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Ghada Amer: The women I know

21. November 2020 - 22. Januar 2021

KEWENIG freut sich, die zweite Ausstellung von Ghada Amer in der Galerie zu zeigen. „The women I know“ konzentriert sich auf eine neue Werkgruppe, bestehend aus vier bewegenden Porträts von Freundinnen der Künstlerin, die in Amers charakteristischen Stickereien auf Leinwand gefertigt sind, zusammen mit einem dramatischen Selbstporträt in Schwarzweiß. Die Ausstellung versammelt auch eine Auswahl von Keramiken, die einen Überblick über die jüngste skulpturale Arbeit der Künstlerin schafft.

Die Malerei ist Kernstück für Ghada Amers kreativen Prozesses. Während ihres Kunst-studiums in der Villa Arson in Nizza, Frankreich, war sie von Malklassen ausgeschlossen, da diese nur für männliche Studenten vorgesehen waren. So wurde die Malerei zu einem Akt der Rebellion gegen eine von Männern dominierte kulturelle Produktion, ein Zeichen der Revolte. Es galt, einen anderen Weg zu finden zu malen, eine eigene Bildsprache zu schaffen, um die systematische Auslöschung der weiblichen Kunstgeschichte anzusprechen und ihr zu widerstehen. Als ein traditionell mit Frauen assoziiertes Handwerk, ist das Sticken Amers Grundlage für die Entwicklung eines Oeuvres, das die Machtstrukturen der Geschlechter hinterfragt. Gleichzeitig versinnbildlicht das wiederholte Einstechen der Nadel in die Leinwand den langsamen und mühsamen Aufbau der eigenen Identität und einen kontinuierlichen Prozess des Schreibens eines Körpers.

Die Serie „The women I know“ ist die jüngste Entwicklung von Amers Überlagerung von Figuren und Text, ein bildnerischer Ansatz, mit dem sie 2013 zu experimentieren begann. Für diese starken und lebendigen Porträts von Freundinnen und Kolleginnen, die sie in ihrem New Yorker Atelier während des durch die Coronavirus-Pandemie verursachten Lockdowns fertigstellte, entfernt sie sich von den stereotypen Figuren aus Pornomagazinen und der Populärkultur, für die sie bekannt wurde. Diesen intimen Porträts werden von einer starken emotionalen Bindung getragen und von jeder Leinwand scheint eine Aura auszugehen, die an andere, uns bekannte Frauen erinnert. Die Gesichter der Porträtierten sind untrennbar mit der Schrift im Hintergrund, also mit Zitaten aus Politik und Feminismus verbunden, die sich überall auf der Leinwand wiederholen und eine Reihe von sozialen Anliegen widerspiegeln, die den Kern von Amers kreativem Prozess ausmachen, wie z.B. „Dein Schweigen wird dich nicht schützen“ von der feministischen Schriftstellerin Audre Lorde oder „Es waren wir, das Volk; nicht wir, die weißen männlichen Bürger; noch wir, die männlichen Bürger; sondern wir, das ganze Volk, die die Union bildeten…. Männer, ihre Rechte und nicht mehr; Frauen, ihre Rechte und nicht weniger“ von der Aktivistin Susan B. Anthony.

Ebenso wie die Stickerei ist die Keramik eine weitere Möglichkeit für Amer, zu malen, ohne zu malen und sich von der Unterdrückung zu befreien. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von Skulpturen aus den letzten Jahren, die sich in zwei unterschiedliche formale Ansätze gliedern lassen: Teller und große Keramikplatten mit figurativen Motiven, die Amer als Gemälde betrachtet, sowie rein abstrakte Skulpturen. Amers erotische Ästhetik zeigt sich in nackten weiblichen Figuren inmitten des lesbischen Vorspiels – gezeichnet mit farbigen Streifen auf kontrastierenden Keramikplatten. Ein Nebenprodukt dieser großen Arbeiten sind die „Thoughts“, die aus Keramikstreifen bestehen, die beim Gravieren der Vorzeichnung aus der Platte entfernt wurden. Amer formt das herausgeschnittene Material in ihrer linken Hand und verwandelt es intuitiv in faszinierende abstrakte Gebilde.

Details

Beginn:
21. November 2020
Ende:
22. Januar 2021
Veranstaltungskategorie:
Eintritt: Eintritt frei €

Veranstaltungsort

KEWENIG
Brüderstr. 10
Berlin, 10178 Deutschland
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Veröffentlicht am: 12.11.2020 |

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