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Imaginäre Portraits und Objekte

7. September 2017 - 13. Oktober 2017

Die Galerie Köppe stellt in ihrer Ausstellung Imaginäre Porträts & Objekte aktuelle Positionen Junger Berliner Objekt- und Fotokünstler vor. Die Ausstellung kombiniert konzeptionelle, experimentelle und inszenierte Fotografie. Sie präsentiert imaginäre Porträts und Körperbilder, urbane Landschaften, Street-Photographie oder erotische Sujets aus performativen Fotoaktionen. Die Ausstellung zeigt, wie sehr sich Gegenwartsfotografie als Kunstform auf die internationale Tradition des Mediums bezieht – und zwar maßgeblich auf Künstler der jüngeren Avantgarde, wie beispielsweise Cindy Cherman, Gerd Richter, Thomas Struth, Andreas Gursky oder Katharina Sieverding. Aber auch die Auseinandersetzung mit dem Medium Film/Kino spielt bei der jungen Künstlergeneration eine Rolle.

Yotta Kippe
Die überdimensionalen fotografischen Porträts der Berliner Künstlerin Yotta Kippe wechseln zwischen Hell und Dunkel, changieren zwischen Nähe und Distanz, zwischen Schärfe und Unschärfe. Die Strukturen der Bildnisse scheinen hin und wieder in den unbestimmten Hintergrund ihrer Bilder zu versinken. Oder aber sie entrücken ins Ungewisse oder gar ins Unkenntliche – beispielsweise, wenn die Künstlerin sie mit Schraffuren überzeichnet. Ob Yotta Kippe ihr „Ich“ verrätselt, ob sie es ikonisiert oder ob uns ein von ihr fotografiertes Antlitz erschreckend desillusionistisch entgegenkommt – immer ist der Blick, den sie auf den Betrachter richtet, von eindringlicher psychischer Präsenz.

Ulrich Vogl
Ulrich Vogl (Berlin) arbeitet konzeptionell und multimedial. Seine Werke kreisen um Themen wie Zeit, Bewegung, Existenz, Licht, Präsenz oder Verschwinden. Seine Kunst der Auseinandersetzung mit neuen Materialien und Technologien knüpft an die frühen Kunstformen der Konzeptkunst sowie der Lichtkunstavantgarde der 1920 bis 1930er Jahre an. Auch Bezüge zur ZERO-Kunst der Nachkriegsjahre sowie zu gegenwärtigen internationalen Kunstformen der Konzeptkunst und Lichtkunst finden sich in seinem Werk. Ulrich Vogl verwendet meist einfache Materialien aus dem Alltag für seine Objekte und Installationen – Spiegel, Folien, Fäden, Diaprojektoren und Scheinwerfer beispielsweise. Der Künstler spielt häufig auf Motive an, die bereits für sich eine hohe emotionale Qualität haben (Nachthimmel, Wolken, Gestirne, Universum, Wolkenformationen, Fenster, Haus, Rad). Ulrich Vogl geht es darum, mit seinen Materialien visuelle Wirkungen zu erzeugen, die mit anderen Mitteln der Kunst – der Malerei oder der Fotografie beispielsweise – nicht erreichbar wären.

Bert Silzner / Isabelle Huschke
Das Künstlerpaar Bernd Silzner und Isabelle Huschke arbeitet erst seit 2016 zusammen. Ihre fotografische Arbeit konzentriert sich zum einen auf die inszenierte Fotografie und zum anderen auf die Auseinandersetzung mit Kunstformen wie Lightpainting und Performance. Die Arbeitsweise der beiden Künstler ist experimentell. Sie bezieht Spontanes und Zufälliges mit ein und thematisiert Phänomene wie Licht, Dunkelheit, Bewegung und die Flüchtigkeit materieller Erscheinungen in Bezug zum menschlichen Körper.
In ihren Aktionen und fotografischen Experimenten geht es u.a. um die Verwischung von Realitätsebenen. Mittels Lichtspuren, die aus dem Dunkel kommen, und die in einer Aktionsperformance durch eine Lichtquelle in einer rhythmisch-dynamischen Aktionsperformance entstehen, werden mal gegenständliche, mal abstrakte Formen erzeugt. Letztere erscheinen oft wie immaterielle aus Licht gewebte Strukturen und faszinieren besonders durch ihre Kombination mit menschlichen Körpern.
Bert Silzners erste Begegnung mit dem Lightpainting fand in der ‚I. Olympus Perspective Playground‘ statt, in der der Künstler das Life-Lightpainting übernahm. Seither hat er diese Kunstform autodidaktisch weiter entwickelt. Inzwischen war Bert Silzner mit seiner Arbeit in zahlreichen Ausstellungen zu sehen; unter anderem im Palais de Tokyo, wo er inzwischen als Akteur fester Bestandteil dieser Ausstellungsreihe ist.

You Gu
Thema der chinesischen, in Berlin lebenden Künstlerin sind der Zauber und die Unmittelbarkeit eines Augenblicks. Der fotografische Stil ihrer Schwarz-Weiß Fotografien zeigt Bezüge zur Street-Fotografie. Aufgenommen wurden die in der Ausstellung gezeigten Motive mit einer Analogkamera. You geht zumeist von Szenen aus dem Alltäglichen aus und ihre Arbeiten sind oft Ausdruck spontaner Reflektionen. Sie sind charakterisiert durch eine Atmosphäre des Geheimnisvollen und des Fantastischen. „Hinter meinen fotografischen Arbeiten stecken immer mysteriöse und obskure Erzählungen, die ich beim Reisen gesammelt habe“, sagt sie selbst zu ihren aktuellen Arbeiten. Die Kamera der Künstlerin fängt zumeist flüchtige Momente ein: Tanzende Paare auf einem Straßenfest in Kreuzberg, flashartig aus der Dunkelheit hervorgehoben und doch auch wieder in der Schwärze der Nacht und der Tiefe des Raumes verschwindend. Ein Feuer in der Nacht inmitten einer Atmosphäre von Verlassenheit. Das sich die Fotografie der jungen Künstlerin auf das Wechselspiel von Licht und Dunkelheit sowie auf das Thema der flüchtigen Zeit und der atmosphärischen Erscheinungen konzentriert, kommt insbesondere in den Sternenbildern bzw. dem nächtlichen Panoramablick ins Alls zum Ausdruck.

Imaginäre Porträts & Objekte bei Köppe Contemporary

Details

Beginn:
7. September 2017
Ende:
13. Oktober 2017
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
,
Eintritt: frei €

Veranstaltungsort

Köppe Contemporary
Knausstr. 19
Berlin, 14193 Deutschland
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Veröffentlicht am: 26.08.2017 | Kategorie: Berlin Art Week 2017, Köppe Contemporary,

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