William N. Copley & Ambra Durante – Imaginary Game

Ein knalliges Rot prallt auf fein gerissenes Papier. In der Galerie Friese treffen bei Imaginary Game zwei Welten aufeinander: Der legendäre William N. Copley bringt den ironischen US-Surrealismus der Nachkriegszeit nach Berlin, während Ambra Durante mit ihren schnellen, ehrlichen Zeichnungen das Herz der Gen Z einfängt. Copley spielt mit Humor und Erotik, Durante mit Gefühlen wie Einsamkeit und Aufbruch. Trotz achtzig Jahren Altersunterschied zeigen dir beide Künstler, wie cool und direkt Imagination sein kann. Ein packender Mix aus Erfahrung und frischer Energie, den du dir nicht entgehen lassen solltest.
In der Doppelausstellung „Imaginary Game“ begegnen sich mit William N. Copley (1919–1996) und Ambra Durante (*2000) zwei Self-Taught-Artists unterschiedlicher Generationen, die ihre Bildthemen unmittelbar aus dem eigenen Erleben schöpfen.

William N. Copley und der Witz des Surrealismus

Copley, dessen Werk die Galerie Friese seit über zwanzig Jahren kontinuierlich zeigt, ist inhaltlich dem europäischen Surrealismus verbunden – nicht zuletzt aufgrund seiner engen Freundschaften mit Marcel Duchamp, René Magritte oder Max Ernst. Seine narrativen Bilder kreisen um das sexuelle Begehren und dessen moralische Implikationen der US-amerikanischen Nachkriegsgesellschaft. Mit feinem Witz zeigt er das Verhältnis von Mann und Frau als ein Gefüge aus Rollenspiel und Projektion – gezeichnet von einer beständigen Lust, die Verhältnisse ins Wanken zu bringen.

Ambra Durante: Zwischen Berliner Spirit und Emotion

Ambra Durante, 2000 in Genua geboren und seit 2007 in Berlin lebend, erweitert dieses imaginäre Spielfeld um eine introspektive, zeitgenössische Perspektive. Ihre Zeichnungen erzählen vom inneren Erleben; sie handeln von Einsamkeit, Verlust, Begehren und Selbstbehauptung. Risse, Knicke und Aufdrucke der Papiere werden integraler Teil der Bildgeschichten, die stilistisch wie inhaltlich auch surreale Elemente aufweisen. Bilder und Worte erobern den Bildraum, leichtfüßig und schnell voranschreitend, flüchtig wie Gedanken. Ihre Intensität zeugt von der Erfahrungswelt einer jungen Generation, die sucht, sich behauptet und neu definiert.

„Imaginary Game“ vereint zwei künstlerische Positionen, die trotz acht Jahrzehnten Abstand eine bemerkenswerte Nähe verbindet: das Vertrauen in die Kraft der Imagination, die Lust am Erzählen und eine Auffassung der Kunst als geschütztem Erfahrungsraum.

William N. Copley & Ambra Durante – Imaginary Game

06. März 2026 – 09. Mai 2026

Galerie Friese

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