Günther Uecker: Mehr als nur Nägel!

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Ich bin ein großer Bewunderer von Günther Uecker und genau deshalb gerade ein wenig verzweifelt, dass diese großartige Ausstellung nicht in Berlin, sondern in Üeckers Heimat Düsseldorf stattfindet.

Trotzdem möchte ich Dir ein paar Einblicke in diese großartige Ausstellung eines unglaublichen Künstlers geben. Vielleicht  bekommst Du ja Lust auf einen Kurz Tripp nach Düsseldorf.

UECKER

07.02. bis 10.05.2015

Kuratorinnen: Marion Ackermann und Stefanie Jansen

Mehr als nur Nägel:

Einen Blick auf das facettenreiche Werk des Künstlers Günther Uecker (*1930) richtet die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf mit der Ausstellung Uecker. Die konzentrierte Auswahl bedeutender Werkblöcke dokumentiert – jenseits der weltbekannten Nagelreliefs – die unerschöpfliche Energie Ueckers seit den Tagen der internationalen Avantgardebewegung ZERO, die in den 1950/60er Jahren auch von Düsseldorf aus neue Wege in der Kunst gewagt hat. Uecker ist mit etwa 60 Werken aus fünf Jahrzehnten von der großen Rauminstallation bis zu Zeichnung vom 7. Februar bis zum 10. Mai 2015 im K20 am Grabbeplatz zu sehen.

Aus der Perspektive der Gegenwart stellt die Präsentation im K20 dieses vielgestaltige Lebenswerk des Wahl-Düsseldorfers vor, das von großer Lebendigkeit und globaler Ausrichtung ebenso geprägt ist wie von einer ständigen Verwandlung der Sprache in Bilder.

„Es geht darum, von unserer mittleren Generation aus die besonders spezifischen, avantgardistischen und bis heute gültigen Aspekte seines Werkes zu betrachten“, erklärt die Direktorin der Kunstsammlung NordrheinWestfalen, Marion Ackermann.

Dokumentiert ist der nagelnde „Bild-Hauer“, der Aktionskünstler, der politische Mensch und der Poet ebenso wie der Bühnenbildner und Klangkünstler. Wie kein anderer steht der 1930 in MecklenburgVorpommern geborene Uecker für einen Künstlertypus, der als Augenzeuge den politischen und kulturellen Umbruch im zunächst zweigeteilten Nachkriegsdeutschland mit vorangetrieben hat.

In der Grabbe Halle werden Auszüge aus zentralen Arbeiten wie das Terrororchester (1968/82), der Brief an Peking (1994), die Verletzungswörter (1992/2015), eine Sandmühle (1970) sowie geschriebene Bilder gezeigt. In der Klee Halle begegnet der Besucher Ueckers Nagelreliefs aus vielen Jahrzehnten, die eine Biografie in Bildern als Momentaufnahmen seiner künstlerischen und physischen Befindlichkeit darstellen. Die scheinbar aggressiv benagelten Bildflächen entwickeln je nach Standpunkt und Lichteinfall eine eigene sensible, poetische Kraft und beginnen zu atmen.

Seit Jahrzehnten begleitet der Satz „Wo die Sprache versagt, da beginnt das Bild“ Ueckers künstlerisches Schaffen.

Immer wiederkehrende Motive wie Spiralen und Reihungen oder Materialien wie Stein, Sand, Erde und Asche verwandelt der Künstler als minimalistische Vokabeln in eine universal lesbare Sprache.

Uecker-Zeitung

Eine Fortsetzung der von 1968 bis 1983 erschienenen Uecker-Zeitung lässt junge Kunsthistoriker aus aller Welt (Polen, Russland, China, Israel, Ägypten, Iran, Kuba) zu Wort kommen. Sie gehen der Frage nach, wie das Werk Ueckers in den verschiedenen Kulturen rezipiert wird. Das Blatt wird kostenlos verteilt und ebenso im Internet für alle lesbar sein.

Der Ausstellungskatalog mit allen Werkabbildungen enthält Interviews Ueckers mit der Fotografin Hilla Becher, dem Nobelpreisträger und Neurowissenschaftler Prof. Eric Kandel sowie mit Dr. Marion Ackermann, Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Zudem erarbeitet Günther Uecker eigens für die Kunstsammlung eine Edition und ist mit einer speziell realisierten Arbeit im Labor, dem Projektraum der Abteilung Bildung, vertreten.

Briefe an einen Unbekannten

07.02. – 10.05.2015

Labor im K20.

Schreiben ist im Werk von Günther Uecker von essenzieller Bedeutung.

Die Schrift als sprachlicher Ausdruck steht bei ihm oftmals gleichberechtigt neben seinen bildkünstlerischen Arbeiten. Dabei nehmen Ueckers „Briefe“ wie etwa die Installation Brief an Peking von 1994 eine besondere Stellung ein: Auf 19 bemalten und beschriebenen Leintüchern, die wie Wäsche an Leinen hängen, manifestiert sich Ueckers Blick auf China.

Anlässlich seiner großen Ausstellung im K20 hat Uecker eine neue Arbeit für das Labor im 2. Obergeschoss der Kunstsammlung am Grabbeplatz entwickelt, die die Besucher einlädt, Briefe an einen Unbekannten zu schreiben und diese an den vor Ort verspannten Seilen aufzuhängen. Hier können Reflexionen zum Ausstellungsbesuch ebenso ihren Niederschlag finden wie poetische Gedanken oder gesellschaftliche Fragestellungen. Das Medium des Briefes ist auf Dialog hin angelegt. Im Labor vollzieht sich dieses Zwiegespräch als offener, geschriebener oder gezeichneter Gedankenaustausch zwischen den einzelnen Besuchern.

K20 GRABBEPLATZ

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

Veröffentlicht am: 12.02.2015 | Kategorie: Ausstellungen, Kunst, | Tag: Günther Uecker,

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