Shifting Weathers – Villa Heike

Ausstellung Shifting Weathers in der Villa Heike Berlin mit Werken von Susanne Kriemann und Luiz Zanotello.

Wenn das Klima zur künstlerischen Linse wird, verschwimmen die Grenzen zwischen Datenmessung und sinnlicher Erfahrung. In der Villa Heike Berlin zeigt die Gruppenausstellung Shifting Weathers, wie Susanne Kriemann, Jasmijn Visser und Luiz Zanotello das Wetter nicht als Katastrophenmeldung, sondern als schleichenden Prozess und politisches Medium begreifen. Eine Einladung, den Blick über den Horizont technischer Bilder hinaus zu schärfen.

Shifting Weathers in der Villa Heike Berlin

Gegründet im Jahr 2019 und nun als gemeinnütziger Kunstverein (Villa Heike e.V.) neu aufgestellt, widmet sich die Institution der nachhaltigen Förderung zeitgenössischer Kunst sowie der Pflege einer offenen, kritischen Kulturpraxis. Im Mittelpunkt des Programms von Villa Heike Kunstverein stehen künstlerische Positionen, die das technische Bild als kreative Methode, Darstellungsform und Ort politischen Handelns befragen.

Technologische Bilder und atmosphärische Prozesse

Shifting Weathers ist eine Ausstellung im Villa Heike Kunstverein, die sich mit Wetter, Klima und bildgebenden Technologien auseinandersetzt. Während in der Öffentlichkeit Klima durch technische Bilder, Messungen und Prognosen sichtbar gemacht wird, ist es zugleich wirksam durch langsame Prozesse, die unserer unmittelbaren Wahrnehmung entgehen. Das Ausstellungsprojekt Shifting Weathers versteht Wetter als fortwährenden Zustand, der Wahrnehmung, Empfinden und Zeitlichkeit formt.

Künstlerische Positionen zwischen Mikroplastik und Videospiel

Mit Arbeiten von Susanne Kriemann, Jasmijn Visser (mit Ingmar König) und Luiz Zanotello richtet es den Blick auf die komplexen Gegebenheiten, die der medialen Vermittlung und Interpretation von Wetter und Klima zugrunde liegen. Die Ausstellung zeigt aber vor allem, wie künstlerische Praktiken jenseits von Katastrophenbildern neue Perspektiven auf die Vielschichtigkeit von Klima eröffnen. Shifting Weathers wird von Sarie Nijboer unter der Leitung von Michael Schäfer kuratiert. Begleitet wird die Ausstellung von einem eintägigen Symposium zu Fragen von Bildproduktion, Klimawissen und Wahrnehmungspolitiken.

Materialität und Archivierung der Landschaft

Susanne Kriemann betrachtet in ihrer Arbeit Datadust, skin of sand Landschaften als materielle Archive menschlicher Hinterlassenschaften. Sie zeigt, wie Mikroplastik zum neu integrierten Bestandteil ökologischer Kreisläufe geworden ist. Es wird durch Wetter und Verwitterung über die Zeit hin verteilt und sedimentiert. Kriemanns Beobachtungen machen so Klima als bestimmenden Faktor langfristiger Einschreibungsprozesse sichtbar.

Interaktive Welten und globale Wetterdaten

Jasmijn Visser entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Game Developer Ingmar König das interaktive Videospiel The weather has been cancelled, das eine Welt ohne Wetter entwirft. In ihrer fragmentierten, lyrischen Spielwelt, in der sich Spielende frei bewegen können, wird die Komplexität des Klimawandels gespiegelt: nicht auf eine einzige Erzählung reduzierbar, und dennoch tief verankert im kulturellen Gedächtnis sowie in kollektiver Trauer.

Luiz Zanotello untersucht in seiner Installation Tempo-imagem das Zusammenspiel von Zeit und Wetter anhand von Echtzeitbildern frei zugänglicher Wetterkameras weltweit. Indem er eine Maschine mit diesen visuellen Daten trainiert und ihre Prozesse filmisch sichtbar macht, verschiebt die Arbeit den Blick auf unterrepräsentierte Regionen und unterschiedliche Zeitlichkeiten. Dabei wird Wetterbeobachtung als politischer Akt des Sehens gefasst.

Shifting Weathers

26.03. – 02.05.2026

Villa Heike

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