In der Vernissage Hoppers KW 15 erschnüffle ich, euer Cettino, wieder die besten Fährten in der Berliner Kunstszene. Woche für Woche ziehe ich mit meinem Kumpel Richard J. Flohr los, um für euch die spannendsten Touren zusammenzustellen, damit ihr kein Opening-Highlight unserer Stadt verpaßt und per Fahrrad und/oder [...]
48 Stunden Neukölln ist ein Forum für künstlerische Projekte aller Sparten der Berliner Kunstszene. Das Festival präsentiert und fördert Kunst, die einen Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen Themen leistet und diese reflektiert. Es bindet alle Bevölkerungsgruppen ein – unabhängig von Alter, ethnischer Herkunft und sozialer Stellung. In 48 Stunden zeigt Kunst, dass sie mehr ist als Exponate in Galerien und Museen: Dass sie verbindet, konfrontiert, kommuniziert, ein Anliegen hat. Diskursive, partizipative und interdisziplinäre Ansätze stehen daher im Vordergrund. Zugleich liegt der Fokus auf künstlerischen Positionen, die sich mit der Kunst selbst – mit ihren Produktionsbedingungen, Verfahrensweisen und sozialen Funktionen – auseinandersetzen. Auf dieser breiten Basis an künstlerischen Ausdrucksformen öffnet sich das Festival für das Zeitgenössische und Politische in der Kunst.
Seit der Gründung 1999 hat sich 48 Stunden Neukölln mit seinem Vorbildcharakter als Berlins größtes freies Kunstfestival etabliert. Neukölln verwandelt sich während der 48 Stunden in ein künstlerisches Experimentierfeld. In und für Neukölln entstehen Kunstprojekte, die ihre Inspiration aus den lokalen Lebensrealitäten, der vorhandenen Diversität und der besonderen Demografie beziehen. Offene Entwicklungsprozesse und kreative Diskurse werden dabei ohne Vorbehalte verwirklicht und stärken so den Innovationscharakter des Festivals. Die hier entstandenen künstlerischen Arbeiten wirken als Impulse weit über Berlin-Neukölln hinaus, beziehen Stellung zu gesamtgesellschaftlichen Fragen und fördern einen nachhaltigen Austausch mit der internationalen Kunstszene.
48 Stunden Neukölln, Anton Steenbock Dematerialization is coming, 2015 Foto: Anton Steenbock Installation im öffentlichen Raum, Karl-Marx-Str.131-133, 12043 Berlin
Die Besonderheit von 48 Stunden Neukölln ist die Dezentralität: Neben etablierten, professionellen Kunstorten werden neue, ungewöhnliche und abseitige Orte, vor allem aber der öffentlichen Raum, für künstlerische Arbeiten entdeckt, erschlossen und umgedeutet. Die Projekte ermöglichen es den BesucherInnen, unterschiedliche soziale und kulturelle Räume dieses aufregenden und lebendigen Stadtteils immer wieder anders wahrzunehmen. Dies macht die besondere Anziehungskraft des Festivals aus, das inzwischen von mehr als 70.000 BesucherInnen aus Berlin, ganz Deutschland und dem internationalen Raum besucht wird.
Das Festival basiert auf der gemeinsamen Initiative und Teilhabe von KünstlerInnen, BesucherInnen und Anwohnerschaft. Ehrenamtliches Engagement und die Bereitschaft zur spartenübergreifenden Kooperation sind die Voraussetzung für das Fortbestehen des Festivals. Auch die daraus resultierenden Netzwerke zwischen KünstlerInnen und lokalen Institutionen sind eine wichtige Grundlage für den Erfolg der Gesamtveranstaltung. Jährlich werden die inhaltlichen und strukturellen Weichenstellungen von 48 Stunden Neukölln in einem auf den Erfahrungen des Vorjahres aufbauenden und demokratisch orientierten Entscheidungsprozess entwickelt.
48 Stunden Neukölln, Emmeline de Mooij Poging tot een Dutje | Attempting a Nap, 2018 Foto: Peter Cox courtesy: Emmeline de Mooij Ausstellung „CosmoFeminism – Neue Feministische Ästhetik“
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