Revision: Peripherie als Ort. Helga Paris und Ulrich Wüst

Revision: Peripherie als Ort ngbk-Helga-Paris-Hellersdorf-1998

Revision: Peripherie als Ort. Das Hellersdorf-Projekt. Fotoserien von Helga Paris und Ulrich Wüst, station urbaner kulturen, bis 21. November: Seit 2014 engagieren sich Mitglieder der nGbK in der Großsiedlung Berlin-Hellersdorf. Die station urbaner kulturen ist ein diskursiver Veranstaltungs- und Ausstellungsraum und ein Ort für gemeinsames Arbeiten von Künstler_innen und Anwohner_innen. Zum Aktionsfeld der station gehören auch Formate wie Kunst im öffentlichen Raum, Freiluftveranstaltungen und Ausstellungen auf der naheliegenden Grünfläche, genannt Place Internationale.

Revision: Peripherie als Ort. Das Hellersdorf-Projekt. Fotoserien von Helga Paris und Ulrich Wüst:

Vor über zwanzig Jahren organisierte Ulrich Domröse (scheidender Kurator für Fotografie an der Berlinischen Galerie) die Ausstellung »Peripherie als Ort – Das Hellersdorf­ Projekt«, die erstmals in der nGbK in Kreuzberg gezeigt wurde. Nun präsentiert die nGbK noch einmal zwei der damals gezeigten Fotoserien – die Stadtaufnahmen von Ulrich Wüst sowie die Jugendlichen-Porträts von Helga Paris – in ihrer Zweigstelle station urbaner kulturen, in Hellersdorf. Die Arbeiten sollen erneut dem Publikum vorgestellt und diskutiert werden. Hinzu kommen ergänzende Werke beider Fotograf_innen.

Ulrich Domröse lud für die Ausstellung 1999 mit Helga Paris und Ulrich Wüst (sowie Jens Rötzsch und Max Baumann) hochkarätige Künstler_innen ein, um die Großsiedlungen von Hellersdorf zu erkunden und ihre Beobachtungen zu fotografischen Serien zu entwickeln. Das Projekt kam auf Initiative der Wohnungsbaugesellschaft Hellersdorf zustande.

Die Friktionen zwischen dem Hellersdorf-Projekt 1999 und dem Heute sollen nun als Revision in der station urbaner kulturen zum Thema gemacht werden: Wie hat sich das Quartier seither weiterentwickelt, welche Beziehungen bestehen zwischen Mitte und Pampa, und was machen die damaligen Akteur_innen heute? Nicht zuletzt werden die Fotoserien in einen künstlerischen Werkkontext gestellt.

1999 wurde die Ausstellung einem fotokünstlerisch und urbanistisch interessierten Publikum in der nGbK in Kreuzberg sowie in Hellersdorf selbst präsentiert. Nach einer Ausstellungsexkursion in Turin gingen die Bildserien in die Sammlung der Berlinischen Galerie ein.

Die Wohnungsbaugesellschaft Hellersdorf (WoGeHe), die sich Ende der 1990er Jahre gegen den rapiden Imageverfall der ‘Plattensiedlungen’ im Osten Berlins auch mit Mitteln der bildenden Kunst zu erwehren suchte, förderte Skulpturen im öffentlichen Raum sowie das groß angelegte fotografische Erkundungsprojekt in der Peripherie.

Das “Hellersdorf-Projekt” wurde in einem umfangreichen Katalog mit Essays von Alexander Osang, Rolf Schneider und Gerwin Zahlen dokumentiert.

An der Umsetzung des Ausstellungsvorhabens mitgewirkt hatten seinerzeit u.a. die Fotokuratorin Inka Schube (heute Kuratorin Sprengel Museum Hannover), die nGbK­ Geschäftsführerin Leonie Baumann (heute Rektorin der weißensee kunsthochschule berlin), die Kuratorin Karin Scheel (heute Künstlerische Leiterin Schloss Biesdorf) oder Jack Gelfort, ehemaliger Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Hellersdorf und heutiges Mitglied im Kreisverband der AID in Freiburg.

Julia Hartmann, eine damals von Helga Paris fotografierte namenlose Schülerin, spielte im “Tatort” eine Polizeianwärterin, und auch die noch immer gleichen Betreiberinnen der Fleischerei gegenüber finden sich wieder.

station urbaner kulturen: Seit 2014 engagieren sich Mitglieder der nGbK in der Großsiedlung Berlin-Hellersdorf. Die station urbaner kulturen ist ein diskursiver Veranstaltungs- und Ausstellungsraum und ein Ort flit gemeinsames Arbeiten von Klihstler_innen und Anwohner_innen. Zum Aktionsfeld der station gehören auch Formate wie Kunst im öffentlichen Raum, Freiluftveranstaltungen und Ausstellungen auf der naheliegenden Grünfläche, genannt Place Internationale.

Mit ihrer langfristigen Präsenz am Stadtrand möchte sich die nGbK der Verantwortung stellen, neue Wege einer künstlerischen Praxis aufzuzeigen. Mit unterschiedlichen Kulturprojekten sollen weiterhin interventionistische Prozesse, die Weiterentwicklung von sozialen Strukturen und ein Nachdenken über die Zukunft eines Stadtteils initiiert und vertieft werden.

nGbK-Projektgruppe – station urbaner kulturen: Jochen Becker, Fabian Bovens, Eva Hertzsch, Margarete Kiss, Constanze Musterer, Adam Page. Mitarbeit: Jana Müller. Finanziert mit Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

station urbaner kulturen Auerbacher Ring 41 (Eingang Kastanienboulevard), 12619 Berlin

Do + Sa. 15 – 19 Uhr

Bild: Helga Paris Schülerinnen und Schüler der Klasse 7C der Caspar-David-Friedrich-Oberschule Hellersdorf, 1998 © Helga Paris, Handabzug, 50 x 40 cm
Mit freundlicher Genehmigung der ngbk/ Revision: Peripherie als Ort.

Datum: 13.09.2020 – 21.11.2020

station urbaner kulturen

Veröffentlicht am: 03.11.2020 | Kategorie: Ausstellungen,

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