VIOLA BITTL – sieben jahre

Die Walter Storms Galerie zeigt Werke der Künstlerin Viola Bittl aus sieben Jahren.

Ein rauer Pinselstrich zieht sich über die Leinwand, bricht kurz vor dem Rand ab und lässt eine Schicht darunterliegendes Leuchten frei. Wenn du vor den Arbeiten von Viola Bittl in der Walter Storms Galerie stehst, spürst du sofort diese Ruhe, die von den überlagerten Farbfeldern ausgeht.

Es ist, als hätte die Künstlerin die vergangenen sieben Jahre ihres Schaffens Schicht für Schicht verdichtet. Man ertappt sich dabei, wie man den Blick über die Kanten wandern lässt, um die Zeit zu greifen, die in diesen Oberflächen steckt. Nichts drängt sich hier lautstark auf; vielmehr laden die Formen dazu ein, das Tempo rauszunehmen und einfach nur zu schauen, wie sich Abstraktion und Raum in der Stille begegnen. Ein starkes Statement für die Malerei, das ganz ohne große Erklärungen auskommt.

Mit der Einzelausstellung sieben jahre präsentiert die Walter Storms Galerie einen Überblick über die Werke der vergangenen 7 Schaffensjahre von Viola Bittl (geb. 1980). Die Ausstellung markiert einen Moment der Rückschau, der zugleich als Endpunkt und Neubeginn lesbar ist.

Viola Bittl Walter Storms Galerie: Zeit als Farbschicht

Der Titel fungiert zunächst als zeitliche Klammer. sieben jahre versteht Zeit nicht als lineare Erzählung, sondern als Verdichtung. Als Zeitraum in dem sich Prozesse, Ideen und formale Entscheidungen bündeln und in der Ausstellung zusammengeführt werden. In Bittls Malerei wird Zeit nicht abgebildet, sondern schreibt sich als Spur in die Schichtung der Farbe ein.
Viola Bittl, geboren 1980 in Eichstätt, ist bekannt für ihre eindringlichen und vielschichtigen Arbeiten, die die Grenzen der Malerei ausloten und einen dialogischen Raum zwischen Form und Abstraktion schaffen. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

Von 2004 bis 2008 studierte Bittl an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Sean Scully. Ein Jahr ihres Studiums verbrachte sie 2007 an der Kuvataideakatemia, der Akademie der Bildenden Künste in Helsinki. Anschließend setzte sie ihr Studium von 2008 bis 2011 an der Städelschule in Frankfurt am Main bei Prof. Christa Näher fort und wurde 2011 zur Meisterschülerin ernannt.

Ein entscheidender Schritt in ihrer Karriere war das Atelierstipendium der Hessischen Kulturstiftung in New York City in den Jahren 2017/18, welches auch in einem Katalog dokumentiert ist. Dieses Stipendium ermöglichte es ihr, ihre künstlerische Praxis in einem internationalen Kontext weiterzuentwickeln und zu bereichern.

Ein herausragendes Ereignis ihrer Laufbahn war die Teilnahme an der Ausstellung „Jetzt! Junge Malerei in Deutschland“ im Jahr 2020. Diese von den Kunstmuseen Bonn und Wiesbaden, den Kunstsammlungen Chemnitz und den Deichtorhallen Hamburg kuratierte Ausstellung, stellte Bittls Werk neben den besten Vertretern der zeitgenössischen Malerei aus und unterstrich ihre Bedeutung in dieser führenden Disziplin der Kunst.

VIOLA BITTL – sieben jahre

13. Februar – 18. April 2026

2 Kommentare

  1. wie immer spannende und gut formulierte Vorschläge .
    Macht dann neugierig und wertvoll als Tipp was anschauensnotwendig ist.dankeschön

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