Ausstellungen D’après Manet & Jean Dubuffet in der Galerie Michael Haas

Ausstellungen D'après Manet & Jean Dubuffet in der Galerie Michael Haas

Manet trifft Dubuffet in der Charlottenburger Galerie Michael Haas. Während 51 zeitgenössische Positionen das Erbe des Modernisierungs-Pioniers Édouard Manet neu interpretieren, führen die frühen Werke von Jean Dubuffet vor Augen, wie radikal Kunst Konventionen sprengen kann. Ein Muss zum Gallery Weekend 2026 für alle, die Malerei jenseits des Akademischen lieben.

D’après Manet: Ein Dialog über die Moderne

Unter dem Titel D’après Manet sind in der Galerie Michael Haas Werke von 51 internationalen Künstlerinnen und Künstlern versammelt, die zum allergrößten Teil eigens für die Ausstellung geschaffen wurden. Sie würdigen das Erbe des französischen Malers Édouard Manet (1832-1883), indem sie seine Gemälde und Zeichnungen zitieren oder parodieren, sie in den ihnen eigenen Sprechweisen adaptieren und uns, den Betrachtenden, völlig neue Blickwinkel eröffnen.

Revolution in der Galerie Michael Haas: Das Erbe Édouard Manets

Manets Werk bedeutete den tiefgreifendsten und vielleicht radikalsten Wandel in der Malerei seit der französischen Revolution. Er bewirkte eine ebenso unerwartete wie plötzliche Wende in der Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts und ebnete den Weg in die Moderne.

Heute ist Manets Werk längst Teil unserer visuellen Kultur, dessen erstaunliche Vielfalt noch immer eine schier unerschöpfliche Quelle der Inspiration ist. Ein Großteil seines Œuvres liegt in bedeutenden Museen und Sammlungen, und spätestens seit dem Verkauf des Bildes „Le Printemps“ von 1881 im Auktionshaus Christie’s zu einem Rekordpreis von mehr als 65 Millionen Dollar im Jahr 2014 hat sich der freie Markt erschöpft. Als großer Liebhaber suchte Michael Haas dennoch nach einer Möglichkeit, eine Manet-esque Ausstellung zu organisieren – und stiftete eine Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern an, sich damit auseinanderzusetzen.

Jean Dubuffet: Die Befreiung der Kunst durch Art Brut

Jean Dubuffet (1901-1985) war einer der radikalsten Künstler nach 1945. Fernab vom akademischen Kunstbegriff entwickelt er eine authentische, „unverbildete“ Ausdrucksweise, die sich an Stimmen außerhalb der intellektuellen Kunstwelt orientiert: Kritzeleien im öffentlichen Raum, Werke von psychisch Kranken, Zeichnungen von Kindern und anderen Autodidakten, und für die er bald den Begriff „art brut“ prägt.

In den 1940er Jahren ist Paris das unangefochtene Zentrum der westlichen Kunst. Dubuffets erste Werke, explizit figürliche, fast naive Bilder, stehen im krassen Gegensatz zu den von seinen Zeitgenossen betriebenen Stilrichtungen des Informel und der Geometrischen Abstraktion und werden nur von wenigen Intellektuellen als revolutionär neue Idee erkannt.

Verachtete Werte im Rampenlicht

„Meine Kunst ist ein Versuch, alle verachteten Werte ins Rampenlicht zu rücken“ Im Verlauf seiner künstlerischen Karriere schafft er klar voneinander getrennte Werkzyklen, die immer Ausdruck einer neuen Herausforderung und Fragestellung sind und beendet werden, sobald ihre Möglichkeiten ausgeschöpft scheinen. Er vermeidet eine Verfestigung seiner Formensprache zu nur einem Stil und wird es nicht müde, jegliche tradierten Aspekte der Kunst systematisch und gründlich zu hinterfragen und neu zu erfinden.

Eine umfassende Retrospektive mit mehr als 200 Werken im New Yorker Museum of Modern Art im Jahr 1962 markiert den Punkt, an dem Dubuffets Werk spätestens auch beim breiten Publikum angekommen ist. Sein Einfluss auf seine sowie die nachfolgenden Generationen kann kaum überschätzt werden. Galerie Michael Haas präsentiert eine Auswahl von Gemälden und Zeichnungen aus den Jahren 1942 bis 1961.

D’après Manet & Jean Dubuffet

Galerie Michael Haas

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