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Verniossage: SHOW YOUR DARLING FotografInnen zeigen ihr Lieblingsbild zum Thema: ALLE FEHLER BEHOBEN!
19. September 2025

Beteiligte FotografInnen:
Beckmann, Ophelia; Behrendt, Norman; Bergemann, Frauke; Bibel, Nora; Bofinger, Karoline; Bournonville, Nadja; Bröhan, Angela; Dollinger, Mario; Faulhaber, Julian; Gries, Gero; Haus, Michael; Helmerdig, Silke; Herrmann, Robert; Hinzen-Röhrig, Doris; Holick, Norbert; Hüning, Fred; Koch, Silke; Kriegelstein, Manfred; Krüger, Horst; Mansholt, Werner; Pauer, Torsten; Pavlakis, Stefanos; Pawlitzky, Eric; Rentzsch, Nadja; Rissmann, Joachim; Salentin, Katrin; Schraepler, Alexandra; Schumann, Torsten; Schünemann, Jens; Sinha, Silvia; Stoltenberg, Ruth; Stuke, Karen; Teepe Martina; Vollmann, Felix; Wechler, Catrin; Wehr, Susanne; Wild, Sabine; Woischwill, Nicole
„Alle Fehler behoben“ – auf den ersten Blick eine gute Nachricht. Die Autowerkstatt, der Computernotdienst oder wen auch immer man mit der Suche nach den Fehlern beauftragt hat, hat die Arbeit erledigt. Alles in Ordnung, es kann weitergehen. Bei näherer Betrachtung ist der Teil objektiv diagnostizierbarer Fehler jedoch klein. Die meisten Fehler sind anderer Art: Historische Fehler, größte Fehler, politische Fehler. Fehler im System, genetische Fehler, offensichtliche Fehler, unauffindbare Fehler, psychische Defekte, Schönheitsfehler. Totalschaden. Aber wer vermag mit objektiver Sicherheit festzulegen, was ein Fehler ist? Welche Instanz kann den „richtig“ oder „falsch“ Stempel aufdrücken?
Die Fotografin Sabine Wild hat mit „Show your darling V“ Fotografinnen und Fotografen um Werke zum Thema „Alle Fehler behoben“ gebeten. In der Schau zeigt sich, wie unterschiedlich die Assoziationen und Blickwinkel sind, und dass nach der Erleichterung, dass nun endlich alles wieder gut ist, der Stoßseufzer stockt. In den 38 Werken der Schau stellt sich die grundlegende Frage nach der Tatsächlichkeit und Hinterfragbarkeit vermeintlicher Fehler und eröffnet einen umfassenderen Diskurs.
Fred Hünings Fotografie „THE COMFORT OF HORSES“, zeigt die Schönheit eines Pferdes mit genetischem Defekt, in den Fotografien von Werner Mansholt und Katrin Salentin werden normative, fehlerfreie Schönheitsideale in Frage gestellt und gebrochen. Widersprüche tauchen auf, Traum und Wirklichkeit verschwimmen, die fließenden Grenzen zeigen die Relativität des Realen und damit des vordergründig Richtigen. Vermeintlich behobene Fehler werden als Provisorien zu kunstvollen Objekten. Spiegelungen wie bei Catrin Wechler und Michael Haus, Verfremdungen wie bei Sabine Wild, schärfen in ihrer Andersartigkeit den Blick auf die der Imperfektion innewohnende Schönheit. Die politische Dimension der Frage nach der Festschreibung des Richtigen oder Falschen und der daraus resultierenden „fehlerlosen“ Legitimierung durch eine Obrigkeit zeigt sich unter anderem in Stefanos Pavlakis „Under erasure“. Unwiederbringlich zerstörte Natur, abgerissene Gebäude, Akten von zahllosen ungelösten Fällen, meterweise aufgereiht – die gezeigten Fotografien eröffnen unter dem Gesichtspunkt „Alle Fehler behoben“ neue Blickwinkel. In der Wiederholung des Immergleichen wie in Karen Stukes Daumenkino mit der „Sprengung des Kühlturms in Hamm-Uentrop“ (1991) lauert die Frage, ob Fehler besser oder schlechter werden, wenn sie immer wieder gemacht werden, ob man Fehler rückgängig machen kann. Oder eben die Frage „Was ist überhaupt ein Fehler?“
Die Fotografin Sabine Wild hat die Idee und das Konzept von „Show your darling“ entwickelt und bittet seit 2015 Fotografinnen und Fotografen um ihre „Positionen“ zu bestimmten Themen. Zum Beispiel 2017 zu „Darkness“ oder 2018 zu „Das Bett“. In diesem Jahr ist das Thema „Alle Fehler behoben“.

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