Die Farbe Weiß: Impressionismus am Montag 6/8

Die Farbe Weiss Alfred Sisley Schnee in Louveciennes, 1874, Öl auf Leinwand, 54 x 65 cm, Sammlung Hasso Plattner
Impressionismus im Museum Barberini – hier ist jetzt die umfangreiche Sammlung impressionistischer Gemälde des Museumsgründers Hasso Plattner als Dauerleihgabe. Sie umfasst über 100 Werke von Malern des Impressionismus und Nachimpressionismus. Dies zum Anlass genommen, bringen wir eine kleine Reihe: Acht Folgen mit Bezügen zur Sammlung im Barberini, immer montags. Heute 6/8: Die Farbe Weiß

Die Farbe Weiß
Die Winter der 1860er bis 1890er Jahre waren schneereich. Auch in Gegenden
Frankreichs, in denen es selten schneit, fielen bis zu 30 Zentimeter. Am Ende der Kleinen Eiszeit, die im 17. Jahrhundert begonnen hatte, kam es zu einer Erwärmung, die zu einer zirkulierenden Feuchtigkeit in den unteren Schichten der Atmosphäre und zu ungewöhnlich hohen Niederschlägen führte.
Schon der Landschaftsmaler Gustave Courbet hatte diese Ausnahmesituation, die die Landschaft verfremdete, zu Winterbildern inspiriert. Wie dieser waren die Impressionisten nicht mehr daran interessiert, das Heroische zu thematisieren, das dem Schnee im kollektiven Gedächtnis nach den Winterkriegen Napoleons eingeschrieben war. Die Verwandlung der Landschaft durch den Schnee gab den Malern die Freiheit, sich auf Licht und Farbe zu fokussieren.
Die Künstler arbeiteten bei Minusgraden unter erschwerten Bedingungen. Sie setzten sich der eisigen Kälte aus, um dem Schnee die optischen Phänomene der Lichtbrechung auf den Kristallen abzugewinnen. Wie bei ihren Darstellungen von Wasserflächen ging es den Malern um die visuelle Verschränkung von Himmel und Erde. Sie beobachteten das Schauspiel des Widerscheins vom Himmelblau und glühender Sonnenuntergänge. Die Reflexionen auf dem Schnee setzten sie in teils abstrakt anmutende Malerei um.
Das Museum Barberini erhält jetzt die umfangreiche Sammlung impressionistischer Gemälde des Museumsgründers Hasso Plattner als Dauerleihgabe. Sie umfasst über 100 Werke von Malern des Impressionismus und Nachimpressionismus, darunter 34 Gemälde von Claude Monet. Außerhalb von Paris sind nirgends in Europa mehr Werke dieses Künstlers an einem Ort zu sehen. Ebenfalls einzigartig in Deutschland ist der Bestand der Gemälde von Caillebotte, Pissarro, Signac, Sisley und de Vlaminck. So präsentiert das Museum Barberini künftig neben seinen Wechselausstellungen in internationalen Kooperationen eine in Deutschland einmalige Sammlung, und Potsdam wird eines der weltweit wichtigsten Zentren impressionistischer Landschaftsmalerei.
Hinweis: Zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird das Museum ab Montag, 2. November 2020, gemäß der Verordnung des Landes Brandenburg vom 30. Oktober für vier Wochen schließen. (Der Vorverkauf von Tickets wird ebenfalls ausgesetzt.) Ab Mittwoch, 2. Dezember 2020 plant es, wieder regulär für euch zu öffnen.
Das Barberini ist ‘digital geöffnet’, auf Instagram, fb, Twitter und der Website: https://www.museum-barberini.com
Bild: Alfred Sisley: Schnee in Louveciennes, 1874, Öl auf Leinwand, 54 x 65 cm, Sammlung Hasso Plattner
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Veröffentlicht am: 02.11.2020 | Kategorie: Kunst,

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