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»Rolf Tietgens und Patricia Highsmith. Facetten einer leidenschaftlichen Beziehung«, Lichtbildervortrag von Prof. Dr. Eckhardt Köhn

22. Mai 2024

Rolf Tietgens (1911-1984) und Patricia Highsmith (1921-1995) lernten sich im Sommer 1942 in New York kennen. Trotz der unterschiedlichen sexuellen Orientierungen – sie lesbisch, er homosexuell – entwickelte sich rasch eine Liebesbeziehung, die von einer starken gegenseitigen Faszination geprägt war. Sie ergab sich aus einer Vielzahl von gemeinsamen Interessen und betraf Bereiche wie Kunst, Literatur und Architektur. Von Verfolgung bedroht war Rolf Tietgens Ende 1938 in die USA emigriert und hatte dort sehr erfolgreich an seine in Deutschland begonnene Karriere als Fotograf anknüpfen können. Die damals 21-jährige Patricia Highsmith hoffte, sich als Schriftstellerin durchsetzen zu können, hatte aber in dieser Hinsicht noch nichts vorzuweisen. Tietgens verhalf ihr zu ersten Veröffentlichungen in den großen amerikanischen Magazinen. Sie stand ihm als Modell zur Verfügung, von denen die Porträts später bevorzugt für Werbezwecke eingesetzt wurden, während Aktaufnahmen und surrealistische Montagen im Archiv verschwanden. Wenngleich in den folgenden Jahrzehnten immer wieder durch Krisen beeinträchtigt, nahm ihr Verhältnis im Verlauf der Jahre den Charakter einer freundschaftlichen Beziehung an, ehe sie 1970 durch einen heftigen Streit ein Ende fand. Highsmith war zu diesem Zeitpunkt durch ihre neuartigen und weltweit gelesenen Kriminalromane längst zu einer wohlhabenden Erfolgsautorin avanciert, die in Europa lebte. Tietgens hingegen sah sich zunehmend gezwungen, für die von ihm verachtete Werbebranche zu arbeiten. 1964 gab er seinen Beruf ganz auf, versuchte sich noch eine Zeitlang als Maler und lebte fortan bis zu seinem Tod 1984 weitgehend verarmt in Manhattan. Mit vielen anderen emigrierten Künstlern teilt er das Schicksal, dass sein Werk in Deutschland völlig vergessen wurde.

Der Vortrag rekonstruiert die einzelnen Phasen der Beziehung zwischen Tietgens und Highsmith und ihrem literarischen wir künstlerisch-fotografischem Austausch.

Prof. em. Dr. Eckhardt Köhn, langjährige Lehrtätigkeit an der Goethe-Universität Frankfurt; Literaturwissenschaftler, Fotohistoriker, Verleger der EDITION LUCHS, Kurator und Sammler. Verfasser zahlreicher Beiträge zur Literatur und Fotografie in der Weimarer Republik. 2011 Veröffentlichung des Buches Rolf Tietgens – Poet mit der Kamera. Fotografien 1934-1964. 2022 Gastkurator der Ausstellung Die Fotografinnen Nini und Carry Hess im Museum Giersch der Goethe-Universität Frankfurt und im Deutschen Theatermuseum München. Im Sommer 2023 erschien das Buch Franz Pfemfert als Fotograf.

Eintritt frei. Wir bitten um Voranmeldung unter: info@aestiftung.de

Details

Datum:
22. Mai 2024
Veranstaltungskategorie:
Eintritt: kostenfrei €

Angebote:

Eintritt frei. Wir bitten um Voranmeldung unter: info@aestiftung.de


Veranstaltungsort

Alfred Ehrhardt Stiftung
Auguststr. 75
Berlin, 10117 Deutschland
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Veröffentlicht am: 21.03.2024 |

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