillieren zwischen Präzision und Auflösung. Motive aus der europäischen Kunstgeschichte tauchen als fragmentierte Echos auf, keine direkten Zitate, sondern Transformationen, die Wiedererkennung absichtlich im Ungefähren lassen. In Gojo (2026) etwa erscheint eine Figur mit dem Kopf in altmeisterlicher Präzision, die Ikonografie erinnert an barocke Märtyrerszenen, der Körper hingegen bleibt skizzenhaft, offen, unabgeschlossen. Anziehung und Entzug in einem einzigen Bild.
Sebastian Maas in der KORNFELD Galerie: Verführung als psychologische Spannung
Sebastian Maas erforscht die subtilen Mechanismen der Verführung. Nicht als offensichtliche Geste, sondern als leise psychologische Spannung.
Seine Arbeiten ziehen die Betrachter in intime, oft mehrdeutige Szenen hinein, in denen Anziehung und Unbehagen nebeneinander bestehen. Durch eine fein nuancierte malerische Sprache schafft Maas Bilder, die zugleich vertraut und seltsam distanziert wirken.
Was Sie erleben werden: Ein Werkkomplex, der sich langsam entfaltet. In dem das Betrachten zu einer Verhandlung zwischen Begehren, Projektion und Kontrolle wird.
– Dietmar Peikert
Sebastian Maas – SEDUCE ME
30. April 2026 – 20. Juni 2026


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