In den Archiven tauchen sie auf: unscheinbare Fotografien, zerbrechliche Augenblicke – und plötzlich werden sie zum Ausgangspunkt einer Suche nach Geschichte, Erinnerung und Bild. Der Berliner Künstler Martin Dammann (*1965 Friedrichshafen / Bodensee) lädt dich in seiner Ausstellung „Ein Loch graben“ ein, genau in diese Zwischenräume zu schauen. Er gräbt in den Spuren von Fotografien, Fossilien und psychologischen Realitätsentwürfen – und bringt das Sichtbare in Bewegung, das Verborgene zum Vorschein. Denn im Sammeln, Ausgraben und Bewahren liegt nicht nur die Erinnerung – sondern das Potenzial, die Gegenwart neu zu denken.
Dreh- und Angelpunkt im Schaffen des Künstlers Martin Dammann (*1965 in Friedrichshafen/Bodensee) sind seit vielen Jahren drei große Themenfelder: das Sammeln von Fotografien, die Beschäftigung mit historischen und psychologischen Realitätsentwürfen sowie die Suche von Fossilien und deren Ausgrabung. In enger Kooperation mit dem Archive of Modern Conflict sammelt Dammann Fotografien aus Nachlässen, von Privatpersonen und von Foto- sowie Militärbörsen. Diese Bilder, oftmals anonym und fragmentarisch, sind Ausgangspunkt seiner künstlerischen Arbeit. Ihn interessiert, was sich hinter den sichtbaren Oberflächen verbirgt – die stillen, oft übersehenen Geschichten, die jedes Bild in sich trägt.
Bekannt wurde Dammann insbesondere durch seine großformatigen, farbintensiven Aquarelle, in denen er ausgewählte Motive aus dem Archiv oder aus seinem eigenen fotografischen Fundus ins Malerische überführt. Die Auswahl der Motive erfolgt intuitiv – stets geleitet von der Suche nach dem, was Walter Benjamin den „Funken Wirklichkeit“ nannte. Im Mittelpunkt dieses künstlerischen Prozesses steht die Transformation: das Sichtbarmachen verborgener Bedeutungsebenen und emotionaler Resonanzen.
Mit der aktuellen Ausstellung „Ein Loch graben“ unternimmt Martin Dammann einen sehr persönlichen Versuch, der Psychologie künstlerischer Inspiration und der eigenen Schaffensüberzeugung nachzuspüren. Die Ausstellung versteht sich als Reflexion über das Forschen, Freilegen und Bewahren – zentrale Tätigkeiten, die sowohl im Sammeln als auch im künstlerischen Arbeiten verankert sind.
MARTIN DAMMANN – Ein Loch graben
01 November – 31 Dezember 2025


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