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Rada Boukova & Sirma Sarafova-Orahovac

13. April 2019 - 7. Juni 2019

Players and Pleasures
13.04. – 08.06.2019

Der Kunstverein Ost (kurz: KVOST) widmet sich der Förderung von sowie dem intensiven Dialog mit Künstlern, die aus Osteuropa stammen oder deren Lebensweg und Arbeitsweise von der Erfahrung des ehemaligen Ostblocks geprägt wurden.

Mit Rada Boukova und Sirma Sarafova-Orahovac werden zwei bulgarische Künstlerinnen gezeigt, deren Erfahrungen und gestalterische Praxis sich zugleich radikal unterscheidet als auch in wesentlichen Punkten Parallelen aufweisen.

Beide Frauen befassen sich in ihren Arbeiten auf beinahe obsessiver Weise mit profanen Alltagsobjekten: Sarafova-Orahovac arrangiert für ihre großformatigen Zeichnungen Haushaltsartikel, Werbegeschenke und Souvenirkitsch zu Stillleben, während Boukovas Installationen die Dinge aus ihren gewohnten Kontexten herauslösen, verfremden und so ihre Materialität transformieren: Plastiktüten werden zu Menschenhaut, ein Gummiband zu einem zum Weinen verzogenen Mund oder Bauschaum zu Brot.

Dabei fällt auf, dass Sarafova-Orahovac, die den Großteil ihres Lebens in der kommunistischen Volksrepublik Bulgarien verbrachte, noch überwiegend stauend auf die märchenhafte Objektwelt des Westens blickt. Boukovas Interpretationen sind dagegen schon von der Erfahrung des Konsumkapitalismus und der Kritik der Warenästhetik getrübt.

Gemeinsam ist den hier gezeigten Werken, dass die konkreten oder abgebildeten Objekte jeweils als Stellvertreter menschlicher Empfindungen und Sehnsüchte fungieren, wozu auch das immanente Scheitern der Objekte als Trostpflaster für unstillbare Bedürfnisse zählt.

Für die Ausstellung „Players and Pleasures” fungierte Boukova auch als Kuratorin, indem sie die Bilder von Sarafova-Orahovac auswählte und in Bezug zu ihren eigenen Arbeiten setzte. Dabei gibt sie bewusst nicht konzeptionell, sondern visuell und intuitiv vor. Objekte, Formen und Farben dienen als Wegweiser und Bezugspunkte sich überschneidenden Fiktionsräume.

Rada Boukova wurde 1973 in Sofia geboren und zählt heute zu den bekanntesten Gegenwartskünstler*innen Bulgariens. Bei der diesjährigen 58. Biennale in Venedig wird sie ihr Land gemeinsam mit Lazar Lyutakov vertreten.

Sirma Sarafova-Orahovac wurde 1937 in Sofia geboren. Obwohl sie ihr Studium an der Nationalen Kunstakademie 1963 mit Auszeichnung abschloss, ließ sich ihre künstlerische Autonomie nicht mit dem verstaatlichten Kunstbetrieb des sozialistischen Bulgariens vereinbaren. Als Folge blieb sie bis zu ihrer Wiederentdeckung durch eine Generation junger bulgarischer Galerist*innen und Künstler*innen im Jahr 2006 weitgehend unbekannt.

Details

Beginn:
13. April 2019
Ende:
7. Juni 2019
Eintritt: -

Veranstaltungsort

KVOST – Kunstverein Ost
Leipziger Strasse 47
Berlin, 10117 Deutschland
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Veröffentlicht am: 19.04.2019 |

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