Alice Lex-Nerlinger – Das Verborgene Museum zeigt erste Retrospektive in Berlin

Alice Lex-Nerlinger, Der Flieger, 1929, Fotogramm, 23,3 x 17,3 cm Akademie der Künste, Berlin, Kunstsammlung Inv.-Nr. 2891 Foto Ilona Ripke, © S. Nerlinger, Berlin, erste Retrospektive, Verborgenes Museum

Alice Lex-Nerlinger gehörte mit Hannah Höch, Lea und Hans Grundig, John Heartfield, den Kölner Progressiven und ihrem Ehemann Oskar Nerlinger zur künstlerisch-politischen Avantgarde der Weimarer Republik. Das Verborgene Museum Berlin zeigt nun in der ersten Retrospektive vom 14. April bis zum 7. August 2016 die wichtigsten Werke der Fotomonteurin und Malerin.

Als jüngstes von sechs Kindern des Lampenfabrikanten Heinrich und seiner Frau Nathalia Pfeffer wurde Alice Pfeffer, verheiratete Nerlinger, in Berlin-Kreuzberg geboren. 1911 entschied sie sich für eine Ausbildung zur Malerin und Grafikerin an der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums. 1918 heiratete sie Oskar Nerlinger und nahm im Laufe der 1920er-Jahre den Künstlernamen Lex an.

 

Konsequent arbeitete Alice Lex-Nerlinger ab 1927 mit moderner Fotografie und experimentierte mit Fotomontagen, Fotogrammen und mit der Spritzbildtechnik, um durch einfache Reproduktion massenhafte Verbreitung ihrer aktuellen, gesellschaftspolitischen Themen zu erreichen. Mit ihren sozialkritischen Bildern »Aussperrung« (1928), »Arbeiten, Arbeiten, Arbeiten« (1928), »Lorenschieber« (1929/1930), »Giftgas« (1929), »Für den Profit« (1931), »Die Näherin« (1928), »Feldgrau schafft Dividende« (1931) »Arm und Reich« (1930) traf sie den Nerv der Gesellschaft am Ende der Weimarer Republik. Berühmt gemacht hat sie ihre persönliche Kampfansage gegen den Abtreibungsparagraphen, das Spritzbild »Paragraph 218« von 1931.

Während des Nationalsozialismus trieben Zensur und Arbeitsverbot Alice Lex künstlerisch in die »Innere Emigration«, was sie jedoch nicht davon abhielt, im Untergrund politisch gegen das Regime vorzugehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete sie in der DDR überwiegend an offiziellen Porträtaufträgen.

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Kunstsammlung der Akademie der Künste, Berlin, die den bildkünstlerischen Nachlass von Alice Lex-Nerlinger bewahrt. Es ist die erste Retrospektive mit ca. 70 Arbeiten und wurde in Zusammenarbeit mit der Kunsthistorikerin, Prof. Dr. Rachel Epp Buller, USA, realisiert.

Erste Retrospektive

14. April bis zum 7. August 2016

Das verborgene Museum

Schlüterstraße 70
10625 Berlin

Veröffentlicht am: 13.04.2016 | Kategorie: Ausstellungen, Kunst, | Tag: Alice Lex-Nerlinger, Das Verborgene Museum, Gallery Weekend 2016, Kalender, Pressemitteilung,

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